Splatterhouse

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Splatterhouse

In Zeiten von HD-Remakes am Fließband sind Titel wie Splatterhouse fast schon wieder als Exoten zu bezeichnen. Zum einen weil das Spiel handelsüblich als Vollpreistitel in den Handel gestellt wird und nicht zum Download erschienen ist, zum anderen weil es eine tatsächliche Neuentwicklung darstellt, welcher die optisch aufgefrischten Originale zum Freispielen beigelegt wurden. Schade nur, dass uns die Arcade-Klassiker als einzelne Downloads letztendlich lieber gewesen wären.


Worum geht's?

Das Remake des 88er-Arcade-Horror-Klassikers mit selbem Namen greift im Prinzip die Grundstory des Originals auf und erweitert sie zu einer etwas ausführlicheren Rahmenhandlung aus der Feder von Comicschreiberling Gordon Rennie (Judge Dredd). Zu Anfang sehen wir unseren "Helden" Rick in seiner eigenen Blutlache liegen, doch eine mysteriöse Dämonenmaske verhilft ihm zu nie zuvor gekannter Stärke und holt ihn ins Leben zurück. Mit Spezialkräften und Riesenmuskeln kämpft er sich durch ein altes Herrenhaus und weitere unheimliche Schauplätze, auf der Fährte des verrückten Dr. West, der Ricks Freundin Entführt hat. Was alles dahinter steckt und wie es überhaupt zur unbequemen Ausgangslage des Spiels kam, erzählen einige wunderschön vorgerenderte Zwischensequenzen, die geradezu jede Sekunde nach einem besseren Hauptspiel als Ehepartner zu schreien scheinen. Dasselbe könnte man überhaupt gleich über die recht charmant präsentierte Story und die ganze Idee mit der (übrigens sprechenden) Dämonenmaske sagen. Die Rahmenhandlung ist klassischer Stoff, aber zumindest in den Zwischensequenzen wird er so liebevoll und stimmig erzählt, dass man wirklich gerne zuschaut. Das Ende wird sogar - trotz eines fiesen Cliffhangers - mit einem wirklich toll gespannten Erzählbogen zum Anfang hin verziert. Genau so gelungen sind auch einige der fiesen, jedoch stets recht amüsanten Kommentare der Maske, die man als Rick ständig auf seinem Gesichte trägt. Ein Blatt vor dem Mund sucht man bei dem Teil jedenfalls vergebens, entsprechend würde es echt perfekt als Dauergast in unseren AreaGamesCast passen! Das war aber nun wirklich alles gute, was sich über Splatterhouse von meiner Seite sagen lässt und das ist deswegen recht fatal, da die Story des Spiels trotz aller positiver Aspekte nicht genug Substanz hat, dessen ganze Schwächen über die komplette Länge hinweg auf irgendeine Weise vergessen machen zu können.
Splatterhouse

Wie spielt sich das Splatterhouse des Jahres 2010?

