AreaGames Awards 2012: Bestes Adventure

Adventures gehören heute ungefähr so zum Alltag eines Videospielers wie Telefone mit Wählscheiben. Klar, früher waren die Dinger mal total In, aber heute - Neeee. Dass es jedoch gerade dieses Genre ist, welches Jahr für Jahr einige der interessantesten Titel hervorbringt, beweist auch 2012. Um euch mal einen kleinen Einblick in die Highlights des Jahres zu geben, hier unsere hübschen Award-Nominierten.

Die Nominierten für den AreaGamesAward für das beste Adventure 2012 sind:

Chaos auf Deponia

Mit Chaos auf Deponia verschleppten uns die "Edna Bricht Aus"-Macher Daedelic Entertainment erneut auf den titelgebenden Müllplaneten. Der Mittelteil der Trilogie wurde, nach dem relativ laschen, offenen Ende des Vorgängers, unter Fans dennoch mit Freude erwartet. Mit Rufus begeben wir uns, mit der dreifachen Ausführung von Goal im Gepäck, erneut in die Schlacht gegen die Organon und Cletus. Auch wenn der zweite Teil rund um Rufus manchmal wie ein zäher Übergang zum Finale wirkt, so haben uns die skurrilen Charaktere sowie der immer noch derart absurde Humor wieder gefesselt. Wenn sich der Held nur mal eben einen Hammer ausleihen will und dabei eine ganze Wohnung in Brand setzt, schließt man den tollpatschigen Kerl doch sofort wieder in sein Herz. Der Zeichenstil verzaubert Adventure Fans wie gewohnt und tröstet erneut über die etwas unlogischen Rätsel hinweg, auch wenn diese noch fernab vom "kau dir Zehennägel ab um Schrauben aus dem Ventilatorgitter zu lösen" sind. Bei uns jedenfalls hat Chaos auf Deponia vor allem für eins gesorgt: Spannung aufs Finale.
AreaGames Awards 2012: Bestes Adventure

Botanicula

Ein Adventure ohne Worte? Kein Schwein spricht eine verständliche Sprache, aber dennoch verzaubert einen die Geschichte? Dass das perfekt funktionieren kann, hat uns dieses Jahr Botanicula bewiesen. Das Adventure rund um den Trupp von Baumwesen gilt nicht nur durch sein Design in diesem Jahr als eines der besten Point&Click Adventure. Neben einem wunderschönen Soundtrack, der wirkt wie aus einer anderen Welt, sind es vor allem die kleinen, spielbaren Baumlinge und die Bewohner von Botanicula, die es uns angetan haben. Da erwischt man sich schon mal dabei, wie man mehr als 2 Minuten dabei zusieht, wie sich riesige, an Schildkröten erinnernde Wesen, in einer unfassbaren, majestätischen Ruhe fortbewegen. Dass dem Spiel eine Atmosphäre sondergleichen zugrunde liegt, muss daher gar nicht weiter erwähnt werden. Kleine ausgefuchste Rätsel, sowie eine interaktive Welt, in der sich jeder Klick lohnt, ziehen jeden restlichen Adventure-Fan in seinen Bann.
AreaGames Awards 2012: Bestes Adventure

Lone Survivor

Die Apokalypse rückt nicht nur uns ein wenig zu nahe, auch in Spielen findet sich die Ausrottung der Menschheit immer wieder. Dass sich dieses Szenario optisch in seiner Abgefucktheit immer wieder etwas ähnelt, scheint unumgänglich. Mit Lone Survivor schafft es Jasper Byrne jedoch sich nicht nur durch den pixeligen 2D-Look von der Konkurrenz abzuheben, sondern mit dem Ein-Mann-Projekt auch noch eines der dichtesten Adventure dieses Jahres zu schaffen. Der Vergleich mit früheren Silent Hill oder Resident Evil teilen kommt nicht von ungefähr. Wir kämpfen uns als einer der wenigen Überlebenden durch eine von Untoten befallene Stadt und achten dabei auf jede noch so wertvolle Kugel. Genauso halten wir unseren Magen im Blick, der durch ständiges Essen aufgetankt werden muss. Auch wenn sich das nicht sonderlich spektakulär anhört, bietet Lone Survivor mit seinem erstklassigen Sound-Design, der grandiosen Atmosphäre und der gelungenen Geschichte nicht nur eines der besten Adventure dieses Jahres, sondern auch einen der besten Indie-Titel überhaupt.
AreaGames Awards 2012: Bestes Adventure

The Walking Dead

Auch bei unserem letzten Kandidaten, The Walking Dead, ist die Apokalypse ausgebrochen. Mit Lee Everett und der kleinen Clementine an unserer Seite kämpfen wir uns nicht nur durch das Universum von Robert Kirkman sondern auch durch unzählige Zombiehorden. Selbst wenn wir dabei nur selten die Kontrolle übernehmen, fährt Telltale mit The Walking Dead den puren Gameplay-Anteil bewusst zurück um uns in die, stellenweise erschreckend depressive, Geschichte rund um die beiden Protagonisten zu ziehen. Gerade das Feature von Handlung und Konsequenz setzen die Entwickler derart geschickt ein, dass selbst große AAA-Titel sich hier noch einen Teil abschneiden dürften. Egal was wir tun, egal was wir in den unzähligen Dialogen antworten, früher oder später schlägt es uns das Spiel ins Gesicht - stellenweise mit voller Wucht. Die Entschlossenheit mit der Telltale uns die fünfteilige erste Staffel des Adventures präsentiert berührte uns nicht nur emotional, sondern auch spielerisch. Auf diese Art muss sich das Medium Videospiel dem oft genannten Vorbild Film annähern, und nicht anders.
AreaGames Awards 2012: Bestes AdventureUnd der AreaGamesAward für das beste Adventure 2012 geht an:

Kommentare

LesManley
  

@BGKfromEden
1. Woher willst Du wissen ob ich das Spiel gespielt habe? Ich habe es auch durch.
2. Jedes Adventure in dem ich eine Waffe abfeuern muss ist für mich kein Adventure.
Mann kann es jetzt natürlich nicht mit zb. Asassins Creed vergleichen. Aber ein Adventure ist für mich ganz einfach ein Spiel wie zb. Monkey Island. Es müsste einen anderen Begriff für solche Spiele geben.
Es ist ein geiles Game.

