RAGE

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

RAGE

Sieben Jahre musste man nach Doom 3 auf ein neues Spiel von id Software warten. Das mit Spannung erwartete Endzeitspektakel ist natürlich weit aus mehr als ein Spiel: Mit Rage will id Software auch die Leistungsfähigkeit seiner neuen ID 5 Tech Engine demonstrieren. Erwartet uns nun eine seelenlose Techdemo, ein stupides Actionfeuerwerk oder doch eine überraschende Spielspaßgranate?

Überraschung: RAGE spielt in einem apokalyptischen Endzeit-Szenario. Schnell erkennt man die virtuellen und filmischen Verwandten: Mad Max, Fallout und Borderlands sahen irgendwie doch sehr ähnlich aus. Die Welt ist größtenteils zerstört, nachdem der Asteroid Apophis auf die Erde eingeschlagen ist (Den Asteroiden gibt es übrigens wirklich und im Jahr 2029 kommt er unserem Planeten gefährlich nahe, ohne dabei allerdings genug Größe zu haben, um die in RAGE geschilderten Folgen auszulösen, wenn man nicht gerade in 250 km Nähe zum Einschlagsort wohnt.) Die übrig gebliebenden Menschen hausen in zerfallenen Wellblechhütten und im Hintergrund ragen kaputte Wolkenkratzer als Zeugen längst vergangener Tage in den staubigen Himmel. Wie so oft kämpfen die letzten Überlebenden um die noch verbleibenden Ressourcen. Der namenlose Spieler gehört zu den wenigen Auserwählten, die vor dem Aufprall in Kältekammern gesteckt wurden und mit ins Blut geschleusten Nano-Robotern immerhin 100 Jahre ungestört durchgepennt haben. Natürlich wird der Spieler zu Beginn von RAGE aus seinem Schlaf gerissen und findet sich in einer recht feindseligen Umwelt wieder. Kaum aus der "Arche" gestolpert, will ihm bereits ein Bandit an den Schlafanzug. Glücklicherweise rettet uns ein anderer Wüstenbewohner und führt den Helden erst einmal in die Spielwelt ein. Im englischen Original ist der hilfsbreite Mensch übrigens von John Goodman vertont, ich erwähne das nur, weil deutsche Spieler zwar eine gelungene Synchro vorfinden, aber keine Möglichkeit, das Spiel im O-Ton zu spielen. Also kein Dan Connor für uns Trottel, die sich nicht ohnehin jedes Spiel aus UK importieren.
In der ersten kleinen Siedlung bekommen wir das Grundgerüst des Spiels serviert. Wir erhalten Aufträge von hübsch animierten Endzeitbewohnern bei denen es meist darum geht, irgendwas zu finden und dabei ganz viele böse Menschen umzubringen, oder einfach nur so ganz viele böse Menschen umzubringen. Da der Weg zum Einsatzort meist durch ein paar Meter Wüste führt und der Spielheld das ökologische Bewusstsein eines BP-Managers hat, rast man meist in einem Buggy zum nächsten Ziel. Genau wie das eigene Waffenarsenal können auch Fahrzeuge aufgerüstet und modifiziert werden, was auch bitter nötig ist, da einem unterwegs oft genug Wüstenrowdies in schwer bewaffneten Schrottkisten auflauern. Wir fassen zusammen: Auftrag abholen. Durch die Wüste rasen, ballern. Aussteigen. Ballern. Wieder zurück. Klingt ein ganz klein wenig dröge, oder?

