Resistance: Burning Skies

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Test: Resistance - Burning Skies

Insomniacs Resistance-Serie ist mittlerweile aus Sonys Line-Up nicht mehr wegzudenken. Und auch der PSP-Ableger "Resistance: Retribution" von den Bend Studios heimste viele gute Wertungen und auch den einen oder anderen Award ein. Das Team von Nihilistic Software soll nun diese Erfolge mit "Resistance: Burning Skies" auf der PS Vita fortsetzen. Ob sie es geschafft oder nur verbrannte Erde hinterlassen haben, erfahrt ihr in unserem Test.

In der Evolutionsgeschichte der Eingabegeräte setzte sich auf Konsolen recht früh das Prinzip der Dual-Analogsticks durch. Die Vorteile liegen dabei auf besser gesagt in der Hand und auch etliche Shooter haben in der Zwischenzeit bewiesen, dass man nicht auf Tastatur und Maus in diesem Genre per se angewiesen ist. Im Vergleich zu den großen Heimkonsolen ist das Shootergenre im Handheldbereich eher das vernachlässigte Stiefkind mit dem die wenigsten zu tun haben wollen. Sonys Vita soll das nun ändern und Titel wie Uncharted: Golden Abyss oder Unit 13 bewiesen, dass Third-Person-Ballereien dank des serienmäßigen zweiten Analogsticks einwandfrei unterwegs funktionieren und auch unterhalten können. Fehlt nur noch ein First-Person-Shooter.
Die große Bürde einen Proof-of-Concept für die Shooter-Königsklasse auf einer Hosentaschenkonsole abzuliefern, ruhte also auf den Schultern von Nihilistic. Und das ist ihnen im Hinblick auf die Steuerung auch gelungen. Das Buttonlayout orientiert sich dabei an den großen Konsolenvorbildern: Linker Stick zum Bewegen, rechter zum Umschauen. Für Springen, Ducken, Nachladen und Waffenwechsel halten markante PlayStation-Buttons her und über die beiden Trigger wird gezielt und geschossen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an die etwas andere Sensitivität und den Bewegungsradius der Vita-Analogsticks fühlt man sich sofort heimisch und schießt eine Chimera-Bestie nach der anderen über den Haufen. Da Nihilistic aber Sony als Publisher im Nacken hatte, musste natürlich auch von den besonderen Eingabemöglichkeiten der PS Vita Gebrauch gemacht werden, soll heißen: Touchscreen und Touchpad. Während die Auslösung von Sprints durch das Antippen des rückseitigen Touchpads oder der Nahkampfangriff mit der Axt durch das Berühren des Symbols am rechten Rand des Touchscreens absolut problemlos von der Hand gehen, ist die Nutzung von Granaten oder den Sekundärfeuermodi der Waffen ein Graus.
Um die Markierungs-Funktion der "Bullseye"-Waffe zu nutzen, den Energieschutzschild der "Bohrer"-Kanone aufzubauen oder um einen neuen Napalmpfeil in die Armbrust-Schrottflinte einzulegen, muss man auf dem Touchscreen bestimmte Gesten vollführen. Dieses Umgreifen kostet einen in manchen Situationen einfach nur das virtuelle Leben, was dank der fair gesetzten Checkpoints nicht so schlimm ist, aber es ist absolut umständlich und unterbricht den Spielfluss. Ich hätte mir in der Hinsicht gewünscht, dass irgendetwas anderes und nicht etwas so interessantes wie die Sekundärfeuermodi auf dem Touchscreen gelandet wäre oder die Nutzung des Touchscreens wäre hierfür optional gewesen.
Test: Resistance - Burning SkiesDie sechs Kapitel der Resistance: Burning Skies-Kampagne spielen zwischen den Ereignissen von Resistance: Fall of Man und Resistance 2. Es ist das Jahr 1951 und große Teile der Welt sind schon in der Gewalt der Chimera und man erlebt nun die beginnende Invasion auf Nordamerika. Man schlüpft dabei in die Rolle des Feuerwehrmannes Tom Riley, der unvermittelt zu einer zentralen Figur des menschlichen Widerstandes wird. Die Geschichte die in rund sechs Stunden erzählt wird, lässt dabei jegliche Spannung oder Originalität vermissen. Ein weiterer Tiefpunkt im Storytelling sind auch die blassen Nebencharaktere. Nihilistic gaben dem Allroundtalent Riley zum Beispiel als Buddy die Widerstandskämpfern Ellie an die Seite, deren Cutscene-Auftritte im Laufe des Spiels zu einem beschämenden Running-Gag mutieren. Zu Beginn vieler Zwischensequenzen gerät sie in Todesgefahr und durch einen Schnitt zurück zum eigentlich Spiel wähnt man sie tatsächlich tot. Nur um im nächsten Moment völlig unversehrt wieder aufzutauchen. Dieses "Spannungselement" wird von den Entwicklern gnadenlos überstrapaziert.
