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Child of Eden gespielt auf: PS3 XBOX360

Spielegenre: Action | Erscheinungstermin: 30.06.2011

Child of Eden

User-Test: Child of Eden (PS3)

17.06.2011 12:11:05 von xXDonReneXx

Rette Lumi, rette Eden. Und los...

 

Child of Eden ist ein Spiel, das mich schon von den ersten Bildern und Videos an interessiert hat. Da ich das fertige Produkt jetzt schon ein paar Tage testen konnte möchte ich euch hier meine Eindrücke schildern. Im Folgenden wird so ziemlich alles gespoilert, was in Child of Eden passiert. Da die Story rund um das Spiel jedoch ziemlich nebensächlich ist, dürft ihr getrost weiterlesen.

Eine junge Frau erwacht auf einer blühenden Blumenwiese aus dem Schlaf. Sie sieht sich um, geht ein paar Schritte. Sie lächelt. Wassertropfen schweben durch die Luft. Teilen sich. Alles blüht, alles ist friedlich, idyllisch. Die Stimmung schlägt um. Blumen verwelken wie im Zeitraffer. Der Garten zerfällt. Wie aus dem nichts tauchen schwarze Schleier auf, legen sich um das Mädchen, das zuvor noch so fröhlich umher ging. Sie hat Angst. Dann ist alles schwarz.

Im nächsten Moment findet Ihr euch in einer Art Drahtgittertunnel wieder. Pulsierende Klänge dringen aus euren Lautsprechern. Die Umgebung vibriert im Takt der Musik. Ihr, das ist ein Fadenkreuz in der Mitte des Bildschirms. Die Umgebung, das ist Eden, das Internet der Zukunft. In einer Zukunft, in der viele Menschen die Erde nie zu Gesicht bekommen, ist Eden die Quelle, in der alles Wissen über unseren Heimatplaneten zu finden ist. Und Eden ist die Heimat von Lumi, einer Frau, die nur aus Erinnerungen in dieser virtuellen Welt geschaffen wurde. Doch Ihre Heimat ist in Gefahr. Ein Virus macht sich daran, Eden zu zerstören. Und Ihr müsst die befallenen Bereiche säubern.

