Saints Row 4

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 23. August 2013

User-Wertung:

Bombastisches Finale: Saints Row 4 im Test

Wenn MMOs ihre letzten Stunden feiern, gibt es meist ein WORLD-END Event. Unser Test zeigt eine Apokalypse in der schlichtweg alles explodiert, die alten Regeln über den Haufen geworfen werden und in der sich alle treuen Spieler mit einem großen Bang verabschieden. Saints Row 4 ist ein World-End Event für Saints Row. Und was für eins.

Gerücht: Erste Hinweise auf Saints Row V aufgetaucht Gerücht: Erste Hinweise auf Saints Row V aufgetaucht Im letzten Jahr wurde mit Saints Row IV ja das Ende der Saints wie wir sie bisher kannten, eingeläutet - alles was danach kommt, soll in eine völlig andere Richtung gehen... Glückwunsch. Du gehörst zu einer Elite. Zu den Auserwählten. Und damit zu einer Minderheit. Zu den Leuten, die einen Test von Anfang an lesen und nicht sofort zum Fazit scrollen, auf die Wertung schielen und schnell einen Kommentar (wahlweise "Geiler Test, kauf ich" oder "Wieder völlig daneben AreaGames, testet lieber Wachsmalstifte") dazu posten. Aber hey. So richtig übel nehmen würde ich es dir Fazitspringer gar nicht. Der vierte Teil einer Spielereihe bringt naturgemäß wenig Überraschungen, vor allem wenn dessen Ursprung ein DLC-Paket namens "Enter the Dominatrix" für Saints Row 3 war, das allerdings parallel zum verzweifelten Überlebenskampf von THQ in einen Vollpreistitel verwandelt wurde. Einen Hype bildet eine solche Geburtsgeschichte nicht wirklich. Das muss Saints Row 4 allerdings auch nicht, richtet sich das Spiel doch vor allem (ich würde sogar behaupten, ausschließlich) an Fans der Reihe. Sollte der Leser also zu den Saints Row Jungfrauen gehören, dann gehe ich davon aus, dass er dafür bisher gute Gründe hatte und er nun auch nicht erwarten wird, dass der vierte Teil seine Einstellung zu den Saints ändern wird. Und Recht hat er. Daher schlage ich folgenden Deal vor: Wer weiter liest, sollte Saints Row 3 gespielt und gemocht haben. Trifft das nicht zu, kann man gleich zum Fazit springen. Oder gucken, wo man online billig Teil 3 schießen kann, egal für welche Plattform. Dann reden wir weiter.
Im Test: Saints Row 4Nun, nachdem wir Saints Row 3 Zocker endlich unter uns sind (prima, dass der erste Absatz die ganzen geschmacklosen Spaßbremsen vertrieben hat), was bietet uns Teil 4 denn nun knapp vier Wochen vor Release von GTA V denn neues? Okay, es war fies in diesem Test den Namen von Rockstars Mega-Sandbox-Monster fallen zu lassen, aber der Umstand das beide Spiele innerhalb von vier Wochen zum selben Preis erscheinen zwingt mich dazu. Auf dem Papier klingt es wenig spannend: Es geht zurück nach Steelport, dem Schauplatz von Saints Row 3. Das gesamte Spielgebiet ist damit mehr oder weniger bekannt. Natürlich gibt es einen großen Twist. Der "Player" und Chef der Saints ist mittlerweile zum Präsidenten der Vereinigten Staaten aufgestiegen. Viel Zeit, sein mit Pole-Dancing Stangen versehenen Amtssitz im weißen Haus zu genießen bleibt ihm nicht. Die Aliens des Zin-Imperiums, angeführt vom charismatischen Imperator Zyniak erklären der Erde den Krieg. Die klügsten und wichtigsten Köpfe des Planeten werden entführt, der Rest der blauen Kugel zerstört. Die ganzen VIPs des Planeten finden sich in einer holografischen Version von Steelport wieder. Natürlich lässt sich der Boss das nicht lange bieten und wird mit Hilfe von Kensie Kensigton aus der Simulation geholt. Tierisch sauer auf Obermotz Zyniak hat man jetzt nur ein Ziel: Rache für die Erde. Ab hier beginnt das große M&M Gameplay von Saints Row 4.
Im Test: Saints Row 4Mit M&M meine ich natürlich nicht die Schokolinsen. Sondern die beiden großen Vorlagen, die Volition für sein Spiel bis zum Umfallen plündert: Matrix und Mass Effect. Denn genau wie im Kinofilm Matrix finden sich die Entkoppelten auf einem entführten Raumschiff wieder, von dem aus sie sich jederzeit in die Steelport-Simulation einklinken können. Aber erst mal muss der Boss seine Crew zusammen kriegen. Und hier kommt Mass Effect ins Spiel. Denn nachdem man die einzelnen Crewmitglieder aus ihren persönlichen Alptraumsimulationen herausgeholt hat, wuseln sie als Besatzungsmitglieder über das gekaperte Raumschiff. Und als kleiner, wenig subtiler Seitenhieb zu Mass Effect kann man mit jedem Crewmitglied in die Kiste springen. Egal ob Mann, Frau oder Killerdrohne. Natürlich führt im Gegensatz zu Commander Sheppard meist ein Satz des Bosses direkt zum Sex. Wer kann charmanten Fragen wie "Hey, wanna fuck?" auch widerstehen? Doch die ehemaligen Saints Gangmitglieder sorgen auch für eine motivierende Struktur der Nebenmissionen. Denn erneut gibt es in Steelport