Remember Me

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 07. Juni 2013

User-Wertung:

Im Test: Remember Me

Ja, Leute, vermutlich bin ich, in der lange Reihe der Witzefritzen, der Letzte, der euch das sagt - aber der Titel von DontNods Remember Me hat schon irgendwie etwas Ironisches. Wieso? Na, weil sich – trotz schicker Werbung für das SciFi-Gedankenspielchen – keiner so recht daran erinnern kann, was da eigentlich auf einen zukommt. Ob diese Gedächtnislücke gerechtfertigt ist, oder ob ihr euch lieber eine hübsche Hirnwindung für den Titel freihalten solltet, erzähl ich euch jetzt mal im Test.

Gedächtnisverlust..hahaha, Alter, wasn das für n Kacken-Anfang für so n Kacken-Game, Alter!

Ja, genau das hab ich mir auch gedacht, als ich Remember Me eingelegt habe, liebe Mitnörgler. Immerhin haben wir den mysteriösen Verlust von essentiellen Erinnerungen, wie dem Schwert schwingen, schon etwa so oft durchgemacht, dass..dass..ach, ich habs vergessen. Wie dem auch sei, Remember Me stellt in puncto "ähhhh..irgendetwas war da doch..." eine kleine Besonderheit dar. Denn, auch wenn faule Geschichtenerzähler den Schlag auf den Kopf, zu Beginn eines Spiels, gerne als kleine Hintertür verwenden, um uns Kackn00bs erstmal das Tutorial und dann diverse RPG-Elemente aufzuhalsen, benutzen die Jungens von DontNod diesen Kniff als grundlegenden Baustein der Story. Ja, wie, Story? Ja, so, Story!

Diese dreht sich nämlich - ein leiser Tusch an dieser Stelle - ums Gedächtnis, oder besser gesagt, um Gedanken. Die sind in der Zukunft anscheinend so etwas wie Kartoffeln zu Kriegszeiten - also Handelsware - und werden entweder billig gekauft, oder teuer geklaut. Marktführer in dem ganzen Gedanken-Hin-und-Her ist wohl die Firma Memorize - die Leute, die sich bei Matrix, Ghost in a Shell und sonstigen USB-Plugs am Halse dieser Welt, bedient haben. Und auch wenn so ein Monopol in Klischeespielchen gerne als DAS BÖSE etabliert wird, versucht Remember Me hier anfangs noch andere Pfade zu beschreiten. So sollte die ganze Erinnerung-zu-Daten-Umwandlung ursprünglich ganz bunt, fröhlich und Friede, Freude, Eierkuchen werden - stattdessen gibt's nun aber Pustekuchen. Denn, als die hohen Tiere bei Memorize, mit ihrem Utopiegedanken, gute Erinnerungen für gutes Geld in die Köpfe von Menschen zu pflanzen, an die Umsetzung von eben diesem gingen, haben sie eins nicht einkalkuliert:
Die Natur des Menschen. Dam Dam Daaaaam.


Neo-Paris, Ausflugsziel für alle Gedächtnisprofis.

Neo-Paris, Ausflugsziel für alle Gedächtnisprofis.

Wir - jaa, auch ihr, liebe Gutmenschen - haben nämlich die dumme Eigenschaft, dass wir von dem spitzen Zeug niemals genug bekommen und uns eine Good-Memory-Dröhnung nach der anderen setzen, oder die ganzen Schlechten einfach rausradieren wollen. Hach, wie gedankenlos. Jedenfalls resultiert dieses Verhalten in mehr Geld für den Konzern und weniger Hirn für die mindere Menschheit - eine kleine Formel, die in der Geschichte noch nie so recht funktionieren wollte. Tja, und mitten in dem ganzen Schlamassel befindet sich jetzt Nilin, die Protagonistin, deren Arsch so eng in den Jeans sitzt, dass er es sogar aufs Cover geschafft hat. Was jedoch nicht so eng sitzt, sind - wie gesagt - ihre Erinnerungen. Die werden der guten Nilin nämlich, gleich zu Beginn, fast komplett lose gedreht. Natürlich bleibt da noch so ein kleiner Funken Resterinnerung zurück, den wir auf unsere Flucht mitnehmen, um uns fortan auf die Suche nach dem gelöschten Gedankengut, sowie den eigentlichen Grund der Löschung, zu machen.


Das Kämpfen hat sie übrigens nicht vergessen.

Das Kämpfen hat sie übrigens nicht vergessen.

