Scorpion Disfigured

Plattform: (PC)
Release: 15. Dezember 2008

User-Wertung:

Scorpion Disfigured

Momentan haben Shooter-Freunde eher auf der Konsole zu lachen, sei es mit einem Killzone 2 oder Gears of War 2. PC-Besitzer schauen dagegen in die Röhre oder bekommen Gurken wie ein ShellShock 2 frech vor die Nase gesetzt. Dabei wünscht man sich doch einfach mal einen soliden Ballerspaß, ohne große Hardwareanforderungen wie ein Crysis. Da kommt ein Scorpion von Atari ganz recht. Der Low-Budget Shooter kopiert frech aus anderen Genres und weiß vor allem durch Mittelmäßigkeit zu überzeugen.


BioCrysis

Anders als in Deadly Creatures für die Wii ist Scorpion nicht etwa das giftige Kriechtier, sondern der Codename eines Mannes, den zufällig WIR steuern dürfen. Er erzählt die gesamte Story des Spiels, das euch knapp 8 Stunden beschäftigen wird, aus dem Off, während ihr das Geschehen auf dem Bildschirm so lenkt, dass er sie weiter erzählen kann. Seid also kein Geschichtenverderber, sondern brecht in den Komplex einer großen Firma ein, die, Überraschung, ein Virus hergestellt hat, das, noch einmal Überraschung, Menschen in höchst aggressive Kreaturen verwandelt. Wunderbar, Resident Evil ick hör dir trapsen. Egal, wir stehen vor einem großen Abwasserrohr, bekanntermaßen der beste Einstiegspunkt, um einen von zahlreichen Sicherheitsmännern bewachten Komplex zu infiltrieren. Scorpion wird natürlich nicht wehrlos ausgesetzt, sondern steckt in einem Anzug, der doch SEHR stark an den Nanosuit aus Crysis erinnert. Mithilfe dieses Dings, das den Gegenwert einer ganzen Armee besitzt, bekommt Scorpion Zugriff auf besondere Fähigkeiten. So kann man Gegenstände per Telekinese zu sich bewegen, oder Gegner kontrollieren, die dann umstehende, ehemalige Kameraden angreifen. Diese Komponente hat sicherlich BioShock und seine Plasmide zum Vorbild. Jeder dieser Fähigkeiten könnt ihr durch das Finden von bestimmten Items dauerhaft verbessern, so hält der Zeitentschleuniger (auch unter dem Namen Bullettime bekannt) 25 Prozent länger oder die Telekinese besitzt eine größere Reichweite.
Scorpion Disfigured

CrysisShock

Für jeden Abschuss bekommt man Erfahrungspunkte, die auf einem Balken am oberen Bildschirmrand dargestellt werden. Ist die Anzeige voll, bekommt man einen Punkt, den man entweder darin investiert, dass man mehr Lebensenergie hat, oder aber man verbessert die Genauigkeit seiner Waffen, von denen es 6 im Spiel gibt, pro Punkt um 10 Prozent. Ich habe mich extra dafür entschieden, keinen der Punkte zu verbrauchen. Das liegt zum einen daran, weil ich der Typ Spieler bin, der immer bis zum Schluss eines Spiels wartet, weil er glaubt, die Punkte sind am besten in der "letzten Waffe", die man findet, aufgehoben, und zum anderen daran, weil ich wissen wollte, ob man auch ohne diese Mechanik durch Scorpion kommt. Ich kann euch beruhigen, ihr könnt den Shooter auch ohne die Vergabe von Punkten bewältigen. Ohnehin finde ich es ein wenig schwachsinnig, in die Genauigkeit einer Waffe investieren zu müssen. Schöner wäre ein Schadensbonus oder ein vergrößertes Magazin gewesen. Und auch wenn man eine Waffe um 50 Prozent genauer macht (das Maximum) ist sie immer noch verdammt ungenau. Das führt dazu, dass man bei Schusswechseln aus der Distanz zwangsläufig den Kürzeren zieht. Erst mit dem Erwerb des Scharfschützengewehrs hat man eine wirklich Chance Gegner aus der Ferne zu erledigen. Meines Erachtens ist dieses Teil aber fast schon zu übermächtig, da es den Großteil der Gegner mit nur einem Schuss erledigt. Bis dahin, und auch im restlichen Verlaufe von Scorpion war die Schrotflinte meine bevorzugte Waffe. Mit ihr ausgerüstet stürmte ich auf meine Gegner zu und erledigte sie quasi im Nahkampf. Die anderen Waffen wie die Schnellfeuergewehre sind einfach zu ungenau, zu schwach und verziehen gewaltig. Hier stimmt die Balance eindeutig nicht.
Scorpion Disfigured