jede Menge teils bekannter Nebenaufgaben zu bewältigen, die nun aber immer direkt zu Bonis führen, die man von seinen befreiten Kumpels wie Ben "Motherfucking" King bekommt. Oder Keith David. Ihr wisst ja, Saints Row. Da es sich bei dem neuen Steelport allerdings um eine Computersimulation handelt, macht es der Spieler einfach wie Neo. Er verändert die Matrix. Und bekommt dadurch Superkräfte. Die neuen Fähigkeiten wie Super-Sprint, Super-Jump, Stampfattacken, Eis und Feuerbälle verändern das Spielgefühl nachhaltig. Ähnlich wie in Prototype, InFamous oder Crackdown hüpft und rennt man nun durch die Gegend um allerdings genau das zu machen, was man in bisher jedem Serienteil gemacht hat. Auf möglich unterhaltsame Art hunderte von Aliens zu töten.
Der Umstieg auf einen Superhelden scheint sich allerdings nicht in allen Spielelementen wieder zu finden: So erscheinen Elemente wie Fahrzeug-Tuning und Gang-Ausrüstung wie überflüssige Wurmfortsätze der Vergangenheit. Ich habe ungefähr 10 Minuten der ganzen Spielzeit in einem Auto gesessen und das auch nur, weil es Teil einer Mission war. Gangmitglieder habe ich nie rekrutiert, weil ich mich entweder als Ein-Mann-Arme durch die Gegend geballert habe oder mir lieber Leute wie Pearce aus dem Telefonbuch geholt habe, die, wenn man ihre Loyalitätsmission abgeschlossen hat, ebenfalls über Superkräfte verfügen. Während es also durchaus noch viele Elemente gibt, die man direkt aus Saints Row 3 kennt (auch Nebenmissionen wie "Versicherungsbetrug", "Panzer-Zerstörung" und "Vip-Schutz") gibt es bei den Sammelobjekten viel neues. Fast zu viel. So liegen 1.200 Orbs über die Stadt verteilt, mit denen ihr eure Superkräfte aufleveln könnt (wobei knapp ein Drittel davon in 3er Packs gebündelt ist). Auf jeden Fall sorgt diese Unmenge an Orbs dafür, das kein Gang langweilig ist. Man sammelt halt auf jedem Weg etwas ein. Hier macht nicht jeder Gang schlank, sondern mächtig. Ansonsten könnt ihr noch Audio-Logbücher eurer Crew einsammeln, Zyniak-Statuen zerstören oder Teile es Text-Adventures sammeln, dass die Hintergrundgeschichte von Imperator Zyniak erzählt. Geschäfte können auch wieder übernommen werden, müssen diesmal allerdings nicht bezahlt werden, sondern mit einem Pipe-Mania Spiel "gehackt" werden.
Im Test: Saints Row 4Aber seien wir mal ehrlich. Das ganze Umhergespringe durch die aus Saints Row 3 bereits bekannte Stadt würde natürlich keinen Vollpreis rechtfertigen. Auch wenn es wieder Spaß macht, mit abgedrehten Waffen wie der Dubstep-Kanone auf Außerirdische zu ballern, ihre Außenposten auszulöschen und so die virtuelle Stadt wieder Stück für Stück zurück zu erobern. Aber hey, bis auf die auf die Sache mit den Superkräften habe ich das alles schon einmal gemacht. Glücklicherweise stopft Volition die Hauptstory mit derart viel abwechslungsreichen und abgedrehten Szenarien voll, dass sich der Spieler nie langweilt: Weltraumballereien, Mechs, äh, Power-Armors, Text-Adventures, Referenzen an TRON, 2D-Sidescroller Beat`em`Ups, ach ihr müsst es gespielt haben um es zu glauben. Der kreative Overkill der Hauptstory verbunden mit den vielen Fanservice-Elementen (kleiner Tipp: Johnny Gat) macht das Spiel für ein Fest für Serienveteranen.
Technisch ist das Spiel auf Xbox 360 und PS3 gerade noch okay. Die ganzen Superkräfte scheinen der Engine teilweise zu viel zuzumuten. So kommt es teilweise zu Ruckeleinlagen, wenn zuviele Explosionen auf dem Schirm sind und die Super-Sprints sind meistens schneller als der Textur-Buffer. Wer es schick und schnell haben will, greift eindeutig zu PC-Version, aber hey, wir sind hier die Heimat der Heimkonsolen. Überhaupt hat sich optisch eigentlich gar nichts geändert. Das Spiel sieht haargenau so aus wie Saints Row 3, die dunklere Farbpalette (in Steelport ist in der Simulation jetzt immer Nacht, nur nach dem Spielende kann man auch wieder die Tageszeit ändern und im Sonnenschein rumhüpfen) lässt es in manchen Szenen allerdings sogar farbarm und trist ausschauen. Allerdings nutzt Volition den Simulationsaspekt auch immer wieder für witzige und kreative Spielereien, die ich natürlich niemanden spoilern möchte. Daher nur zum Trost: Ihr seid natürlich nicht NUR in Steelport unterwegs. Erfreulicherweise ist nicht nur die Grafik auf dem Stand des Vorgängers geblieben, sondern auch die Synchronisation. Die englische Sprachausgabe ist perfekt und bietet viele witzige Dialoge. Wie gewohnt hat man die Wahl zwischen drei männlichen und drei weiblichen Stimmen und, kein Scherz, der Stimme von Nolan North. Wahnsinn, welchen Aufwand Volition in die Vertonung gesteckt hat. Immerhin gibt es neben hunderten von Dialogen ja auch diverse Gesangseinlagen der Helden. Krank. Aber geil.

