Red Dead Redemption

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 21. Mai 2010

User-Wertung:

Red Dead Redemption

Die AreaGames-Redaktion schwingt sich zum zweiten Mal auf den Sattel und reitet der amerikanisch-mexikanischen Grenze entgegen. Genau dort findet nämlich die Handlung von Red Dead Redemption statt, dem aktuellen Sandkasten-Baby von Rockstar. Welche Abenteuer wir dabei erlebt haben, wie viele virtuelle Cowboys ihr Leben lassen mussten und was passierte, nachdem uns das Pokerglück im Saloon verlassen hatte, erfahrt ihr in der folgenden Vorschau.


Zum Gesetzeshüter wider Willen

In "Red Dead Redemption" neigt sich der Wilde Westen gegen Anfang des 20. Jahrhunderts seinem Ende entgegen, denn die stetig wachsende Industrialisierung geht mit einer immer stärker werdenden Einflussnahme des Staates und seiner Regierung einher. Da sich die Politik von den gesetzlosen Outlaws, meist organisiert in verbrecherischen Banden, endgültig entledigen will, wird das so genannte Bureau gegründet - ein institutioneller Vorgänger des FBI. Um der chaotischen Lage Herr zu werden, wendet sich das Bureau unter anderem an John Marston, selbst ein ehemaliges Mitglied einer Schurkenbande, mittlerweile aber friedliebender Familienvater. Wir übernehmen die Rolle des erpressten Ex-Outlaws und erleben am eigenen, virtuellen Leibe mit, wie schnell eine gerade angebrochene Idylle zerstört werden kann. Wer noch mehr über geschichts- und gameplaytechnische Grundlagen aus dem Spiel erfahren möchte, liest sich einfach unsere Vorschau vom Mai 2009 durch. Hier und jetzt wollen wir vor allem direkte Erlebnisse aus dem Spiel schildern!
Red Dead Redemption

Kurioser Ausgang einer Situation: garantiert.

Natürlich sollten wir den wohl naheliegendsten Vergleich direkt abhaken: Red Dead Redemption könnte der in die Vergangenheit gereiste Zwillingsbruder von Grand Theft Auto IV sein. Bei beiden handelt es sich um Sandbox-Games, die euch nahezu unendliche Freiheiten einräumen. Bei beiden binden die Entwickler eine hollywoodreife, eher ernste Rahmenhandlung ein. Bei beiden finden sich abseits der Storyline allerlei Nebenbeschäftigungen, sowohl missions- als auch minispielartig. Beide Titel werden mit derselben Engine befeuert. Beide Titel steuern sich nahezu identisch. Beide Titel verfügen über einen Mehrspieler-Modus. Sollte man Rockstars Westernepos überhaupt in den Laufwerkschacht seiner Xbox 360 bzw. PlayStation 3 schieben, wenn man sich längst durch das geniale Liberty City geballert hat? Urteilt selbst…
Wir befinden uns in einem beschaulichen Westernstädtchen. Hier gibt es allerhand zu tun: im Saloon wird eine Frau von ruppigen Möchtegern-Cowboys bedrängt, während am Tisch nebenan Poker gespielt wird. Ein Farmer vermisst seine Tochter und fleht uns an, die Entführer ausfindig zu machen. Ein Hund jagt kleinere Wildtiere, die sich in die kleinen Gassen der Stadt verirrt haben. Und, und, und. "Regel Nr. 2"-orientiert entscheiden wir uns, der Dame zur Hilfe zu eilen. Nach einer kurzen Faustkampf-Phase bricht schließlich eine Schießerei aus, die Gäste verkriechen sich hinter Möbeln oder verlassen fluchtartig den Saloon durch eine der bekannten Schwingtüren. Wir ziehen unseren Revolver und setzen die so genannte "Dead Eye"-Technik ein. Auf Knopfdruck friert die Zeit ein und wir können mehrere Gegner auf einmal markieren. Sobald das Spiel wieder in die Echtzeit wechselt, erledigt Marston einen nach dem anderen.
Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, sehen wir uns das Massaker in Ruhe an: sämtliche Rüpel liegen tot zwischen Tischen und Stühlen, doch auch einige Unschuldige sind dem Kugelhagel zum Opfer gefallen - zum Beispiel die Frau, die wir ja eigentlich retten wollten. Sie liegt mitten auf der sandigen Straße vor dem Saloon, eine der Kugeln muss wohl durch die Fenster oder das Holz der Tür hindurch gedrungen sein. Doch das sind sie. Die Momente, in denen man realisiert, einer hervorragend gestalteten und teilweise absurd-ironischen Videospielwelt aus dem Hause Rockstar anzugehören.
Red Dead Redemption

