SSX

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 01. März 2012

User-Wertung:

Test: SSX

Der Winter neigt sich dem Ende und Wintersportler können ihre Ski- und Snowboard Ausstattung einmotten. Aber dank SSX wird die Saison zumindest virtuell noch verlängert und lädt weiterhin dazu ein, die Hänge unsicher zu machen. Ob es sich um einen würdigen Nachfolger der abgedrehten Fun-Sport-Reihe handelt oder der Titel doch eine Bruchlandung hinlegt, klärt unser Test.

SSX erschien erstmals vor 12 Jahren für Sonys PlayStation 2. Seit jeher steht der Titel für die wildesten Stunts, irres Tempo und ein buntes Effekte-Feuerwerk. SSX schrie förmlich danach, nicht ernst genommen zu werden. Realistische Ansätze waren nie vorhanden und das arcadige Gameplay ließ selbst Button Legastheniker Erfolge feiern. Nun kommt von Electronic Arts erstmals ein SSX in HD für Xbox 360 und PlayStation 3. Wer eine Sport-Simulation sucht, ist hier fehl am Platz, denn auch wenn SSX im Vergleich zu den Vorgängern einiges neu und anders macht, so bleibt es der völlig übertriebenen Action treu.
Das Spiel beginnt wie die Demo, mit dem Absprung aus einem Helikopter in gewaltiger Höhe. In dem Tutorial hat man die Wahl zwischen zwei Steuerungsmethoden für die Ausübung der Tricks (Buttons oder Analog-Sticks). Nachdem man die Grundlagen eingetrichtert bekommen hat, stürzt man sich am besten direkt in die World Tour, in der neun der bekanntesten Gebirgszüge der Erde auf euch warten. Von der Antarktis bis Afrika, vom Himalaya bis zu den Alpen, sämtliche Berge wurden mithilfe topografischer Daten der NASA wirklichkeitsnah nachgebildet. Natürlich hat man hier und da etwas übertrieben, damit das bekannte SSX Gameplay ermöglicht wird.
Test: SSXHat man sich für einen der neun Gebirgszüge entschieden, öffnet sich ein Untermenü mit drei anwählbaren Bergen. Da jeder einzelne Berg mehrere Abfahrten bietet, wird einem schnell klar, welch gewaltiger Umfang auf ambitionierte Highscore Jäger wartet. Satte 153 Strecken werden euch lange bei der Stange halten. Die World Tour ist in neun Abschnitte unterteilt. Dabei wird schnell ein Schema erkennbar. Pro Berg gibt es mehrere Race It und Trick It Events, bevor man an einem Survive It Event teilnehmen darf. Wie der Name schon verrät, geht es bei Race It nur darum, als erster ins Ziel zu kommen. Allerdings gilt ein Event sogar dann als bestanden, wenn man als dritter die Ziellinie überquert. Nur der letzte Platz ist verpönt und zwingt zum Wiederholen der Abfahrt. Bei Trick It ist der Name Programm. Zaubert verrückte Tricks, treibt den Combo-Zähler in die Höhe und setzt die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft. Gewinner ist, wer den höchsten Score erzielt. Habt ihr alle Strecken eines Gipfels absolviert, wird die Survive It Strecke freigeschaltet. Im Wettkampf mit Mutter Natur muss man Lawinen, eisige Temperaturen, Whiteouts und einige andere Gemeinheiten überleben, ein Boss-Kampf gegen die Natur.
Während man sich durch die umfangreiche World Tour boardet, sammelt man jede Menge Erfahrungspunkte und Credits. Mit diesen lassen sich neue Anzüge, Boards, Ausrüstungsteile und Mods freischalten. Jeder Gebirgszug besticht durch charakteristische Eigenschaften, weshalb man speziell auf die Ausrüstungsteile zwingend angewiesen ist. Ohne diese dürft ihr den Berg gar nicht erst befahren. Hat ein Berg zum Beispiel gewaltige Spalten, benötigt ihr den Wingsuit, mit dem ihr größere Strecken fliegend zurücklegen könnt. Rutschige Eisgletscher verlangen nach Eispickeln, die einem helfen, in Kurven zu überleben. Panzerung dient dem Schutz vor der Kollision mit harten Objekten und Solarkollektoren bewahren einem auf extrem kalten Bergen vor dem Gefriertod. Im späteren Spielverlauf benötigt man sogar Extras wie Impulsbrillen, Sauerstoffmasken und Stirnlampen. Doch auch die Anzüge und Boards sollten nicht vernachlässigt werden. Jeder Boarder hat seine individuellen Klamotten und Bretter im Gepäck, die einem unterschiedliche Boni auf Geschwindigkeit, Boost und Tricks gewähren. Hat man zum Beispiel das epische Raktenboard der Geschwindigkeit Level 9 erworben, fühlt man sich fast schon wie in einem Rollenspiel. Gerade im späteren Spielverlauf sollte man immer einen Blick auf seine Ausrüstung haben, da der Schwierigkeitsgrad in der zweiten Hälfte der World Tour enorm anzieht.
