Soul Calibur V

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 03. Februar 2012

User-Wertung:

Test: Soul Calibur V

Vier Jahre ist es her, als sich Star Wars Charaktere unter die bunten Fantasy-Krieger gemischt haben. Im fünften Teil der Beat 'em Up Reihe gibt sich Ezio Auditore die Ehre. Genre-typisch warten viele neue Kämpfer und Stages darauf, die frisch geschärften Klingen zu kreuzen. Ob die neuen Einfälle reichen, um sich im Prügel-Olymp zu behaupten, klären wir in unserem Test.

17 Jahre sind vergangen, seit die mächtige Waffe "Soul Edge" zerstört wurde. Allerdings existieren noch Splitter der bösen Klinge, erneut zusammengefügt würde abermals das größte Übel des Planeten wiedererweckt werden. Die Geschichte wird im neuen Story-Modus erzählt. In 20 Kapiteln erfahren wir, weshalb die neuen Charaktere Patroklos und Pyrrha hinter der sagenumwobenen Waffe her sind. Bei den beiden handelt es sich übrigns um Sophitias Nachwuchs. Der Story-Modus erzählt die Geschehnisse größtenteils in Form von Comic-Sequenzen. Bei besonderen Ereignissen gibt es Zwischensequenzen. Diese sind zwar schön anzusehen, allerdings fragt man sich, warum man nicht gleich die komplette Story auf diese Art und Weise präsentiert hat. Auch ist es ein wenig schade, dass man aufgrund der Dramaturgie des Story-Modus gezwungen ist, diesen mit vorgegebenen Charakteren zu absolvieren. So kämpft man sich hauptsächlich mit Patroklos und Pyrrha durch die 20 Kapitel. Hat man sämtliche Kämpfe hinter sich, flimmert der Abspann des Story-Modus nach spätestens drei Stunden über den Bildschirm. Schade, da die Idee einer nachvollziehbaren Geschichte mit Zwischensequenzen durchaus löblich für ein Beat 'em Up ist, allerdings wäre da noch etwas Luft nach oben gewesen. Mortal Kombat hat gezeigt, wie man es richtig macht. Immerhin schaltet man so ein paar neue Kämpfer und Stages frei.
In Soul Calibur V hat man die Wahl zwischen 25 Kämpfern, wovon 12 komplett neu sind. Allerdings ist nicht jeder Kämpfer als vollwertiges Mitglied zu betrachten. So gibt es von den Haupt-Charakteren Patroklos und Pyrrha jeweils eine alternative Variante, die sich nur marginal vom Original unterscheidet. Auch Kilik ist wieder mit dabei, allerdings ist es nicht der gnadenlos überpowerte Kilik aus dem Vorgänger, sondern eher ein Gestaltenwandler, der stets einen anderen Kämpfer samt Stil imitiert. Dafür gibt es einen Neuzugang namens Xiba, der dem Kilik des vierten Teils zum Verwechseln ähnlich ist, zumindest was Kampfstil, Waffe und Move-Liste betrifft. Ansonsten gibt es viele altbewährte Kämpfer wie Tira, Mitsurugi, Voldo, Ivy, Cervantes oder Maxi. Neuzugänge wie Patroklos, Pyrrha, Z.W.E.I. sowie der Gast-Star Ezio Auditore fügen sich wunderbar in die bestehende Kämpfer-Riege ein. Dampierre bleibt lediglich Vorbestellern vorbehalten. Wie es sich für Soul Calibur gehört, tritt jeder Charakter mit seinem eigenen Meinungsverstärker an: Nunchaku, Bo, Katana und riesige Zweihänder werden effektvoll geschwungen und lassen teilweise selbst Rüstungen und Bodenplatten zerbersten. Allerdings hat der Verlust von Brustpanzern und anderen schützenden Klamotten keinerlei Auswirkungen. Der Treffer-Schaden ist stets identisch, egal ob mit oder ohne fetter Rüstung.
Test: Soul Calibur VKommen wir zu dem Herzstück eines jeden Beat 'em Ups, dem Gameplay. Bei dem Kampfsystem wurde einiges verändert. Das Geschehen ist einen Tick schneller und einzelne Attacken lassen sich einfacher zu Combos aneinander reihen. Einsteiger feiern mittels button-mashing schnell erste Erfolge, allerdings werden sich erfahrene Soul Calibur Veteranen trotzdem nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Special-Moves der bekannten Charaktere wurden eins zu eins übernommen. Neu hinzugekommen sind die "Quick Moves" und die "Critical Edge" Attacken. Die "Quick Moves" erlauben es euch, vertikalen Attacken auszuweichen und einen Konter-Angriff einzuleiten. Die "Critical Edge" Moves sind das Gegenstück zu den Ultra Moves der Street Fighter Reihe. Mit jedem kassierten Treffer füllt sich eine Energie-Leiste. Hat man genug einstecken müssen und ist der "Critical Edge" Balken gefüllt, kann man einen verheerenden Angriff starten, der enormen Schaden anrichtet. Die Tastenfolge für "Critical Edge" Angriffe ist sogar identisch zu der Ultra-Abfolge in Street Fighter. Allerdings fiel mir das Timing bei Soul Calibur wesentlich leichter und so findet jeder "Critical Edge" Move seinen Weg ins Ziel. Durch diese Veränderung des Gameplays, lässt sich das Blatt selbst im letzten Moment noch wenden. Im Genre der Beat 'em Ups ist das zwar nichts Neues, aber für die Soul Calibur Reihe ist dies ein moderner Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn diese mächtigen Angriffe in ihrer Ausführung nicht die Wucht eines Street Fighter haben. Etwas mehr Bombast wäre wünschenswert gewesen.