Die Ehre im Bleihaufen finden

Doch wir sind noch nicht fertig in unserer neuen Lieblingskneipe: die gefallenen Banditen durchsuchen wir nach Geld, Munition und anderen Nützlichkeiten, die uns das Leben im ruppigen Westen erleichtern. Als wir zu späterer Stunde zurückkehren - nachdem wir uns etwas außerhalb der Stadt einen dynamischen Tag-Nacht-Wechsel inklusive wunderschönem Sonnenuntergang gegönnt haben - herrscht wieder Normalbetrieb vor und hinter dem Tresen. Also bestellen wir uns einen Drink und setzen uns zu einer Runde Texas Hold‘em an den Tisch. Hier können wir uns einen ordentlichen Batzen Geld verdienen... oder eben verlieren. So passiert es in unserem Fall, weshalb wir uns spontan dazu entscheiden, sämtlichen Mitspielern eine Kugel in den Kopf zu jagen. Zwar können wir jetzt die komplette Kohle einsacken, dafür sinkt allerdings auch unsere Ehre. Ehre? Genau, in Red Dead Redemption wurde ein komplettes Moralsystem integriert, welches unsere Aktionen jederzeit auswertet. Verhalten wir uns also eine Weile ganz brav und helfen beispielsweise Gesetzeshütern bei der Verbrecherjagd, steigt unser Ansehen und die Bewohner der Städte und Dörfer grüßen uns beim Namen, Besitzer von diversen Geschäften gewähren einen Rabatt auf ihre Waren. Und nur, wer genügend gute Taten leistet, darf seinen Wanted-Status nach einem Verbrechen durch ein Begnadigungsschreiben aufheben lassen, nachdem er (ganz wie in GTA IV) aus einem gewissen Such-Radius entkommen ist. Es lohnt sich also, ab und an für die "gute" Seite zu kämpfen.
Daher entschließen wir uns auch, dem Sheriff der Stadt unter die Arme zu greifen und ein ganzes Nest von Outlaws auszuräuchern. Die Verbrecher haben sich in einer Miene verschanzt, ihr Boss ist selbstverständlich im innersten Teil. Das trifft sich ganz gut, denn dorther sollen wir auch eine Gatling-Gun bergen. Also ballern wir uns unseren Weg unter die Erde, erledigen Schergen und Obermotz, greifen uns das schwere Geschütz und treten einen ebenso bleihaltigen Rückweg an. So oder ähnlich liefen nahezu alle der gezeigten Szenen ab, weshalb sich unweigerlich die Frage aufdrängt, ob Red Dead Redemption unter repetitiven Missionen leiden wird. Wir können es euch noch nicht sagen, hoffen aber angesichts der Missionsvielfalt in GTA IV, dass in regelmäßigen Abständen für Abwechslung im Wilden Westen gesorgt ist.
Red Dead Redemption

Alles Glück der Erde...

