Berufe in der Spielebranche - Game Designer

Hinter jedem Spiel steckt zunächst eine Idee, für die der Beruf des Game-Designers verantwortlich ist. Schauen wir uns also zunächst einmal dieses Berufsfeld an. Denn bevor es ans Programmieren und Modellieren geht, muss das Konzept und die Richtung stehen, in die sich das Spiel entwickeln soll. Der Bereich des Game-Designs schließt mehrere Berufsfelder ein: Game-Designer, Level-Designer, Interface-Designer, Sound-Designer und Storywriter, die nun vorgestellt werden sollen.

Berufe in der Spielebranche - Game Designer

Game-Designer

Wie das Wort "Design" schon vermuten lässt, ist der Game-Designer für das konzipieren des Projektes zuständig. Was nicht zwingend heißt, dass er derjenige ist, der die Spielidee haben muss. Es ist jedoch seine Aufgabe, diese spielerisch sinnvoll verarbeiten/umsetzen zu können. Der Game-Designer legt die Spielinhalte und das Spielgefühl fest. Er koordiniert alle Bereiche des Game Designs (Level, Interface etc.), damit das festgelegte Spielgefühl auch eingehalten wird. Er muss zudem vermeiden, dass das Spiel vom gewählten Konzept abkommt und in sich nicht mehr stimmig ist. Eine Idee alleine reicht eben nicht aus, um die Spieler zu unterhalten. Wie schafft der Game-Designer eine klare Linie und merkt sich die einzelnen Spielelemente? Und wie können die anderen Bereiche nachprüfen, ob sie noch auf dem richtigen Wege sind? Da kommt ein weniger beliebtes Arbeitsfeld des Game-Designers ins Spiel: Das Game Design Document. Dieses erscheint bei weitem nicht sonderlich kreativ oder phantasievoll.Das Game Design Document umfasst alle festgelegten und besprochenen Spielelemente in Schriftform und Grafiken: Von der Story bis zum Erläutern des Kampfsystems, diverser Levelausschnitte, des Inventarsystems, des Menüs etc. Es ist auf jeden Fall mehrere Seiten dick, kann wachsen und muss ständig gepflegt werden. Neben diesem, gibt es noch das Technical Design Document. In dem dürfen jedoch auch die Programmierer mitwirken, da es hier um die Hardware, die Engines usw. geht.Für manche wird es sich sicherlich normal anhören und kein Problem darstellen, andere jedoch, die dachten, der Game Disigner sitzt in einem Raum und schmeißt nur so mit Ideen um sich, ohne etwas anderes tun zu müssen, sollten sich dessen bewusst sein, dass dieses Berufsfeld auch eine Menge konzeptioneller und organisatorischer Arbeit mit sich bringt.Folgende Kenntnisse sind für diesen Berufszweig von Vorteil: Office-Programme und Mind-Mapping (Grafik, Strukturschemata, Aufgaben, Gedankengänge, Abläufe).

