Resident Evil: Operation Raccoon City

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 22. März 2012

User-Wertung:

Test Resident Evil: Operation Raccoon City

Bevor Teil 6 die Resident Evil-Reihe dieses Jahr offiziell fortführt, bekommen Fans diesen Monat noch ein weiteres Spin-Off nach Resident Evil Revelations spendiert, nämlich den Koop-Action-Titel Resident Evil: Operation Raccoon City. Ob wir unseren Vertrag als Spezialsoldat bei Umbrella nach diesem Einsatz verlängern oder nicht, erfahrt ihr in unserem Test.

Es passierte im Juli 1998. Das T-Virus ist aus dem geheimen Laborkomplex unter dem Herrenhaus entwichen und hat begonnen die nahegelegene Kleinstadt Raccoon City zu verseuchen. Seitdem sind rund zwei Monate vergangen und die einst beschauliche Stadt ist von Zombies bevölkert, verwüstet und vom US-Elite-Soldaten abgeriegelt worden.
Das "U.S.S Delta Team" aka "The Wolfpack" besteht aus insgesamt sechs der besten und zugleich skrupellosesten Charaktere, die der Umbrella Security Service hervorgebracht hat. Da wären die, auch "Wolfmother" genannte, Anführerin "Lupo". Die Französin, ihr bürgerlicher Name lautet Karena LesProux, war einst eine Soldatin bei den französischen Spezialkräften und stellt nun ihre ausgezeichneten Schießkünste Umbrella zu Verfügung. Der kräftige "Beltway" heißt eigentlich Hector Hivers und stammt aus Puerto Rico. Er ist der Frontkämpfertyp mit einer Vorliebe für Sprengstoff. Diese pyromanische Liebe brachte ihn schon vors Kriegsgericht, Umbrella bewahrte ihn dann letztendlich aber vorm Knast. Über Vector ist so gut wie alles geheim, er übernimmt die Rolle des Aufklärers. Dabei helfen ihm seine Kampfkunst-Kenntnisse und sein High-Tech-Zubehör, mit dessen Hilfe er sich kurzzeitig unsichtbar machen kann. Die deutsche Michaela "Bertha" Schneider übernimmt die Rolle der Sanitäterin beim Wolfpack. Den hypokratischen Eid hat Bertha allerdings nie abgelegt, da sie viel zu viel Spaß und Interesse am Schmerz hat. Dieser latent sadistische Charakterzug ist zwar im zivilen Sektor unerwünscht, für eine paramilitärische Einheit eines Biowaffenkonzerns aber wahrscheinlich perfekt. Ebenfalls aus Deutschland stammt das fünfte Teammitglied, die Wissenschaftlerin Christine "Four Eyes" Yamata. Laut Biografie ist sie die nerdige Virologin ohne Gewissen oder Sozialkompetenz. Sie hilft dem Team mit einem erhöhten Vorrat an Antivirus-Spraydosen und der Fähigkeit Feinde kurzzeitig zu übernehmen. Der letzte klischeebeladene Charakter des Wolfpacks ist der russische ColdWar-Veteran und Überwachungspezialist Vladimir "Spectre" Bodrovski. Seine Ausrüstung erlaubt ihm das Aufspüren von Gegnern und Items.
Test Resident Evil: Operation Raccoon CityDiese Charakterbeschreibungen mögen vielversprechend klingen, aber im Spiel selbst merkt man von den verschiedenen Persönlichkeiten eher wenig. Zudem findet sich im Charakterauswahlbildschirm auch nur ein kleiner Infotext zu den Figuren, erst durch das Begleitmaterial von Capcom erfuhr man mehr.
Die Kampagne besteht aus einem Prologlevel und sechs Missionen, die die eigentliche Geschichte rund um das Wolfpack erzählen sollen. Viel gibt die Geschichte jedoch nicht her, man erfährt kaum etwas über den Vorfall selbst oder bekommt Hintergrundinformationen über Umbrella. Dieses "Mehr braucht ihr nicht zu wissen, ihr sollt nur den Job erledigen" passt zwar ins Bild eines bösen Konzerns zum Umgang mit seinen "Werkzeugen", motiviert den Spieler aber wenig. Die Missionen in den Schlauchleveln bestehen aus Standardaufgaben, wie dem beschaffen von drei verschiedenen Codekarten, dem zerstören eines Serverraums oder der Verteidigung einer Stellung. Und natürlich alles zu erschießen, was einem in den dunklen Gassen von Raccoon City vor die Flinte kommt. Das Gegnerrepertoire besteht aus normalen amerikanischen Spec-Op-Soldaten, dem klassisch schlurfenden Resident Evil Zombie, seiner flinken Crimson Head