... liegt auf dem Rücken der Pferde - auch das von John Marston. Die Vierbeiner sind nämlich die heimlichen Stars des Spiels und erhielten eine besondere Beachtung während der Entwicklung. Daraus ergeben sich zahlreiche, spielerische Kniffe. So ist es etwa möglich, durch das Halten der A-Taste mit seinem derzeitigen Reitpartner exakt Schritt zu halten, wodurch Dialoge garantiert zuende geführt werden. Ein Problem, dass in Rockstars letztem Sandbox-Game bei zu rasanter Autofahrt durchaus existierte. Selbstverständlich kann jedes Ross im Spiel bestiegen werden, doch vorteilhafter ist es, gut auf sein derzeitiges aufzupassen. Wird es nicht angebunden, kann es weglaufen (und evtl. durch ein beherztes Pfeifen zurückkommandiert werden). Behält man es nicht im Auge, kann es gestohlen werden. Lässt man es zu lange in der freien Wildnis stehen, wird es höchstwahrscheinlich von einem Wildtier attackiert und unter Umständen sogar getötet. Dann bleibt Marston nichts anderes übrig, als dem Gaul sein Fell abzuziehen und etwas Fleisch einzupacken. Ersteres kann von sämtlichen Tieren "geerntet" und an allerlei Händler weiterverkauft, letzteres vielleicht auch selbst verspeist werden. Zur Energieregeneration ist dies allerdings nicht nötig. Anders als in GTA IV verwendet Red Dead Redemption nämlich ein regeneratives System, wie es auch in vielen modernen Shootern und Action-Adventures verwendet wird.
Man dürfte es wahrscheinlich bereits herausgelesen haben: ich freue mich auf Red Dead Redemption, und zwar gewaltig. Das Setting ist in keinster Weise verbraucht, es wurden sinnvolle Änderungen gegenüber dem "großen Bruder" Grand Theft Auto IV vorgenommen und die zahlreichen Details versetzen mich einfach wieder ins Staunen: Ich schlage mein Lager auf und werde nachts - ohne jegliches Scriptevent - von einem Bären attackiert. Die Entscheidung, ob ich gesuchte Verbrecher töte oder sie lediglich durch einen Beinschuss verletzte und sie anschließend kneble, liegt bei mir. Stundenlang kann ich mich in Minispielen wie Poker, Black Jack oder Messerwerfen austoben und ganz nebenbei die Kellnerin vor üblen Kerlen beschützen. Was ich auch tue: ich bin dabei frei. Jetzt muss nur noch die etwas geheimgehaltene Story sowie der angekündigte Mehrspielermodus überzeugen und die zum derzeitigen Zeitpunkt vorhandenen Framerate-Einbrüche und auftretenden Bugs beseitigt werden. Dann steht uns mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste 10/10-Kandidat ins Haus.
Red Dead Redemption

Dicke Luft bei Rockstar: Mitarbeiter beschweren sich

12 Stunden Arbeiten am Tag, und das sechs Tage die Woche? Was kurz vor der Fertigstellung eines Spiels nicht unüblich ist, scheint bei Rockstar San Diego die Regel zu sein. Vor einiger Zeit haben sich die Familien der "Red Dead Redemption"-Entwickler in einem offenen Brief an die Firmenleitung gewandt, in dem sie die Missstände bei der Kultschmiede anprangern.

Laut dem offenen Brief einiger Frauen von Mitarbeitern von Rockstar San Diego sind diese Arbeitszeiten seit März 2009 gegeben. Aber nicht nur die langen, familien- und gesundheitsfeindlichen Arbeitszeiten werden angeprangert, auch die Bezahlung hätte sich verschlechtert. Das Betriebsklima scheint ebenfalls zu leiden, nicht zuletzt dank eines Studiomanagers, der seine Untergebenen "menschenverachtend" behandle.
Rockstar San Diego arbeitet zur Zeit nur an dem Open-World-Wild-West Spiel "Red Dead Redemption", das am 30.04.2010 für Xbox 360 und PS3 erscheinen soll. Auch ehemalige Mitarbeiter von Rockstar San Diego, die bisher an der Midnight Club Reihe gearbeitet haben, haben sich laut Joystiq geweigert, nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten am letzten Teil der Reihe in das Team von Red Dead Redemption zu wechseln und lieber das Unternehmen verlassen. Falls die Midnight Club Reihe überhaupt fortgesetzt werden sollte, wird dies von einem externen Studio übernommen werden.
Die harten Arbeitsbedingungen in der Spielebranche dürften allerdings nicht mehr nur auf Rockstar beschränkt sein. Nicht zuletzt dank der Wirtschaftskrise mussten im vergangenen Jahr zahlreiche Entwickler einen Teil ihrer Mitarbeiter entlassen, was den Arbeitsdruck auf die übrig gebliebenen Kollegen natürlich erhöht. Auch das damit stark erhöhte Angebot an arbeitssuchenden Spiele-Entwicklern dient nicht zu Entschärfung der Situation.

