Risen

Plattform: (PC, XBox 360)
Release: 02. Oktober 2009

User-Wertung:

Risen

Vor nicht mal einem Jahr kündigte Gothic-Schöpfer Piranha Bytes sein neues Projekt Risen an, auf das besonders hiesige Fans der Kult-Rollenspiele seitdem mit Spannung warten. Schon am 2. Oktober diesen Jahres soll das Werk aus deutschen Landen für den PC und auch für die Xbox 360 erscheinen. Höchste Zeit für handfeste Infos also. Eben jene haben wir für euch in unserer Vorschau zusammengetragen. Und die verrät: Gothic heißt jetzt Risen und Vorfreude ist definitiv angebracht.

Ja ja, es war schon ein Trauerspiel, als das langersehnte Gothic 3 im Jahre 2006 endlich in die Läden kam und von so vielen Bugs übersät war, dass nicht einmal die Starship Troopers ihnen hätten Herr werden können. Gegenseitige Schuldzuweisungen von Publisher JoWood und Entwickler Piranha Bytes konnten die Enttäuschung der Fans auch nicht lindern. Hierzulande kennt wohl jeder Videospieler die Konsequenzen aus der Geschichte: Beide Parteien haben sich im Streit getrennt und der Name einer großen Rollenspielreihe wäre um ein Haar niedergegangen. Doch heute wollen wir den Verlauf der Ereignisse mal von seiner positiven Seite betrachten. Denn immerhin stehen wir nun vor dem höchst erfreulichen Umstand, dass uns praktisch gleich zwei Gothic-Fortsetzungen und das auch noch beinahe zeitgleich in die Laufwerke flattern dürfen. Zum einen Arcania: A Gothic Tale, das offizielle Gothic 4, welches unter Federführung von Spellbound entsteht und im vierten Quartal von JoWood veröffentlicht wird, die immer noch die Lizenzrechte an der Reihe besitzen. Und zum anderen Risen, das die Väter der Serie persönlich erschaffen und bereits in drei Monaten unter dem Deep Silver-Label erscheinen soll. Letzteres erinnert dabei so unverkennbar stark an die martialische Gotik-Saga, dass man getrost die Titel austauschen könnte und keiner würde es bemerken. Für altgediente Gothic-Fans, die vor allem die ersten beide Teile zu schätzen wissen, dürfte es damit vielleicht sogar der interessantere Titel sein. Aber lest selbst.

Strandland

Wo David Lynch nur Filme dreht, die keiner versteht und AC/DC auch auf neuen Platten so klingen, als seien diese vor 30 Jahren aufgenommen worden, so gehört die Amnesie und der damit einhergehende Namensverlust des Helden, in Piranha Bytes Rollenspielen seit jeher zum guten Ton. In Risen strandet dieser nach einem Schiffsunglück auf einer ihm fremden Insel. (Obwohl, wer weiß das schon? Schließlich hat der Gute sein Gedächtnis verloren.) Das Eiland stellt die komplette Spielwelt dar und wird auf jeden Fall nicht mehr so groß sein, wie das Reich in Gothic 3. Vermutlich wird der Umfang etwa den des zweiten Serienteils erreichen. Die Landschaft ist diesmal etwas exotischer: Es gibt Palmen und dschungelartige Vegetation und ein gewaltiger Vulkan wirft seinen Schatten auf Städte und Wälder (symbolisch gesprochen). Auch die ansässige und meist feindliche Fauna erhält einen leicht tropischen Touch und zeigt sich vielgestaltig: Stachelratten, Wildschweine, Wölfe, Riesenskorpione, Donnerechsen und die gorillaartigen Schattenbestien fordern euren Waffenarm. Einige Exemplare scheinen direkt dem Gothic-Universum entsprungen zu sein. So erinnern die Seegeier sofort an Scavenger, Grabmotten sehen aus wie Blutfliegen und die Panzergrillen ähneln verdächtig den gefährlichen Minecrawlern. Trotz des dezenten Südsee-Anstrichs wird Risen den dreckig-realistischen Mittelalter-Look wahren, der von Fans so geschätzt wird und das Spiel wieder aus der Masse an kunterbunten Märchenwelten anderer RPGs herausheben dürfte. Was aber wohl auch einer der Gründe ist, warum die rauen Männergeschichten außerhalb deutschsprachiger Länder nicht so gut ankommen. Momentan macht die Grafik einen sehr detaillierten und stimmigen Eindruck, wenngleich sie wohl nicht ganz an die Pracht der aktuellen Grafikelite heranreichen wird. Vor allem die teils sehr steifen Animationen der etwas groben Charaktermodelle bedürfen noch der Nachbesserung. Doch egal ob Städte, fallengespickte Kerker, überwucherte Ruinen, Strände oder von Magma-Flüssen durchzogene Höhlen, Piranha Bytes wird - anders als etwa Bethesda in Oblivion - wieder sämtliche Gebiete von Hand formen, um eine möglichst natürlich wirkende Spielwelt zu erschaffen. In dieser werdet ihr es nicht nur mit wilden Tieren zu tun bekommen, sondern auch mit vermeintlich intelligenteren bzw. menschenähnlicheren Wesen, wie Ghulen, Skeletten, die Pfeilbeschuss wieder durch ihre Rippen gleiten lassen und dementsprechend nach einer Tracht Prügel mit dem Prügel verlangen, hüfthohen Gnomen, die gerne Leichen ausrauben und euch so um eure wohlverdiente Beute bringen, dicken Ogern, quasi ein Äquivalent zu den, in Risen nicht auftauchenden, Orks und selbstverständlich anderen Menschen.
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Gilden bilden