Variante, Lickern, Huntern, Tyrants, Nemesis und anderen BOWs (Bio-Organic-Weapons). Auch wenn es die im Vorfeld veröffentlichten Trailer andeuten, in der Kampagne wird man nur als Umbrella-Spezialeinheit spielen können. Es gibt zwar ein paar Szenen, in denen man auf Personen wie William Birkin, Leon Kennedy oder Ada Wong trifft, aber diese sind nur recht kurz und bis auf den bedeutungslosen Austausch von Kugeln findet fast keine Interaktion zwischen "Gut" und "Böse" statt. Etwas worauf viele Resident Evil-Spieler sicherlich gehofft haben, wenn man schon die alte Geschichte aus dem Blickwinkel der Gegenseite spielt.
Test Resident Evil: Operation Raccoon CityDie Missionen werden immer von einem vierer Team erledigt. Man wählt einen der sechs Charaktere für sich aus, passt Primär- und Sekundärbewaffnung seinen Wünschen an und entscheidet dann noch über eine von drei aktiven Spezialfähigkeiten. Die anderen drei Charaktere können von der KI oder menschlichen Mitspielern gesteuert werden. Jedes Wolfpack-Mitglied verfügt über zwei passive und drei aktive Spezialfähigkeiten, die allerdings erst freigeschaltet werden müssen und danach noch um zwei Stufen geupgradet werden können. Brandmunition, Laserminen und Sonarsicht gehören zum Beispiel zu den aktiven Fähigkeiten. Einer von Spectres passiven Skills ist das Itemradar, je nach Ausbaustufe erhöht sich der Radius der sichtbaren Gegenstände auf der Minikarte, während Four Eyes und Bertha mehr Heil- und Antivirussprays tragen können. Für die Bleispritzen gilt ein ähnliches Prinzip. Sturmgewehr, Schrotflinte, MP und co gibt es in drei unterschiedlich starken Versionen. Die Freischaltung erfolgt durch Experience Points, die nach jeder Mission an den Spieler ausgeschüttet werden. Gerade im Singleplayer hat man sehr schnell alles Wichtige freigeschaltet. Und selbst wenn man einmal einen der noch unausgebauten Charaktere auswählt, gerät man nicht in arge Bedrängnis, da entsprechend in den späteren Leveln auch immer stärkere Waffen rumliegen bzw. vor bestimmten Kämpfen eine Umbrella-Waffenkiste mit der richtigen Waffe platziert wurde.
Test Resident Evil: Operation Raccoon CityUm dem Geballer etwas mehr Würze zu verleihen haben sich die Macher etwas an Left4Dead mit seinem dynamischen Schwierigkeitsgrad orientiert. Ein schwerer Treffer verursacht einen Blutungseffekt, der euch sofort die Aufmerksamkeit von allen Zombies in der Nähe garantiert und teilweise auch welche neu spawnen lässt. Wird man gebissen und mit dem T-Virus infiziert verringert sich eure Gesundheit kontinuierlich und wird so zum Timer für die Verwandlung in einen Zombie. Während dieser Infizierung steigert sich eure körperliche Stärke und Nahkampfattacken sind entsprechend wirkungsvoller. Um die eigene Verwandlung in einen Zombie aufzuhalten hilft ein Antivirusspray aus dem Inventar oder ein Teammitglied sprüht euch damit ein. Ist ein Squadmitglied betroffen, ist es meist ratsamer die Verwandlung abzuwarten, es mit einem Nahkampf-Finisher sofort zu töten und dann einfach per Knopfdruck wiederzubeleben. Gerade dieser Blutungseffekt lässt aber den Schwierigkeitsgrad in manchen Abschnitten plötzlich ins Extreme schnellen, sodass man Sekunden später nur noch den Game-Over-Bildschirm sieht.
Test Resident Evil: Operation Raccoon CityIn einem modernen Shooter, egal ob Ego oder wie hier nun Third-Person, sollten ordentliche Trefferzonen und ein Feedback für den Spieler vorhanden sein. Standardzombies sterben sofort bei einem Kopfschuss, aber Schüsse ins Bein haben zum Beispiel keinerlei Wirkung auf die Geschwindigkeit. Zwar haben Treffer eine gewisse Mannstopwirkung und Kopftreffer verursachen mehr Schaden, aber gerade bei BOWs oder Bosskämpfen gibt es keine Info über den Zustand des Gegners. Ich habe mit dem schweren MG einem Tyrant von 1200 Schuss gefühlt 700 in den Kopf gejagt und das Monster fiel nicht um. Ich hätte mir beinah einen klassischen Gesundheitsbalken gewünscht.

