Pro Evolution Soccer 2010

Plattform: (PC, PS2, PSP, Wii, Wii U, XBox 360)
Release: 15. September 2009

User-Wertung:

Pro Evolution Soccer 2010

Verdammt blödes Timing, das Daniel Pook da an den Tag legt. Vor knapp einem Jahr spielten wir in Rom anlässlich der Europameisterschaft von Pro Evolution Soccer 2008, die 2009er-Version bis zum Umfallen. Jetzt liegt bei uns eine fast fertige Preview-Version von PES 2010 für die Xbox 360 vor und Herr Pook aalt sich in der Sonne von Köln. Trotzdem versuche ich euch die wichtigsten Neuerungen, die sich Konami für den neusten Teil der Fußballsimulation überlegt hat, nahezubringen – immerhin will man nicht den Anschluss an EAs FIFA-Serie verlieren.


Xbox 360 mit 360

Wer den Vorgänger kennt, der weiß, dass die meisten Partien in wahre Mittelfeldschlachten ausarteten (Daniel und ich können ein Lied davon singen, Deutschland vs. Deutschland, was für eine Partie ...). Die wird es in Pro Evolution Soccer 2010 in dieser Form nicht mehr geben, da alles ein wenig in Breite gezogen wurde und dem Spieler mehr Kontrollmöglichkeiten über die Ballartisten gegeben wurde. Möglich macht dies das "360-Grad-"-Kontrollsystem, das das bisherige 8er-Prinzip ablöst. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, technisch besonders versierte Spieler wie Ronaldo oder Messi selbst auf engstem Raum um die stoppenden Füße eines Verteidigers herumzulenken, da man sich nicht nur auf 8 Ebenen bewegen kann, sondern tatsächlich auf einer 360-Grad-Kreisbahn. Wir sind gespannt, wie sich auf die Spiele der Profis auswirkt, da es einige gibt, deren vornehmliche Strategie es ist, sich mit dem besten Dribbler durch die Abwehr zu fummeln, um die Kugel zu versenken.
Pro Evolution Soccer 2010
Uns "Laien" hat das System schon überzeugen können, obwohl die absolute Kontrolle aus Sicht des Verteidigers gerade zu Beginn ein zweischneidiges Schwert ist. In den ersten Partien ist es mir öfter passiert, dass ich mit meinem Lieblingsstaubsauger Peer Mertesacker ins Leere lief, obwohl ich der felsenfesten Meinung war, den heranstürmenden Ibrahimovic locker stoppen zu können. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit gelangen mir dann aber auch spektakuläre Abwehrmanöver. Spektakulär kann es auch werden, wenn ihr die absolute Kontrolle über euren Torwart übernehmt. Die Zeiten, in denen es gereicht hat, die Dreick-Taste/Y gedrückt zu halten sind vorbei, denn mit L1+R3 hört der Keeper auf euer Kommando und dürfte die 08/15-Aktionen einiger Stürmer zunichtemachen. Aber auch an der KI ohne eure Unterstützung wurde beim Mann zwischen den Pfosten gearbeitet, sodass es DIE Standardtore nicht mehr geben wird. Es sei denn, der noch geheime "Trick-Stick" offenbart fiese Moves, die beim richtigen Ausführen den Torwart böse verladen. Laut Konami lassen sich per Druck auf L2 und dem rechten Stick weitere Täuschungsmanöver ausführen, die wir in unserer Version aber noch nicht ausprobieren konnten.
Pro Evolution Soccer 2010
Es lohnt sich übrigens auch wieder einfach mal so auf das Tor zu ballern, denn Konami hat ordentlich an der Ballphysik herumgeschraubt. Sie fühlt sich (irgendwie liest man das in jedem Artikel zu einem neuen Teil) besser und glaubwürdiger an und belohnt gewagte Schlenzer oder Distanzbomben mit einem Torerfolg. Für unseren Geschmack fallen einige Tore aber ein wenig zu leicht, als ob das Skript der Keeper darauf ausgelegt wurde, für torreichere Spiele zu sorgen. Dafür sind die Torwärter in Elfmetersituationen dem Schützen - zumindest zu Beginn deutlich überlegen. Das liegt vornehmlich daran, dass die Mechanik hinter dem Zielen verändert wurde und man nun noch intensiver in die Richtung lenken muss, in die man das Leder schießen will. Aber auch hier gilt: Wer sich daran gewöhnt hat, stellt die 50:50-Chance wieder her. Gewöhnen könnt ihr euch an die neuen Manöver aber nicht durch ein ausführliches Training, denn das gibt es in PES 2010 nicht. Klar, man kann im "Freien Training" ein wenig "Freestylen" und Standards üben, Situationen, die aber darauf ausgelegt sind, neue Tricks anzuwenden (z. B. gegen einen herauslaufenden Torwart oder ein Slalomparcour) gibt es in Pro Evolution Soccer 2010 nicht. Schade.
Pro Evolution Soccer 2010

