Rayman Legends

Plattform: (PS3, PS4, Wii U, XBO, XBox 360)
Release: 29. August 2013

User-Wertung:

Im Test: Rayman Legends

Jetzt vergesst mal die Knarren, die Dämonen, die Auftragsmorde, die Nahost-Einsätze oder die schnellen Autos und entspannt Eure Gesichtsmuskeln für die Vollladung Dauergrinsen! Rayman Legends ist da. Und im Gegensatz zu einigen schwer erwachsenen und ebenso so hohlen Zocken-und-vergessen-Spielen der letzten Jahre, führt es uns endlich wieder vor Augen, warum wir unser Leben überhaupt so gedankenlos und bereitwillig dem Videospielgott opfern. Antwort: Weil's geil ist!

Dieser Titel wird in die Videospielgeschichte eingehen!

Es ist ganz einfach: Nur wenn Ihr Jump'n runs abgrundtief hasst, rennt Ihr jetzt nicht zum nächsten Fachhändler, kauft Rayman Legends und verbringt die nächsten Tage in realitätsentkoppelter, zwanghaft knöpfedrückender, stumpfsinnig sabbernder Glückseligkeit. Ihr könntet natürlich auch vorher damit Zeit verschwenden meine redundanten Lobeshymnen zu lesen, um schlussendlich doch panisch zu Eurem Portemonnaie zu rennen und ihm rücksichtslos sämtliche Barvorräte zu entreißen. Wii U-Besitzer mögen immer noch darüber zetern, dass sie einen Exklusiv-Titel verloren haben und obendrein ein paar Monate extra warten mussten. Doch davon will ich nichts mehr hören. Erstens war diese versnobte Monogamie eh nie gerecht, angesichts der maximalen Plattformabdeckung des Vorgängers. Und zweitens macht das umwerfende Endprodukt jede Wartezeit vergessen. Stattdessen sollten wir uns alle darüber freuen, dass nun umso mehr Spieler in den Genuss dieses Meisterwerks kommen, mit denen wir uns auf dem Schulhof, in der Vorlesung, während der Bahnfahrt, an der Supermarktkasse, im Gentlemen's Club oder beim Kacken gegenseitig die Bälle zuspielen können, wie völlig erzgeil Michel Ancel's neuestes Werk doch ist. Schon jetzt genug vom „Owerheiping“? Dann kauft endlich das Spiel! Denn es wird nur noch schlimmer.

Mit Rayman Legends haben Ancel und sein Team ein Hüpfspiel-Wunderland entworfen, welches nicht nur den ohnehin schon brillanten Vorgänger in praktisch jeder Hinsicht übertrifft, sondern auf magische Art und Weise ganze Generationen des Genres, wenn nicht sogar des Mediums in sich summiert. [Überemotionale Subjektivität-Alarm: Stufe 3] Einer der größten Vorteile gegenüber Rayman Origins liegt in der flexiblen und gleichzeitig verdichteten Spielstruktur. In Teil 1 seid Ihr noch über eine typische Weltkarte gewandert. Da hieß es strikt die Levels einer Zone ablaufen, um zur nächsten zu gelangen, was zur Folge hatte, dass man sich lange in thematisch und auch spielerisch ähnlichen Gebieten aufhielt. So waren zum Beispiel nur in einer Welt Unterwasser-Abschnitte und dann auch fast nichts anderes zu finden. Zwar gibt es auch in Legends abgeschlossene Szenarien, hier dargestellt durch Gemälde in einem großen Zelt. Dafür bieten fliegende Burglandschaften, schwüle Sumpfgebiete, antike Tempelanlagen oder Jules Verne-artige Tiefsee-Maschinerie nicht nur die interessanteren Kulissen als die zum Teil etwas abgegriffenen Wüsten-, Eis- und Feuerpanoramen des direkten Ahnen. Durch fleißiges Sammeln von Lums und Befreien der großnasigen Kleinlinge eröffnet Ihr zudem schnell Zugänge zu anderen Welten und Levels (deren Schwierigkeitsgrad nun netterweise durch Schädelsymbole unter dem jeweiligen Bild angezeigt wird). Sollte Euch ein Bereich also mal zu schwierig sein oder braucht Ihr schlicht optische Abwechslung, beamt Ihr Euch flugs in ein anderes Kunstwerk.


Grafik zum Verlieben. Rayman Legends begeistert auf jeder Plattform!

