Tales of Vesperia

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Tales of Vesperia

Ob ich am regnerisch-schwülen Wochenende froh war, mir am Freitag die im Prinzip bereits fertige Vorschau-Fassung von Tales of Vesperia mit nach Hause genommen zu haben? Na klar! Und das nicht zuletzt deswegen, da die malerische Fantasy-Welt der beliebten RPG-Serie auch auf der Xbox 360 ihren gewohnt gemütlichen Charme zu versprühen weiß. Meine ersten Spieleindrücke vom im Rest der Welt bereits veröffentlichten Anime-Spiel sollten euch dem Europa-Release diesen Monat auf alle Fälle freudig entgegenblicken lassen.


Malerisch geradlinig

Als das eigentliche Spiel mit einer Ingame-Dialogszene beginnt, bin ich mir im ersten Moment noch gar nicht im Klaren darüber, bereits Spielgrafik zu sehen. Die tatsächlich wie gemalt wirkende Optik von Tales of Vesperia ist derart flüssig und weich, dass ich fast gewollt bin zu sagen, noch nie zuvor eine so überzeugende Comicgrafik in Bewegung gesehen zu haben. Klar, Titel mit einem ähnlichen Cell-Shading-Stil hat man inzwischen schon einige gesehen, doch so kanten- und flimmerlos wie hier, mit so viel dreidimensionaler Perspektive und trotzdem Liebe zum Zeichendetail? Zugegeben, ich bin kein Experte was japanische RPGs im Allgemeinen angeht, vielleicht fehlen mir also die echten Vergleiche (außer dem ebenfalls hübschen Eternal Sonata, dessen Umgebungen ich jedoch als etwas grober empfinde). Tales of Vesperia hat mich optisch aber auf alle Fälle von Anfang an beeindruckt und damit atmosphärisch gleich ins Spielgeschehen ziehen können. Eine kleine Enttäuschung ist dagegen, dass die vielen, zumeist sinnlosen Nebendialoge mit Statisten-NPCs (fast schon Genre-typisch) unvertont geblieben sind. Eher unmotiviert skippe ich mich durch die ersten der obligatorischen "Straßenhund macht Wuff-Wuff"- und "Hallo, liebes Mädchen! Oh, du bist nur ein Typ mit langen Haaren, ha,ha,..."-Sprechblasen, bevor ich mich entscheide, weniger investigativ, mehr zielgerichtet der Hauptstory zu folgen. Habe eh nicht das Gefühl, dies sei ein RPG, bei dem es unbedingt so viel abseits der Hauptpfade zu entdecken gäbe (vielleicht ändert sich das im späteren Verlauf auch noch). Und hey, ohne dieses unergiebige Nebengeplänkel kommt sowieso viel mehr "Anime zum Mitspielen"-Feeling auf.
Tales of Vesperia

You are Yuri

Das hatte ich auch auf alle Fälle in den ersten Minuten von Tales of Vesperia, in denen ich Hauptcharakter Yuri vorgestellt bekomme, der als ständig abgefuckter aber am Schwert doch ziemlich talentierter und auch so recht cleverer Jungspund im Armenviertel der imperialen Hauptstadt vor sich hin gammelt. Im Schlepptau stets sein treuer Hund, mit dem er sich ab und an gar unterhält. Die Tatsache, dass sein Bezirk zu überfluten droht, schafft es Yuri wider Willen aus seiner Bude zu locken und mal wieder an die frische Luft zu bringen. Natürlich ist er in Folge dessen der Einzige weit und breit, der ein fehlendes Emblem am Stadtbrunnen als Ursache des nassen Übels ausmachen kann. Bis zum ersten Aufeinandertreffen mit dem Siegeldieb in dessen Villa wirkt Tales of Vesperia wie ein Zeichentrick-Adventure, das fast wie von alleine abläuft. Optikstil und Handlung sind zwar interessant genug, um mich auch dank einer hervorragenden englischen Synchronisierung so weit bei der Stange zu halten, meine Hände am Controller fühlen sich abgesehen vom ständigen "A"-Drücken, um die Dialoge fortzutreiben, anfangs aber doch recht unausgelastet.
Tales of Vesperia