Level-Designer

Level-Designer haben die Aufgabe, die Level eines Spiels zu erstellen oder zu "bauen". Damit ist nicht allein das optische Design, wie die Gestaltung der Umgebung, das Platzieren von Gebäuden oder das "Dekorieren" der Level, gemeint. Sie kümmern sich ebenso um die Klangkulisse und die Beleuchtung. Wann wird ein Musikstück eingespielt oder wann soll ein Sound, z.B. ein Schrei oder Vogelgezwitscher, ertönen? Das sind wichtige Elemente, die das Spielgefühl und die Spieltiefe stark beeinflussen können (Beispiel: Die Schockmomente von Resident Evil oder die dramaturgische Musik in Silent Hill, die die Atmosphäre enorm bestimmen). Außerdem ist es an ihm, Quests, vordefinierte Ereignisse oder das Verhalten von Gegnern zu bestimmen und in der Welt zu verteilen. Level-Designer kümmern sich ebenso um einen flüssigen und ausbalancierten Spielablauf.
Berufe in der Spielebranche - Game DesignerEr hat sozusagen die Verantwortung, dass der Spieler "ständig" gut unterhalten und der Spielfluss ("Flow") nicht unterbrochen wird. Er muss darauf achten, dass der Spieler nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert wird. Es sollten keine langweiligen Passagen (z.B. ewige Laufstrecken) oder womöglich Sackgassen auftauchen. Mit Sackgassen sind unter anderem Stellen gemeint, an denen der Spieler nicht mehr weiß, wohin er gehen oder was er als nächstes tun soll. Wer ist nicht frustriert, wenn er ewig in einem Level verharrt, weil keinerlei Hinweise auf den Fortgang des Spiels zu finden sind? Nicht zu vergessen sind auch die Belohnungen. Wenn der große Oberboss besiegt oder eine Quest gelöst wurde, möchte man natürlich etwas dafür erhalten. Auch der Bereich der Belohnungsverteilung gehört zum "Balancing". Denn das Verhältnis zwischen Aufwand und Belohnung muss einfach stimmen, damit die Spieler für ihre Mühe angemessen entschädigt werden.Level Design kann ziemlich komplex werden und schnell den Spielspaß verderben, wenn es schlecht gemacht ist. Da hilft dann auch die schönste Grafik nicht. Natürlich ist es schwer das alles unter einen Hut zu bekommen und es gelingt auch nicht immer, es ist jedoch für das Gesamtergebnis sehr wichtig, ein möglichst gutes Design anzustreben.
Berufe in der Spielebranche - Game DesignerLevel-Designer arbeiten mit Leveleditoren und verwenden zusätzlich eine einfache Scriptsprache , beispielsweise für vordefinierte Events. Wer dem Beruf des Level-Designers nachgehen möchte, sollte folgendes beachten: Ein Umgang mit den verschiedensten Leveledioren, Grundkenntnisse in diversen Scriptsprachen und eventuell erste Kontakte mit einem 3D-Programm sind die Voraussetzungen. Außerdem sollte man sich natürlich auch mit der Spielmechanik befassen.

Interface-Designer

Der Interface-Designer gestaltet grafisch die Bedienoberfläche und sorgt dafür, dass Bedienung/Interaktion für den Spieler bestmöglich umgesetzt wird, ohne vom gewünschten Spielkonzept/-gefühl abzukommen. Er ist für einen reibungslosen Austausch zwischen Spieler und Spiel bzw. Technik verantwortlich.
Dabei muss er auf mehrere Dinge achten:

  • Übersichtlichkeit- Dauer, um die gewünschte Aktion des Spielers auszuführen (sollte so kurz wie möglich sein)
  • Erkennbarkeit (z.B. Icons, Inventar etc.); der Spieler sollte sofort wissen, wo er "Klicken" muss, um zum gewünschten Menü, Item oder zur gewünschten Aktion zu kommen
  • optisches Design (sollte zum Design des Spiels passen: Zu einem Sci-Fi-Spiel passt keine Holzoberfläche)
  • "Größe" (es sollte nicht zu viel vom Sichtfeld des Spielers einnehmen, da er sonst das Spielgeschehen aus den Augen verliert; sollte auch nicht so klein sein, dass der Spieler keine Informationen daraus entnehmen kann)
  • einfache Bedienung
  • keine unnötigen "Klicks"

Berufe in der Spielebranche - Game DesignerZum User Interface (UI=Benutzerschnittstelle) gehören:

  • GUI (Grafisches User Interface)
  • HUD (Head-Up-Display)
  • Sound, Text und für den Spieler relevante Gegenstände

Man sollte diesen Bereich nicht unterschätzen. Ein schlechtes User Interface kann einen Spieler schnell überfordern und zu Frust führen (Beispiel: Oblivion). Es ist dabei wichtig, ständig mitzudenken, weiterzuentwickeln und zu entscheiden, was notwendig ist oder was nur toll aussieht.Eine gewisse Erfahrung mit den verschiedenen Genres sollte vorhanden sein, um schon vorweg sagen zu können, was gut funktioniert und was unpassend bzw. unmachbar ist. Wichtig sind vor allem auch Kenntnisse eines Grafikprogramms. Schließlich muss man das Interface grafisch gestalten (überwiegend 2D), fällt also auch ein wenig in den Artist-Bereich. Zudem ist es hilfreich, sich mit Scripten auszukennen.