Langweilig, hohl, substanzlos und stellenweise sogar nervig designt - um gleich mit der Tür ins House zu fallen. Das neue Splatterhouse versucht ein traditioneller Brawler zu sein, der einen durch streng lineare Korridore laufen und Raum für Raum alle Gegner plätten lässt, um einen im nächsten Raum wieder alle Gegner plätten zu lassen und alle paar Räume dann die Betätigung eines Schalters oder die Konfrontation mit einem Endgegner einzustreuen. Fair ist fair, so was kann Spaß machen. Es hat mir in God of War Spaß gemacht und auch in Ninja Gaiden oder Bayonetta. Mit diesen Titeln muss sich Splatterhouse heutzutage aber eben auch messen lassen und damit verglichen macht es eine sehr schlechte, ganz und gar belanglose Figur. Von heutigen Schlachtplatten dieser Sorte - die Splatterhouse größtenteils auch unübersehbar zu imitieren versucht - ist man viel mehr Dynamik, Kombomöglichkeiten, Bombastmomente und schlicht "Flow" gewöhnt. Splatterhouse hat nicht mehr als immergleiche Standardschläge und ein paar unhandliche Sonder-Attacken zu bieten, außerdem geht man quasi gegen jeden Feind auf dieselbe Weise vor, ohne gedanklich mal etwas zu taktieren oder sein Angriffsmuster anpassen zu müssen. Schwer bzw. auch mal frustig (siehe den darauf bezogenen Test-Abschnitt weiter unten) wird das Ganze dann nur, weil man bei manchen Gegnertypen und Leveldesign-Elementen das Gefühl hat, sie wurden einfach nur in Hinblick darauf konzipiert, den Spieler zu nerven und die Spielzeit zu strecken. So schwankt das Erlebnis mit Splatterhouse also zwischen boring und Abfuck - in den besten Momenten des omnipräsenten 3rd-Person-Parts kloppt man einfach ohne groß nachzudenken durch lieblose, generisch gestaltete Umgebungen mit verwaschenen Texturen vor sich hin und versucht sich nicht zu sehr über die suboptimale Kameraführung zu ärgern. Da sich selbst die einfallslos gestalteten Bossgegner bis zum Finale mehrfach wiederholen und auch das sonstige Spiel keinerlei Ideenfeuerwerk bei seiner Gestaltung abfeuert, kommt man schnell ins Grübeln, warum man die 10 Stages plus Endlevel überhaupt über sich ergehen lassen sollte, wenn das Genre doch so viel besseres zu bieten hat.
SplatterhouseDie 2010ner-Version von Splatterhouse macht immer dann am meisten Spaß, wenn die Kameraperspektive im Stile der alten Serienteile seitlich fixiert wird und man einzelne Abschnitte als klassischen Sidescroller mit aktueller 3D-Grafik spielen darf. Auch hier gibt's immer mal wieder die ein oder andere nervige Sprungpassage, dafür spielt sich der Titel in diesen Sequenzen so flüssig und kurzweilig unterhaltsam, wie man das eigentlich auch vom großen Hauptpart erwartet hätte. Was irgendwie traurig ist, denn insgeheim wünscht man sich als Fan des Franchises bestimmt beim Spielen nur die ganze Zeit, dass Namco Bandai ihr Splatterhouse-Remake gleich komplettt in diesem Originalstil belassen und dann vielleicht direkt als kompakteres Arcade-Game zum Budgetpreis angeboten hätten.
Splatterhouse

Wie viel Splatter is here überhaupt wirklich in da house?

Das neue Splatterhouse spart von Anfang an nicht gerade mit Blut, Fleischknochenmasse und grausamen Fatalities, daran besteht gar kein Zweifel. Einem Gegnertypen zieht man sogar standardmäßig den Darm aus'm Popo. Die comichafte Optik sorgt in Verbindung mit der an Details und "Next Gen"-Effekten recht armen Grafik allerdings dafür, dass auch Gorefans hier nicht wirklich zum begeisterten Abfeiern eingeladen werden. Wer in dieser Hardwaregeneration bereits Gears of War, Darksiders und die Uncutversion von Fallout 3 bzw. New Vegas gespielt hat, sucht hier schnell nur noch gelangweilt die nicht vorhandene Taste, um all die ziemlich lange dauernden Mini-Cutscenes der Finishing-Moves abzubrechen. Irgendwie cool ist allerdings, dass man abgetrennte Extremitäten der Gegner und von sich selbst als Waffen verwenden darf. Jemanden mit seinem eigenen Arm zu erschlagen hat irgendwie auf 'ne dreckige Art Klasse.
Splatterhouse

Warum sollte sich das Spiel lieber Frusthouse nennen?

Der höchste Schwierigkeitsgrad von Splatterhouse steht in weiser Voraussicht anfangs noch gar nicht zur Auswahl, ich bin ohnehin schon am mittleren gescheitert. Und zwar bereits im dämlich aufgebauten Tutorial, das mich erst mit allen Power-Ups herumwüten lässt, um mir die Kräfte dann sofort wieder zu entziehen und mich gleich an der erstbesten Gegnergruppe mehrmals scheitern zu lassen, ohne mich vorher mal über meine Block-, Regenerations- und Ausweichmöglichkeiten aufzuklären, wohlgemerkt. Zumindest auf "einfach" hat man mit den Kämpfen zwar schnell keine ganz großen Probleme mehr, da man fix mächtigere Attacken und zusätzliche Lebensenergiekapazität freischaltet, eine ungenaue Kollisionsabfrage, knapp bemessene Zeitlimits, fehlender Überblick dank viel zu naher Kamera und blöd gesetzte Kontrollpunkte bremsen den Spielfluss trotzdem immer wieder auf frustige Weise aus. Die mit schicken Animationen geschmückten, aber elendig langen Ladezeiten tragen ihr übriges dazu bei, dass man nach ein paar unglücklichen Fehlversuchen kaum noch Lust dazu verspürt, es aufs neue zu versuchen.
Splatterhouse

Machen die Original-Arcade-Klassiker heutzutage noch Laune?