Kommentare

WatchDog
  

Ich hab das Spiel noch immer eingepackt^^ lohnt sich das auch heute noch auszupacken ?

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Female Tengu_
  

Der Test spiegelt genau meine Erwartungen wider. Und deswegen werd ich mir das Spiel am Releasetag zulegen, inklusive einer Packung Wachsmalstifte :p
Es muss eben nicht immer ein GTA sein, damit man Spaß haben kann.

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Colton
  

echt, das wars? habe gar nich mitbekommen das Volition jetz mit der Saints Row-Reihe "Schluss" machen will ... :(
ich habs geordert am WE... hoffe es ist bald da :)

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Tsume
  

Geiler Test, kauf ich!
Aber für PC! :P

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Zocker 3000
  

Ich würde gerne wissen wie das ist, wenn man den 3. Teil zu 100% durch hat und dann durch Steelport des 4.Teil läuft. Denkt man dann nur "das habe ich schonmal gemacht" wenn man an jede Kreuzung kommt oder sagt man sich nur "kenn ich zwar irgendwie aber ist doch was anderes" ?

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wtfzn
  

Ich habe Saints Row 3 vor kurzem durchgespielt und es hat mich wirklich gut unterhalten. Trotzdem bin ich irgendwie nicht heiß auf den vierten Teil. Ich habe das Gefühl nach dem dritten habe ich aufgehört, als es am schönsten war.

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gelöscht
  

Schon lange vorbestellt und ich freu mich wahnsinnig drauf, ist halt genau mein Ding. Irgendwie passt es aber nicht zusammen, dass einerseits gesagt wird, dass das Spiel vor Abwechslung, kreativem Overkill und neuen Mechaniken nur so strotzt, es sich andererseits aber angeblich wie ein aufgeblähter DLC anfühlt (wovon in so ziemlich jedem Review zum Spiel, das ich bislang gelesen habe, das Gegenteil behauptet wird). Aber wurscht ;-)

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Jace
  

@Pommes:

Gibt doch nen ganz einfachen Grund dafür. Ich will mich halt nicht Spoilern lassen bzw. möglichst wenig wissen über ein Game das ich ohnehin spielen werde. WENN aber Areagames da ne 6/10 drunter gesetzt hätte hätte ich den Test dennoch gelesen um sicherzustellen dass ich nicht mein Geld zum Fenster rauswerfe.

Anders ausgedrückt: Ich lese nur Tests von Spielen die ich nicht haben will ;))

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camora
  

@MaxSchmerz
na dann schreib doch den anderen Text gleich da oben mit. Ich lese mir hier immer nur das Fazit durch. Das reicht mir. Ich will am besten immer nichts von der Story wissen. (war der smilie vorhin auch shcon da? wenn ja habe ich den übersehen und entschuldige mich)

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Pommes_mit_Mayo
  

Wie einfach alle als erstes mal nen Kommi hinterlassen :`D

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