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User-Test: The Elder Scrolls V: Skyrim (XBOX360)
12.01.2012 17:35:12 von Jace
Nach, verhältnismäßig bescheidenen, 50 Stunden Spielzeit und nach Beendigung von Hauperquest nebst zweier Gilden wage ich mich an meinen ersten kleinen User-Test.
Ich möchte mich dabei im wesentlichen auf Technik und Spielbarkeit beschränken und hauptsächlich auf die Kritikpunkte eingehen. Gelobhudelt wurde ja schon genug. Das Ganze wird wenig bis gar keine Story enthalten und soll Spoilerfrei bleiben.
Bitte entschuldigt wenn ihr auf falsche Orts- bzw. Städtenamen stoßt. Für mich heißen die Städte in der Regel: \"Die ganz in der Mitte.\" oder \"Die da unten mit dem Hirschgeweih\".
Aber nun zur Sache:
Betritt man zum ersten mal die Welt von Himmelsrand halten sich WOW-Effekte in Grenzen. Elder-Scrolls-typisch beginnt auch die fünfte Episode recht unspektakulär mit einem Gefangenentransport. Immerhin kann man zumindest einen ersten, stark eingeschränkten Blick, auf die nähere Umgebung erhaschen bevor man schließlich in der Festung Helgen eintrifft.
Dort angekommen geht es ohne große Umschweife zum Chrakter-Generator. In den letzten beiden Episoden habe ich hier Stunden zugebracht,... diesmal entscheide ich mich für einen leicht veränderten Standard-Charakter.
Ein Argonier soll es sein:
Schon vor Monaten hatte ich mich festgelegt, dass mein Charakter ein Kampf-Magier werden sollte... Jetzt, beim Betrachten der Klasseneigenschaften, wird mir klar das die Kombination Kampf-Magier/Argonier etwas suboptimal zu sein scheint... aber auf die Wasseratmung möchte ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht verzichten.
Optisch sehen die Charaktermodelle ausgezeichnet aus. Vor allem die Texturen auf dem Argonier-Körper wirken sehr plastisch, was mich in meiner Wahl und Entscheidung bestärkt.
Also, unsichtbaren Rucksack gepackt und....
....auf ins Abenteuer:
Nach dem Tutorial nebst Drachen-Intermezzo werden wir endlich in die offene Welt \"entlassen\". Storytechnisch wird man auf diesen ersten Metern noch verhältnismäßig stark geführt und auch Erkundungsreize halten sich ob der hügeligen Landschaft noch in Grenzen. Immerhin ein paar Heißmacher wie in der ferne aufragende Berge und eine erste Felsfestung gibt es zu bestaunen.
Grafisch wirkt von Beginn an alles angenehm rund. Die Performance macht einen guten Eindruck, optisch weiß Skyrim bis hierhin zu gefallen.
Im ersten Dorf erhalten wir erwartungsgemäß die ersten kleineren Aufgaben. Nichts genrebewegendes...aber man nimmt was man kriegen kann. \"Wenigstens kein Keller voller Ratten.\" denke ich mir... unwissend das ich diesen etliche Spielstunden später dochnoch aufgetischt bekomme.
Was mir von Beginn an auffällt ist die verbesserte Mimik und Gestik der NPCs. Insgesamt wirken sie durchaus lebendiger als noch zu Zeiten von Oblivion oder Morrowind aber auch bei Skyrim merkt man deutlich welche Spieleserie man hier vor sich hat.
Das mag einigen gut gefallen da man sich gleich \"heimisch\" fühlt... mir schwant jedoch böses wenn ich mir die weiterhin hölzernen Animationen ansehe, die im Vergleich zu Oblivioin zwar deutlich zugelegt haben, im Vergleich zur Konkurenz aber einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Auch als Technik-Laie meine ich hier fehlendes Potenzial im technischen Grundgerüst zu erkennen.
Die erste richtige Aufgabe im Gepäck verlasse ich wenig später Flusswald. Zum ersten mal eröffnen sich mir die weiten Ländereien rund um Weißlauf. Wie in Oblivion beim Verlassen der Kerkers ist dies der Moment auf den man Monate lang hingefiebert hat. Der Moment in dem man von grafischer Opulenz erschlagen werden möchte... in dem Flora und Faune ihre ganze Wirkung entfalten sollen... wo sich Fuchs und Hase \"gute Nacht\" oder besser \"guten Tag\" sagen sollen... endlich ist er da............ und: Nett.
Nett?! Nett??? Nur Nett? Ja,... Nett.
Der Scheideweg / Die Technik:
An diesem Punkt erreicht wohl jeder Spieler eine Art Scheideweg. Wer in diesem Moment ein zufriedenes Grinsen aufsetzt wird auch im Verlauf des Spiels nicht mehr groß an der Technik herummeckern. Sofort wird jedem klar wie sich Bethesda die über das ganze Spiel angenehme Framerate erkauft.
