Risen 3: Titan Lords

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 15. August 2014

User-Wertung:

Auf PS3 leider eine technische Katastrophe: Risen 3 im Test!

Was auf dem PC gut funktioniert, geht auf PlayStation 3 und Xbox 360 nach hinten los: Risen 3 entpuppt sich im Test als Technikkatastrophe.

Risen 3: Titan Lords beginnt belanglos: Als namenloser Piratenkapitän befinden wir uns nach einem kurzen Tutorial zusammen mit Schwester Patty auf Schatzsuche an der Krabbenküste. Gähn! Doch dann folgt der Knall: Statt Gold finden wir eine Höhle und ein mysteriöses Kristallportal, aus dem ein Schattenlord erscheint und dem armen Kapitän die Seele aus dem Leib saugt. Bäm, tot!

Eine Beerdigung und drei Wochen später wirkt ein gewisser Bones - Serienveteranen kennen den Kerl noch aus Risen 2 - seinen Voodoo über unserem Grab und stellt den Helden wieder auf die Beine. Zwar haben wir immer noch keine Seele (im Spiel übrigens »Geist« genannt, was die regelmäßige Bezugnahme auf die »Geistlosigkeit« des Helden unfreiwillig komisch macht), aber immerhin eine sehr persönliche Aufgabe: Während sich unsere Seele im Schattenreich befindet, müssen wir nämlich Angst haben, zu einem Schergen dieses Schattenreichs zu werden. Zumindest sagt Bones, dass wir davor Angst haben sollen. Spürbar wird das leider zu keinem Zeitpunkt, unser Held nimmt sein Schicksal mit der Teilnahmslosigkeit einer Parkuhr hin.



Verwirrende Freiheit

Nach dem mäßigen Start präsentiert sich Risen 3 aber gereift: Die vergleichsweise lineare Spielführung des zweiten Teils weicht der spielerischen Freiheit eines Gothic . Im Anschluss an das erste Gespräch mit Bones steht uns die gesamte Südsee offen. Das schließt übrigens die Insel der Diebe sowie die Nebelinsel ein, zwei Gebiete, die zum Release ausschließlich für Vorbesteller verfügbar sind. Um unseren Geist wiederzuerlangen, brauchen wir mächtige Magie. Suchen wir die zuerst bei den Eingeborenen auf Kila? Oder doch lieber bei den Magiern auf Taranis? Oder schauen wir mal bei den Dämonenjägern auf Calador vorbei? Die Freiheit ist groß.


Recycling: Diese Insel kennen wir schon aus Risen 2 (Alle Bilder PC-Version)

Recycling: Diese Insel kennen wir schon aus Risen 2 (Alle Bilder PC-Version)

Allerdings beißt sich dieser Ansatz mit dem seelischen Problem des Helden. Während wir über die Inseln streifen und eine im Grunde nebensächliche Aufgabe nach der anderen erledigen, könnte ihm das eigene Schicksal kaum gleichgültiger sein. Die Autoren versuchen zwar, durch regelmäßige Albtraumsequenzen im Schattenreich einen Spannungsbogen aufzubauen, bloß funktioniert das bestenfalls leidlich.

Legen wir uns nicht ins Bett, dann sind wir auch nie im Schattenreich unterwegs und können nicht mit bestimmten Geistern sprechen und ihnen magere Informationen oder die Position von Schätzen entlocken. Legen wir uns doch ins Bett (was aufgrund eines schier unerschöpflichen Proviantvorrats nur zur gezielten Zeitbeschleunigung notwendig ist - heilen können wir uns auch bequem unterwegs), dann empfinden wir die Albträume meist eher als lästige Unterbrechung.

Diese Inkonsequenz zieht sich durch die gesamte Geschichte, und einige Handlungselemente werden mit ganz heißer Nadel gestrickt. Warum etwa weiß Margoloth, das angeblich älteste (und vielleicht auch ekligste) Wesen der Welt, nichts über die Anwesenheit eines Schattenlords in der Höhle direkt nebenan? Andere Handlungsansätze wiederum verschenken viel Potenzial. So hätte der Konflikt zwischen Magiern und Inquisition genug Nährstoff für eine eigene kleine Geschichte geboten, bleibt stattdessen aber völlig belanglos.