Mix' dir deine Strategie


Taktiker werden sicherlich an insgesamt acht Schiebereglern ihre Freude haben. Über sie lässt sich das Spielerverhalten in gewissen Situationen einstellen. So kann man als Ballführender seine Mitspieler ordern, sich vor ihm zu positionieren, damit er immer eine Anspielstation hat, oder aber man befehligt seine Abwehr, dass sie bei einem Angriff nach vorne drängt. Pressingdruck lässt sich hierbei genauso einstellen, wie das Verhalten auf den Flügeln. Durch dieses System lassen sich zahllose Kombinationen schaffen, sodass es DIE "ultimative Strategie" nicht geben wird. Fraglich ist nur, ob man die Regler auch mitten in einer Partie verändern kann, was ein wenig nervig werden könnte, wenn ein Spieler alle Nase lang in das Pausenmenü geht, um seine Strategie situationsbedingt zu verändern. Hier erklärt Konami noch einmal, wie das mit den Schiebereglern funktioniert:
Pro Evolution Soccer 2010

Meistermacher

Kumpels einladen, Bier trinken und dabei PES 2010 zocken - das ist die eine Variante, wie man Konamis Fußballsimulation genießen wird, die andere wird sein, sich Tag und Nacht damit zu beschäftigen, um um die Europameisterschaft zu spielen (wir werden davon berichten). Die letzte Variante ist für Solisten und heißt Meisterliga. Hier gilt es ein Team aus dem Unterhaus zur internationalen Klasse zu führen, Spieler einzukaufen und sonstige Tätigkeiten auszuüben, wie man sie von einem Managerspiel gewohnt - nur nicht ganz so tiefgründig. Stars müssen betreut, verarztet und vor allem bezahlt werden. Dazu benötigt man natürlich das dementsprechende Personal, das je nach Qualifikation unterschiedlich den Geldbeutel belastet. Auf jeden Fall wird die Meisterliga die meiste Zeit eines Einzelspielers in Anspruch nehmen. Über den Online-Modus können wir leider noch nichts sagen, da es uns nicht möglich war, diese Option auszuprobieren. In einem ausführlichen Test werden wir aber klären, ob Konami es schafft, eine vernünftige Verbindung herzustellen, sodass nervtötende Lags unterbunden werden.
Pro Evolution Soccer 2010Gerade in Deutschland dürfte ein Punkt die Fans von Fußballsimulationen am meisten interessieren: die Lizenzen! Bisher konnte EA mit seiner FIFA-Reihe Konami immer den Rang ablaufen. Das wird wahrscheinlich auch dieses Jahr der Fall sein, die Japaner bemühen sich jedoch, den Abstand zu verkürzen. Momentan befindet man sich noch in Verhandlungen mit zahlreichen Klubs. Internationale Vereine wie Manchester United oder Barcelona konnte man bereits für sich gewinnen. Zuletzt konnte man noch erfolgreich verkünden, dass man es geschafft hat, die deutsche Nationalmannschaft zu lizenzieren. Ein wenig wehmütig sind wir da schon, denn nun sind die Zeiten, in denen wir mit Merilrecker, Slinzlizel und Kmarl für Unruhe im gegnerischen Strafraum sorgten, endgültig vorbei. Zum Glück gibt es ja den Editor, der es erlaubt sowohl korrekte Spielernamen zu vergeben, wenn die es aus Lizenzgründen doch nicht in PES 2010 geschafft haben, als auch Fantasienamen. Wie bereits im Vorgänger wird es in Pro Evolution Soccer 2010 möglich sein, in der Champions League und der Europe League um die begehrten Pokale zu streiten. Ob die beiden Modi nicht einfach nur Schall und Rauch für lizenzverwöhnte Ohren sind, oder ob sie entsprechend präsentiert werden, wie man es aus dem Fernsehen kennt, wird sich noch zeigen.
