Bestes PES auf der 360!
Trotz aller Unkenrufen, berechtigter Kritiken und vielen, kleinen, serientypischen Schwächen ist für mich PES 2009 der bisher beste Teil auf der 360.
Obwohl die FiFA-Serie weiter aufholt, gelingt es auch dieses Jahr nicht, PES vom Thron zu stoßen. Das liegt fast ausschließlich am unvergleichlichen Gameplay. Die Spieler lassen sich einfach direkter Steuern. Die Ballphysik ist wieder gewohnt hervorragend und ist der von FIFA einfach immer noch deutlich überlegen.
Der „be a legend“ -Modus macht riesigen Spaß und ist eine willkommen Abwechslung zum normalen PES. Es ist schon fast ein eigenes Spiel, denn hier steuert man nur seinen eigenen Charakter und muss seine Spielposition ausfüllen.
Am Positivsten ragen bei PES 2009 drei Dinge heraus:
1. Die Flugkurve bei Flankenwechsel und Flanken war noch nie so realistisch bei einem Fussballspiel. Dazu kommen kann man die Bälle in den Raum besser timen.
2. Die Spielgeschwindigkeit wurde wieder gedrosselt, was vor allem der Defensive zu Gute kommt.
3. Die individuellen Stärken der Spieler kommen besser zum Tragen.
Es wurde – wie schon in den Vorgängern – die „schwache“ Torhüter-KI bemängelt. Mit dem Hintergrund der Multiplayer-Off bzw-Online Kämpfe kann ich den Ärger zwar verstehen, aber die Torhüterleistungen kann ich im Großen und Ganzen als realistisch bezeichnen! Selbst ein Cech und ein Casillas springen unter Flanken durch oder lassen Gurken rein!
Kommen wir zu der Schattenseite von PES 09 – und da gibt es vieles zu kritisieren. Dass keine deutsche Mannschaft mehr dabei ist, da FIFA die Lizenz hat, kann man dem deutschen Zocker kaum vermitteln. Die Zeiten eines FC Autostadt, bei dem Mann nur noch den Vereinsnamen ändern musste, sind endgültig vorbei. Was sich Konami aber bei der halbgaren Championsleague-Lizenz gedacht haben, bleibt wohl ihr Geheimnis. Diese Mogelpackung ist schon eine Frechheit, die in diesen Zeiten eigentlich betraft werden müsste. Die Championsleague-Saison zum Nachspielen ohne deutsche und einige andere Mannschaften? Ein Witz!
Die Star-Spieler wie Messi, Ronaldo und Rooney sind etwas zu übermächtig. Die Acht-Wege-Steuerung sollte man endlich, endlich auf den Konsolenfriedhof begraben! Das Stochern, was in früheren Teilen (bis Teil 5) noch mit rechter Schultertaste und A möglich war, wurde fast komplett entschärft.
Mein Hauptkritikpunkt richtet sich allerdings gegen den Master-League-Modus: hier gibt es viele Punkte, deren Behebung überfällig sind.Die Ermüdungserscheinung der Spieler: nach einem Spiel und einer Woche Pause zeigt die Kondition fast bei allen Spielern nur noch 50 % an, was höchstens noch für eine Halbzeit reicht.
Die Mitstreiter-KI: obwohl ich mir bewußt bin, dass Minanda, Stremer & Co keine 1A-Fussballer sind, erwarte ich doch etwas mehr. Pässen entgegen gehen, besseres Frei – und nicht Weglaufen, kompaktere, bessere Raumaufteilung und kein wildes, blindes Drauflaufen auf den Ballführenden. Im Coop werden diese Punkte zwar weitgehend neutralisiert, aber alleine, gerade mit den schwächeren Spielern, ein großes Handicap.
Fazit: viele Baustellen, viele Schwächen, starkes Gameplay – PES 2010 muss endlich einen großen Schritt nach vorne machen, bleibt aber für mich das beste Fussballspiel auf der 360!
Meine Wertung: 87 % (Singleplayer)
Kommentare (0)