Ich für meinen Teil kann mit Fade-Ins und Clipping-Fehlern leben und auch bei dem ein oder anderen Pop-Up drücke ich beide Augen zu. Wer damit aber ein Problem hat sollte sich einen Kauf, zumindest von der technischen Seite, nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Zumal die Details nur auf mittlere Distanz schön anzusehen sind. Von nahem betrachtet wirken gerade natürlich Strukturen wie Felsformationen und Pflanzen extrem matschig. Aus der Ferne verschwinden viele Details schon nach wenigen Metern, mal mehr mal weniger ploppend. Die Texturqualität ist vielerorts gerade noch mittelmaß.
Erfreulich ist auf der anderen Seite das die Umgebung auch ohne viele Details sehr ansprechend aussieht und das die Totsünden aller Technikbugs Tearing und ruckeln den Spieler weitgehend verschonen. Ein dickes Lob dafür.
Gerade wenn man Oblivion als Vergleich heranzieht zeigt sich bereits die ungepatchte Version von Skyrim erfreulich spielbar. Wie so oft merkt man auch hier das die Entwickler die Konsole zum Ende ihrer Lebenszeit immer besser in den Griff bekommen. Ein bugfreies Spiel ist eine Illusion. Ein bugfreies Spiel mit einer offenen Spielwelt dieser Größenordnung ist Träumerei.
Charakterentwicklung / Inventar:
Nach meinem ersten Besuch in Weißlauf-City widme ich mich zum ersten mal der Chrakterentwicklung und meinem Inventar. Wem schon das Inventar des Vorgängers nicht gefiehl der wird auch mit der Skyrim-Lösung nicht glücklicher. Zwar finden sich hier wenigstens ein paar Komortfunktionen wie die Favoritenliste, allerdings lässt sich diese nicht manuell nachsortieren und ist deshalb nur ein schwacher Trost. Warum Bethesda hier der Mut fehlt ein klassisches diablo-ähnliches Inventar einzubauen ist mir ein Rätsel. Zwar wäre ein solches mit dem Controller schwerer zu handhaben aber wenigstens würde es einem ein besseres Gefühl der Übersicht verschaffen. So checke ich lieber zum 15. mal ob ich auch wirklich den Sekundärzauber in die Favoritenliste gepackt habe und darf ihn dann im Ernstfall aus all den Tränken und Gegenständen herauskramen die sonst noch in meiner Liste sind. Immerhin pausiert an dieser Stelle das Spiel, was aber den Spielfluss hemmt.
Besser gelöst ist dagegen das Handling des Skill-Trees. Große Sternenbilder lassen einen schnell den entsprechenden Skill finden und sind gut auf die Konsolensteuerung angepasst. Lediglich das navigiern von \"Stern zu Stern\" ist etwas fummelig aber nach ein wenig Eingewöhnungszeit kommt man ganz gut zurecht.
Zauber und Drachenschreie sind dann leider wieder genau wie das Inventar in reiner Listenform vorhanden und von der Bedienung identisch.
Handling / Gameplay / Balancing:
Steuerung und Gameplay sind, nehmen wir wieder Oblivion als \"Vorbild\", serientypisch. Ingame geht alles flüssig von der Hand. Das Balancing krankt an der Levelcap-Problematik die auch hier wieder spürbar ist, was sich aber wesentlich \"natürlicher\" anfühlt als noch beim Vorgänger.
Die Quests würden böswillige Naturen auf das typische \"Laufe von A nach B und bringe Gegenstand C\" reduzieren. Da die Levelstrukturen aber sehr Abwechslungsreich sind und die meisten Dungeons sich kaum bis gar nicht gleichen wäre das allerdings keine besonders faire Umschreibung.
Sowieso wird Abwechslung in fast allen Bereichen groß geschrieben. Nur das Gefühl der ganz großen Blockbuster-Momente bleibt auch im fünten Teil der Serie aus da die Technik erneut weder Massenschlachten zulässt noch die NPCs wirklich lebendig.
Darüber können leider auch die Drachen nicht hinwegtäuschen die sich aus gameplaytechnischer Sicht eher als zusätzliches Feature zeigen denn als wirkliche Weiterentwicklung der Spielwelt. Wenigstens auf der Storyebene bringen sie gehörig Wind angestaubte Elder Scrolls Universum und erweitern das \"Gegenstände & Zauber\"-Grundprinzip gekonnt um eine weitere Komponente.