Das Grundkonzept von Resident Evil: Operation Raccoon City ist mir eigentlich sehr sympathisch. Im Vierer-Koop Zombies über den Haufen ballern und dabei Resident Evil 2 und 3 aus einem anderen Blickwinkel erleben. Doch dieses Spin-off von Slant Six Games bleibt hinter diesen Erwartungen weit zurück. In der Kampagne kommt kaum Atmosphäre auf, was für einen Resident Evil-Titel im Grunde unverzeihlich ist. Würde man das Resident Evil-Thema streichen bliebe ein uninteressanter Third-Person-Shooter mit vielen Designmacken und altbackener Technik übrig.

Kommentare

Mastersheep
  

:D grad 5 Minuten gespielt, wirklich der letzte Rotz...

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gelöscht
  

Finds irgendwie witzig: Da holt Capcom dauert westliche Entwickler an Bord und beweist immer wieder ein sehr glückliches Händchen...
Zum Spiel: War sofort skeptisch und meinte schon zu meinen Koop-Gamern, dass wir erstmal auf Tests warten sollten, da ich kein gutes Gefühl bei der Sache habe. Trotzdem schade, dass es so übel geworden ist. Wo bleibt da die Qualitätssicherung seitens Capcom? So schadet man dann nur der eigentlich starken Marke...

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MIIE
  

Ausserdem möchte ich hier sagen dass das neue Test Layout ein fail ist. Man ist jetzt gezwungen den kompletten Test zu lesen , das Fazit gibt nicht zwingend sofort Aufschluß über Pro und Kontras. Ich wünsche mir den Pro und Kontra-Kasten wieder zurück.

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richard50
  

Kohlenstoff
Dein Humor ist goettlich! Da du dich selber nicht mal ernst nimmst koennen wir gemeinsam ueber deine Kommentare lachen und alle sind Gleucklich ;-)

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Claudandus
  

@Kohlenstoff: sorry ich binn keiner die über das Ende heulen, schon deswegen, weil ich es nicht gespielt habe. Aber kommt noch, doch ich nehme das Ende wie es der Entwickler wollte hinn.
Schönen Abend noch

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Kohlenstoff
  

@Claudandus
Kommentar oder Comment?...musst dich schon entscheiden du Noob...weniger Mass Effect 3 spielen und wegen dem grottigen Ende jammern (unlogisch weil das ganze Spiel grottig ist) dann klappts auch mit einem ordentlichen Kommentar..

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Claudandus
  

@Kohlenstoff: Nein, leider hat das Spiel nur die Qualität deines Komments

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Kohlenstoff
  

spielerisch auf einer Ebene mit Halo, Gears of War und Mass Effect....<3

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dramacydal
  

Mir sind bewertungen egal.Ich gehe zur wertung um zu sehen was die wertung ist.Mehr aber auch nicht.Ich mag das spiel.Offline,ok ist nicht so toll.Aber onlinemit kollegen finde ich es gut.Und das ist worauf ich gehofft hatte.Ich hätte es auch gekauft für die 60€.Aber zum glück....so und jetzt kommt die entscheidung spiele ich heute abend Devil May Cry HD oder Silent Hill HD ......decisions,decisons

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Tsume
  

Ich muss sagen ich bin echt glücklich darüber die Blütezeit solcher Spiele erlebt zu haben. Im Gegensatz zur jetzigen Zielgruppe darf ich mich ja echt nicht beschweren. ^^

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