Ein gutes Stichwort, denn unser Held landet nicht allein am fernen Strand: Zwischen Schiffstrümmern und weniger lebendig angekommenen Besatzungsmitgliedern findet er eine überlebende Frau, der ihr helfen könnt, was zu einer Art Tutorial führt. Sehr bald kommt es dann zum nächsten spielerische Dèja Vu-Erlebnis, denn Gothic-typisch teilt sich die menschliche Bevölkerung der Insel in drei Gruppierungen, von denen ihr euch natürlich wieder einer anschließen dürft und müsst, um eines von drei unterschiedlichen Enden zu erleben. Da wären allen voran die Inquisition, welche ihren Stützpunkt in einer Vulkanfestung hat und über die Insel herrscht. Sie ist es auch, die eine Ausgangssperre verhangen hat und darauf achtet, dass niemand die Insel verlässt. Dann gibt es die Magier, die in der Hafenstadt hausen und sich mit der gnadenlosen Inquisition arrangiert haben, aber ihre eigenen Pläne verfolgen. Die Räuber aus dem Banditenlager stellen schließlich die Freiheitskämpfer in der Welt von Risen dar, die sich gegen das Joch der Herrscher auflehnen. Alle Fraktionen haben reichhaltige Aufträge für den Namenlosen, die sich oft auf verschiedenen Wegen lösen lassen und somit auch zu unterschiedlichen Belohnungen führen können. Um einer Fraktion beizutreten, müssen für diese bestimmte Aufgaben erfüllt werden. Die Entscheidung lässt sich aber auch später noch rückgängig machen, wenn ihr Missionen für eine andere Partei erledigt und somit wieder in deren Ansehen aufsteigt. Eine Mitgliedschaft hat exklusive Vorteile: So können zum Beispiel nur Anhänger der Magier-Gilde die drei Angriffszauber Marke Feuer, Eis und Magie (!) erlernen. Außerdem sind nur sie in der Lage Runen zu erschaffen, mit denen sich Zauber beliebig oft wiederholen lassen, während alle anderen auf Spruchrollen angewiesen sind, welche sie entweder als Lohn oder durch Plünderung erhalten oder sie mit den richtigen Zutaten und dem nötigen Talent selbst herstellen, die aber nach einmaliger Benutzung das Zeitliche segnen.
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Waffen schaffen