Rundum rundenfrei

Dies ändert sich spätestens nach meinem story-bedingten Gefängnisaufenthalt im Anschluss an den kurzen Ausflug ins Reichenviertel. Einzelne Wachmänner und kleine Soldatengrüppchen (die stets sichtbar eingeblendet werden und nicht etwa zufallsbasiert aus heiterem Himmel auftauchen) bedürfen etwas Haue, wobei das Spiel jeweils in eine Japan-RPG-typische Kampfarena abseits der normalen Spielwelt wechselt. Hier wird - so ist es neuerdings offenbar Mode im Genre - in Echtzeit gekämpft, während Menüs und sonstige Aufmachung nach wie vor klassisch anmuten. Hat man sich erst mal daran gewöhnt, dass man auch beim Blocken stets Schaden einsteckt und es eher Ziel ist, gegnerische Schläge zu lindern als sie komplett zu vermeiden, machen die Geplänkel sogar ganz schön Laune. Möglichst lange Kombos sind dabei essenziell, die 360°-Umgebung bietet taktisches Stellungsspiel in Echtzeit und mit jedem zusätzlichen Charakter in der Partie (als erstes stößt eine sehr effektive Heilerin hinzu) gewinnen die Kämpfe strategisch an Tiefe. Mikromanagement müsst ihr dabei nicht befürchten, eure Kumpanen werden getreu eurer Grundvorgaben K.I.-gesteuert und stellen sich dabei sogar ziemlich geschickt an. Auch die Menüs sind so zugänglich simpel gestaltet, dass man sich voll und ganz auf die wesentlichen Echtzeit-Fights konzentrieren kann. Derer bin ich mir nach einer kürzen Eingewöhnungsphase übrigens so sicher geworden, dass inzwischen selbst drei oder mehr Gegner auf einmal kein großes Problem mehr darstellen und auch der erste kleine Bossbattle locker von der Hand geht. So darf es ruhig weitergehen, denn gerade die ständigen Standardkämpfe zum Aufleveln arten auf diese Weise im flüssig vonstatten gehenden Echtzeitsystem nicht in zähes Abarbeiten aus, wie es gerade zu Rundenzeiten noch bei mittelprächtigen Genrevertretern wie Enchanted Arms der Fall war.
Tales of VesperiaGenau so flüssig bin ich auch stets mit Tales of Vesperias vielversprechender Handlung vorangekommen, die nicht zuletzt von ihren sehr guten Dialogen getragen wird. Während ich mich von den ständigen Gesprächsunterbrechungen in den meisten anderen japanischen RPGs in der Regel eher gestört fühle, fügen sie sich hier sehr stimmig ins Gesamterlebnis des Spiels ein. Und dieses Gefühl hatte ich beim Anspielen von Tales of Vesperia was jedes einzelne Element des Spiels angeht. Seien es nun die flotten Fights, das geradlinige Vorankommen von Storypunkt zu Storypunkt bzw. Ort zu Ort oder die wunderschöne Zeichentrickgrafik, die sich im Direktvergleich wohl einzig in Sachen lebendiger Animationen Eternal Sonata geschlagen geben muss. Ob meine Begeisterung für das Spiel auch nach der Gefängnisflucht durch eine von Ratten bevölkerte Kanalisation und die anschließende Rückkehr ins Armenviertel mit direktem Anschluss an eine größere Weltkarte langfristig anhalten kann, dürft ihr gewiss demnächst in unserem Test bei AreaGames lesen. Ein Blick hinüber, auf die internationalen Wertungen bisher, stimmt mich in Verbindung mit meinem eigenen Ersteindruck jedenfalls schon mal sehr zuversichtlich auf den baldigen Europa-Release am 26. Juni 2009. Allen, die sich jetzt gerne mal selber ein Bild vom Spiel machen wollen, sei zudem die bereits vor einiger Zeit veröffentlichte Demo auf dem Xbox LIVE Marktplatz ans Herz gelegt. Wie inzwischen bekanntgegeben wurde, dürfen sich "PlayStation 3"-Gamer derweil auf eine Portierung des anfänglich noch 360-exklusiven Titels mit ein paar Extra-Goodies freuen.
Tales of Vesperia

Kommentare

Boozehead
  

Ich habe erst vor kurzem wieder meine Liebe f?r Konsolen RPG?s wieder entdeckt, und deshalb freue ich mich richtig drauf. Erst die ank?ndigung von Final Fantasy 7 im PSN, und jetzt das. Ich glaub ich h?ng meinen Job an den Nagel, zwecks Spielzeiterweiterung.

Zitieren  • Melden
0
KING_BAZONG
  

Schon wieder ein Tales ? Nein danke. Drei Teile absolviert (ToD, ToE, ToS) und das reicht dann auch.
Ewig dieselbe tr?be So?e.

Zitieren  • Melden
0
BLaZin
  

Ist gekauft!!! Leider dauert es noch so lange.......

Zitieren  • Melden
0
Turkishflavor
  

ich freu mich schon drauf!

Zitieren  • Melden
0
LookMyBullet
  

Erster....

Sicher mal vom grabbeltisch:D

Zitieren  • Melden
0

Kommentar schreiben

B I U Link Zitat Bild Video
  

weitere Berichte zu Tales of Vesperia

02.11.12 11:40 Uhr

Tales of Vesperia

Bandai Namco: Zwei neue "Tales of ..."-Titel bereits in Planung!

Der Producer der "Tales of ..."-Serie, Hideo Baba, erklärte kürzlich in einem Interview, dass das Studio bereits an zwei neuen Rollenspielen arbeitet: Einerseits...