Grundsätzlich ist es enorm löblich, dass Splatterhouse alle drei Originaltitel des Franchises in aufpolierter Form zum Freispielen beiliegen. Zumal sie optisch mit ihrer angepassten Auflösung recht nett aufbereitet wurden und eben kein Extrageld kosten. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass beim Anspielen nur wieder festgestellt habe: Ich war auch früher nie ein wirklich großer Splatterhouse-Fan! Der enorm hohe Schwierigkeitsgrad voller Trial&Error-Momente macht die Klassiker, ob gestern oder heute, zu einem eher fragwürdig-spaßigen Arcade-Hardcorevergnügen, das seinerzeit gewiss mit coolem Monstersetting und jeder Menge Pixelgedärmen locken konnte, sich aber erst mit dem dritten Teil etwas von seinem plumpen Sidescroller-Kopperei-Gameplay mit grobschlächtiger Spielfigur befreien konnte. Wenn mir schon nach ein paar Minuten irgendwelche Minifledermäuse tödlich gegen den Kopf fliegen oder ich mit meinem Riesenbrocken von einem Protagonisten unerwartet aus allen Richtungen auf mich zuspringenden Wurmwesen millimetergenau und blitzschnell ausweichen muss, weiß ich wieder, warum ich ganz froh bin, momentan ein Gamer in der 2000er-Generation sein zu dürfen. Und diesem Zeitalter wird das Splatterhouse-Remake leider ja auch nicht wirklich gerecht.
Splatterhouse

Splatterhouse - Der Launchtrailer


Luft schnell raus bei Splatterhouse

Splatterhouse ist am 26.11.2010 für Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen, allerdings nicht in Deutschland. Hier wurde der Titel gar nicht erst angeboten, stattdessen muss man sich das Spiel zwangsläufig über den Importweg besorgen. Dabei steht neben der obligatorischen UK-Version eine deutschsprachige Uncut-Fassung aus Österreich zur Verfügung, welche allerdings auch nur übersetzte Untertitel bei englischer Originalsprachausgabe zu bieten hat.

Regel Nr. 2 Bonus: Alle Collectibles aus Splatterhouse in der Galerie

Kommentare

  

Macht auch Spass das Game .

0
Jack Scallion
  

Bin ein bi?chen sp?t dran, aber was solls. Ich muss hier den meisten Kritikpunkten zustimmen, hatte aber trotzdem recht viel Spa? mit dem Titel, warum auch immer.

Zitieren  • Melden
0
Daniel Pook
  

Trauen wir uns nicht. Siehe Gran Turismo 5, Borderlands, Kane & Lynch 1+2,...

Deinem Kommentar zufolge liest du unsere Seite nicht oft. Schade. Letztendlich wird Johannes dem Spiel das geben, was er f?r richtig h?lt. Und wenn es eine 8/10 ist, dann sieht er es eben so. Das hat nix mit sich was trauen oder nicht trauen zu tun.

Zitieren  • Melden
0
CaptainSmegma
  

@dormitzer
Donkey hat ebenso eine 4/10 verdient...allein das Leveldesign was schon tausende Leute in LPB 1000x besser hinbekommen haben verdient keine Wertung die h?her als 4/10 ist..
Aber das wird sich Areagames nicht trauen, knallt eine 8/10 raus und gut ist..

Zitieren  • Melden
0
dormitzer
  

@daniel
cool. freu mich schon auf den test!-

Zitieren  • Melden
0
Daniel Pook
  

Das ist l?ngst im Test, aber wir machen halt kein Husch-Husch, sondern nehmen uns bei jedem Titel die n?tige Zeit. :)

Zitieren  • Melden
0
dormitzer
  

@areagames:
nach so einer gurke k?nntet ihr euch selbst mal einen gefallen tun und ein gutes spiel testen. wie w?re es denn mit DONKEY KONG COUNTRY RETURNS.

Zitieren  • Melden
0
Dreifingerjonny
  

Habs mir ausgelihen und durchgespielt und finde das Spiel niemals so schlecht ist wie hier beschrieben.

Zitieren  • Melden
0
Stigma242
  

hm , aber der trailer ist nice.

Zitieren  • Melden
0
random 123
  

regel nr 2 spiel viele titten aber ansonsten nicht so der bringer

Zitieren  • Melden
0

Kommentar schreiben

B I U Link Zitat Bild Video