Neue Talente dürft ihr euch wieder bei den jeweiligen Lehrern aneignen. Dort könnt ihr auch eure Charakterwerte verbessern. Beides kostet Gold und Lernpunkte. Letztere erhaltet ihr beim Levelaufstieg. Die Palette der möglichen Fähigkeiten ist wieder vielseitig und nützlich, dürfte Veteranen aber teils auch sehr vertraut sein. So lassen sich mit dem Schürftalent überall zu findende Erzadern abbauen. Aus dem gewonnenen Rohstoff fertigt ihr per Schmiedekunst Waffen und diesmal auch Rüstungen, Helme und - durch Hinzufügen bestimmter Edelsteine - magische Accessoires herstellen, mit denen ihr individuell eure Widerstandskraft, etwa gegen Stichwaffen oder Feuerzauber verbessert. Mit Alchemiekenntnissen braut ihr leckere Tränke. Ausweiden erlaubt es euch erlegten Tieren Felle, Knochen, Krallen und dergleichen abzunehmen, die sich prima beim nächstbesten Händler verhökern lassen. Per Diebeskunst und Dietrich lassen sich Schatzkisten öffnen, für die ihr den Schlüssel natürlich gerade verloren habt. Dazu gilt es ein Minispiel zu absolvieren, bei dem die Richtungstasten in der richtigen Reihenfolge gedrückt werden wollen. Versagt ihr, geht ein Dietrich flöten. (Das dürft ihr euch ruhig bildlich vorstellen.) Alternativ lassen sich Passanten aber auch direkt um ihren Besitz erleichtern, wenn es euch gelingt sie dafür abzulenken. Die Standorte der Meister und Händler werden im Logbuch verzeichnet, welches ebenfalls alle relevanten Dialoge und Missionsziele auflistet. Eine Minikarte zeigt zudem die Positionen von Questgebern und anderen wichtigen Personen. Apropos Karte: Das Spielgebiet teilt sich in insgesamt vier Abschnitte, die nicht von Anfang an begehbar, sondern durch magische Barrieren (!) abgesperrt sind, was ich persönlich für eine eher plumpe Lösung halte. Gerade im Vergleich zu Gothic 1, dass es geschickt verstand, mein anfänglich zu ausschweifendes Fortkommen durch starke Gegner und die eigenen noch unterentwickelten Fähigkeiten zu beschränken, ohne künstliche Grenzen zu ziehen. Um die Barrieren durchschreiten zu können, braucht ihr sogenannte Portalsteine, die ihr natürlich nicht ohne die entsprechende Einsatzfreude erhaltet. Vorher gilt es alle Hauptmissionen in einem Bereich abzuschließen. Dann bekommt ihr nach und nach auch immer vollständigere Landschaftskarten, ohne die ihr euch auf der weitläufigen Insel vermutlich fix verlaufen würdet.
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Grübelnd prügeln

Um in dieser feindseligen Umgebung zu überleben, ist der versierte Umgang mit mittelalterlichem Kriegswerkzeug unerlässlich. Das Kampfsystem ist dabei - wie sollte es auch anders sein - auch von Gothic übernommen, wird aber verfeinert. Mit der Kombination aus Maus- und Richtungstasten teilt ihr verschiedenartige Schläge aus, blockt mit dem Schild oder der Waffe, könnt gegnerische Attacken aushebeln und später lange Kombos und Spezialangriffe vom Stapel lassen. Aber auch diese Techniken wollen erst mal beim jeweiligen Meister erlernt werden. In den Kämpfen soll es vor allem auf die richtige Einschätzung der gegnerischen Bewegungen und gutes Timing ankommen, denn die Kontrahenten werden ähnliche Möglichkeiten haben wie ihr und euren Hieben auch mal geschickt ausweichen. Dadurch werden sich die Scharmützel wohl deutlich taktischer und anspruchsvoller spielen als in manchen RPG-Klickorgie. Zur schnelleren Verfügbarkeit in brisanten Situationen, lässt sich unten im Bild eine Zugriffsleiste mit Nah- und Fernkampfwaffensets und allerhand nützlichen Gegenständen, wie Tränken oder Schriftrollen für Hokuspokus bestücken, die ihr dann fix über die Nummerntasten auswählen könnt.Das Magiesystem von Risen setzt nicht nur auf Brutzeln und Schockfrosten, sondern hat auch ein paar nette Spezialfähigkeiten zu bieten, die besonders bei den jetzt vermehrt auftretenden, kleineren Rätsel ihren Wert zeigen. So erlaubt es Telekinese weit entfernte Schalter umzulegen. Der Held kann sich in eine Schnecke verwandelt und so durch enge Ritzen schlüpfen. Oder er schwebt einfach über Abgründe hinweg. Alternativ könnt ihr auch auf profanere Methoden zurückgreifen und zum Beispiel mit der Spitzhacke brüchiges Mauerwerk einreißen. Sollte es doch mal an Kampfkraft fehlen, lässt sich zeitweise die eigene Stärke erhöhen oder ein kampfgeiles Skelett beschwören.
RisenIst euch aufgefallen wie oft in dieser Vorschau das Wort "Gothic" zu lesen ist? Nun, das dürfte wohl alles sagen. Risen klingt bis jetzt wie der Zwillingsbruder des hauseigenen Kultspiels. Damit allerdings auch nicht unbedingt originell. Die Entscheidungsmöglichkeiten und die Gilden, das Skillsystem, der Stil: Alles Stärken an denen das neue Abenteuer beinahe unverändert festzuhalten scheint. Doch wie immer gilt: Wozu etwas reparieren das nicht kaputt ist? Dabei könnte es sogar die wenigen Mängel der ersten beide Teile ausmerzen. Allem voran die gewöhnungsbedürftige Steuerung. Inwieweit Risen aber deren herausragendste Eigenschaft, nämlich die unglaublich lebendig und glaubwürdig wirkende Spielwelt, besitzt, lässt sich natürlich erst im Test sagen. Ebenso ist noch nichts darüber bekannt, wie sich die Xbox 360-Version spielt und wie spannend letztlich die Story wird. Aber alle bislang veröffentlichten Infos und Bilder lassen kaum Befürchtungen aufkommen, dass da noch was schief gehen kann. Außer vielleicht, dass das Spiel gänzlich bugfrei erscheint. Denn damit hatte die Reihe nicht erst seit Teil 3 zu kämpfen.