Grafik zum Verlieben. Rayman Legends begeistert auf jeder Plattform!

Emsiges Abgrasen der Gebiete resultiert in einem Schwall aus Belohnungen und immer neuen Aufgaben, welche das Spiel sodann wie mit einem Feuerwehrschlauch über Euch hereinsprudeln lässt. So ist in jeder Stage ein Rubbel-Los zu erlangen mit denen Ihr weitere Kleinlinge, Goldmännchen und Gebiete freischaltet. Steigt Eurer Lums-Zähler, erhaltet Ihr Zugang zu speziellen Rettungsmissionen, in denen sich über 20 weitere spielbare Charaktere finden lassen, die sich in der Handhabung jedoch wenig unterscheiden. Und schneidet Ihr in den Gebieten gut, besser oder angebermäßig ab, winken Pokale, die nicht nur als schnöde Prestigeobjekte herhalten, sondern gleichzeitig Eure Genialitätsstufe erhöhen, wodurch Ihr Euch die Teilnahme an knackigen täglichen und wöchentlichen Herausforderungen verdient. Und die sind sowieso das schlimmste Suchtmittel von allen. Sich mit der übermenschlich gut spielenden Community zu messen, während einem das Spiel vorheuchelt man wäre gerade kurz davor einen Platz auf dem Siegertreppchen zu erhaschen, resultiert in endlosen Neuversuchen, bis die Augen bluten und die Daumen Marshmallow-Konsistenz annehmen. Trials Evolution lässt grüßen.

Doch auch abseits des Online-Wettkampfs ist Rayman Legends ein 100%ig reines Spielspaß-Konzentrat, das gewiss keine Lösung zur Abhängigkeitsproblematik anbietet. Gab es in Origins neben einer Vielzahl einfallsreich und geradezu virtuos konzipierter Level-Konstruktionen auch einige „Füllabschnitte“, die eher klassische Genre-Standardkost rekapitulierten, fährt Legends in jedem neuen Bereich mit ganzen Wagenladungen genialer Ideen vor. Zwar wird auch diesmal nicht ganz die Spieltiefe und Vielseitigkeit eines Mario erreicht. Doch Rayman hat auch eine deutlich andere Gameplay-Ausrichtung, die eher auf Tempo und einen flüssigen „Run“ setzt und damit mehr an Donkey Kong Country, Sonic oder Super Meat Boy erinnert.

So oder so werdet Ihr hier keinen Leerlauf erleben, fordernd und abwechslungsreich bleibt das Spiel in jeder Sekunde. Die Entwickler brechen die Genre-Konventionen dabei immer wieder auf und überraschen etwa mit nicht-linearen Levels und Schleich-Elementen. Zu meinem Bedauern feiern die superben Shoot'em up-Einlagen des Vorgängers keine Wiederkehr, was Jump'n run-Puristen wohl begrüßen werden. Diese werden sich womöglich auch über die neuen Murphy-Abschnitte mokieren, die spielerisch etwas weit aus der Art schlagen und noch einmal an der anfänglichen Wii U-Exklusivität mahnen. Auf dem Touchscreen des Gamepads steuert Ihr hierbei nämlich die kleine Frosch-Fliegenfee-Was-auch-immer und entschärft Fallen, bewegt Plattformen, ebnet Wege oder kitzelt Gegner, was diese angreifbar macht, während sich der eigentliche Charakter selbstständig (und weitestgehend zuverlässig) vom Computer geführt durch den höllischen Hindernisparcour bewegt.

Die Toucheskapaden sind überdeutlich als Kind der DS- und Tablet-Systeme zu erkennen und, wenn man ehrlich ist, kaum noch echte Jump'n run-Kost im traditionellen Sinne, aber dennoch liebevoll und durchdacht gestaltet, nicht zu unterschätzen und schlichtweg äußerst vergnüglich. Ein iOS-Ableger a là Rayman Jungle Run scheint mir hier mehr als wahrscheinlich für die Zukunft in Aussicht zu stehen. Das Wii U-Pad kommt außerdem bei der Menüführung zum Einsatz, die dadurch ein Stück komfortabler ausfällt oder wenn es gilt Lose freizurubbeln oder bestimmte Level-Bausteine zu drehen. Letztere tun dies auf den anderen Plattformen automatisch und Murphy fliegt selbstständig zu interaktiven Punkten, wo er dann nur noch per Knopfdruck aktiviert wird. Im Gegenzug lenkt Ihr die eigentliche Spielfigur hier direkt, was klassischer Hüpf-Action natürlich näher kommt.

