Resistance: Retribution

Plattform: (PSP)
Release: 18. März 2009

User-Wertung:

Resistance: Retribution

Von Russland aus ebneten sich die Chimera-Bestien ihren Weg in jeden Winkel der Welt. Im ersten Teil fiel Europa, in Resistance 2 mussten selbst die mächtigen USA dran glauben. Nun hat die Alien-Rasse auch die PSP erobert und wartet dort mit einem neuen spielbaren Protagonisten und abgeändertem Gameplay auf. Unser Test verrät, ob die Konvertierung Erfolg hatte.


Ruhmreicher Bastard

Nathan Hale, der Protagonist der PS3-Episoden der Resistance-Saga, war zwar kein vor positiver Energie strotzender Strahlemann, eignete sich aber trotzdem gut als ehrlicher, aufrichtiger Held, der selbstlos und bis zum letzten Atemzug für die gute Sache eintritt. James Grayson, neues Alter Ego in Retribution, ist da ein anderes Kaliber. Nachdem der britische Soldat seinen eigenen, gerade zur Bestie mutierenden, Bruder töten musste, beging er Fahnenflucht und versuchte quasi als "Inglourious Bastard" so viele Chimera wie möglich zu erledigen. Ungehorsam wird bei den Streitkräften aber gar nicht gerne gesehen, so dass Grayson gefasst wird und in der Todeszelle landet. Dort wird er jedoch nicht vom Erschießungskommando, sondern von der wohlgeformten Raine Bourchard, einer französischen Freiheitskämpferin, aufgesucht, die Graysons Erfahrung im Zerstören von Chimera-Umwandlungszentren für die Rückgewinnung des europäischen Festlands benötigt. Unser Mann entscheidet sich also für das kleinere von zwei Übeln und tritt dem "Maquis", dem Widerstand, bei, wo er sich direkt mit seinen Vorgesetzten anlegt und alte "Freunde" trifft.Graysons persönlicher Schmerz und seine Rachegelüste sind zwar nachvollziehbar, sympathisch wird einem der grobschlächtige und peinliche One-Liner reißende Soldat aber nie.
Resistance: Retribution

To France

"Operation Overstrike" beginnt in der holländischen Hafenstadt Rotterdam, die angeblich frei von Bestien sein soll. Da dies aber keinen Spaß machen würde, entpuppt sich die Vorhersage natürlich als falsch und Grayson kann sich seine ersten Skalps verdienen. Später führt der Weg noch durch Deutschland (ungewohnt, in einem Shooter durchs Heimatland zu spazieren, ohne dabei auf Nazis zu schießen), Luxemburg und Frankreich.Die größte und auffälligste Änderung gegenüber den stationären Resistance-Titeln ist der Wechsel von der Ego- in die Third-Person-Perspektive. Die Kamera sitzt dabei unserem Soldaten, ähnlich wie z.B. in Resident Evil 4 und 5, dicht im Nacken. Umgeschaut wird sich PSP-typisch mit den vier Buttons, das digitale Steuerkreuz dient zum Waffenwechseln und Nachladen. Um den im Vergleich mit den PS3-Titeln geringeren Steuerungskomfort (zwei Analogsticks sind einfach besser als einer) auszugleichen, greift euch bei Resistance: Retribution eine automatische Zielerfassung unter die Arme, die immer den zentral im Blickfeld befindlichen Feind (der wohlgemerkt nicht auch immer der am besten positionierte sein muss) ins Lock-On nimmt. Alternativ lässt sich auch ein manueller Zielmodus einschalten, bei dem der Blickwinkel aber noch näher heranrückt und es in Verbindung mit der etwas schwammigen Kamerakontrolle schwer macht, bewegliche Widersacher vernünftig ins Visier zu nehmen. Der Perspektivwechsel hat noch weitere Auswirkungen aufs Gameplay. Wo Resistance 1 & 2 noch der relativ straighten FPS-Action frönten, spielt sich Retribution eher wie ein Gears-Klon, allerdings ohne dessen Dynamik auch nur ansatzweise zu erreichen. Das strenge Schema aus In-Deckung-gehen, feindliche Feuersalve abwarten und Zurückschlagen dominiert weite Strecken des Spiels. Da man auf die sich regenerierende Lebensenergie verzichtet hat und auf die klassischen Energie-Konserven zurückgriff, werden offensive Bemühungen weniger honoriert. Die Gefechte sind in der Regel dennoch spannend und sorgen für einen durchtrainierten Zeigefinger. Man wünscht sich jedoch öfters eine größere Agilität. Ärgerlich wird das vor allem dann, wenn Grayson nicht ordnungsgemäß in Deckung gehen will. So findet er z.B. hinter manchen hüfthohen Objekten Schutz, hinter anderen aber komischerweise nicht. Oft scheint es einem das Spiel geradezu vorzuschreiben, wo man sich in den sowieso schon extrem linearen Arealen hinzukauern und die nächste Gegnerwelle abzuwarten hat.
Resistance: Retribution