Sound-Designer & Storytelling

Die Begriffe dürften relativ klar sein. Der Sound-Designer gestaltet die Klangkulissen und sonstige akustische Klangelemente. Auch wenn die Erklärung hier nicht so umfangreich ausfällt wie bei den anderen Bereichen, heißt das nicht, dass es weniger wichtig wäre. Die akustische Wahrnehmung ist ein sehr wichtiges Element im Spiel. Sie kann die Emotionen des Spielers stark beeinflussen. Ist der Sound, Musik oder die Stimmen der Charaktere schlecht oder unpassend, macht es die ganze Atmosphäre zunichte. Und ohne Sound zu spielen, ist dann auch keine Lösung. Man erinnere sich nur mal an die Synchronstimmen von Metal Gear Solid (PS-One, deutsche Version)… Zudem sind bestimmte Klangkulissen prägend. Tauchen konkrete Klänge immer wieder in einer Spielserie auf, verbindet man diese sofort mit dem Spiel und der möglichen Emotion (Speicherpunkt-Musik von Resident Evil).Ein gutes Storytelling ist besonders bei großen, umfangreichen Spieleproduktionen mit epischer Story, die den Verlauf des Spiels prägt, wie z.B. bei der "Final Fantasy"-Reihe, wichtig. Aber auch so ist es von Bedeutung, eine Geschichte schlüssig und harmonisch zu gestalten. Ein Stilbruch durch absurde Verhaltensänderungen der Spielfigur oder unlogische Verläufe lässt die Geschichte sofort unschlüssig erscheinen und reißt den Spieler aus dem Spielfluss. Man schneidet nur noch eine Grimasse und bringt ein fragloses "Uwähh?" heraus. Und ständig streiten sich die Geister: Soll man die Geschichte in einer Zwischensequenz weitererzählen? Soll sie in einem gerenderten Film oder in der Spielegrafik (In-Game-Grafik) ablaufen? Vorteil einer In-Game-Sequenz: Man wird nicht aus dem Geschehen herausgerissen. Andererseits genießen manche Spieler den reinen Moment des "Schauens". Wir erinnern uns an Final Fantasy, das berühmt für seine Kinoreifen Filmsequenzen ist. Es hat es auch oftmals geschafft, einen guten Übergang von Spielgeschehen zur Videosequenz herzustellen. Mit der neuen Generation von Konsolen und PCs löst sich diese Frage aber auch allmählich im Nichts auf…
Beide Bereiche werden nicht selten von externen Firmen/Leuten übernommen, die darauf spezialisiert sind.
Für Sounddesigner ist ein gutes Gehör Pflicht. Dafür muss auch ein Hörtest absolviert werden. Neben dem Gehör sollte man Erfahrung mit Soundprogrammen und Aufnahmegeräte haben. Vielleicht hat man ja schon selbst welche hergestellt. Aber auch das das technische und theoretische Wissen sollte nicht vernachlässigt werden. Grundkenntnisse in der Verteilung und im Aufbau des 3D-Raums sind ebenso vorteilhaft (3D-Engine). Für das Storytelling sind natürlich gute Kenntnisse in Sprache und im dramaturgischen Aufbau einer Geschichte wichtig. Das Wissen über bestimmte Grundstrukturen, z.B. die typische "Heroes Journey", sollte vorhanden sein. Man muss vorausdenkend und zusammenhängend schreiben können. Es bringt nichts, alles aneinander zu reihen. Dialoge sollten nicht langweilig und unverständlich werden und der Grundgedanke des Spiels sollte immer im Hinterkopf behalten werden.
Game-Design ist wirklich ein kreatives und breites Fachgebiet. Ein Spiel buchstäblich auseinander zu nehmen und es zu analysieren, verlangt viel an Kopfarbeit und Vorstellungsvermögen. Es ist außerdem wichtig, nicht nur an das zu denken, was einem selbst gefällt. Egal wie genial und innovativ eine Idee erscheint, letztendlich hat der Spieler das letzte Wort (zumindestens für die Verkaufszahlen). Und manche Ideen sind ihrer Zeit einfach voraus (Beispiel: "Little Computer People" (1985) Flop / "Die Sims" (2000) Top).
Bekannte Game Designer:

  • Hideo Kojima (Metal Gear Solid)
  • Peter Molyneux (Black and White)
  • Will Wright ( Die Sims)
  • Bob Bates (Sherlock - The Riddle of the Crown Jewels)
  • Shigeru Miyamoto (Mario)
  • Sid Meier (Pirates!)

AreaGames Special: Berufe in der Spielebranche

Kommentare

DER PATE
  

endlich mal keine titten zu sehen, so langsam dachte dich echt das hier wird zu nem porno mag, das ihr noch keine alterfreigabe ben?tigt war auch alles.
guter bereicht.

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kalumet72
  

sch?ner und interessanter bericht,
freu mich schon auf die anderen teile!

es geht eben auch ohne areagames-regel 2 ;-)

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