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Tomb Raider: Underworld gespielt auf: PC PS3 PS2 DS XBOX360 WII

Spielegenre: Action | Erscheinungstermin: 21.11.2008

Tomb Raider: Underworld

User-Test: Tomb Raider: Underworld (XBOX360)

22.11.2008 12:37:41 von Mondknallschlumpf

Dicht an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.
Grafik: Lara hat noch nie besser ausgesehen und Underworld ist locker der bestaussehnde Tomb Raider Teil, der bisher auf Nextgenkonsolen erschienen ist. Die Beleuchtung ist fantastisch, die Texturen im Schnitt sehr gut und selbst die Charaktere sehen diesmal klasse aus. Leider trüben zahlreiche Glitches und kleine Grafikfehler den tollen Eindruck etwas. 9/10 Sound: Nahezu perfekt - der Soundtrack ist mit Chor und Orchester richtig schön episch und kann auch mit schnellen, hektischen Songs eine klasse Atmosphäre erzeugen, wenn es mal etwas turbulenter zur Sache geht. Die Synchro ist gewohnt erstklassig und selbst Nebenrollen sind hochwertig besetzt. Einzig die Waffengeräusche könnten etwas wuchtiger sein, ansonsten gibts nichts auszusetzen. 9/10 Gameplay: Tja... wo soll man da anfangen. Erstmal zum positiven: Laras Bewegungen wirken flüssiger als in den Vorgängern, es gibt viele neue kleine und nützliche Moves, wie zum Beispiel das Klettern an Wänden, der Wandsprung oder das Balancieren auf Stangen, an denen man in den Vorgängern nur schwingen konnte. Auch die Motorradsteuerung und die Adrenalinmoves wurden im Vergleich zu den Vorgängern verbessert. Nun zum negativen - und das überwiegt leider eindeutig. Als ich das Spiel begonnen habe war ich bereits nach 10 Minuten gelinde gesagt entsetzt. Es gibt unzählige Glitches, die einen bei nem Sprung bzw. der Landung das Leben kosten können (vor allem auch der neue Wandsprung, der manchmal ausgelöst wird, obwohl man sich nur an eine Kante festhalten will - Resultat ist, dass man stattdessen in den Tod springt...), die Steuerung reagiert manchmal überhaupt nicht so, wie sie soll, Lara springt teilweise in eine andere Richtung als die, in die man den Stück gedrückt hält und oftmals spielt sogar die Kamera verrückt. Im Gegensatz zu den Vorgängern gibts diesmal sogar regelmäßig Sprünge, die man quasi blind ausführen muss, weil man den Zielpunkt mit der Kamera nicht einfangen kann. Die Motorrad Passagen hätte man sich auch sparen können, denn obwohl es sich besser lenkt als in Legend und man jederzeit absteigen kann, passt es einfach nicht ins Spielkonzept und wirkt stattdessen einfach nur wie eine Streckung der Spielzeit und Levelgröße. Kurz und gut: für mich als Tomb Raider Fan ist das ganze beinahe schon ein Desaster. 5/10 Fazit: Eines vorweg: ich bin alles andere als zufrieden mit dem Spiel und wenn Crystal Dynamics nochmal sowas abliefert, wird deren Reputation bei mir ernsthaften Schaden nehmen. Es gibt unzähliges, was man an dem Spiel bemängeln kann (deswegen wird das wohl auch mein bisher längstes Fazit) - dass es trotzdem noch ein "gutes" Spiel geworden ist liegt hauptsächlich daran, dass wenigstens die Hälfte der Level den alten Tomb Raider Charme versprühen und die Story zu nem guten (vorläufigen) Ende gebracht wird. Aber erstmal zu den Sachen, die mir nicht gefallen haben. Es gibt kein Croft Manor mehr, in dem man Klettern und Schätze jagen kann - gut, angesichts der Story ist das logisch und ein drittes Mal nach Legend und Anniversary hätte ich das auch nicht gebraucht, aber dafür hätte man sich ja irgendwie nen neuen schönen Ersatz ausdenken können. Dann die Schätze - 179 Schätze auf ein halbes Dutzend Level zu verteilen