Tenchu 4

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Tenchu – Shadow Assassins

Yeah, everything’s better with Ninjas! Diesem Naturgesetz hat die einst so ruhmreiche Tenchu-Reihe in den letzten Jahren nicht mehr wirklich Rechnung getragen. Zu verkorkst war die Technik, zu eingefahren das Spielprinzip. Die meisten Fans werden da wohl zu recht bezweifeln das gerade auf der Wii die historische Stealth-Action endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen kann. Doch vorschnelle Verurteilungen nach ewigen Rückschlägen sind ja nur menschlich und die Freude über die positive Überraschung daher umso größer.

Wir wissen das ihr immer sofort zur Wertung runterscrollt und dementsprechend mag eine 7 von 10 - Wertung im Bezug auf den Teaser-Text einen nicht ganz so starken Freudentaumel auslösen, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte. Doch in Anbetracht des tiefen Qualitätssturzes, welchen die Serie nach Tenchu - Wrath of Heaven für die PS2 langsam, aber sicher erfahren hat, ist sie ein echtes Gütesiegel. Und lasst euch gesagt sein: Tenchu - Shadow Assassins macht Spaß und stellt das derzeit beste Schleichabenteuer für Nintendos weißen Gelddrucker dar. Das Spiel leidet lediglich darunter etwas zu sehr in der Vergangenheit verhaftet zu sein.

Mord ist ihr Hobby

Wie in den vorangegangenen Episoden erledigt ihr mit dem erfahrenen Ninja-Duo, bestehend aus dem weißhaarigen Veteranen Rikkimaru und der schnuckeligen, aber ebenso mörderisch versierten Ayame, abwechselnd etwa zehn recht lange Spionage- und Tötungsaufträge für euren Herrn und Meister Lord Godha. Als seine Tochter entführt wird, sieht dieser sich mit einem drohenden Krieg gegen einen anderen Clan konfrontiert. Erzählt wird das Drama zwischen den Missionen in überzeugend inszenierten und gut vertonten Cutscenes, die aber leider nur englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln bieten. Eure Aufgabe ist es natürlich das bevorstehende Massensterben auf leise und etwas weniger Opfer fordernde Art und Weise zu verhindern und selbstverständlich das geraubte Mädel unbescholten wieder zu ihrem Papi zurück zu bringen. Stealth-Action-typisch begebt ihr euch ins Feindgebiet und versucht euch möglichst unbemerkt einen Weg zu eurem Ziel, etwa einem Bandenführer oder einem Frauenhändler zu bahnen. Grundlegend heißt es also geräuschlos vorgehen und hinter Wänden oder in Büschen oder Schatten Deckung suchen. Letztere sehen übrigens aus wie verrußter Nebel und machen damit einen eher lächerlichen Eindruck, vor allem wenn man das bereits über sechs Jahre alte, erste Splinter Cell zum Vergleich heranzieht. Um die zahlreichen Hindernisse und Wachen zu umgehen stehen Rikkimaru und Ayame eine Reihe vielseitiger Werkzeuge zur Verfügung, wie zum Beispiel Shuriken, ein Bambusrohr, mit der ihr Fackeln löschen könnt oder eine Angel, mit der sich unbemerkt Items aus der Ferne heranziehen lassen. Außerdem können die beiden auf Dachbalken herumspringen, sich in großen Vasen verstecken oder Kerzen auspusten. Die Möglichkeiten sind wirklich zahlreich und laden zum experimentieren ein. Am meisten Spaß machen aber sicher die Hissatsus genannten Tötungs-Moves. Schafft ihr es euch an ein bis drei Gegner heranzuschleichen, könnt ihr sie durch Drücken des A-Knopfes und anschließendem Ausführen der vorgegebenen Wiimote-Nunchuk-Bewegungen effektiv, wenn auch nicht gerade liebevoll ins Jenseits befördern. Klingt fies, aber einem ahnungslosen Wachmann von der Decke hängend das Genick zu brechen, ihn mit einem gezielten Shurikenwurf in einen Brunnen zu befördern, überraschend unter Wasser zu ziehen oder zwei von ihnen gleichzeitig mit eleganten Schwertstreichen ihrer eigenen Waffen niederzustrecken entbehrt einfach nicht einer gewissen Befriedigung. Tja, das Meuchelmörderhandwerk ist kein schönes und der Titel nicht für Jugendliche freigegeben. Also, bluttriefende Mordorgien for the win!
Tenchu ? Shadow Assassins

Dunkel war’s, der Mond schien helle ...