Charakterlose Charaktere

War es im ersten, nur für PC erschienenen Gothic noch sehr erfrischend, dass Figuren in einem Computerspiel plötzlich ungeniert »scheiße« oder »Arschloch« sagten und damit den typischen High-Fantasy-Duktus des Genres konterkarierten, wirkt das beim sechsten Mal längst nicht mehr so originell. Zumal die zahlreichen Kraftausdrücke nicht kaschieren können, dass (fast) keine Figur - am wenigsten der namenlose Held selbst - eine Persönlichkeit entwickelt. Man könnte nahezu sämtliche Charaktere des Spiels in eine der folgenden drei Kategorien stecken: Kotzbrocken, Weicheier und Kotzbrocken, die in Wirklichkeit Weicheier sind.


Wie immer das Highlight: Das Erforschen der liebevoll gestalteten Landschaft!

Wie immer das Highlight: Das Erforschen der liebevoll gestalteten Landschaft!

»Hast du es schon mal mit ehrlicher Arbeit versucht?«, fragt der Held an einer Stelle einen dieser Kotzbrocken. Seine Antwort (»Wo ich herkomme, ist es ehrliche Arbeit, Leuten aufs Maul zu hauen.«) fasst das Dilemma von Risen 3 wunderbar zusammen: Hinter dem auf Krawall gebürsteten Humor steckt keine Tiefe, entweder mag man den derben Charme oder nicht. Auf das Dialogsystem wurde zudem noch ein unnötiges Moralsystem gesetzt. Sind wir lieb und nett, gibt's Pluspunkte aufs Seelenkonto, halten wir's mit boshafter Frechheit, purzeln die Punkte. Mit eingesammeltem Seelenstaub können wir uns die Menschlichkeit bei einem späteren Begleiter aber unkompliziert wieder zurückkaufen - was das System ad absurdum führt.

Die qualitative Berg- und Talfahrt der Story wird jedoch durch die Fraktionswahl abgefedert: Wir dürfen wahlweise Wächter, Dämonenjäger oder Voodoo-Pirat werden. Der Beitritt zu einer Gemeinschaft erschließt jeweils neue Fähigkeiten und Zauber, allerdings müssen wir ihn uns erst verdienen. Jede Fraktion besitzt eine eigene Karriereleiter, die wir durch das Erledigen von fraktionsspezifischen Aufgaben erklettern.

Werden wir schließlich befördert, erfahren wir die Befriedigung, die der eigentlichen Handlung weitgehend fehlt: das Gefühl, etwas Bedeutendes erreicht zu haben. Hier schlummert auch der Wiederspielwert von Risen 3, denn der Fraktionsbeitritt hat handfeste Auswirkungen auf die Spielweise, nach dem ersten Durchgang juckt es uns in den Fingern, die anderen Gemeinschaften auch noch auszuprobieren.

Kommentare

gelöscht
  

War erst überrascht, dass jetzt schon ein Test online ist. Wenige Sekunden später wurde mir sofort klar, dass es hier wieder ums neue AG Motto "copy & paste, wenn‘s geht" geht. Aber wurde ja schon angemerkt. Kann ich demnächst ja AG aus den Lesezeichen nehmen, da ich die GamePro ebenfalls drin hab. Und das obwohl Alex so versessen auf diese Spiele ist. Wäre sicherlich ein lustiger Test geworden. Aber so habt ihr die Ressourcen frei für... naja, also für die vielen anderen Berichte, Tests, Reportagen und Vorschauen, die ihr so macht... *hüstel*

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Lox1982
  

Konsolen port wäre was geworden auf PS4 und X1:)

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gelöscht
  

Zitat von Waffelsalat

Waffelsalat schrieb:

Vielleicht weil es keine %-Wertung ist und man Wertungen generell nicht einfach umrechnen sollte...



Falls du es noch nicht bemerkt hast, dies hier ist das Gamepro Review. Und selbst, wenn man nicht linear umrechnet müssten es 3 Sterne sein.

