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Quantum Theory gespielt auf: PS3 XBOX360

Spielegenre: Action | Erscheinungstermin: 24.09.2010

Quantum Theory

User-Test: Quantum Theory (XBOX360)

26.10.2010 16:10:06 von Johnson

Ein Spiel gegen den Rest der Welt
Die Zukunft. Die Menschheit hat sich mal wieder selbst vom Antlitz der Erde getilgt und fristet ein trostloses Dasein in einer zerstörten postapokalyptischen Welt. Riesige mysteriöse Türme, genannt Arks, wachen über die zerstörten Städte. Niemand weiß wer sie errichtet hat, manche behaupten sogar, die Türme seien lebendige Wesen. Dummerweise scheinen die Arks von einer krebsartigen Krankheit, der Diablose, befallen zu sein, die sich unaufhaltsam ausbreitet und Menschen in fiese Monster verwandelt. Der einzige Weg die Diablose zu stoppen ist es, den kompletten Turm einzureissen, womit wir dann auch gleich die selbstauferlegte Mission unseres Protagonisten Syd umrissen hätten. Neben Syds etwas eindimensionaler Motivation ("Gotta kill it!") entfaltet sich im Laufe des Spiels durch Dialoge, Zwischensequenzen und Tagebucheinträgen auf den (häufigen) Ladebildschirmen eine interessante, posthumanistisch angehauchte Geschichte, die abseits von klaren Schwarz/Weiß Klischees einen Konflikt zwischen drei Parteien erzählt. Die Geschichte ist nicht zu simpel, aber dennoch zurückhaltend genug präsentiert, so dass Actionfreunde ungestört ballern können, und Storyfreunde interessante Blicke auf eine größere Hintergrundgeschichte erhaschen können. Zusätzlich gibt es 50 sogenannte Watcher zu sammeln, kleine schwebende Kugeln, die in den Leveln versteckt sind und zusätzliche vage Storyschnipsel bereithalten. Sehr nett. Das Gameplay von Quantum Theory lässt sich einfach beschreiben: Es ist ein Gears of War Klon. Die Steuerung geht bis auf ein minimal unterschiedliches Buttonlayout (Welches aber frei angepasst werden kann) genau gleich von der Hand. Man kämpft sich wie im Vorbild in Stop-and-Pop Manier von Deckung zu Deckung, macht Ausweichrollen und sprintet im Roadie Run. Wer Gears of War gespielt hat, fühlt sich sofort heimisch. Aber das Spiel hat auch eigene Ideen, die ihm helfen sich abzugrenzen: So macht man im Laufe des Spiels Bekanntschaft mit Filena, einer jungen Kämpferin die sich als Bewohnerin des Turms vorstellt. Sie kämpft fortan an unserer Seite, jedoch mit unterschiedlichem Ziel. Die Freund/Feind Beziehung zwischen den beiden Charakteren beschert nicht nur einen einen Bosskampf (!) gegen die Dame, sondern auch weite Abschnitte mit ihr als Partnerin. In diesen Passagen ist es möglich, Filena auf Gegner zu werfen, um sie wahlweise zu betäuben oder Bekanntschaft mit Filenas Schwert machen zu lassen. Frauen werfen ersetzt in diesem Spiel die herkömmliche Granaten. Akzeptiert! Im Nahkampf lassen sich durch geschicktes Timing Schlagcombos ausführen, für die Filena zur Hilfe eilt. Das gibt Syds normalem, recht schwachen Kinnhaken deutlich mehr Durchschlagskraft. Leider verbringt man auch weite Abschnitte des Spiels ohne die praktische Dame. Hier muss dann das recht umfangreiche Waffenarsenal für Abhilfe sorgen. Syd trägt jederzeit seine Lieblingspistole bei sich, und kann zusätzlich zwei weitere Schiessprügel aufnehmen. Diese decken das übliche Arsenal von Schnellfeuerwaffen, Shotguns, Snipergewehren, Granaten- und Raketenwerfern ab, garniert von ein paar außergewöhnlichen Waffen wie einem Shuriken-Werfer oder einem Lasergewehr, dessen Projektile von Wänden abprallen. Da die Active Reload Funktion von Gears leider nicht mitkopiert wurde, flucht man von Zeit zu Zeit über Syds langsames Nachladen. Kämpfe in Quantum Theory spielen sich etwas dynamischer als in dessen Vorbild. Gegner flankieren einen gerne mal anstatt ewig an einem Fleck zu hocken. So wird man ermuntert auch im freien Feld zu kämpfen, als ewig hinter den beliebten hüfthohen Mauern zu kauern. Das lockert das Spiel zum einen auf, sorgt im späteren Spielverlauf aber auch für den einen oder anderen Frustmoment, wenn das Spiel einem die Deckung vorbehält oder Gegner scheinbar aus dem Nichts hinter einem auftauchen. In den letzten Levels wird Quantum Theory zudem auch noch recht knauserig mit Rücksetzpunkten, so dass man stellenweise große Teile der Szene wiederholen muss, weil einen der letzte Gegner unglücklich erwischt hat. Glücklicherweise hält der angezogene Schwierigkeitsgrad gerade lang genug an, um zu fordern, aber nicht zu frustrieren. Zudem kann man den Schwierigkeitsgrad jederzeit während des laufenden Spiels anpassen. Regelmäßig eingestreute Bosskämpfe stellen Syd fiese Obermotze entgegen, die jeweils unterschiedliche Strategien erfordern, um sie zur Löffelabgabe zu bringen. Eine fehlende Gesundheitsanzeige der Bosse lässt in diesen Kämpfen leider etwas Feedback vermissen, so dass man meist einfach so lange schiesst, bis endlich die rettende Zwischensequenz getriggert wird. Das Feature der "sich verändernden Umgebung" kommt erst in späteren Levels richtig zum Tragen, in denen man einige wirklich interessante Szenen erlebt. Neben dem wilden Ritt auf Teilen der Diablose stellt sich auch mal ein kompletter Raum nach und nach auf den Kopf. Das ganze ist nicht wirklich revolutionär, aber dennoch ein nettes Gimmick, das gut zum Konzept des lebenden Turms passt. Allgemein setzt das Spiel technisch keine neuen Maßstäbe, der Artstyle weiß jedoch zu begeistern. Statt immergleichem Braun und Grau bietet der Ark eine traumhafte, vom Jugendstil inspirierte Architektur, die in pastellene Farben getaucht ist. Nach und nach werden die Etagen von der Diablosis infiziert, und degradieren zu Lava-ähnlichen Formen und Farben. Beide Stile kontrastieren miteinander und ergeben doch einen harmonischen Gesamteindruck. Obwohl man quasi das ganze Spiel im Turm verbringt, versteht es das Spiel meisterhaft für immer neue Umgebungen zu sorgen, so dass nie Monotonie aufkommt. Level-Recycling ist hier ein Fremdwort, man bekommt bis zur allerletzten Szene frische Settings zu sehen. Vorbildlich. Auch die gerenderten Zwischensequenzen sind professionell gemacht und eine Erwähnung wert. Der Multiplayer von Quantum Theory bietet Deathmatch und Teamdeathmatch, sowie einen VIP Modus. Die Maps sind an Szenerien aus der Kampagne angelehnt und offensichtlich gut designt. Leider ist das Spiel online praktisch ausgestorben, so war es mir nur möglich, einen (1!) einzigen weiteren Spieler zu finden, um ein paar Matches zu spielen. Diese machten aber einen soliden Eindruck. Wer Quantum Theory aber nur wegen des Multiplayers kauft, sollte besser regelmäßige Lanparties organisieren, um Mitspieler zu finden. Mein Fazit: Quantum Theory ist ein solides Actionspiel mit offensichtlichem Vorbild, bringt jedoch genug Ideen mit, um eine eigene Identität zu entwickeln. Es ist in keinem Bereich absolute Referenz, aber gibt sich auch nirgends die Blöße. Sämtliche Elemente von Grafik, Story bis Gameplay sind auf hohem Niveau, so dass es mehr als Summe seiner Teile ergibt. Ich werde das Spiel jetzt nochmal auf Hart durchspielen, eine Ehre, die bislang nur Halo und Bayonetta zuteil wurde. Ein echter Überraschungshit, der ungerechtfertigt schlechte Kritiken im Westen bekommen hat. Pro + Tolle Art Direction sorgt für Abwechslungsreiche Umgebungen + Interessante Story regt zum Spekulieren an + Solides Gameplay, besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht + Frauen werfen! Contra - In späteren Levels sehr knauserig mit Checkpoints - Vereinzelt steile Spitzen im Schwierigkeitsgrad. - Häufige und lange Ladezeiten auf X360