Test: SSXDamit man auf den schwierigeren Strecken den Hauch einer Chance hat, lässt sich das Geschehen wie in modernen Rennspielen zurückspulen. Allerdings sollte der Einsatz dieser Funktion wohl überlegt sein, da man nur den eigenen Charakter zurückspult, während die KI gesteuerten Gegner ihren Lauf einfach fortsetzen. Gerade bei Race It Events sollte man daher lieber gut mit der Strecke vertraut sein als durch Zurückspulen wertvolle Sekunden zu verlieren, die sich nur schwer wieder aufholen lassen. Um Streckenkenntnis zu erlangen, sollte man einen Blick auf den Erkunden-Modus werfen. Leider entpuppt sich der Name als irreführend, da freies und entspanntes Erkunden der Strecken nicht möglich ist. Drei andere Boarder zeigen einem stets, welche Leistung für eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille nötig ist. Neben einer traditionellen Bestenliste, auf der die Zeiten von Freunden angezeigt werden, kann man die Läufe der Freunde noch einmal von einem Geist fahren lassen, um zu sehen, wie sie die Abfahrt absolviert haben. Ein richtig echter Multiplayer- oder Split-Screen-Modus fehlt leider. Ein derber Kritikpunkt für einen Fun-Sport-Titel. SSX profitierte immer von dem unterhaltsamen Wettkampf gegen Freunde. Dafür kann man diesen Modus nutzen, um sich mit den Strecken vertraut zu machen und wertvolle Erfahrungspunkte und Credits zu verdienen.
Was einem Multiplayer-Modus schon näher kommt, sind die globalen Events. Zwar kann man auch hier keine direkten Lobbys für sich und seine Freunde erstellen, dafür kann man sich auf zeitlich begrenzten Events messen. Solche Events können sich über mehrere Stunden oder sogar Tage erstrecken. Freunde können jederzeit in der unmittelbaren Nähe auftauchen und wieder verschwinden. Vorgelegte Zeiten haben selbst bei ausgeschalteter Konsole Auswirkungen auf die Platzierung in der Rangliste. Der Vorteil daran ist, dass man nicht gleichzeitig online sein muss, um sich mit seinen Freunden zu messen. Allerdings wäre mir ein waschechter Multiplayer-Modus etwas wichtiger gewesen und darf eigentlich nicht fehlen.
Eine weitere Möglichkeit Geld zu verdienen sind die sogenannten Geotags. Hat man einen ausgerüstet, kann man ihn an einem beliebigen Ort verstecken. Dafür muss man von der Rückspul-Funktion Gebrauch machen und diesen dann auf Knopfdruck an einer möglichst schwer zu erreichenden Stelle platzieren. Der Geotag ist für andere Spieler sichtbar. Je länger er nicht eingesammelt wird, desto mehr Credits bekommt man. Findet jemand diesen Geotag und sammelt ihn ein, erhält der Spieler als Belohnung auf der Stelle Credits. So kann es durchaus vorkommen, dass ihr eure Konsole startet und euch ein Begrüßungstext über verdiente Credits informiert. Um bei so vielen Spielmodi und Möglichkeiten mit Freunden nicht den Überblick zu verlieren, hält euch das RiderNet auf dem Laufenden. Inspiriert von der Autolog-Engine aus Need for Speed dient RiderNet als Führer durch die Welt von SSX. Es ermöglicht einem, die bevorzugten Strecken mit "Gefällt mir" zu markieren, empfiehlt einem neue Drops und weist auf Geister hin, die eigene Rekorde überboten haben.
Test: SSXDie Präsentation von SSX hat sich im Vergleich zu den Vorgängern arg gewandelt. Wo früher alles schrill und bunt war und förmlich FUN geschrien hat, schlägt das jüngste SSX zumindest optisch einen realistischeren Weg ein. Die grellen Farben wichen einer dezenteren Farbgebung. Die Zeiten, in denen an jeder Sprungschanze ein wahres Feuerwerk gezündet wurde, sind eindeutig vorbei. Das wird einigen alteingesessenen Fans sicher sauer aufstoßen. Sieht man darüber hinweg, stößt man auf das typische SSX Grundgerüst. Tricks gehen locker flockig von der Hand und lassen sich zu ellenlangen Combos aneinander reihen. Während man die Punkteschraube nach oben dreht, dreht auch der DubStep Soundtrack ordentlich auf. Landet man eine geile Combo, schlägt ein Bassschlag knallhart in die Magengrube und bei gelungener Landung lässt eine erdbebenähnliche Erschütterung den Spaß-Seismografen ordentlich ausschlagen. Auch die zahlreichen Ausrüstungsteile und unterschiedlichen Gebirgszüge sorgen für Abwechslung und bis man alle 153 Abfahrten bewältigt hat, vergeht eine lange Zeit. Nur leider fehlt ein richtiger Multiplayer, um wirklich komplett zu überzeugen. Das sorgt für Punktabzug. Wem Geister und Bestenlisten im Multiplayer genügen, darf sich gerne eine neuner Wertung denken. Freunde der abgedrehten Fun-Sport-Reihe schlagen eh zu und ich persönlich freue mich nun noch mehr auf das HD Remake von Tony Hawk. Aber bis dahin werde ich mit einem Grinsen im Gesicht die zahlreichen Hänge hinab jagen.