Fade to Grey

Trotz der erwähnten Unterschiede ist Retribution eindeutig ein vollwertiger Teil des Resistance-Universums. Es führt nicht nur neue Figuren und Gegnertypen ein, sondern versorgt euch auch mit neuen Hintergrund-Informationen zur Invasion. Wie schon in Resistance 2 bleiben die Charaktere aber wieder einmal zu farblos und klischeebehaftet. Dafür sieht die Bestienjagd auch auf der PSP sehr ordentlich aus und kommt nicht so schnell ins Stocken. Sogar die gelungenen Waffeneffekte des Vorbilds, wie etwa der Röntgenblick des Bohrers, wurden übernommen. Im Vergleich mit der PS3 fällt die Inszenierung natürlich zwei Klassen schlechter aus und man muss die ein oder andere hässliche Textur und Ladezeiten zwischen einzelnen Levelabschnitten in Kauf nehmen. Auch ein paar Farbtupfer hätte den Umgebungen nicht geschadet. Doch im Großen und Ganzen hat Sony Bend hier einen tollen Job abgeliefert. Wer sowohl Retribution als auch Resistance 2 sein Eigen nennt, kann sich darüber hinaus noch über zwei nette Features freuen. Verbindet ihr das Handheld mit der PS3, ist es möglich, Retribution mit dem Dual Shock zu spielen. Nun profitiert ihr von dem zusätzlichen Analogstick, müsst dafür aber auf die Zielhilfe verzichten. Interessanter ist jedoch der "Infiziert"-Modus, der euch ebenfalls erst nach Kopplung der Geräte zur Verfügung steht. Grayson wird nun mit dem Chimera-Virus infiziert und regeneriert seine Lebensenergie fortan automatisch, so wie es auch schon der ebenfalls infizierte Nathan Hale getan hat. Zudem erklingen alternative Dialoge, ihr tragt ein anderes Outfit und könnt neue Waffen finden.Wer es mit menschlichen Mitstreitern aufnehmen möchte, wird im Online-Modus für bis zu acht Personen fündig.
Resistance: Retribution

Gelungener Ableger mit Macken

Kommentare

Zed01
  

Da die PSP nicht gerade h?ufig mit Exklusiv-Titeln versorgt wird, ist dieses Game ein Pflichtkauf. Zumal es von anderen Testern weniger kritisch beurteilt wurde. Die Kritikpunkte sind trotzdem berechtigt.

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jensen
  

weil spiele wie resistance retribution und god of war locker mit fast jedem wii titel mithalten k?nnen - rein optisch und soundtechnisch. spielspa? ist ein anderes thema.

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chiefrebelangel
  

wieso vergleicht man nen psp titel mit der wii? h?tt da eher den DS genommen, aber nunja :)

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