Schwachsinn! Das Spiel sieht dabei derart schick aus, dass gar keine Gedanken an Langeweile verschwendet werden können. Zumindest nicht auf der Xbox 360, die momentan die Nase knapp vorne hat. Zwar gibt es hier auch bei voller Festplatteninstallation ein paar Texturen-Nachlade-Effekte, die fallen aber meist nur auf, wenn man gezielt danach sucht oder sich wie wild im Kreis dreht. Die super-stabile Framerate von 60 Bildern in der Sekunde fällt jedoch immer ins Auge: Sie ermöglicht ein stets flüssiges und schnelles Gameplay. Die PS3 braucht zwar keine drei DVDs, sondern nur eine Blu-ray, bietet aber keine ganz so hohe und stabile Bildrate. Die PC-Version scheint momentan noch das größte Sorgenkind zu sein und wird daher auch um einen Punkt abgewertet. Schuld sind angeblich die fehlerhaften Treiber von AMD und co, es verwundert aber schon, das gerade id Software so starke Probleme mit Grafikkartentreibern hat, die anderen Spielen überhaupt keine Probleme machen.
RAGENur leider neigt der Mensch dazu, sich auch an die schönste Grafik zu gewöhnen. Und dann fängt RAGE an, auf hohen Niveau zu langweilen. So werden die Schauplätze gerne einmal für mehrere Missionen recycelt, was storytechnisch meistens überhaupt keinen Sinn macht (hatte ich nicht vor 10 Minuten alle Räuber hier abgeknallt?) und die eigentliche Geschichte des Spiels kommt nur schleppend in Fahrt, um dann so abrupt aufzuhören als hätte man für das Endgame nur noch einen Monat Entwicklungszeit gehabt. Die ganzen Nebenaufgaben, wie Autorennen, Glücks- und Kartenspiele sowie das chaotische Mutant Bash TV sorgen zwar für Ablenkung, nehmen aber auch das Tempo aus dem Spiel. So wäre es mir persönlich lieber gewesen, id hätte mir einen etwas gradlinigeren Shooter geliefert, der eine etwas spannendere Geschichte erzählt, sich etwas Zeit für die Spielfigur nimmt und mehr Abwechslung in den Schauplätzen bietet. Vor allem das an "MAGIC" angelehnte Kartenspiel verwirrte mich: Haben Shooterfans wirklich Lust und Ausdauer, sich in ein derart komplexes Kartenspiel einzuarbeiten und stundenlang am perfekten Deck zu arbeiten, statt einfach in der selben Zeit ein paar Mutanten die Rübe vom verfaulten Körper zu ballern? (mehr...)
RAGE

Kommentare

Pausenbrot
  

@2happy
handsup for u man,... der Sound von Rage ist auf jeden Fall kaum zu toppen - und zwar egal ob FX, Hintergrundmukke oder die brillante deutsche Synchro.
Auch sonst ist Rage jetzt schon mein Spiel des Jahres. Dass hier diese ganzen Rollenspielelemente sogut zusammen funktionieren, ohne das nun wirklich altbackene Erfahrungspunkte-abgreifen, hat maßgeblich dazubegetragen, dass Rage mich so schnell nicht wieder loslässt. Soviel Abwechslung und Konversation mit allesamt genial designten NPCs gabs bisher in noch keinem Egoshooter. Aber hey, wie war das noch mit der Innovation: Ständig schreien sie alle danach, und wenn dann mal was halbwegs revolutionäres anrollt, wird's sofort abgestraft - echt traurig. Auch die 9 koop-karten kann ich übrigens nur wärmstens empfelen...
@Bushonaut
nach 2-3h hast du noch keine Ahnung was da noch kommt...
@bal
die Bots sind auf normal noch recht überflüssig, auf alptraum aber wirst du sie lieben
@IM Carlos
glückwunsch zu dieser genialen Schlußfolgerung, Watson - was für ein Unfug!

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2happy
  

Ich m?chte gerne noch einen POSITiVEN Aspekt zur Sprache bringen, der bislang noch nirgendwo erw?hnt wurde: Der Soundtrack! Jeder Level hat seine eigene, extrem stimmige Musikuntermalung bekommen, mit das Beste, was ich je in einem Game geh?rt habe. Da der Soundtrack so wunderbar "funktioniert", dh seine Aufgabe als Unterst?tzung der Atmosph?re wahrnimmt, dringt er oft gar nicht in den Vordergrund des Bewu?tseins, werkelt im Hintergrund daf?r um so effektiver. Ein Punkt Aufwertung daf?r!

