Singularity

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 24. Juni 2010

User-Wertung:

Singularity

Das nennen wir solide: In diesem Jahr feiert Entwickler Raven bereits seinen 20. Geburtstag. Und während sich andere Studios während so einer Zeitspanne entweder im Jahresrhythmus auflösen, um sich anschließend mit einem cooleren Namen neu zu gründen oder schlimmer noch, lediglich Xbox 360 Avatare basteln und ihre Firmenlogo umgestalten, herrscht bei den Raben noch solide Handwerkszunft. Passend zum Geburtstag melden sich die Shooter-Veteranen mit Singularity, einem rundum gelungenen Actionspiel zurück, der zwar keine Innovationen mitbringt, dafür aber eine sehr schmackhafte Mischung geliebter Spielelemente bietet.


Worum geht’s?

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines US-Soldaten, der im Jahr 2010 zu einer kleinen russischen Insel geschickt wird, aus der seltsame Strahlungsphänomene gemeldet werden. Der Anflug via Helikopter verläuft wie in solchen Spielen üblich, soll heißen, ausgesprochen ruppig: Der Heli stürzt nach einer plötzlichen EMP-Welle ab, der Spieler schafft es gerade noch aus dem Wrack zu klettern. Mittlerweile hat man echt Probleme, sich an Spiele zu erinnern, wo man normal aus einem sicher gelandeten Helikopter aussteigt. Von Daniels Helikopter-Phobie ganz zu schweigen. Praktischer Weise ist man ziemlich genau an den Docks der Insel genotlandet, so das man sich nach ein paar Schritten in einem Gebäudekomplex mit dem Sinn der Anlage vertraut machen kann. 1955 haben die Russen auf diesem Eiland nämlich das Element 99 entdeckt, eine Substanz, die es nur dort gibt und die vielfältig einsetzbar ist: Als Energiequelle, Zeitmanipulator oder Mutagen. Schaut man sich aber den Zustand der Anlage an, stellt man schnell fest, das vor 55 Jahren wohl alles nicht so glatt gegangen ist. Alles wirkt zerfallen und staubig, quasi ein Rapture ohne Wassereinbruch.
Doch als Spieler ist man keine 20 Minuten unterwegs, als man durch einen seltsamen Riss im Raum-Zeit Kontinuum in das Jahr 1955 gesaugt wird. Und obwohl der Abstecher nur kurzer Natur ist, reicht die Zeit um einen verletzen Mitarbeiter aus einem brennenden Büro zu retten. Wieder in die Gegenwart zurückgekehrt, zeigt sich, dass zuviel Nächstenliebe auch verkehrt ist: Man hat ausgerechnet einen russischen Mini-Hitler gerettet, der dank seines Überlebens nun mit E99 die Weltherrschaft übernimmt. Es bleibt also am Spieler, die Insel lebendig zu verlassen, sich dabei mutierten Einwohnern und Soldaten des neuen russischen Weltreiches zu erwehren und gleichzeitig noch in die Vergangenheit zu reisen um die Geschichte seit 1955 wieder in die richtige Bahn zu lenken. Es gibt also viel zu tun.
Singularity

Ein Shooter der alten Schule

Singularity ist ein Egoshooter. Wer Wolfenstein, Ravens letztes Spiel, gezockt hat, wird sich schnell wieder an die eigenartige Oldschool-Steuerung erinnern, die auch Singularity inne wohnt. Hier wird sich noch gebückt, wenn man beschossen wird. Kein automatisches in Deckung kriechen. Kein Autoaim. Keine Lebensernergie, die sich regeniert, wenn man sich lange genug hinter einer Holzkiste versteckt. Stattdessen drei Schwierigkeitsgrade, bei dem schon der "normale" angenehm fordernd ist. Stattdessen klassische Healthkits. Bequem durch ein Waffenarsenal von 12 Knarren scrollen, die ihr in eurem Zauberrucksack habt? Nicht mit diesem Spiel, Sir. Zwei Waffen eurer Wahl habt ihr dabei, sonst nichts. Aber auch wenn Raven eindeutig die hartgesottenen Core-Gamer im Auge hat, ist man sich nicht zu schade, sich quer durch den Gemüsegarten bei anderen Spielen zu bedienen. Vor allem Bioshock und Half Life 2 fallen dabei ins Auge. Statt Plasmiden findet der Spieler nach knapp einer Spielstunde das ZMG. Das Zeitmanipulationsgerät. Nicht nur, dass man mit dem schicken Geräte Gegenstände, die mit E99 gebaut worden sind, rapide altern lassen kann, mit der handlichen Armwaffe kann man auch Gegenstände durch die Gegend schweben lassen, wie es die Gravity Gun bereits vor Jahren vorgemacht hat. Außerdem im Funktionsangebot: Eine Zeitblase, in der alles langsamer abläuft, und eine Schockwelle, die Gegner von euch wegstößt.
All die Funktionen des ZMG werden vor allem für kleinere Rätsel genutzt. So müssen Kisten oft via Zeitmanipulation verkleinert werden, damit sie durch einen Spalt passen, um an anderer Stelle wieder in ihren Ursprungszustand gebracht zu werden, wo sie euch zum Beispiel als Stufe dienen. Okay, Singularity ist kein Portal, ihr müsst euch also keinen Sorgen um die grauen Zellen machen. Trotzdem sind die Rätsel eine erfrischende Abwechslung zwischen den meist sehr spannenden Schusswechseln
Natürlich dürfen auch keine kleinen Rollenspielelemente fehlen. Sowohl das ZMG als auch eurer Waffenarsenal können aufgerüstet werden. Während die Waffen mit Upgrades-Sets stärker und genauer gemacht werden (Gruß an die "Power to the People" Stationen) bietet das ZMG zahlreiche kleine Verbesserungen, vorausgesetzt ihr sammelt in den Leveln immer fleissig E99 Elemente ein. Dann könnt ihr eure Lebensernergie verbessern, den Vorrat an Healthpacks vergrößern, etc. Keines dieser Spielelemente wird euch irgendwie neu vorkommen. Auch nicht die Audiofiles, die ihr findet. Oder die Flashbacks, die euch anhand von Geistern Ereignisse der Vergangenheit zeigen. Oder die netten Filmchen, die sich auch nach 50 Jahren noch abspielen lassen und die Entstehungsgeschichte der Anlage zeigen. Aber warum sollte auch Raven nicht auf Spielelemente zurückgreifen, die Spieler in anderen Titeln schätzen? Vermutlich hätte ein reiner Shooter ohne diese Spielelemente im Jahr 2010 gar keine Existenzberechtigung mehr.
Singularity