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Giddimani
  

@BGKfromEden
Ich bin mit einigen Dingen in der zweiten Staffel einfach nicht zurechtgekommen, aber hier solls ja um das Spiel gehen.
@Florian Preisser
Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort
Ich habe im Allgmeinen kein Problem mit dialoglastigen Spielen, bei Serien bevorzuge ich es groteils, allerdings sollte es entweder zur Handlung oder Charakterentwicklung beitragen und nicht stumpfsinniges Gequatsche sein.
Bei der Serie war das neben den groben Logikfehlern sowie die Verblödung der Charaktere zugunsten von Spannungsmomenten der Haupgrund warum ich aufgehört habe.
Aber ihr habt mich eigentlich überzeugt, werde mir wohl auf steam mal Episode 1 gönnnen (Christmas Sale wo bist du) und dann weiter entscheiden.
Thx

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Florian Preisser
  

@giddimani
hello monsieur!
also, das spiel erzählt im grunde genommen eine komplett neue geschichte, greift nur ab und an bekannte charaktere auf, baut jedoch keine großen plots auf diesen auf. ich würde es mehr in richtung comics schieben, auch wenn sich recht wenig überschneidet. aber von der grundstimmung und der allgemeinen konsequenz - ja.
gehen wir mal von der serie aus: staffel zwei war derartig stumpf und dialoglastig, das stimmt. das spiel ist auch sehr dialoglastig - also sehr sehr, aber nie so, dass man sich denkt "okay wtf, worüber quatschen diese idioten überhaupt?". wenn du kein problem damit hast, dich auf so ein textlastiges ding einzulassen, dann kann ich es dir nur sehr empfehlen. auch abseits des zombie-dings.
nochmal zur serie: in mitten von staffel zwei war es für mich auch mehr qual als alles andere. habe lange pause gemacht, es vor kurzem jedoch wieder angefangen und wurde mit staffel drei belohnt. die nähert sich dann in vielen stücken den comics, was sie auch dringend braucht, und lässt der zweiten Season sogar etwas existenzberechtigung zukommen.
Ich würd es so machen: TWD - Game holen, spielen, gucken wies gefällt. wenn du mit dem spiel, bzw der stimmung was anfangen kannst, guck die serie weiter. sollte schwer sein dich dazu zu bringen, aber wenn dir die comics gefallen wird dir die dritte staffel sehr viel geben. wenn nicht, freu dich auf season zwei des spiels.
captain ende

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BGKfromEden
  

@Giddimani
guck dir die 2te Staffel zuende an und mach dann weiter mit der dritten, die ist nämlich mMn wieder besser, wobei ICH die 2te Staffel garnicht so schlecht fand.

Im Spiel tauchen 2 Charaktere auf, die auch in der Serie auftauchen, das war es aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Das Spiel erzählt eine andere Geschichte als die Comics.

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Giddimani
  

Nachdem ich bei der Serie inmitten der zweiten Staffel den Notstecker ziehen musste, weil sich mein Gehirn aufgrund der dermaßen stumpfen Dialoge und Logikfehler streubte es weiter zu ertragen, habe ich einen weiten Bogen um alles was TWD angeht gemacht (und das wo ich vergnügt jeden C-Movie Zombiefilm anschaue).
Jetzt habe ich schon so viel Gutes über die Spiele gelesen, dass ich doch wieder am Grübeln bin ob ich den Schritt wagen soll. Hat das Spiel mit der Serie Gemeinsamkeiten oder ist es eine eigene Interpretation der Comics?

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BGKfromEden
  

@ LesManley
Für dich ist TWD also ein Action Adventure? Hast du alle 5 Episoden gespielt? Deiner Aussage nach zu urteilen würde ich sagen "nein". TWD ist bei weitem kein Action Adventure.
Ich finde Wahl genau richtig. Kein Adventure, bzw kein Spiel hat mich in diesem Jahr emotional so umgehauen. Am Ende von Episode 5 saß ich erstmal 5 Minuten vor dem Fernseher, war baff. Warum wäre ein Spoiler, also, wer es noch nicht gespielt hat, spielt es, es lohnt sich. Ihr solltet jedoch der englischen Sprache mächtig sein.

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Topper Harley
  

Super Wahl, TWD ist einfach nur toll. Super atmosphärisch, entscheidungsstark, mitreißend... top Spiel. Ich habs echt geliebt, von Episode zu Episode. Und das Ende hätte mich fast zu Tränen gerührt. Freue mich sehr auf Episode 2, das Universum von Kirkman gibt noch so viel her.

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Zocker 3000
  

Einfach ein Hammer Spiel.

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LesManley
  

Das die Leute ein Adventure nicht von einem Action-Adventure unterscheiden können. Immer das gleiche. TWD ist zwar echt geil aber kein Adventure.

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Youdomme
  

Hätte Botanicula auf dem ersten Platz auch nicht schlecht gefunden. Aber TDW war einfach nur awesome!

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