Fazit:
Zerlegt man Skyrim in seine Bestandteile muss man bei der Wertung sicher einen, wenn nicht gar zwei, Punkte abziehen. Fügt man jedoch alles zu einem großen Ganzen zusammen wird Genre-Fans schnell klar: Skyrim ist mehr als die Summe seiner Teile. Ein Meisterwerk, dem vielleicht der Open-World-Fluch anhängt der eine größere Storydichte erschwert, das es aber dennoch schafft über dutzende Stunden bestens zu unterhalten und vor allem zu motivieren. Preis/Leistung hat einen neuen Namen.
Bewertung
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Kommentare (8)
Jace
12.01.2012 17:49 - Entschuldigt bitte die Rechtschreibfehler. Ich bin davon ausgegangen das es eine Edit-Funktion gibt (was auch bei den User-Tests wünschenswert wäre).Außerdem noch ein Fehler im drittletzten Abschnitt:
"Sowieso wird Abwechslung in fast allen Bereichen groß geschrieben. Nur das Gefühl der ganz großen Blockbuster-Momente bleibt auch im fünten Teil der Serie aus da die Technik erneut weder Massenschlachten zulässt noch die NPCs wirklich lebendig WIRKEN LÄSST."
DonkeyWong
13.01.2012 14:43 - find ich jut :DJace
13.01.2012 15:31 - Danke. Musste aber leider am Ende feststellen das eigentlich gar nicht klar wird warum ich eine 10 von 10 vergeben habe, aber leider fehlt wie schon gesagt die Edit-Funktion. Naja, nächstes mal weiß ich bescheid ;)sondaschule
14.01.2012 11:43 - "Danke. Musste aber leider am Ende feststellen das eigentlich gar nicht klar wird warum ich eine 10 von 10 vergeben habe"Habe ich mir am Ende auch gedacht :-) Allerdings hast du auch am Anfang darauf hingewiesen, dass du mehr auf die Negativpunkte eingehen willst, von daher geht das in Ordnung, denke ich.
Ich finde es aber krass, wie unterschiedlich ein Spiel auf Menschen wirken kann.
Das was du als "nett" beschrieben hast, fand ich überwältigend. Für mich hatte Skyrim unzählige optische "Wow-" Momente. Zum Beispiel als ich zum ersten Mal aus der Ferne einen freien Blick auf Whiterun hatte und sofort an Edoras erinnert wurde, oder natürlich die Besteigung des Throat of the World (ich weiß leider nicht wie der Berg in der deutschen Version heißt ;-) ).
Ist natürlich alles Ansichtssache.
Den Test an sich fand ich schön geschrieben und deine Kritikpunkte nachvollziehbar, auch wenn ich anderer Meinung bin.
Jace
14.01.2012 13:35 - Insgesamt hat mir die Optik auch sehr gut gefallen (zumal die Konsole ja auch nicht mehr die jüngste ist) aber für mich hat es irgendwie einen Beigeschmack das man der Grafik sofort ansieht wo ihre Grenzen liegen.Bei Oblivion fand ich es schon schade das die vollen Details nur auf gefühlten 20 Metern zu genießen waren und das die "großen Schlachten" immer nur aus 10-15 Charakteren bestanden. Da fehlt einfach das Gefühl: "Da kommt gleich was Großes!". Ähnlich ist es für mich auch bei Skyrim auch wenn es schon deutlich optimiert wurde.
In den ruhigen Momenten liegen meiner Meinung nach die Stärken des Spiels.
Wenn man so durch die Täler läuft und auf einen Wasserfall oder eine große Brücke trifft, das hat Atmosphäre.
Andererseits sind die Drachenkämpfe bei den ersten paar Malen schon cool. Nach dem fünften merkt man dann aber auch deutlich das diese riesigen Drachenmodelle oft genug irgendwo hängen bleiben und meistens festgelegten Verhaltensmustern folgen.
Aber wie gesagt, für die größe der Spieltwelt bin ich mit der Grafik absolut zufrieden. Es gibt eben auch viele optisch geile Momente. Sowohl in Gebäuden und Dungeons als auch in der Außenwelt. Von daher schwebe ich zwischen "Mehr ist aktuell kaum drin." und "Sieht verdammt gut aus für eine 6 Jahre alte Konsole!"
Technisch hat sich das Spiel in meinen Augen so entwickelt wie man es nach der langen Zeit seit Oblivion erwarten durfte. Das ist einerseits schön, aber eben nicht sooo gigantisch wie man es vielleicht gerne hätte.
ertmcniel
17.01.2012 16:37 - bugrimAabb501
28.01.2012 21:20 - Schon ein kleiner Wiederspruch: Du legst den Focus auf die objektiven, technischen Berreiche und vergibts dann eine höchst subjektive 10 von 10. Aber super geschrieben, ließt sich angenehm.Jace
22.02.2012 14:27 - Ja das stimmt leider. Allerdings wollte ich jetzt keine Wertung nur für die Technik abgeben.Aber nochmal: Ist mein erster Usertest. Beim nächsten Versuche ich die Kurve zu kriegen ;)