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2happy
  

Vielleicht h?tte man auch noch die h?ufigen langen Ladezeiten erw?hnen sollen, und, dass man auch bei Vollinstallation (360) die Disc wechseln muss (wobei sich das Game mit Fehlermeldung verabschiedet hat und erst mal neu starten durfte...). Ganz zu schweigen von dem Texturmatsch an vielen Stellen.
Highlight sind eigentlich nur die prozeduralen Animationen. Das Artdesign im Allgemeinen wei? auch zu gefallen. Das Gamedesign dagegen ist zu fragmentiert und bietet zu viel Leerlauf, flow will nur in den l?ngeren Shooterpassagen entstehen. In meinen Augen h?chstens eine 7/10! Meine Erwartungen hat es nicht erf?llt und macht auch nur hin und wieder Spa?.

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Buschonaut
  

Nach 2-3 Stunden muss ich auch sagen, dass das Game leider ziemlich lahm ist und ich sehr enttäuscht bin. Besonders die Quests und das ewige von A nach B-Gelaufe sind an Doofheit kaum zu überbieten, irgendwie wirkt auch alles nicht homogen zusammengefügt und oft altbacken (unsichtbare Wände, unüberwindbare Bordsteinkanten etc.). Grafik und Shooterpassagen sind natürlich bombig, gegen meine bisherigen richtigen Hits dieses Jahres wie Deus Ex, Dark Souls, Dead Space 2 oder auch Dead Island kann Rage aber nicht im Geringsten anstinken.

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Warpspinne
  

Werds mir wohl mal für meine PS3 ausleihen und mal sehen. Schaut irgendwie nach MadMax Szenario aus, also ganz interessant! ;)

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Skyhawk75
  

Kleine Anmerkung für Areagames: Könnt ihr bei Tests nicht noch das Wort Test in die Überschrift schreiben statt nur den Titel? Kommt doch echt doof wenn man nur den Titel des Games als Brocken vor die Füße geworfen kriegt.

Zum Test kann ich nochmals sagen, bin froh, das ich es abbestellt hab. Ist nicht mein Fall

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farrellybrother
  

Ich habe es noch nicht durch, aber eines ist sicher:
Es gibt kein besser aussehendes Game bis dato. Gegen diese Grafikqualität (Xbox 360) kann alles bisher dagewesene einpacken!

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IM Carlos
  

Dann ist Rage wohl doch nur wieder das geworden was ich von iD erwartet habe: ein durchschnittliches Spiel mit Eyecatcher-Qualitäten ... halt eine spielbare Tech-Demo, wie eigentlich jeder iD-Titel vorher.
Naja um Rage mal etwas vor dem "Übervater" Fallout in Schutz zu nehmen: so viele Entscheidungsmöglichkeiten, die tatsächlich Rollenspiel ermöglichen bietet der Bethesda-Titel auch nicht. Allenfalls welches Equipment man bevorzugt nutzt, aber diese Entscheidung hatte man ja schon beim ersten Doom ....

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Bal0o
  

Ich finde das Spiel eigentlich auch sehr gut und kann die Kritik nicht so ganz verstehen. Klar es ist ein wenig 08/15 aber das habe ich auch erwartet. Seit dem Patch für den Pc läuft das Ding auch super. Die Einlagen mit den Roboterspinnen und Selbstschussanlagen sind auch ganz nett obwohl ich sie eigentlich nie wirklich brauchte. Das selbe gilt auch für die Waffen, die kleine Pistole mit Fat Boys haut einfach alles um. Die anderen Waffen wirken eher so wie eine nette Dreingabe.
Ps: Die Verkäuferin in Subwas Town hat ein total süßes Grinsen. Respekt an die Modeler : D

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Rush
  

@Riplex
Mir gefällt es auch sehr gut aber Gears3 habe ich vorher zumindest in der Kampagne alleine auf Hardcore zu Ende gespielt, damit ich mich voll und ganz auf Rage einlassen kann.

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