Natürlich darf ein Editor nicht fehlen. Der Editor des Vorgängers wurde stark überarbeitet und bietet nun sehr viel mehr Möglichkeiten zur Individualisierung des eigenen Haudegen. Für jede einzelne Körperpartie lassen sich Fett- und Muskelmasse regulieren. Stimmenregulation, enorm viele Accessoires wie zum Beispiel Hörner, Schleifen, Tierköpfe, Kleidung, Frisuren, Bärte, Tattoos und mehr setzen der eigenen Kreativität kaum Grenzen. Zusätzlich schaltet man im Spielverlauf permanent neue Stücke für den Editor frei. DLC ick hör dir trapsen. Und tatsächlich: Namco Bandai hat bereits die ersten DLC-Pläne veröffentlicht. Bikinis, Masken und Gesichtsbemalungen lassen sich gegen Bares herunterladen. Sämtliche Farben, Vorlagen und Muster lassen sich anpassen, frei drehen und wenden sowie auf dem Körper positionieren wie es einem beliebt. Sogar die Waffen können nun im Editor selbst geschmiedet werden. Stellt einzelne Partien eures Meinungsverstärkers nach Lust und Laune zusammen, färbt den Stahl ein, gebt der Klinge einen Effekt und fertig ist die personalisierte Klinge. Das Erstellen eines Charakters im Editor erfordert zwar viel Geduld, dafür können sich die Ergebnisse der kunterbunten Freak-Show sehen lassen.
Test: Soul Calibur VWo wir gerade bei kunterbunt sind: Im Vergleich zum schillernden Vorgänger, ist die Farbpalette des fünften Teils wesentlich gedämpfter. Auch die Hintergründe, die im vierten Teil noch sehr schrill waren und eine gewisse Zirkus-Atmosphäre versprühten, wirken nun sehr viel düsterer. So gab es zum Beispiel im vierten Teil eine Schiff-Stage, die im Sonnenschein hell leuchtete und von klarem Wasser umgeben war. Im fünften Teil befindet sich diese Kampf-Arena in einem tobenden Sturm, Gewitter zuckt im Hintergrund und Regen fließt in Strömen über die Planken. Andernorts befinden sich die Kämpfer mitten in einer wilden Schlacht und im Hintergrund bekriegen sich unzählige Soldaten und riesige Orks sowie Katapulte lassen regelrechte Kriegs-Stimmung aufkommen. Neu hinzugekommen sind bestimmte Stages, in denen das Soul Caliur typische Ring-Out nicht funktioniert, weil man ähnlich wie in Dead or Alive den Kampf auf einer anderen Ebene fortsetzt. Das kommt manchmal ziemlich überraschend und sorgt für zusätzliche Dynamik.
Die Anzahl der Spielmodi ist für ein Beat 'em Up mehr als ausreichend, zumal nach der Trainings-Phase von den meisten Spielern sowieso nur noch der Multiplayer-Modus gezockt wird. Bevor es ans Eingemacht geht, sollte man sich seine sogenannte Lizenz erstellen. Diese virtuelle Visitenkarte besteht wie bei Forza Motorsport 4 oder den CoD Spielen aus Statistiken und freischaltbaren Bildchen und Titeln. Über 240 freischaltbare Extras sollten Prügel-Fans lange genug bei der Stange halten. Im Ranglisten-Spiel duelliert man sich, um in der Bestenliste emporzuklettern und die Mitspieler-Suche erlaubt just-for-fun Matches mit freiem Regelwerk. Allerdings waren zum Zeitpunkt des Tests die Server noch nicht online, von daher lässt sich diesbezüglich noch nichts über die Performance sagen. Interessant ist, dass zwischen Test-Beginn und Veröffentlichung ein Patch für einen zusätzlichen Spielmodus gesorgt hat. Das große Kolosseum vereint auf Wunsch Soul Calibur Spieler aus der näheren Umgebung. So konnte ich sogar Berlin anwählen, allerdings wartete ich (aufgrund der nicht vorhandenen Server) vergebens auf andere Mitspieler. Einzelspieler können im Training ihre Moves üben, im Arcade-Modus in sechs Runden gegen die Zeit spielen, im Schnellkampf gegen zufällig generierte Figuren antreten um Titel freizuschalten und im Legendäre Seelen Modus warten nach Beendigung der Story besonders harte Brocken auf einen. Der Schwierigkeitsgrad ist dort besonders hoch und richtet sich ausschließlich an ambitionierte Spieler. Mit button-mashing lässt sich dort kein Blumentopf gewinnen. Für Abwechslung ist also gesorgt.
Soul Calibur V hat sich so ziemlich alle neuen Elemente von anderen Spielen abgeguckt. Ich habe kein Problem damit, lieber gut geklaut als schlecht erfunden. Aber wenn es keine einzige eigene Idee in das Spiel geschafft hat, ist das bei so einer großen Reihe schon etwas traurig. Das neue "Critical Edge" System ist nichts anderes als die Ultra-Moves aus Street Fighter. Die Lizenz-Karte mit ihren freischaltbaren Titeln entstammt Spielen wie Forza und CoD. Kampf-Arenen mit mehreren Ebenen kennt man aus Dead or Alive. Sogar an einen Story-Modus samt Zwischensequenzen hat man gedacht, allerdings hat Mortal Kombat bereits gezeigt, wie man es richtig macht. Viele gute Neuerungen, die wirklich als Fortschritt zu bezeichnen sind. Und doch ist es "nur" eine typische Beat 'em Up Fortsetzung ohne große Überraschungen. Soul Calibur V macht nichts verkehrt, es haut einen aber auch nicht vom Hocker. Soul Calibur Fans schlagen eh blind zu, da es wirklich viel Spaß macht und auch Gäste dank simpler Steuerung schnell ins Spiel finden. Es ist perfekt dafür geeignet, seinem Besuch das Pad in die Hand zu drücken um sich spannende Matches zu liefern. Soul Calibur V ist genau das geworden, was man erwartet hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Test: Soul Calibur V

