Tales of Graces F

Plattform: (Wii U)
Release: 31. August 2012

User-Wertung:

Test: Tales of Graces f

Der Weg japanischer Videospiele nach Europa oder Nordamerika ist lang und gefährlich. Nur wenige Titel schaffen dieses Abenteuer. Aus Namco Bandais altehrwürdiger „Tales of“-Serie hat es nun „Tales of Graces“ nach rund 3 Jahren als „Tales of Graces f“ von der Wii auf die PS3 zu uns geschafft. Doch ist dieses JRPG nun einfach nur ein Spätzünder oder vielleicht doch ein Rohrkrepierer?


Das "f" im Titel steht laut Namco für "future" doch in Wahrheit beginnt dieses große Tales of-Abenteuer erst einmal in der Vergangenheit, genauer gesagt in der Kindheit der Hauptcharaktere. Die Geschichte spielt in einer Welt namens Ephinea. Den Bewohner dieser Welt geht es sehr gut, denn die Substanz "Eleth", die aus dem Material "Crius" gewonnen wird, verhalf ihnen zu großem Wohlstand. Ephinea ist in die drei Königreiche Windor, Strata und Fendel unterteilt, welche um die Vorherrschaft und Macht über dieses Material kämpfen. Dem Spiel wird dabei die Hauptrolle in Form des ältesten Sohns des Fürsten von Lhant in Windor zu teil, die des elfjährigen Asbel. Zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Hubert entdeckt er, an einem ihm eigentlich verbotenen Ort, ein sehr seltsames Mädchen. Da dieses verhaltensauffällige Mädchen, sie nimmt viele Dinge mehr als wörtlich und ist dabei stärker als Pipi Langstrumpf, keinerlei Erinnerungen an sich oder ihre Herkunft hat, verpasst der ungestüme Asbel ihr einfach den Namen Sophie und bringt sie mit in seine Heimatstadt. Dort werden dann auch die nächsten Charaktere eingeführt. Cheria, die Tochter des Butlers der Fürstenfamilie Lhant, ist ein kränkliches junges Mädchen, das nicht viel Anstrengung verkraftet und für Asbel schwärmt. Nach einem Abenteuer mit Richard, dem Sohn des Königs aus der Hauptstadt des Königreiches Windol, kommt es zu einem einschneidenden Erlebnis und letztendlich zur Trennung aller bisher eingeführten Charaktere. Damit ist dann auch das Kindheitskapitel von Tales of Graces f abgeschlossen. Mir haben es diese rund 3 ½ Stunden Kindheit wirklich schwer gemacht, dieses JRPG in irgendeiner Weise zu mögen. Alle Charaktere und ihre Emotionen sind so dermaßen klischeebeladen, das jeder Funken Sympathie bei mir immer wieder erlosch. Doch das echte Tales of Graces beginnt erst nach diesem Abschnitt. Es folgt ein Zeitsprung von rund 7 Jahren. Durch das Ereignis am Ende der Kindheit wurde Asbel in seinem Wunsch bekräftigt, ein Ritter zu werden und ging daraufhin in die Hauptstadt an die Ritterakademie. Wie es das Schicksal so will treffen natürlich alle wieder aufeinander.
Test: Tales of Graces f
Tales of Graces f bietet vordergründig eine typisch japanische Geschichte über das Rittertum, Helden, Kriege und Verrat. Doch von all diesen sehr leicht durchschaubaren Twists abgesehen, geht es eigentlich um Freundschaft und das Erwachsenwerden und all die Probleme die das so mit sich bringt. Ich sagte ja schon, dass es nach dem Kindheitsprolog besser wird, aber die ersten 15 Stunden musste ich mich noch weiterhin etwas durchbeißen, danach plätschert diese generische Story sehr angenehm vor sich hin. Nach rund 50 bis 60 Spielstunden erblickt man dann das Ende und schaltet so einen NewGamePlus-Modus frei, bei dem ihr, je nachdem wie gut die Bewertung für den ersten Durchgang ausfiel, verschiedene Modifikatoren (mehr Schaden, höhere Dropchance auf wertvolle Items etc) aktivieren dürft.
Test: Tales of Graces f
Das Kampfsystem mit dem hochtrabenden Namen "Style Shift - Linear Motion Battle System" ist das eigentliche Glanzstück des Spiels. Unterwegs trefft ihr in der Welt immer wieder verschiedene, zufällig verteilte Gegner. Diese Zufallskämpfe werden in kleinen Arenen, in denen man sich frei bewegen kann, ausgetragen. Auf Oberwelt selbst ist immer nur ein Gegner abgebildet, tatsächlich erwarten euch aber meist mehrere Feinde und oft auch unterschiedliche Gegnertypen in einem dieser Zufallskämpfe. Das Echtzeitkampfsystem an sich ist dabei sehr komplex und bietet sehr viele Optionen, was dem ganzen viel taktische Tiefe gibt. Allerdings nur wenn ihr das wollt und auch danach überhaupt sucht. Den ähnlich wie Final Fantasy XIII leidet es unter einem großen Ungleichgewicht. Die normalen Kämpfe sind so schnell vorbei, sodass es keine wirkliche Gelegenheit gibt, das Kampfsystem mit seinen Finessen und zahlreichen Einstellmöglichkeiten zu erlernen. Dieses mangelhafte Training bekommt der Spieler dann in den Bosskämpfen gnadenlos aufs Brot geschmiert.
Test: Tales of Graces f
In Tales of Graces f gibt es auch ein nettes Crafting-System. Bei den etwas schräg anmutenden Turtelz-Typen könnt ihr per Dualizing neue Gegenstände erschaffen. Einfach zwei Gegenstände kombinieren und ein neuer, höherwertiger Gegenstand ist euer. Wertgegenstände, allerlei Tränke, neue oder verbesserte Waffen und Rüstungen, alles ist möglich. Die Entwickler bei Namco Bandai müssen auch allesamt sehr gerne essen, denn sie haben eine wahnsinnig viele Gerichte eingebaut und bilden sie auch noch so detailliert ab, dass man meinen könnte, Tales of Graces f wäre eine heimliche Bewerbung für www.gourmetgaming.co.uk. Damit der Nachschub dieser statusverbessernden Gerichte nicht abbricht, gibt es auch noch den Elethmixer, der je nachdem wie gut ihr kämpft, euch mit Essen versorgt und für kurze Zeit auch Boni direkt im Kampf gewehrt.