Naja, und mehr will ich euch dann auch schon gar nicht zur Geschichte erzählen - erstens, weils echt anstrengend ist, das Zeug vernünftig zusammenzufassen, und zweitens, weil das Spiel, wie so oft, von der Geschichte lebt. Aber lasst euch gesagt sein: es sind ein paar nette Twists mit drin, es tauchen ein paar coole Charaktere auf und es gibt ein paar moralische Dilemmas zu verkraften - gehobenes Storytelling mit Logiklöchern eben. Immerhin dürfte die Story einer der drei Hauptgründe sein, weshalb ihr das Teil bis zum Ende zockt. Jetzt fragt ihr euch natürlich "Eh, Story geil und so, aber was geht denn noch so?". Also, machen wir das mal kurz und knapp, ihr kleinen Schnellschussbolzen - Hauptgrund Numero Deux, das Spielchen zu zocken, ist das Artdesign.

Kommentare

JermaineBelgardio
  

Ich habe nu die ersten paar Kapitel gespielt und muss sagen: ich bin sehr angetan von Remember Me. Gut, Gameplay kannste inner Pfeife rauchen. Auch wenn sich die Entwickler manchmal um Abwechslung bemühen, da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Auch die Story, so schön Total-Recall-mäßig verworren, lässt mich weitestgehend kalt. Und auch über die Synchro lässt man lieber den Mantel des Schweigens fallen, wenn auch die Stimmen selbst nicht pauschal uninteressant sind.
Großer Pluspunkt dieses Spiels ist das unendlich schöne Neo-Paris. Ich habe selten eine Spiewelt gesehen, die mit so viel Liebe zum Detail gestaltet wurde und bei der es die Designer geschafft haben, keinen Abschnitt wie den anderen aussehen zu lassen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, Neo-Paris ist die schönste und stimmigste Spielwelt überhaupt bis Erscheinen der nächsten Konsolengeneration. Und alleine deshalb lohnt sich die Anschaffung. Na ok und wegen des famosen Soundtracks. :)

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Saibot
  

Ich fand den Titel von Anfang an interessant, freut mich sehr, dass er gut geworden ist. Etwas überragendes habe ich auch nicht erwartet. "Mut, Charme und eine Identität" verdienen eine Chance! :)

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Hilljohnny
  

8/10 ist schon ziemlich hoch gegriffen, aber Geschmäcker sind nun mal verschieden und Spieletest sind subjektiv.
Das Beste an dem Spiel ist die Atmo bzw.die Spielewelt,sie ist wunderschön designt und mit vielen liebevollen Details geschmückt leider gibt Euch das Spiel nicht die möglich diese Welt frei zu Erkunden, sondern nimmt Euch stets bei der Hand und zeigt Euch den WEg. Viel zu endecken und zu finden gibt es aber auch nicht.
Die Kletterpassagen sind nur billiges Beiwerk und absolut nicht fordernd. Das Hauptgameplay konzentriert sich auf das einfache Kämpfen, was an Batman Arkham angelegt ist, aber niemals diese Klasse erreicht.Allein das der Konter fehlt, fällt schwerr ins Gewicht.
Die grösste Enttäuschung waren für mich die Erinnerungsrätsel. Schön inzeniert, aber viel zu selten und es sind einfach nur Trial und Error Passagen, wirklich nachdenken brauch man dabei nicht.
Das Spiel ist nicht schlecht, es bietet eine wunderschöne Kulisse,interessante Characktere aber leider ohne die nötige Tiefe, viele Elemente die man aus anderen SPielen aber schon besser gesehen hat.
Für mich ein typischer Ausleihtitel bzw für einen schmalen Taler zwischendurch.

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gelöscht
  

Gut geschiebener Test. Interessantes Game mit Ansätzen jenseits des Mainstreams die belohnt gehören ... wird gekauft. :D

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Zocker 3000
  

Ne 8/10 ist das Spiel also doch nicht so schlecht wie von mit gedacht ?!

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Atlantas Finest
  

Remember me to buy it, when its avaible for 10 bucks.
Finds jetzt nicht so prickelnd, max. ne 6 bis 7/10, könnt ich jetzt auch noch erläurtern wieso, mach ich aber nicht - einfach so.

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chillje
  

Ich denke ähnlich wie beim Assassins Creed start :) Auch da hats am Ende doch gereicht.
Leihe das Game definitiv mal aus, sollte es mir gefallen, kaufe ich es dann noch.

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Autor:

Datum:

07.06.2013, 13:10 Uhr

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