Kommentare

Crone
  

Also mit Sophia und Mitsurugi hat man in SC4 fast nur viertelkreisbewegungen gemacht, wenn man sich unter die Schwerthieb durchschlingeln wollte und ihm gleichzeitig eine verpasst. Ich würd einfach mal sagen, dass das Critical Edge System neu ist. Von daher machts Sinn, dass fürn neues System neue Tastenabfolgen hermüssen. Aber obs von Street Fighter übernommen wurde oder nicht. In beiden Fällen ists mir scheiss egal :D Hauptsache mal wieder Spaß am kloppen gegen Freunde.

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Nils Lendeckel
  

@Justin Zane:
Jein, jedes Beat 'em Up hat charakteristische Bewegungsabläufe. Street Fighter steht für Viertel- und Halbkreise. Die meisten Ultras lassen sich mit solch einem ausführen. In Soul Calibur war dieses Muster bislang nicht so stark vertreten, die Critical Edge Moves führen dies jedoch ein, bzw. wirkt halt stark inspiriert von Street Fighter.

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Justin Zane
  

"Die Tastenfolge für „Critical Edge" Angriffe ist sogar identisch zu der Ultra-Abfolge in Street Fighter." Gibt keine einheitliche Eingabe für alle Charaktere in SF für die Ultras.......
Ausserdem, arg viel Spielraum was sowas angeht hat man doch eh nicht. Hast halt nur 8 Richtungstasten am D-Pad bzw. Stick. Das da eben bei Beat-em-ups häufig ähnliche bis gleiche Eingaben vorhanden sind ist doch ganz normal.
Trotzdem schöner Test, war zwar noch nie der große SC Fan aber übers WE mal ausleihen zum testen auf jeden Fall.

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RoOhZilla
  

Schöner Test!
Das mit den verschachtelten Arenen ist ein Trend der sehr gut zu solchen 3D Beat 'm ups passt, hoffe dass das in Zukunft noch weiter ausgebaut wird.

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salasar
  

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