Silent Hill: Downpour

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 15. Februar 2012

User-Wertung:

Test: Silent Hill: Downpour

Es ist wie verflucht! In letzter Zeit sorgten traditionsreiche Marken wie Ninja Gaiden, Twisted Metal und Resident Evil für herbe Enttäuschungen. Nun ist das Survival-Horror-Genre an der Reihe und schickt einen altbekannten Vertreter ins Rennen. Für den neuesten und achten Serienableger der Silent Hill-Serie hat Konami den tschechischen Entwickler Vatra Games verpflichtet. Ob Downpour einen Grund liefert, bei dem immer schöner werdenden Wetter Zeit mit der Heimkonsole zu verbringen, verraten wir im Test.

Murphy Pendleton ist nicht der Erste. Schon vor ihm quälten sich zahlreiche verlorene Seelen durch die Horrorstadt Silent Hill mitten ins Verderben. Der Sträfling Murphy Pendleton kommt durch einen verunglückten Gefangenentransport in das Randgebiet des höllischen Ortes. Da die Polizei nach ihm sucht, verschlägt ihn seine Flucht nach Silent Hill. Für den Weg nach Silent Hill muss man eine ordentlich Portion Geduld mitbringen, denn die ersten Stunden des Spiels sind erschreckend linear und unfassbar zäh. Es gibt nichts zu entdecken und Atmosphäre kommt schon gar nicht auf. Die Sympathie für den Protagonisten hält sich extrem in Grenzen und man fühlt sich nur lose mit ihm verbunden. Substanzloser sind nur noch die steifen Nebenfiguren, die Geschichten erzählen, die keinen interessieren. Begleitet wird das Game durch herbe technische Schnitzer, die den Spielspaß so heftig trüben, dass die ersten Zocker nach kurzer Spielzeit sicherlich aufgeben werden. Ruckler und Tearing saugen in unangenehmer Häufigkeit die Atmosphäre aus dem Titel heraus und lassen nur wenig Spannung aufkommen. Dazu gesellt sich aufploppender Nebel, Kantenflimmern, nachladende Texturen und eine wackelige Framerate in den Zwischensequenzen. Frust macht sich breit, sobald man nach einer Cutscenes vergeblich die Waffe in seiner Hand sucht. Stühle ragen in Wände hinein und warum zum Teufel schließen sich einige Türen automatisch und andere nicht?!
Test: Silent Hill: DownpourDa Silent Hill zu den Vetretern des subtilen Horror zählt, wird Action erst einmal ganz klein geschrieben. Darum gibt es nur selten Begegnungen mit einzelnen Gegnern, vor denen man lieber wegläuft, statt sie zu bekämpfen. Leider ist das Kampfsystem so altbacken und träge, dass man aus Angst flieht, die Steuerung benutzen zu müssen. Neben Angriffen, kann Murphy auch blocken, was im Übrigen so gut funktioniert, wie ein vierblättriges Kleeblatt in Silent Hill zu finden. Der Protagonist kann dabei immer nur eine Waffe tragen, die er in seinem Umfeld findet, darunter dicke Steine, Harken oder Feuerlöscher. Die Objekte nutzen sich bei Gebrauch ab und zerbrechen möglicherweise während des Kampfes, was zu einer ungünstigen Wendung zu Lasten des Spielers führen kann.
Was mich beim Überlebenskampf immens stört, ist das fehlende Trefferfeedback. Vor den Feinden hat man sowieso keine Angst, da sie konsequent recycelt werden, sodass man sich nie auf einen anderen Gegnertyp einstellen muss. Wird Murphy dann doch in einen Kampf verwickelt, fällt schnell der homogene Ablauf des Schlagabtausches auf. Blocken bringt nichts, also prügelt man konsequent auf den Schlag-Button. Ärgerlich wird es, wenn Tastenbefehle verschluckt werden oder die Kamera rumzickt. Spielt man mit dem Schwierigkeitsgrad "Normal", gestaltet sich die Erkundung der Umgebung recht angenehm und ohne all zu große Komplikationen. Gleich zu Spielbeginn lässt sich der Schwierigkeitsgrad für die Rätsel als auch die Kämpfe einstellen, dieser reicht von "Leicht" über "Normal" bis "Schwer". Auch beim Speichersystem sollte man offen für "Altes" sein, denn das Spiel speichert an fest vorgegeben Stellen, von denen Murphy bei Neubeginn startet. Und nicht nur die Abstände der Speicherpunkte stören, daneben verrät das kleine Ladesymbol in der Bildschirm-Ecke jedes Mal, dass etwas Großes bevorsteht. So nimmt das "Hey, ich speicher mal kurz, weil gleich eine ganz wichtige Stelle kommt"-System völlig den Kitzel aus dem Spiel.
Doch dann erreicht man Silent Hill …
… und es wird nicht besser. Die Spielfläche ist zwar größer - aber nicht viel interessanter. Zwar kommen nun zahlreiche Nebenquests hinzu - aber so richtig spannend sind die auch nicht. Hier steht es dem Spieler offen z.B. einem Obdachlosen etwas zu Essen zu beschaffen, verlorene Gemälde zu finden oder Polizeistreifen ins Revier zurückzurufen. Was durchweg gut funktioniert und reizvoll designt wurde, sind die Rätsel. Die präsentieren sich immer schön knackig aber logisch und gehören zu den Stärken von Downpour. Allerdings wird auch Silent Hill von Klongegnern bewohnt und die technischen Macken regieren das Horror-Kaff. Während man semi-gelangweilt durch die Stadt pilgert, um ein sicheres Plätzchen zu finden, stößt man doch immer wieder