und die dann einfach überall nur in Tonkrügen rumstehen zu lassen, ist irgendwie ziemlich sinnlos, da waren die wenigen, gut versteckten Schätze der Vorgänger viel motivierender. Die Motorradpassagen habe ich weiter oben ja schon erwähnt - fährt sich ganz gut, wirkt aber deplatziert und streckt nur die Spielzeit. Waffen muss man auch nicht mehr suchen, die hat man alle gleich zu Anfang - man wählt sich vor Levelbeginn eine aus und wenn die Munition alle ist, öffnet man einfach das Menü und nimmt eine der anderen Waffen. Mir hat das nicht so gefallen, aber das ist sicherlich Ansichtssache. Das gleich gilt für Outfits - es gibt keine freispielbaren mehr, sondern man hat vor jedem Level nur noch zwei bis drei zur Auswahl. Was auch gar nicht geht ist die Tatsache, dass ein späterer Level 1:1 aus dem 2. Level entnommen wurde, nur etwas anders abläuft (die beiden schwächsten Level im ganzen Spiel, die nur aus Ballern bestehen - zum Glück sind sie relativ kurz). Auch gibt es keinen einzigen Bosskampf mehr - selbst am Ende nicht, denn das erinnert teilweise an ein weiteres mieses Ende, das man erst vor kurzem in einem anderen Spiel erleben durfte, auch wenn es hier nicht ganz so schlimm ist. Und es gibt diesmal erstmals Stellen mit respawnenden Gegnern, was nicht unbedingt ne positive Verbesserung ist... Die Feuergefechte - die zum Glück nur etwa 30% des Spiels ausmachen - sind beinah schon ein Totalausfall. Eine Gegner K.I. existiert nicht - jedenfalls nicht bei Menschen. Oftmals bleiben die einfach in der Schusslinie stehen und warten, bis man sie mit Kugeln vollgepumpt hat. Diese Aspekt ist zu 100% in die Hose gegangen und vollkommen spaßfrei - gerade auch im Vergleich zu Legend. Am schlimmsten sind aber natürlich die ganzen Glitches und Steuerungs- sowie Kameramängel - der Punkt wirkt vorne und hinten unrund und unfertig und ich war deswegen oftmals kurz davor, das Spiel in die Ecke zu pfeffern. Ein Punkt noch, der vielleicht nicht bei allen so ist, aber mir kam das Speichersystem sehr seltsam vor. Das Spiel legt zig eigenen Spielstände an, überschreibt dabei Spielstände, die man selbst manuell angelegt hat und wenn ich auf "Spiel fortsetzen" gegangen bin, hat er manchmal das falsche geladen. Nun zum positiven, und ja, das gibt es auch. Die Story - obwohl vollkommen hanebüchen, unlogisch und übernatürlich - wird sehr gut mit Legend und Anniversary verknüpft und zu einem befriedigenden Ende geführt. Ungefähr die Hälfte der Level sind auch eines Tomb Raiders würdig und erinnern, was die Komplexität von Rätsel- und Kletterpassagen angeht, an Anniversary. Teilweise sind sie sogar größer als alles, was man bisher an Leveln in einem Tomb Raider erlebt hat (Thailand, Mexiko) - so riesig, dass es fast schon in Arbeit ausartet^^. Dass die Level durch die neue Engine auch noch fantastisch aussehen, tut sein übriges, um nen guten Eindruck zu hinterlassen. Dennoch, für mich hat sich Underworld im Vergleich zu Legend nur in einer Hinsicht in die richtige Richtung entwickelt, und das ist der Rätsel- und Kletterschwerpunkt. Überall sonst hat man eher die falsche Richtung eingeschlagen - und trotz der gravierenden Schwächen konnte ich als TR Fan am Ende noch Spaß mit dem Titel haben - ob ein Nicht-Fan allerdings darüber hinwegsehen kann, wage ich zu bezweifeln. Die Spielzeit ist mit 12-14 Stunden ordentlich.

Bewertung

Tomb Raider: Underworld XBOX360

7/10

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Wertung: 7/10
geschrieben von Mondknallschlumpf am 22.11.2008 12:37:41
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