Waffen, die man nicht kriegen kann

Gelangweilt ist man höchstens von der Gegnervielfalt. Denn IMMER nur gegen einen Typen mit einer Axt oder Männer in Schwarz zu kämpfen, ist auf die Dauer eintönig. Ok, ab und zu gibt es ein paar Hunde, Kerle mit Flammenwerfern (sechs im gesamten Spiel), Kerle mit Raketenwerfern (einer im ganzen Spiel) und Kerle mit Mini-MGs (drei im ganzen Spiel) und ein paar Kampfroboter, aber die tauchen alle so selten auf und sind eben so leicht zu besiegen, dass man das Gefühl hat, immer gegen das gleiche Ungeziefer zu Felde zu ziehen. Jetzt könnte man meinen, dass man die Waffe eines Typens mit Raketenwerfer nach einem intensiven Gefecht für sich beanspruchen kann - nix da, die Entwickler scheinen eine sadistische Ader zu besitzen und all die coolen Waffen, die man sich als Shooter-Fan wünscht, dem Spieler vorzuenthalten. Keine Minigun, kein Raketenwerfer und kein Flammenwerfer. Stattdessen wird man mit langweiligen Schnellfeuergewehren und einer Shotgun versorgt. Selbst das Jagdgewehr mit Laserpointer, das einige Infizierte mit sich herumschleppen, bleibt quasi zur Verhöhnung liegen und lässt sich nicht in das Inventar aufnehmen.
Scorpion Disfigured

Technisch solide

Während man sich durch die zwei Gegnertypen durchballert, wird die Story ständig weitererzählt. Zum einen durch die Erzählerstimme Scorpions aus dem Off und zum anderen durch die Frau in unserem Ohr, die uns ständig mit Informationen versorgt. Hier muss ich anmerken, dass die Synchronsprecherqualität absolut top ist. Hier hat Wolfgang Walk, Produzent von Scorpion, uns nicht zuviel versprochen. Leider wird diese Qualität durch enorme Soundprobleme zunichtegemacht. So hörte die an sich gelungene Hintergrundmusik nach dem ersten Gefecht plötzlich auf, sodass man nur noch Geräusche wie Schüsse oder Stimmen hörte. Erst beim Laden eines neuen Levels kehrte die Musik wieder zurück, nur um nach dem nächsten Schusswechsel wieder zu verstummen. Das ist wirklich ein Atmosphärekiller. An anderen Stellen waren die Sprecher auf einmal viel zu leise, während die Musik laut aus den Boxen schallte. Wir hoffen, dass die Jungs von B-Cool das per Patch noch beheben. Genau wie zahlreiche andere Bugs. Scorpion speichert zum Beispiel nicht eine veränderte Steuerung (die Voreingestellte ist einfach nur Murks), ab und zu blieben Gegner an unsichtbaren Ecken hängen, und wenn man besiegte Gegner untersuchte, erschienen plötzlich jede Menge Granaten. Sehr merkwürdig, aber nichts, was das Gameplay wirklich stört - bis auf den Soundbug. Grafisch kann man den Entwicklern nur ein Kompliment machen. Wenn man bedenkt, was sie für ein geringes Budget hatten, haben sie wirklich alles aus ihrer eigenen Engine geholt. Das heißt jetzt aber nicht, dass Scorpion ein optisches Meisterwerk ist. Es sieht für die Verhältnisse gut aus und wäre vor 3 Jahren sicherlich das Nonplusultra gewesen. Im Jahr 2009 dagegen wirkt alles ein wenig zu grau in grau, die Gebäude des Komplexes überzeugen durch Eintönigkeit, nur der persönliche Bereich des "Pharaos" (wer das ist, müsst ihr gefälligst selber herausfinden) vermag durch optische Vielfalt zu gefallen und später noch eine Episode im - aber wir wollen nicht zuviel verraten.
Scorpion Disfigured

Netter Shooter für den schmalen Geldbeutel

Kommentare

BamMargera
  

Naja is wohl nix besonderes bleib ich wohl lieber bei F.E.A.R 2
Mfg

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