auf kleine Höhepunkte. Grundsätzlich gehört die Erkundung verlassener Rumpelbuden zum Besten, was der erste Abschnitt des Titels zu bieten hat. Eindringlich macht sich Beklemmung breit, wenn man durch vermüllte Flure schreitet und hinter jeder Tür das lauernde Grauen erwartet. Blasses Licht scheint durch die vermoderten Fenster und durchbricht die staubige Luft. Wenn dann noch eine knarzige Treppe in den Keller führt, der so dunkel ist, dass man nur mit einer Taschenlampe vorwärts kommt, stellen sich langsam die Nackenhaare auf. Abgeranzte Möbel werfen bedrohliche Schatten durch den Raum und eine wimmernde Männerstimme rundet das Grusel-Feeling ab. Auch die schimmeligen Burger, die als soziale Netzwerke für Fliegenschwärmen fungieren, sind liebevoll platziert (auch wenn sie in jedem Haushalt gleich aussehen).
Test: Silent Hill: DownpourTest: Silent Hill: DownpourDie Silent Hill-Serie hat bereits einige Jahre auf dem Buckel und durch die Tradition stellt sich eine gewisse Ermüdung ein. Man weiß mittlerweile, was die gescheiterte Figur in Silent Hill erwartet. Deshalb ist Downpour in den ersten Stunden einfach nicht gruselig. Der subtile Horror kriecht wie eine alte zahnlose Schlange heran, die Vampirgebisse aus Plastik immer noch für einen derben Schocker hält. Die plumpen "Schreckensmomente" wie an den Zaun springende Hunde oder hervorpreschende Krähen gehören zum Grundrepertoire. Die Erkundung Silent Hills ist sicherlich eine Schlüsselstärke des Titels, allerdings will der Entdeckerdrang gepaart mit dem Bedürfnis einen sicheren Ort zu finden, nicht so recht auf mich überspringen. Nach und nach arbeite ich mich durch die einzelnen Viertel von Silent Hill - doch auch rund vier bis fünf Stunden später bleibt Downpour unspannend … und dann kommt er ... ganz unerwartet und leider verspätet: Der Knackpunkt, ab dem das Spiel endlich Fahrt aufnimmt. Wer es bis hier schafft, wird endlich belohnt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und man hat das Gefühl, dass es so etwas wie eine Geschichte gibt und man endlich einem roten Faden folgt. Der Charakter Murphy bekommt plötzlich Substanz und das Bedürfnis mehr über ihn zu erfahren wächst. Endlich erhält man von Murphy ein emotionales Feedback auf die Geschehnisse und der Protagonist gibt sich fortan seiner Angst und seiner Verzweiflung hin. Sogar die Nebenfiguren werden jetzt interessant und verleihen dem Spiel mit ihren absurden Dialogen den nötigen Grusel-Glamour.
Ab diesem Punkt kann man das Spiel nicht mehr mit der ersten Hälfte vergleichen, bis auf die technischen Macken, die bleiben. Die neuen Umgebungen werden stimmungsvoller, bieten mehr Abwechselung und kommen verstärkt im surrealistischen Design daher. Man flieht vor leuchtenden Kugeln, die alles in sich aufsaugen und wird von an die Wand genagelten Torsi mit Blut bespuckt. Es kommt immer öfter zu Wechseln zwischen der Anderswelt, Erinnerungen und Fiktion, sodass man sich ernsthaft fragt, wie das alles enden soll. Die Rätsel sind noch besser, werden stellenweise sogar imposant inszeniert, und so langsam wird es auch gruseliger. - An dieser Stelle sei vermerkt, dass Zocker, die Kinderthematiken in Horror-Games nicht vertragen Abstand halten sollen. Es gibt durchaus Szenen, die sich nahe an der Grenze des guten Geschmacks bewegen und anstößig erscheinen können. - Die Beklemmung ist nun allgegenwärtig. Leider steigert sich der Action- bzw. Kampfanteil in der zweiten Hälfte, womit sich der Titel durch die unsaubere Technik und der trägen Steuerung keinen Gefallen tut. Auch grafisch kann Downpour in der zweiten Hälfte etwas mehr bieten, wobei klar festgehalten werden muss, dass die optische Qualität schwankt und etappenweise sehr unfertig wirkt. Nach rund neun Stunden findet Downpour sein Ende, das mehrere Auflösungen bereithält, je nachdem wie man sich während des Abenteuers verhalten hat. Die Aufschlüsselungen des Finales fallen extrem unterschiedlich aus und können bodenständig als auch völlig absurd sein.
Silent Hill: Downpour dürfte lediglich die Grundbedürfnisse loyaler Serienfans im Ansatz befriedigen. Der ermüdende Leerlauf in den ersten Stunden wird Neuzocker fernhalten und auch Fans auf eine knackige Probe stellen. Sowohl technisch als auch von der Präsentation wirkt Downpour veraltet und kann kaum mit frischen Ideen punkten. Gerade die omnipräsenten technischen Macken, schränken die Entfaltung der Atmosphäre ungemein ein und machen die Einkehr in das Kultstädtchen Silent Hill weniger zu einem Vergnügen. Dazu kommen die träge Steuerung sowie das altbackene Kampf- und Speichersystem, was beim Zocken für Frust und Ärger sorgt. Erst nach einigen Stunden beginnt der Titel endlich zu leben und entfaltet sein solides Grundgerüst. Serienkenner genießen sicherlich den Nostalgie-Faktor der traditionsreichen Stadt; Neuzugänge werden nur schwer den Zauber von Silent Hill verstehen.