Technisch ist auch das neueste Tenchu kein Meisterwerk, aber dennoch ansehnlicher als viele andere Wii-Titel geworden. Ein paar ungelenke Animationen, unschöne Clipping-Fehler und die pixelprotzende Auflösung von lediglich 480i, stehen sehr detaillierten Charaktermodellen und Levels gegenüber, die auch den ein oder anderen schmucken Licht- und Raucheffekt zum Besten geben. Das Wasser ist in dieser Hinsicht allerdings eine Enttäuschung und definitiv glaubwürdiger hinzukriegen, wie kürzlich erst Rogue Trooper bewiesen hat. Doch die Kulisse einer von Blitzen durchzuckten und regengeplagten Nacht über japanisch, historischer Architektur schafft spielend die richtige Atmosphäre, um seinem unmoralischen Handwerk nachzugehen. Diese wird nochmals verstärkt durch den brillanten Soundtrack, der (ich benutze Superlative einfach zu gerne) ohne Zögern zum Besten gezählt werden darf, was bisher in einem Wii-Spiel zu hören war. Mal dramatische, mal besinnlich ruhige Kompositionen aus typisch japanischen Flöten-, Trommel- und Streichinstrumenten, teilweise durch E-Gitarreneinsatz leicht modernisiert, präsentieren sich in glasklarem Klang. Allerdings hätten es ein paar mehr Stücke sein dürfen, denn genauso wie sich die Sprüche der Wachen ständig wiederholen, wenn sie euch suchen und damit schnell nerven, wird auch die Hintergrundmusik in verschiedenen Missionen immer mal wieder recycelt.
Tenchu ? Shadow Assassins

Der Ninja mit den gebrochenen Händen

Tenchu - Shadow Assassins macht mit Sicherheit nichts wirklich neu. Selbst kontextsensitive Wiimote-Bewegungen gehören auf dem System mittlerweile zum wenig originellen Alltag. Seine auffälligsten Probleme hat das Spiel allerdings bei der Steuerung, die zwar schnell erlernt ist, aber ein paar seltsam antiquierte Designentscheidungen offenbart. Zum einem reagiert die Laufbewegung, wie seit Super Mario 64 (!) eigentlich üblich, nicht analog. Ihr steht oder geht. Um zu Rennen, müsst ihr den B-Knopf gedrückt halten. Keine langsam ansteigende Laufgeschwindigkeit je weiter ihr den Controlstick des Nunchuks nach vorne bewegt. Auch das Manövrieren um Hindernisse und vor allem das steife Sprungverhalten der Kletterasse erweisen sich als etwas sperrig. Ebenfalls unverständlich ist der völlige Verzicht auf die Unterstützung des Wii-Pointers. Für die Wurfgeschosse zielt ihr schön umständlich dem Analogstick. Leider gibt es auch keine frei bewegliche Kamera, was die Übersicht an einigen Stellen erheblich verbessert hätte. Eure einzige Möglichkeiten bestehen hier in den Werfen-Modus zu wechseln und euch so umzusehen oder per Z-Knopf auf Rikkimarus und Ayames Ninja-exklusives inneres Auge zurückzugreifen, welches euch eine relativ frei bewegliche Sicht gewährt und obendrein interaktive Objekte und Wachen hervorhebt und sogar deren Sichtradius anzeigt. Ein unschätzbares Hilfsmittel dessen regelmäßigen Einsatz ihr euch schon bald angewöhnen solltet. Theoretisch interessant, aber in der Ausführung völlig verunglückt sind die Schwertduelle, welche ihr gelegentlich bestreiten dürft, solltet ihr doch mal erwischt werden. Dann wechselt das Spiel in eine Ego-Ansicht und ihr müsst die Fernbedienung in vorgegebener Weise halten bzw. schwingen, um abzuwehren oder eben auszuteilen. Dabei ist die Bewegungserkennung wirklich präzise. Leider bleibt euch nur ein Augenzwinkern, um den Controller in die entsprechende Position zu bringen und so die gegnerischen Schläge zu blocken. Trotz meiner katzenartigen Reflexe ist mir das fast nie (!) gelungen. Ein gehöriger Frustfaktor, bei dem man sich freiwillig lieber wieder an den Levelanfang zurücksetzen lässt, als diesen aussichtslosen Kampf auszufechten.
Tenchu ? Shadow Assassins

(K)ein altes Eisen

Kommentare

moink moink
  

So junger Mann, test ERST zuende gelesen und dann unten nach der Wertung gesehen :)
Der Test ist wirklich gut, sch?n geschrieben etc und kommt auch gut auf den Punkt. Die ganzen Aspekte sind wirklich gut nachzuvollziehen. Ist nur schade dass es ne 7 von 10 geworden ist. Nach so langer Zeit mal wieder auf dem Richtigen Weg, h?tte doch eigentlich ne 8 verdient...

Fans werden es sich aber eh holen. Tenchu ist einfach eine Marke

lg

moink moink

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