Kommentare

RaPe
  

Ich habe Zweifel, dass die Konsolenumsetzung ohne Macken kommt. F?r Piranha Bytes ist die Entwicklung f?r Konsolen ja vollkommendes Neuland.
Zum Gl?ck kann ich es mir aussuchen, f?r welche Plattform ich mir das Spiel hole.

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Jacuzzi
  

@ LookMyBullet
hab ads problem auch. ich glaub der player von areagames is ein wenig buggy...
hate es auch schon ?fter das das bild nich zum ton passte :(

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Lord_Arschbacke
  

Risen wird sicherlich das Rollenspiel Highlight des Jahres. Freu mich schon tierisch drauf. Sogar viel mehr als auf Gothic 4.

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spacerider12
  

kann ich euch nur zustimmen

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Spratz
  

Freu mich auch auf das Spiel!
Und was die Bugs angeht bin ich zuversichtlich, dass sie diesmal besonders darauf aus sind ein bugfreies Spiel abzuliefern.

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staatsfeind1234
  

Das Video ist irgendwie nicht komplett. Geht normaler weise l?nger als 39sec. Spiel wird hoffentlich richtig geil. AoC kommt doch sp?testens n?chstes Jahr f?r die Xbox360

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Xenob1te
  

ich habe auch das gef?kl das risen den konkureten gothic4 ziemlich alt aussehen l??t , eins von beiden wird bestimmt wieder nen fiasko sondersgleichen

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peppo70
  

Joar, RPG ist ja gut, aber ich will endlich mal ein MMORPG a la Age of Conan oder sowas ...

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Cabal2k
  

Nun ja, in einer der letzten Ausgaben der PCGames stand das Risen im April schon fertiger war als G3 am releasetag, dass will gutes verhei?en. Ich denke mal die Entwickler werden sich diesmal besonders ins Zeug legen, denn wenn Risen ohne spielspa?st?rende Bugs released wird wissen alle wer an dem Gothic 3 Fiasko Schuld war...und das w?re ganz schlecht f?r die Verkaufszahlen von Arcania - A Gothic Tale, was ja auch im vierten Quartal erscheinen soll und jetzt noch weitaus unfertiger ist als Risen es schon anfang April war!

Ich freu mich auf Risen, wird sicher ein klasse RPG!

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LookMyBullet
  

Lesen macht definitiv lust auf mehr...

Aber is das Video buggy?^^
L?uft bei mir 39 sek...Da spawnen dann 2 viecher zuletzt ins bild und dann is einfach aus?!Oo^^

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