Kommentare

specialdes
  

ich seh das genauso... keine ahnung was hier abgeht aber wenn man das spiel so bewertet hat mans entweder gar nicht gespielt oder das spiel ist für den tester zu anspruchsvoll... die bewertung ist in keinster weise gerechtfertigt und absolut lächerlich...!

die Grafik ist gut, die Atmo ist super, derbst viele Details ( Lichtbrechung, Schattenwürfe, Texturen gut, Blätter, Wasserschwingungen, Nasse Kleidung wenn man im Wasser war, Super Sound, Steckdosen die aus Wänden gucken an denen Kabel hängen, Werkzeug das in Schubladen liegt wo vl zehn behälter sind, Deutsche Schriften auf vielen Plakaten, Bezüge zu den alten Silent Hill Teilen, Interaktivität wie z.B. Münzeinwurf bei Ferngläsern + Sidegags, Verschiedene Maserungen auf dem Holz, Schönes Wasser, etc etc etc... )

Man hat nebenmissionen die einem wirklich etwas bringen, aber nie störend eingeworfen werden, man kann extra munition, waffen etc bekommen, man muss überlegen bei welchem Gegner man welche Waffe nutzt etc.... Es gibt unzählige kleine Sidequests, die Hintergründe aufdecken ich möchte nur mal grob auf das Schallplattenspielerrätsel hinweisen <3!!!!!

Das Spiel ansicht hat einfach eine gute und beklemmende Atmosphäre. Es wecheslt sich gut ab mit SChockmomenten, Kampfszenen und Entdeckungsetappen, was eigentlich immer die Aspekte waren, die Silent Hill ausgemacht haben, dazu natürlich noch eine super Story!

