Schaurig schöner Sci-fi-Shooter
Bereits beim Test zu Dead Space zog ich einige Filme als Vergleich heran, um das Game besser zu beschreiben. Bei Resistance 2 würde mir hier zuerst Krieg der Welten, der Blob und Independence Day einfallen. Oder Invasion vom Mars; der Klassiker in Schwarzweiß :). Obwohl ich das eigenlicht nicht so mag, gefällt sogar mir das Setting von Resistance, denn dieser Shooter spielt nicht in der Zukunft, sondern in der Vergangenheit, Anfang der 50er Jahre.
Die Story knüpft direkt an den ersten Teil an und erzählt, wie sich der Alien-Virus über den großen Teich nun auch in den Vereinigten Staaten ausbreitet. Nathan Hale ist infiziert und hat dadurch besondere Fähigkeiten, die komplette Umwandlung wird durch Inhibitoren zurückgehalten…
Die größte Befürchtung, die ich meist bei Games habe, die in der Vergangenheit spielen ist, dass die Waffen veraltet wirken könnten. Unter anderem aus diesem Grund zocke ich selbst z.B. keinerlei WW2-Shooter. Diese Befürchtung ist bei Resistance 2 allerdings unbegründet. Trotz dem Setting in den 50ern, gehen alle Waffen als modern durch. Dies liegt auch daran, dass man im Verlauf des Spiels zahlreiche Alien-Waffen benutzen kann, die natürlich „alien-like“ sehr futuristisch wirken. Aber auch die Bewaffnung der Menschen, wie der standardmäßige Karabiner, gehen noch als relativ modern durch und gefallen. Die Waffen wirken sehr mechanisch und sind gut animiert, was meiner Meinung ganz wichtig für das Spielgefühl ist. Es gibt zwar neben den Sturmgewehren noch viele andere Waffen, allerdings ist die Munition hierfür meist sehr knapp und schnell erschöpft. Daher ist man die meiste Zeit mit dem Karabiner, oder einem Alien-Sturmgewehr unterwegs.
Die Steuerung geht ganz gut von der Hand und ist recht präzise. Die ausführbaren Aktionen sind Standard. Auf ein Deckungsfeature wurde verzichtet.
Was gleich von Anfang an auffällt ist das toll gemachte B-Movie-Feeling, das bei Resistance rüberkommt, wobei auch sicher die Musik eine wichtige Rolle spielt. Man fühlt sich richtig in einen alten Sciencefiction-Streifen versetzt.
Auch bei der Inszenierung klotzt Resistance. Wird man am Anfang direkt ins Geschehen geworfen, folgen später auch sehr stimmungsvolle Passagen, wie das Waldgebiet oder ein verlassenes bzw. „verseuchtes“ Kleinstädtchen. Schaurig.
Generell sind die Abschnitte und Missionen alle sehr abwechslungsreich und keine Umgebung kommt dazu eintönig zu werden. Mal actionlastig, mal gruselig-atmosphärisch. Mir hat es vor allem auch die Passage in Chicago angetan, wo man auch auf einen besonderen Gegner trifft :).
Die Gegner an sich sind meist schaurig-schön-eklig. Und es gibt auch hier zahlreiche Variationen.
Bei der Grafik bin ich ein wenig hin- und hergerissen. Prinzipiell muss man sagen, Resistance sieht sehr gut aus. Meistens. Wo es auf jeden Fall auftrumpft, sind große Gebiete, große Bauwerke und… andere große Sachen :).
In kleinere Bereichen oder Innenräumen sieht das anders aus. Hier finden sich oft karge Einrichtungen und viele gar grobpixelige Matsch-Texturen aus vergangenen Tagen…
Im Gegensatz dazu sind die Alien-Anlagen ein Augenschmaus: detaillierte Umgebungen, mit total plastischen Texturen und Glanzeffekten und Licht- und Nebeleffekten. Diese krassen Unterschiede kann ich nicht ganz verstehen. Auch wie ein riesiges Raumschiff super detailliert aussieht und das nächste ein Stück weiter total matschig (Tiefenunschärfe berücksichtigt). Ebenfalls viel diskutiert ist ja das Wasser in Resistance. Zum Teil wirklich umwerfend animiert und zum Teil wie ein dickflüssiges Gel… Mal so, mal so. Man muss aber schon sagen, dass diese Ausnahmen wirklich keinen Abbruch am Spielspaß darstellen und das Spiel wirklich gut aussieht. Mit Killzone 2 kann es grafisch freilich nicht mithalten.
Vom Umfang her punktet Resistance 2 dafür wieder. Die Kampagne geht für einen Shooter definitiv recht lange ohne jemals langweilig zu werden. Was ich dem Game ebenfalls hoch anrechne ist, dass ich mich so gut wie gar nicht aufregen musste. Fruststellen sind so gut wie gar nicht vorhanden. Dieses Spiel zeigt, dass ein Spiel vom Schwierigkeitsgrad her knifflig sein kann, ohne dass Frust entstehen muss. Hier und da stirbt man mal, aber nach kurzem Austesten schafft man alle Stellen.
Fazit: Resistance ist ein solider Shooter mit guter Optik und guter Steuerung. Das Setting in den 50er Jahren und originelle Alien-Waffen lassen das Flair alter Sciencefiction-Streifen aufkommen. Abwechslungsreiche Areale und Umgebungen sowie Gegner lassen keine Langeweile zu. Bei der Bewertung hab ich mich jetzt etwas schwer getan. Obwohl Resistance durchweg gute Kost bietet und auch ein paar Highlights dabei sind, möchte ich irgendwie keine 9 geben. Aber ich finde eine gute 8 ist durchaus repräsentativ für das Game. Wäre die Abstufung möglich, würde ich eine 8,5 geben ;). Fans von alten und neuen Sciencefiction-Filmen und -Games können sowieso getrost zugreifen.
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