Pro Evolution Soccer 2010
Grafisch musste man Pro Evolution Soccer 2009 ein wenig Zugeständnisse machen. Frei nach dem Motto: "Es sieht zwar nicht schön aus, dafür spielt es sich toll" sah man über die teils schwachen Animationen und nicht ganz so hübschen Spielergesichter hinweg und auch das Publikum mit den ewig gleichen Gesängen trug dazu bei, den 09er-Teil als hässliches Entlein zu betrachten. Nun, PES 2010 ist vielleicht nicht gleich der Schwan, aber auch hier hat Konami enorme Fortschritte gemacht. Gezwungenermaßen, denn ewig ließ sich die grafische Mittelpracht gegenüber der spielerisch immer mehr auftrumpfenden FIFA-Reihe nicht mehr rechtfertigen. Die Spieler sind klar erkennbar, an einigen wird noch gewerkelt - Work in Progress, wie es in der Pressemitteilung so schön heißt. Genauso "in Progress" sind die Fans und die Stadionatmosphäre. Bisher hat man das Gefühl, die Leute auf den Rängen sind Duracell-Häschen, die in einer Tour denselben Schlachtengesang vom Stapel lassen, die Kommentatoren schlagen in dieselbe Bresche. Wir wollen das aber nicht weiter beurteilen, denn wir glauben fest daran, dass Konami diese Baustelle bis zum Release am 22. Oktober in ein prall gefülltes Atmosphärestadion umwandeln wird. Auf der kommenden Europameisterschaft werden wir uns davon (hoffentlich) überzeugen.
Pro Evolution Soccer 2010

Kommentare

Alexander Kaphahn
  

@Der Papa Danke, hab ich korrigiert. Das mit der zus?tzlichen Kontrolle beschr?nkte sich tats?chlich nur auf die PlayStation 3 Fassung.

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Ladebalken
  

Okay, das macht Sinn da das Steuerkreuz des 360-Controllers einfach ungeeignet daf?r ist.

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Der Papa
  

Und noch ein klarer Fehler in der Vorschau, wenn auch nicht so gravierend wie der erste:
Den UEFA-Cup gab es letztes Jahr nicht in PES2009, nur die Champions League. Und dieses Jahr gibt es ihn auch nicht, da er jetzt Europa League hei?t.

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Der Papa
  

@Ladebalken:
Der Artikel ist sachlich schlicht falsch, die 360? Kontrolle gibt es nat?rlich auch auf der Xbox 360. Nur ist es auf dieser nur mit dem Analogstick m?glich, w?hrend bei der PS3 auch das Steuerkreuz analog abgefragt wird.
Das war ?brigens genau so auch im entsprechend Artikel hier vor ein paar Tage zu lesen. Ich hoffe, dass dieser dilettantische Fehler im Text schnell korrigiert wird, um die Xbox nicht unn?tig schlecht zu machen

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Ladebalken
  

Soll nat?rlich "will dem" hei?en und hinter "geben" fehlt ein wird. Ich will ne edit-Funktion! :(

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Ladebalken
  

?hm, ich bin ja sowieso nicht grade PES-Fan willd em Teil aber definitiv ein Chance geben. Nur frage ich mich jetzt warum es das 360? System nicht f?r die 360 geben? Technische Beschr?nkungen? Ich lach mich schlapp. Das ist die billigste Ausrede die ich je geh?rt hab.

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