Kommentare

MachDichNass
  

Einfach CRAP

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BO2000
  

Ja bin auch etwas ernüchtert von dem Spiel. SSX Tricky auch der Playstation war ja der Hammer und für die Xbox gab's bisher "nur" Amped. "Nur", weil mir etwas Speed gefehlt hat und die Pisten etwas abgefahrener hätten sein können. Hatte mich also sehr darauf gefreut mal ein lustiges Kontrastprogramm zur drögen Shooterwelt zu haben. Leider finde ich das Spiel äußerst lieblos inszeniert und ein Splitscreen bzw. Multiplayermodus muss so ein Spiel einfach haben. Außerdem ist das Tricksystem sehr schwammig und spätestens bei den Wingsuits kommt der große Frust auf. Gottseidank nur nen Fuffie in den Sand gesetzt aber nachträglich hätte wohl lieber nochmal die liebevolle Umsetzung genießen sollen.

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parisienne
  

Hallo Leute
Also ich bin sehr entaüscht vom Spiel! Es gibt einfach ein paar sachen die fehlen und meine Meinung nach jedes sport games haben sollte. Kein Möglichkeit sein eigenes Charakter erstellen, das finde ich sehr sehr schade heut zu tag sollte sowas pflicht sein! Auch was Kleider und Accesoires angeht, klar kann man vor ein Rennen vers. Sachen auswählen aber so richtig geil ist es auch nicht!
Aber das traurigste für mich ist das es kein Free Ride Modus gibt! kann ich einfach nicht verstehen.Keine Möglichkeit einfach abzuschalten und just for fun zu riden extrem schade!
Spass macht es trotzdem keine Frage, aber ich hätte schon mehr erwartet!


PS: sorry für mein Deutsch : )

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MachDichNass
  

Freute mich auf das Spiel, ist aber zimlich ernüchtern und eher ein ActionAdventure als ein Bordergame. Mit den alten SSX mögen sie nicht mithalten, einfach gesagt mit NIX mögen sie mithalten.
alte SSX waren besser.
Amped war besser
sogar der Rotharige Ami hatte ein besseres Boar - Spiel.

Ich bin enteuscht - tja viellecht war es der einzige fehleinkauf dieses Jahr :))

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Mastersheep
  

@pb2007Was ist denn das für ne schwachsinnige Aussage?Internet ist auch total 90er...

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chiefrebelangel
  

@nils
guter test soweit, nur klar kann man für sich und seine freunde events erstellen, die dann wie die global events funktionieren -> custom events. gibts pro abfahrt und man kann die zeit des events, payout, renntyp, entry fee etc bestimmen, genau wie offen das event sein soll(public, friends only, friends of my friends). sollte man evtl in den test reinschreiben um mißverständnissen vorzubeugen.

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Kohlenstoff
  

johnboy...bitte nicht...was du im Schlafzimmer machst sollte nicht gefilmt werden :(

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johnboy
  

Vorspiel-video???

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Nils Lendeckel
  

1. Gibt tatsächlich keinen richtigen Multiplayer, auch keinen Split-Screen. Ist für mich, wie im Test bereits erwähnt, ein derber Kritikpunkt.
2. Die Demo vermittelt einen passablen Eindruck vom Spiel. Wenn einem die Demo schon nicht sonderlich zusagt, dann wird einen das Spiel auch nicht mehr vom Hocker reißen.

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sondaschule
  

Wie ist denn das Spiel im Verhältnis zur Demo? Die fand ich nämlich ziemlich lahm

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