Bewertung

Quantum Theory XBOX360

8/10

10 von 20 Lesern stimmen diesem Testbericht zu.

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Kommentare (6)

siochiro  
27.10.2010 23:31 - also entweder du hast nicht das selbe spiel gespielt wie ich oder aber... du hast bis her nur das spiel gespielt anders kann ich dein text nicht deuteuten
ich meine mal ehrlich
Zitat : sämtliche Elemente von Grafik, Story bis Gameplay sind auf hohem Niveau
also ich sag mal so die story ist das einzige wo ich sage die ist ok aber alles andere...... ich meine die Grafik??????????
naja egal der test ist an sich gut geschrieben aber deine auffassung vom spiel verstehe ich nicht =)
Johnson  
28.10.2010 01:22 - Ich eben Geschmackssache, mir gefällt die Grafik... ich hab versucht zu beschreiben, dass ich nicht den Polycount oder die Texturenqualität oder die Shader bewerte — mir gefällt der ARTSTYLE des Spiels einfach extrem gut.
König Leo der 2.  
28.10.2010 20:13 - Kann deinem Test nicht 100% zustimmen aber ich finde es gut dass es ein paar Usertests gibt die nicht die komplett gleiche Wertung wie die der Redakteure geben so kann man sich seine eigene Meinung bilden ohne die Seite zu verlassen :D
Gonga  
30.10.2010 13:52 - Ich find den Test gut den jeder hat ja ne eigene meinnung zu spielen und man muss ja nicht gleich sagen ob man blind ist oder noch nie ein spiel gespielt hätte
Araziel  
02.11.2010 21:30 - Ich werd mir das Spiel vllt mal ausleihen. Ich mein Tests spiegeln oft nicht den eigenen Geschmack. Ich kann z.B bis heute nicht verstehen was alle an GTA so toll finden. Ich persönlich finds scheisse aber es schneidet in alles Tests super ab. Cool dass du dir sone Mühe gemacht hast, vllt hat der ein oder andere dem Spiel dann doch mal ne chance gegeben
TheoRy  
16.12.2010 17:39 - Sehr gut geschriebener Test, kann Dir in allen Bereichen zustimmen. :-)

Gruß
Timo

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Wertung: 8/10
geschrieben von Johnson am 26.10.2010 16:10:06
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