Test: Tales of Graces fIm Jahr 2012 ist das knapp drei Jahre alte "Tales of Graces f" ieider nur gewohnt solide JRPG-Kost. Im Grunde ist man ja schon dankbar, dass es ein weiterer Tales of-Titel zu uns nach Europa geschafft hat, doch darüber hinaus sollte man man auch eine Menge Leidenschaft für das Genre und die Serie mitbringen. Nach dem langatmigen Prolog erwartet den Spieler nur eine "hab-ich-irgendwie-schon-mal-erlebt-Story" mit klischeehaften Charakteren. Doch diese Geschichte trotzdem durchaus unterhalten, wenn sie denn erst mal Fahrt aufgenommen hat. Das actionreiche Kampfsystem hat seine taktische Tiefe, allerdings spielt Tales of Graces f diesen Trumpf nicht von alleine aus. Ihr müsst euch einarbeiten und euch die nötige Herausforderung selbst schaffen. Es ist ein unscheinbares, traditionelles JRPG das Serienfans und Genreliebhaber noch gut bedient. Den Rest kann man mit Tales of Graces f jedenfalls nur bedingt bekehren. Dazu ist das Spiel noch zu sehr den altmodischen japanischen Rollenspielkonventionen verhaftet, die selbst ein Riese wie Square/Enix mittlerweile hinter sich lassen möchte.

Kommentare

Valentine
  

@Maxwow
mittlerweile hab ich 7 Tales of Titel ;D

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Maxwow@
  

@ Valentine
Dann müste du ja Ungefähr gerade mal 2 Spiele besitzen.
es ist doch alles vom Japanischen Verkaufszahlen abhänig ob Tales of Spiele in Europa erscheinen.

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Valentine
  

Tales Of game wird wie immer gleich gekauft.

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CoupeFX2
  

Was ist denn das für ein Mist - die spinnen die Japse ^^ .

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v0iddd
  

Ihr habt das Cover von der Wii-Version genommen ;)

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