Warum äußert sich keiner von der AG Redaktion dazu?

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Mastodon
  

Zitat von Alexander Voigt

Alexander Voigt schrieb:

Würden wir gerne, aber wir verbringen soviel Zeit mit dem Lesen schwachsinnger Kommentare!



*gg* der war gut! =)

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Waffelsalat
  

Zitat von ne0182

ne0182 schrieb:

Frag mich echt wie Entwickler da ruhig schlafen können wenn ein spiel so nach optimierung schreit. Man macht sich ja hier wie auch zb. bei BF4 jahrelange harte arbeit zu nichte weil man aus irgend ei... komplettes Zitat anzeigen


Dieser Grund nennt sich Geld und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass kein Entwickler glücklich ist, wenn das Produkt technisch nicht rund läuft. Und sicherlich "wollen" sie auch keine Zeit auf Kosten der Qualität sparen, irgendwann "müssen" sie es einfach.

Warum sie sich aber -nach ihren bisherigen Versuchen- überhaupt noch mal an eine Konsolenversion gewagt haben, ist eine andere Frage :/

Zitat von Legion X

Legion X schrieb:

Verstehe euer Punkte System nicht, bei gamepro erhält das Spiel 70%, entspricht 70/100 oder 35/50 oder 3,5/5.

Warum also zwei Sterne? Müssten doch 3,5 sein.


Vielleicht weil es keine %-Wertung ist und man Wertungen generell nicht einfach umrechnen sollte...

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ne0182
  

Frag mich echt wie Entwickler da ruhig schlafen können wenn ein spiel so nach optimierung schreit. Man macht sich ja hier wie auch zb. bei BF4 jahrelange harte arbeit zu nichte weil man aus irgend einem grund auf den letzten paar metern zeit sparen will.

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Lupos09
  

Zitat von ne0182

ne0182 schrieb:

Bin mir grad nicht sicher ob meine xbox den geist aufgibt oder obs am spiel liegt^^. Bei jedem einzelnen Gegner den ich besiege oder Münze die ich aufhebe stockt das spiel für 1 Sekunde. Dasselbe be... komplettes Zitat anzeigen



von diesen Problemen haben schon mehrere Spieler auf anderen Seiten berichtet. Liegt am Spiel. Selbst eine Festplatteninstallation verhilft NICHT zur Besserung :(

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ne0182
  

Bin mir grad nicht sicher ob meine xbox den geist aufgibt oder obs am spiel liegt^^. Bei jedem einzelnen Gegner den ich besiege oder Münze die ich aufhebe stockt das spiel für 1 Sekunde. Dasselbe beim durchqueren von verschiedenen Gebieten. Auch ne möglichkeit Spielzeit zu schinden. Naja, zumindest kann ma so die Geile Grafik in ruhe geniessen.

so jetzt gehts mir besser^^, das Spiel macht einen leicht fertig.

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Lupos09
  

Dann bleibt es also doch dabei: PC-Version -> Smart-TV -> 360 Controller, hatte erst etwas Bedenken, ob es funktioniert, aber wie 2happy bestätigt hat, scheint es der Fall zu sein.

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KeksDose
  

Ich hab die 360-Version und sooooo unspielbar scheiße ist das Spiel auf keinen Fall. Jedenfalls zu empfehlen, die Finger von zu lassen, wenn man die PC-Version nicht spielen kann, ist totaler Unfug. Hier wird Spielspaß anscheinend komplett aus der Grafik abgeleitet, was bei einem Titten-Simulator vielleicht noch Sinn machen würde. Risen 3 macht aber auch mit Kantenflimmern, Tearing, Matchtexturen und Rucklern unheimlich viel Spaß.

Bin ich froh, auf solche Tests nichts mehr zu geben. Was ich alles verpassen würde, wenn ich auf solche Scheißmeinungen hören würde...nein, nein, nicht mit Keksi. Ich hab Spaß! :-)

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Datum:

15.08.2014, 15:24 Uhr

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Charakterlose Charaktere

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