Ähnlich schwach und altbacken gestalten sich die restliche Präsentation und das allgemeine Gameplay. Zugegeben oldschooliges Run'n'Gun-Gameplay kann auch heute noch viel Spaß machen und viele aktuelle Triple-A-Titel haben sich das bis heute bewahrt, es aber zeitgleich um moderne Elemente erweitertet. In Burning Skies leben jedoch auch viele alte Designsünden wieder auf. Es gibt wieder die Monster-Closets die Welle für Welle neue Feinde ausspucken. Das Waffenbalancing ist ebenfalls unausgegoren. Währenddessen ist Munition ein knappes Gut, so dass man gezwungen ist den Schießprügel auch mal zu wechseln. Aber auch das hat sich ungefähr nach 2/3 der Kampagne erledigt, denn sobald man die Gatling-Gun hat, kann man mit deren sekundärem Feuermodus mit einem Schuss fast alle Gegner auf dem Bildschirm umnieten, ohne Munitionskosten.
Test: Resistance - Burning SkiesDie KI der Chimera-Monster verdient ihnen Namen eigentlich auch nicht. Die Feinde nähern sich immer auf dem kürzesten Weg. Was zwar hier und da einmal auch bedeutet, dass sie von Deckung zu Deckung auf den Spieler zukommen. Gefährlichere Manöver kennen sie nicht. Besonderes Kanonenfutter sind die sprungfähigen Chimera. Jedes Mal, wenn man in einem etwas breiteren Areal auf diesen Gegnertyp trifft, springen sie eine feste Route ab. Ich brauchte mich nur aus meiner Deckung lehnen und einen Punkt mit dem Zielfernrohr fixieren, um einen Kopfschuss nach dem anderen zu landen.
In den linearen Leveln gibt es auch nichts großartig für Entdeckernaturen zu tun. In der Levelarchitektur von Resistance: Burning Skies wechseln sich enge, röhrenartige Abschnitte mit etwas weitläufigeren Arealen immer wieder ab. Zu Finden gibt es neben INTEL-Mappen mit Hintergrundinformationen noch kleine, leuchtende Aufrüst-Würfel für die Waffen. Jede Waffe kann in sechs Eigenschaften verbessert werden, jedoch dürfen nur maximal zwei Verbesserungen aktiv sein. Ein nettes Gimmick, größere Auswirkungen auf das Gameplay haben davon aber die wenigsten.
Test: Resistance - Burning SkiesNach dem eher belanglosen Singleplayer konnte mich dann aber noch der Multiplayer mit seinen Standard-Modi Deathmatch, Team-Deathmatch und Survival etwas besser unterhalten. Survival ähnelt dabei dem Zombie-Modus der Halo-Serie. Anfangs sind die Menschen den Chimera noch zahlenmäßig überlegen. Wird aber ein Mensch eliminiert wechselt er ins Team der Menschen. Neue Waffen und Upgrades werden jeweils bei einem Rangaufstieg freigeschaltet.
Was die Grafik angeht, so hat Nihilistic keinesfalls das volle Potenzial der PlayStation Vita ausgeschöpft. Grundsätzlich bemüht sich Burning Skies zwar um eine detailreiche Umgebung, wirkt aber dennoch optisch trist. Hinzukommen leicht unscharfe Texturen und stellenweise Kantenflimmern. Die Framerate bleibt aber durchgehend stabil. Von einem Uncharted: Golden Abyss oder selbst Unit 13 ist Resistance: Burning Skies weit entfernt.
Der Beweis ist erbracht, mehr aber auch nicht. First-Person-Shooter lassen sich auf einem Handheld wie der PS Vita umsetzen. Entwickler Nihilistic hat mit Resistance: Burning Skies aber nur höchstens durchschnittliche Arbeit geleistet. Eine spannende, emotionsgeladene Kampagne oder glaubwürdige Charakte sucht man vergebens. Einer der wenigen Höhepunkte sind da noch die Bosskämpfe, die helfen aber auch nicht über die sechstündige Durststrecke hinweg. Herausgekommen ist letztendlich ein recht antiquierter Run'n'Gun-Egoshooter der den Design-Standards der letzten Jahre hinterherhinkt und bis auf Gegner- und Waffendesign wenig mit dem Resistance-Franchise gemeinsam hat.