Kommentare

Bulletproof Warlord
  

Endlich mal ein Western der rockt in jeder hinsicht.

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Human Torch
  

Ok, dann sind wir da einer Meinung. :-)

Ich erwarte von dem Spiel eine Menge, zumal ich GTA IV absolut nicht gemocht habe. Das ganze Setting ist ein anderes, auch wenn paar Gemeinsamkeiten sicherlich vorhanden sind. Es wird etwas ganz anderes werden.

Denn Mass Effect 2 ist aufgrund des Gears of War Cover Systems ja auch was ganz anderes ;-)

Ich erwarte nun demn?chst den Test :-)

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Robert Buch
  

@Human Torch: Es geht nicht darum, dass beides Sandbox-Spiele sind, sondern um Dinge, die GTA IV und Red Dead gemeinsam haben, die bei anderen Genrevertretern aber anders sind: Engine, Storytelling, ernsthafte Ausrichtung, Cover&Shoot-System, einfach ein sehr vergleichbares Spiel. Das soll nicht hei?en, dass ich RDR nicht f?r ein vollkommen eigenst?ndiges Spiel halte. In der Hinsicht gebe icvh dir absolut Recht, da w?re ein "Herunterspielen" des Titels unangebracht. :)

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Leoneo
  

Zuerst schleichen mit SplinterCell, danach reiten mit RDR...YEEEHAAW!

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Human Torch
  

Ich finde die Passage von wegen GTA IV sei der gro?e Bruder... ziemlich beschissen ! Das einzige was beide Games gemeinsam haben ist das es Open World Games sind, und der Name Rockstar als Entwickler Team auftaucht.

Um bei diesem bl?den Vergleich zu bleiben, ist Bully: Die Ehrenrunde dann die kleine Schwester von GTA IV?

Und die ganzen anderen Sandbox Titel die nicht von Rockstar kommen die Cousins?
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Red Dead Redemption sollte aber mal sowas von NICHT an GTA IV gemessen oder damit verglichen werden, es ist von grundauf verschieden und will etwas ganz anderes sein... sonst w?rs GTA V.

Das w?rs dann auch, was ich damit sagen wollte.

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Latenightblock
  

Hoffentlich wird es ein sehr guter Mehrspielermodus.
Zocke nur noch Games mit Freunden online.

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blueeye
  

Das Teil erinnert mich sehr stark an Erbarmungslos von Clint Eastwood. Verdammt guter Western.

Ich fiebere dem Spiel mittlerweile mehr entgegen als noch bei Mass Effect 2 und dem neuen Splinter Cell.

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Jacuzzi
  

Ich wills einfach nur endlich spielen :)
Ich hoffe nur das die Grafik das h?lt was sie verspricht und die Steuerung gut gemacht ist, dann kann das Spiel nur gut werden :) Weil was will man mehr als ein Open-World-Western-Schie?spiel :D

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DerJens^^
  

Verdammt! Ich bin SO schon n riesen Western-Fan. Das Spiel w?r's mir fast wert, en Xbox zu kaufen -.-

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dr.gun
  

Ich liebe Western. Ich hasse Open World. Ich bin hin- und hergerissen. :)

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