Steel Diver 3D

Plattform: (3DS)
Release: 06. Mai 2011

User-Wertung:

Steel Diver

Die 3DS-Spieleflut reißt nicht ab. [Sarkasmus aus!] Naja, zumindest können wir uns über ein gewisses Maß an Vielfalt nicht beklagen. Nach Prügel-, Strategie-, Stealth-, Flug-, Hüpf-, Renn- und Hundeaufzuchtsspielen, bekommen wir mit Steel Diver ein waschechtes Shoot'em up. Wobei ich mit „waschecht“ eigentlich nur das nasse Element meine, in dem es spielt. Denn ansonsten dürfen abgebrühte Zocker, mit Dauerfeuerdaumen und Hang zu Abschüssen im Millisekundentakt umdenken. Nintendos U-Boot-Geballer ist die Wiederentdeckung der Langsamkeit und schafft es trotzdem hektisch zu sein.

Wie die meisten anderen Titel im bisherigen Angebot schert sich Steel Diver recht wenig um eine plausible Story oder pompöse Szenario-Einführung. Es geht um einen Schurkenstaat, der die Weltherrschaft anstrebt. Eine U-Boot-Spezialeinheit wurde gegründet, um ihn aufzuhalten. Blablabuähh ... Ernsthaft? U-Boote? Abgesehen von ihren Status als die heimlichen Killer des Seekriegs und Wolfgang Petersens Film-Meisterwerk, sind U-Boote doch wirklich das Langweiligste was es gibt. Ich meine: Kampfjet? U-Boot? Kampfjet? U-Boot? Das ist nicht wirklich eine Frage, die man stellen muss, oder? Wie dem auch sei, nach dem Spielstart landet ihr unmittelbar im Modi-Auswahlbildschirm. Hier stehen euch drei Spielvarianten zur Auswahl: Mission, Periskop und Seeschlacht. Die vermeintliche Fülle kann nicht kaschieren, dass hier ein reichlich dünnes Paket für 40 Tacken über die Ladentheke wandert.
Steel DiverDie Seeschlacht zum Beispiel, eine Mischung aus Schiffeversenken und Hexfeldtaktik, mit eingestreuten Actioneinlagen könnt ihr schon mal gleich vergessen. Der Pseudo-strategische Anspruch erschöpft sich in langwierigem und langweiligem Absuchen der Karte, die kurzen Torpedo-Zielübungen sind ultra-simpel und zudem auch ohne endloses Rumgeklicke auf hässlichen Karten direkt anwählbar. Was mich gleich zum Periskop-Modus führt, besagter Unterwasserschießbude, in der ihr das charakteristische U-Boot-Fernrohr wahlweise per Touchpen oder (besser) über den Bewegungssensor ausrichtet und Kriegsschiffe oder andere Tauch-Boote auf den Meeresgrund schickt. Das ist vielleicht alle vier Wochen für etwa fünf Minuten ganz witzig. Da es hier aber keinen weiteren Sinn gibt, werdet ihr auch diesen Modus schnell ignorieren. Beide Spiele wirken wie in der Mittagspause ausgedacht und klassifizieren sich insgesamt als totale Zeitverschwendung.
Steel DiverWas bleibt sind die Missionen, das Kernstück von Steel Diver, welches glücklicherweise etwas (!) gehaltvoller ausfällt. In klassischer Seitenansicht schippert ihr eine von drei verschiedenen Unterseewürsten durch Feuchtgebiete Marke Dschungel, Eis, Lava, Schiffsfriedhof usw. und ballert feindliche Schlachtschiffe, U-Boote (Da sind sie wieder!) und Felsbrocken (Sind vielleicht auch neutral. Sie wollten sich äußern, aber da hat sie schon meine Planschrakete zerfetzt.). Dank, der netten Unterwasseroptik ist das sogar ganz hübsch anzuschauen. Allerdings bringt der 3D-Effekt fast gar nichts. Steel Diver spart aber auch ansonsten mit Animationen, Hintergrundgeschehen und knalligem Bombast und nimmt stattdessen sämtliche Coolness und Dynamik aus dem Shoot'em up-Genre, indem es euch eine, in der Idee sicher ambitionierte, in der Umsetzung aber letztlich nur unpassende Steuerung forsetzt. Um euren Kahn nämlich sicher durchs feuchte Nass zu manövrieren dürft ihr fleißig an den Reglern drehen. Soll heißen: Per Stylus verschiebt ihr Hebel für Geschwindigkeit, Tiefe und Neigung und tippt Schalter für eine echte Torpedo-Sensation und den Täuschkörper bzw. schließt Lecks an zufälligen Stellen auf dem Touchscreen, sollte euer Boot Schaden genommen haben. Diese möchtegern-realistische Umsetzung wäre für ein Geschicklichkeitsspiel ganz nett und funktioniert dank des schnarchigen Spieltempos auch hier, hat mit Dynamik aber in etwa soviel zu tun wie eine Halskrause. Gerade das Ausrichten in die ideale Schussposition kann Nerven kosten, erst recht, wenn ihr versehentlich am Feind "vorbeigerast" seid.
Tja, und mehr gibt es auch nicht zu tun, im beinahe zu offensiv beworbenen Steel Diver. Und abgesehen von ein paar optischen Veränderungen, ist da auch nichts was eure Geduld belohnen könnte.
Steel Diver

Kommentare

Saibot
  

Ich h?tte trotzdem mal gerne eine Erkl?rung zum nicht mehr vorhandenen Wertungskasten...

Zitieren  • Melden
0
IM Carlos
  

"oberfl?chliches Gameplay" ... Das h?tte man von einer Tauchboot-"Simulation" gar nicht erwarte ...

Zitieren  • Melden
0
richard50
  

Schiffeversenken in "zeitgem??er Pr?sentation" Ironie aus : P

Auf das Game haben wir doch alle gewartet, oder?

Zitieren  • Melden
0

Kommentar schreiben

B I U Link Zitat Bild Video