Schon kommen erste Wesen in euer Sichtfeld. Mit A visiert Ihr mehrere nacheinander an. Lasst Ihr den Knop los, macht sich euer Zielsucher auf den Weg. Im Takt der Musik treffen die ersten beiden auf die fliegenden Wesen vor euch. Sie lösen sich auf, Gefahr gebannt. Welle für Welle kommen immer ein paar mehr dieser Wesen. Bis zu 8 Stück gleichzeitig könnt Ihr anvisieren und säubern. Plötzlich ein Wechsel, das Drahtgitter wandelt sich zu einem runden Tunnel aus Blöcken verschiedener Farbtöne. Stärker als zuvor schlagen die Blöcke, einem Equalizer nicht unähnlich, zum Takt aus. Weit vor euch ein neues Ziel. Als Ihr näher kommt erkennt Ihr eine Art Oktopus vor euch. Mit eurem Zielsucher markiert Ihr die 8 Arme, lasst los. „Perfekt“. Aha, den Takt der Musik getroffen, das gibt Bonuspunkte. Wie die anderen Wesen zuvor löst sich auch der Oktopus schemenhaft auf,  bis er komplett verschwunden ist. Szenenwechsel. Ihr taucht ab, der Tunnel macht Platz für eine Art Ozean. Auch die Musik taucht ab, tief hinunter in den Basskeller. Eine Art fluoreszierender Aal schlängelt sich vor euch durch den Raum. Im halbtransparenten Körpern leuchten mehrere Wirbel auf. Ihr geht vor wie gehabt, Wirbel anvisieren, Feuer. Nichts geschieht. Ok, dieser Brocken hält mehr aus. Runde 2, anvisieren, Feuer. Der Aal verschwindet, jedoch hat er es zuvor noch geschafft 3 Lichtkugeln freizusetzen, die sich nun den Weg auf euch zu bahnen. Das heißt dann Einsatz für eure Sekundärwaffe. Mit X lasst ihr MG-artig Salven auf die Gegner niederprasseln. Zwar schwächer als die Zielsucher, gegen Schwärme von Gegnern und vor allem gegen feindliche Geschosse jedoch unverzichtbar. Also schnell die 3 Geschosse ausschalten, schon seht ihr vor euch mehr und mehr Wesen vorbeiziehen. Schwärme kleiner Fische, noch mehr Aale und eine andere bizarre Art Unterwasserschlangen macht sich an euch das Leben schwer zu machen. In einer Sinfonie aus Ton, Farbe und Licht räumt Ihr in der Umgebung auf. Jede eurer Aktionen im passend zur Musik. Der Zielsucher gibt eher melodische Töne ab, während euer Geschütz zwischen Bass- und Schlagzeugsalven schwankt. Dann eine Art Wand, immer wieder leuchten Bereiche auf, die Quallen in die Umgebung entlassen. Möglichst schnell muss beides ausgeschaltet werden bevor ein Regen aus gegnerischem Beschuss auf euch niederprasselt. Nach einigen Runden dieser Art verschwindet die Wand, offenbart eine Runde Kugel dahinter, die sich mit den Resten ummantelt. Eine Leiste am oberen Bildschirmrand. Aha, ein Bossfight also. Also was ihr habt lasst ihr auf den Feind niederprasseln während dieser umherfliegt und euch ebenso mit seinen Geschossen angreift. Nachdem ein guter Teil der Lebensleiste weg ist baut das Wesen vor sich wieder die Wand auf. Selbes Spiel erneut, bis ihr in habt. Währenddessen noch immer pulsierende Bässe aus den Lautsprechern, untermalt von sphärischen Melodien und hin und wieder ein paar Gesangsfetzen. Die Kugel ist erledigt, fängt an zu leuchten, der ganze Bildschirm erleuchtet in hellem Glanz. Nachdem der Spuk vorbei ist rast ihr durch ein Feld aus bunten Blöcken, dazwischen immer wieder Gegner, Wände die durch gezielten Beschuss ausgeschaltet werden müssen. Ihr werdet schneller und schneller. Wie im Rausch zieht die Umgebung an euch vorbei. Farben, Klänge, Lichter, Geschwindigkeit. Alles steigert sich immer weiter hoch. Die letzte Wand durchbrochen. Stille. Das Chaos um euch herum verschwindet und vor euch baut sich eine Art Raumstation aus Licht auf. Im Inneren schon wieder diese Kugel. Diesmal könnt ihr etwas erkennen. Die Frau, Lumi, zeichnet sich ab, Sie singt. Die Kugel wird von vielen kleinen leuchtenden Kugeln umkreist. Diese müsst ihr ausschalten. Dabei solltet ihr darauf achten, dass die Gegenstände in der Umgebung sich nicht an die Kugel heranziehen, da sonst alles in einer Art Explosion auf euch gefeuert wird. Also mit der MG den Müll vertreiben, mit dem Zielsucher auf die kleinen leuchtenden Angreifer losgehen. Nebenbei noch unzählige feindliche Geschosse abwehren, die in den verschiedenen Phasen des Kampfes auftauchen. Immer neue Formen umkreisen die Kugel, versuchen euch den Gar aus zu machen. Doch am Ende triumphiert ihr, Alles Chaos verschwindet, Lumi schwebt in der Kugel durch die schwarze Umgebung, und hinter Ihr seht ihr, wie aus dem Weltall, die Erde. Archiv 1 abgeschlossen, die Matrix ist befreit.

 

So in etwa könnte man die ersten 15 Minuten in Child of Eden beschreiben wenn man denn im frei wählbaren Godmode beginnen würde. Mit ein bisschen Übung feuert Ihr zwar wie in Trance auf die bunten Formen und Wesen, wehrt Geschosse ab und sammelt Lebenskugeln und eure dritte Waffe, eine Art Blitzbombe, die einfach alles auf dem Bildschirm befindliche auslöscht, auf. Zu Beginn jedoch heißt es erst mal Muster studieren, Level kennen lernen und häufig neustarten. Die einzelnen Level haben keinerlei Checkpoints, macht aber nichts da es einfach immer wieder aufs Neue Spaß macht, sich von dieser gelungenen Symbiose aus Spiel, Musik und Farben, fesseln zu lassen. Die ersten 3 Welten sind noch relativ leicht zu bewältigen, kritisch wird’s dann bei Welt 4 und 5. Hier sollte man sich die Angriffsmuster der einzelnen Gegnertypen deutlich einprägen bevor man eine Aussicht auf Abschluss der Mission oder gar hohe Punktzahlen und Ranglistenplatzierungen haben möchte. Richtig spannend wird’s aber erst nachdem man die 5 verfügbaren Welten abgeschlossen hat und damit noch einige Boni freischaltet.