Kommentare

CrawlToChina
  

Ich hab heut mal ne ganze Akkuladung Resistance auf der Vita leer gespielt. Also hab ich etwa 5 Stunden hinter mir und bin in Kapitel 5 von 6. Die ganzen schlechten Bewertungen sind meines Erachtens ein Witz. Das Ding ist ein gut gemachter Shooter, der viel Spa? macht. Grad die Waffen inkl Sekund?rfeuer sind mal wieder serientypisch gro?artig. Auch ansonsten ist die Pr?sentation echt fett. Abgesehen von bisher einer Trial and Error Szene, die tierisch genervt hat, ist der Schwierigkeitsgrad auf Normal gut ausbalanciert. Ich als Shooterfan komme jedenfalls voll auf meine Kosten. Und ganz ehrlich: ein Uncharted Golden Abyss f?hlt sich weniger "erwachsen" an (also so, als w?rde man auf ner gro?en Konsole spielen) als Resistance.
Das Ding ist f?r mich ein vollwertiger Teil der Serie, was ich von Uncharted GA nicht behaupten kann. Die 2/10 von Destructoid ist jedenfalls l?cherlich, Punkt. Und 4/10 bei Areagames wird dem Ding auch echt nicht gerecht.

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ps3hero
  

resistance ist noch langweiliger als gears of war, wie schafft man sowas?

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Mettroid95
  

Also wieder kein guter Titel für die Vita . Nach Uncharted war schluss !

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iwin86
  

also im podcast hat sich das sehr viel besser angehört als 4/10. naja, es ist wie es ist. ich hoffe mal call of duty vita und killzone vita werden besser shooter.
@ z101
was soll daran klug sein, einen handheld nach ca. 3 monaten für ca. 150 € zuverkaufen wenn man mind. 250€ oder 300€ gezahlt hat.

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z101
  

Wenn Sony nicht spätestens auf der E3 einige wirkliche Knaller für die Vita präsentiert dann sollten alle klugen Vita-Besitzer das Handheld schnellstens wieder verkaufen
Denn wenn die Vita auf der E3 nicht endlich groß auftrumpft ist Sonys neues Handheld in einem Jahr tot und es gibt keine neue Spiele mehr und die Preise sinken in den Keller.

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richard50
  

Also wenn eine 1a Steuerung das einzig wirklich positive ist, dann ist eine 4/10 wohl gerechtfertigt, oder?

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CrawlToChina
  

Auch wenn ich mir andere Reviews anschaue, dann wird im er geschrieben, dass die Steuerung 1a, die Grafik Durchschnitt, alles ganz solide, aber eben ideenlos ist. Das ist nach dem sonstigen Wertungsschema immer eine 6/10. Nur bei Resistance schlagen die Wertungen voll nach unten aus. Wenn die Kritikpunkte mehr und andere w?ren, w?rde ich das ja akzeptieren. Aber Mangel an Kreativit?t??? 08/15 Kampagne??? Da kriegen andere Games teilweise trotzdem noch ne 8/10. Ist ja nicht so, als w?ren wir im Zeitalter der innovativen Videospiele. Ganz im Gegenteil, leider...

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BGKfromEden
  

Mich hat die Demo schon enttäuscht, und das scheint sich auch mit der Vollversion zu bestätigen. Schade.

@BombermanN64
Das das Spiel schlecht ist, liegt ja nicht an der Vita. Es ist ein schönes Stück Hardware, dem leider bisher die Software fehlt. Ich hoffe das Sony auf der E3 einiges ankündigen werden.

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BombermanN64
  

LOL. das noch viel zu gut.
destructoid gab ne 2/10 http://www.destructoid.com/review-resistance-burning-sk
ies-227980.phtml
ich lache nur noch weiter über die vita

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Claudandus
  

spiegelt aber leider wieder was das problem mit eins bis drei war. Mich haben die Games noch nie aus den Socken hauen können

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