Wer den Test hier bei AG liest, muss ja denken das wäre das letzte Hinterhofgame.... also bitte....

Die Tests lassen wirklich in letzter Zeit sehr zu Wünschen übrig... wenn die News jetzt noch eingeschränkt werden und bald nur noch die RegelnummerZwei Ballerei kommt, werd ich AG wohl abschreiben...

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KING_BAZONG
  

So, bin durch und bleibe dabei: 5 von 10 ist ein Witz !
Downpour ist ein klasse Silent Hill geworden (jedenfalls besser als die Teile 3 und 4) und bekommt von mir um die 85 %.

Natürlich hat es Negativpunkte, wie die schlechte Kampfsteuerung, die Ladezeiten, das teilweise Geruckel usw.
Aber auch positive Aspekte wie der Sound, die Musik, einige wirklich subtile Horroreffekte (grafisch wie soundtechnisch), die Umgebungen (Bibliothek, Waisenhaus, der schummrige Hafen-Part,...), etliche begehbare Appartements/Häuser in der Stadt, die Story (wieder mal), die 14 (!!) Sidequests (hab nur 3 erledigt), 5 Endings usw.

Tests sind halt auch nur subjektive Meinungen.

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Himmbert
  

@Kohlenstoff
billige Ego-oder 3rd Person Shooter bekommen von Areagames immer eine bessere Wertung als andere Spiele. Es reicht aus wenn das Spiel gut aussieht, auf gameplay wird hier einfach weniger wert gelegt.
hör mal den Podcast dann weisst du ziemlich schnell das grade der Chefredakteur wert auf Grafik und nicht auf Gameplay legt.
Trotzdem ist die Website sehr informativ und der Podcast immer sehr unterhaltsam. Nur den Test teil lese ich nie
gr.
Himmbert

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Kohlenstoff
  

kommt immer drauf an wie man Spiele testet...ich wette bei dem Mistgame Mass Effect haben sie alle mit Chips in der Hand auf der Couch gelungert und sich gegenseitig hochgejubelt...Schimpansen-effekt...am Ende bekam das Wichsspiel eine 9/10 (lächerlich)
Silent Hill hat sicherlich nur eine Person gespielt, lonely allein Daheim während sich die Eltern wohl noch über finanzielle Probleme gestritten haben...ergo kam eine 5/10 bei raus..

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KING_BAZONG
  

Nach nun etwas ?ber 8 Std. Spielzeit muss ich doch sagen, dass der areagames-Test v?llig daneben ist.
5 von 10 ist v?llig ?berzogen negativ.
Downpour ist ein gutes Silent Hill und auch ein gutes Horrorgame. Homecoming stufe ich zwar klar besser ein, aber 5 von 10 ist doch ein Witz.

Kann ich nicht nachvollziehen.

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ps3hero
  

die user geben auf amazon.de 4,5 von 5 sternen. ich denke viele magazine strafen das spiel ab wegen der technischen mängel, aber viele user scheint das nicht großartig zu stören.

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Kohlenstoff
  

@Johnboy...schon in der Einleitung steht dass das Spiel nicht direkt in Japan entwickelt wurde...was soll man anderes sagen als Vollidiot?..keinen Satz gelesen im Test und nur auf die Bewertung schielen...lauter Trottel hier echt...

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metropolisstreetracer
  

@Nils:
Ja, es ist schon ok, aber die Drift-Steuerung nervt echt. Gerade bei einem 100% arcadigen Funracer hätte ich mir eine unkomplizierte Steuerung a'la Burnout gewünscht. Spass haben kann man damit - aber zum Vollpreis würde ich es mir nicht nochmal kaufen.
Naja, back to Topic ;-)

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Nils Lendeckel
  

Ich habe seit gestern auch Ridge Racer und finde es OK, nur mit dem driften komme ich noch nicht klar. Ist ein Hybrid aus Split/Second und Burnout ;)

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metropolisstreetracer
  

Hmmm, irgendwie wird das zur Zeit nix mehr mit den guten Games :-(
Falls es jemanden interessiert: hab mir gestern das neue Ridge Racer geholt und das bleibt auch extrem hinter den Erwartungen zurück: Grafik mau, Steuerung mies....

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