Man könnte fast meinen der erste Durchgang wäre nur das Intro zum eigentlichen Spiel. Erst auf dem hohen Schwierigkeitsgrad werdet ihr richtig gefordert, hier zählen schnelle Reaktionen gleichviel wie ein wenig innere Ruhe um im ganzen Getümmel auf dem Bildschirm überhaupt noch mitzubekommen was jetzt genau zu tun ist. Auch der Herausforderungsmodus, eine Art Endlosspiel mit immer neuen Wellen an Gegnern, motiviert zur Jagd nach der Höchstpunktzahl. Zusätzlich schaltet man nach dem ersten Abschluss des Spiels noch zwei weitere Gimmicks frei. Zum einen Farbfilter, die das Spielgeschehen optisch noch etwas verändern. Ich habe hier bisher nur den „Trip“ freigeschaltet. Hier wird das komplette Farbkonzept in einen psychedelisches Konzept umgewandelt, das man meiner Meinung nach bitte nur nüchtern testen sollte. Zum anderen kann man als Spielerei zwischendurch noch Audiofilter im Spiel zuschalten. Das wären Hochpassfilter, Tiefpassfilter, Hall und Echo. Sinnlos? Ja. Aber dennoch nett.

Und zu guter Letzt bleibt ja auch noch der schon erwähnte Godmode, bei dem man sich einfach nur durch die wunderschön gestalteten Welten treiben lassen kann. Mal vorbei an riesigen funkelnden Walen oder gigantischen Vögeln, ein anderes Mal durch ein wunderschön gestaltetes Flussbett gefolgt von einer ziemlich abgefahrenen Pflanzenumgebung. Auch eine Art Steampunk-Umgebung und zwei mit sich ringende Planeten bekommen wir zu sehen. Alles in allem ist das Design des Spiel in Verbindung mit dem Soundtrack, der hier mindestens genauso wichtig ist, wie die Optik, hervorragend. Zwar geht die Musik schon ziemlich in die Richtung JPop und Vocal Trance, passt aber hervorragend zum Spielgeschehen.

Vom eigentlichen Gameplay her ist Child of Eden ein klassischer Railshooter/3D-Shoot´em´up. Wer Rez kennt wird sich auch hier sofort heimisch fühlen. Die Grafik wurde stark aufpoliert, der minimalistische Stil der Musik wurde durch eine etwas massentauglichere Variante ersetzt, aber ansonsten finden sich kaum Unterschiede zwischen den Spielen.

Child of Eden ist sicher kein Spiel für jeden, jedoch sollte sich trotzdem jeder zumindest einmal damit befassen. Mich persönlich hat die Flut von Impressionen aus Bild und Ton, die das Spiel auf den Spieler loslässt, jedenfalls sofort gefesselt. Lediglich der nüchtern betrachtet geringe Umfang fällt störend auf. Ansonsten findet sich hier ein Spiel das sowohl zur Entspannung, als auch zur Highscorejagd Freude bereitet.

 

Anmerkung: Die Kinect-Steuerung konnte ich bisher nicht testen. Ich schätze jedoch, dass die Steuerung damit nicht so präzise reagiert, wie mit dem Gamepad. Das würde für mich die getrennten Ranglisten zwischen Controller und Kinect erklären. Rein vom Schwierigkeitsgrad her würde ich sagen, dass dies der erste Titel für Kinect ist, der sich aus der Reihe der gewöhnlichen Casual Spiele abhebt.

Bewertung

Child of Eden PS3

8/10

5 von 5 Lesern stimmen diesem Testbericht zu.

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Kommentare (2)

bufu117  
20.06.2011 14:43 - schöner test, als kleiner hinweis jedoch, ich habe das game mit dem 360 controller und kinect gezockt und kann nur sagen: es macht mit kinect nochmal bedeutend mehr spass als mit dem controller und auch die präzision leidet nicht. die zielerfassung mit kinect funktioniert einwandfrei lags mit kinect konnt eich auch nicht ausmachen. kurz und knapp: wer kinect hat, sollte das game auch damit zocken.
xXDonReneXx  
20.06.2011 16:15 - Kann ich leider nich ganz bestätigen. Hab aber auch nur ca ne Stunde mit Kinect getestet. Präzision und alles ist top, aber die Bewegung zum abfeuern wurde bei mir häufig nich erkannt... Ändert sich vllt wenn man mehr spielt und sich daran gewöhnt.

Anmerkung zum Test: Sollte ich jemals einen anderen verfassen, lass ich doch erst noch korrekturlesen. Ist ja teilweise grauenhaft :)

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Wertung: 8/10
geschrieben von xXDonReneXx am 17.06.2011 12:11:05
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