Er ballert und ballert und ballert

Ja, Singularity ist der Volkswagen unter den Shootern. Von außen nicht so aufregend und innovativ wie die Konkurrenz, aber innen solide Arbeit mit hohen Wohlfühlfaktor. Grafisch bietet Singularity die gewohnte Optik, die ein auf der Unreal-Engine basierendes Spiels heutzutage mitbringt. Es liegt visuell knapp hinter Spielen wie Bioshock und Batman Arkham Asylum, bietet aber auch immer wieder ein paar nette Effekte, wie schicke Wassereffekte auf Gegenständen und natürlich die diversen Zeitmanipulationen, die optisch immer ansprechend umgesetzt sind. Der Soundtrack passt zum Geschehen und die deutsche Sprachausgabe ist ordentlich, hier sind wohl die selben Sprecher am Werk, die sonst die Call of Duty Reihe vertonen: Eine der ersten Stimmen, die ihr hört, ist die von Captain Price.
Natürlich wird fast niemand den Multiplayer länger als 20 Neugier-Minuten ausprobieren, was vermutlich auf alle aktuellen Shooter zutrifft die kein Duty oder Battlefield im Namen haben. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, den hier werden ohnehin nur zwei Modi geboten: Extermination und Creatures vs. Soldiers in dem zwei Teams gegeneinander antreten. Schwerpunkt bleibt bei Singularity aber klar der Singleplayer-Modus.
Singularity

Perfektes Futter für Shooter-Liebhaber

Kommentare

ps3hero
  

ich finds besser als bioshock, irgendwie fieser und bessere athmo.

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TO DA PAST
  

Hab die Uk Version vor einigen Tagen durchgespielt, dass Spiel kann locker mit Bioshock 2 mithalten. Mir hats echt sehr gut gefallen.

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MikeSEMILIA
  

also an alle hier die deutsche version ist definitiv cut!!!!!!!!!!!

http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=52
7685

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buddler
  

Die deutsche Version hat laut gamePRO zwar Bluteffekte, aber kein Ragdoll, abgetrennte K?rperteile & Co.

@Alexander: Besser nochmal pr?fen und dann schnell korrigieren! ;-))

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Sch?ne zusammenfassung Alexander: "Singularity ist ein perfektes Spiel f?r alle Coregamer, die mit ?ngstlichen Blicken auf die ?Vercasualisierung? ihres Hobbies schauen."
Also ein Spiel f?r alle die Paranoiden Angsthasen, die im Keller ihrer Mutter Leben und das Sonnenlicht meiden.

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Sascha Ruess
  

Ich glaube das ist so ein typischer Titel: "Den hole ich mir wenn er als Budget-Titel rauskommt, und gerade eh nichts besseres zum Spielen da ist!"

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GT-Fan
  

Das w?re ?berhaupt nicht Cool.
Das w?rde n?mlich Risse im Zeit Raum KOntinue verursachen.

Und das du deine Eltern ?ltern lassen willst unverst?ndlich, manchmal nerven Sie wirklich aber das tuen wir alle mal,und man ist schon zu kurz auf dieser Welt um dann noch sich extra einige Jahre zu rauben.

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Ferdinand Borderlands!!!
  

aha ?berrascht mcih , aber so altern lassen von nerfiggen personen w?r irgendwie geil!
z.B. nerfige eltern, Lehrer, Br?der, ....

geil!

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Saibot
  

PS: Der Test ist wie immer sehr gut geschrieben! ;)

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Saibot
  

Wenn ich mal wieder Bock auf ein sch?nen Oldschool-Shooter hab werd ich mir das sicher als erstes anschauen, sieht ja recht lustig aus.

Aber im Moment brauch ich's nicht...

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