Wer aber nicht ganz so ein Jump'n run-Faschist ist, holt sich auf der Wii U das Mehr an spielerischer Abwechslung. Außerdem dürfen nur hier fünf Spieler gleichzeitig ran, wobei einer dann auch den Touch-Master machen darf. Da dies aber nur in einigen Abschnitten möglich ist, verliert Legends knapp gegen das in dieser Hinsicht offener gestaltete New Super Mario Bros. U. Obwohl die Gelegenheit seine Kameraden eine Riesenklatsche zu verpassen einfach zu verlockend ist. Auch Rayman Legends bleibt eine erquickende Mehrspieler-Balgerei.

Kommentare

Leoneo
  

Da juckts mich ja richtig in den Fingern, wenn man so die Lobeshymnen auf dieses Spiel so liest. Es hilft nichts, bin zurzeit noch mit SplinterCell Blacklist beschäftigt, und hoffe damit bis zum 17.09. fertig zu sein.
Möchts aber schonmal nachholen...

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Samurai von nebenan
  

Ich muss zugeben ich habe Rayman Origins geliebt. Und Legends habe ich erst 1 Stunde gespielt aber ich lieber es noch mehr. Es ist einfach so gut gezeichnet. Der Soundtrack ist locker eine 11/10 wert. Allein schon die Ukulelen Musik im Menü ist götlich!!! Kann also zum Rest nicht viel sagen und hatte mich auch nicht vorher groß informiert um ganz unwissend daran zu gehen.
Doch mich stört bzw. ich frage mich warum man nicht einen Online Modus eingaut die level im Co-op durchspielen und den Kung Foot Modus Online gegen andere zocken! Das hätte es für mich zum perfekten Jump'n'Run gemacht.
Trotzdem reicht meine Begeisterung aus um dem Spiel definitiv eine gerechtfertigte 10/10 zu geben!!
PS: Gute Arbeit beim Test Johannes!

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Thems
  

Grad vorhin in Origins Platin geholt. Gutes Spiel. Werde mir Legends definitiv holen, für die Wii U ;)

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Pairikas
  

Hab seit gestern auch alle 700 Kleinlinge in dem Game, definitiv grandiose JnR Kost! Wobei ich dennoch sagen würde: So gut wie Origins is es nicht.
Doch so genial wie Origins ist: Etwas mehr Eigenständigkeit wär schon nicht verkehrt gewesen. So ca. 40% des Spiels ist ja ein Origin Remake. Was irgendwie zweischneidig ist, die Level sind genial, aber ich kenn sie halt schon.

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Sellfish_86
  

@ Giddi:
Das ist doch das tolle an Rayman, es ist für alle schaffbar, aber nur für wenige wirklich schaffbar. Jeder kann sich seinen Schwierigkeitsgrad somit selbst setzen. Finde ich gut!
PS: Spiel nur in 1080p! :P So'n Kunstwerk muss man genießen.

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Jack Scallion
  

Das Game ist brilliant. Die letzte neue Welt geht mir allerdings trotzdem mächtig auf den Wecker. :P

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Giddimani
  

Hab mir das Game am PC vorbestellt (21€ Neupreis, lol) und bin inzwischen bei ca 420/700 Teensies und immer noch sehr begeistert.
Das Konzept von Origin wurde nochmals um einige gute neue Ideen erweitert und die Levels sehr abwechslungsreich gestaltet, für mich das beste 2D JnR seit ... ka, seit 2000 oder so.
Einziger Kritikpunkt ist der etwas niedrige Schwierigkeitsgrad, nicht so extrem leicht wie die Mario Spiele, aber wenigstens das angenehme aber nocht für alle schaffbare Level von Origins hätte beibehalten werden sollen.
Aber so muss man halt versuchen Diamond Cup bei den Challenges zu schaffen, bin immer noch nicht über Gold hinausgekommen. :(

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L1ghT
  

Bin immer noch beim ersten Teil, da wäre die Vita schon oft fast an die Wand geflogen, zum Teil ist es echt schwer ^^

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cHaOs667
  

Das Spiel muss leider noch warten - Saints Row IV noch nicht fertig, KZ: Mercenary kommt und in zwei Wochen ist ja auch schon GTA V da...

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Datum:

05.09.2013, 00:00 Uhr

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