Aliens vs. Predator

Im neuen Aliens vs. Predator geht man - wie bereits in den beiden Vorgängerspielen - gleich dreifach auf die Jagd: als Marine, Alien und schließlich Predator. Ob sich diese Teile zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen, welche Herausforderungen euch sowohl in der Kampagne als auch im Mehrspielermodus erwarten und für wen sich der Import aus dem Umland vor allem auszahlt, erklärt euch der folgende Testbericht.


Der Marine, ...

Ich habe zwar Rebellions erstes "Aliens vs. Predator"-Game (trotz mittlerweile spotthaft günstiger Steam-Fassung) nie gespielt, bin aber dank diversen Filme sowie dem zweiten Shooter von Monolith durchaus vorbelastet. Daher war meine Erwartungshaltung an die Marine-Kampagne, die vorgeschlagene, aber nicht gezwungenermaßen erste des Spiels, überschaubar: dunkle Räume, in Lüftungsschächten herumkrabbelnde Aliens und ein vor sich herumpiepender Motion Tracker sollten für ein spannendes Shooter-Erlebnis sorgen. Und genau das wird mir in der ersten Hälfte auch geboten. Anfangs nur mit einer Pistole, Taschenlampe und besagtem Bewegungserkenner bewaffnet - wohlwissend, dass diese Ausrüstung niemals für das Bevorstehende ausreicht - schleicht man sich durch die verwinkelten und nur selten von Licht durchfluteten Gänge einer Anlage. Blaue Punkte auf dem Radar kommen und gehen, immer wieder dringen besorgniserregende Geräusche aus den dunkelsten Ecken hervor. Mit dem wortwörtlichen Anstürmen des ersten Monsters und dem darauf folgenden Kampf erreicht der Spannungsbogen dann leider auch schon seinen Höhepunkt, und wird nur noch selten durch spezielle Scriptevents kurzzeitig wieder angespannt. Etwa dann, wenn sich auf dem Bewegungssensor eine kleine Armee von Monstern ankündigt und dem automatischen MG, welches eigentlich den Großteil der Gegnerschar auslöschen sollte, urplötzlich die Munition ausgeht! Oder als man sich mit vorgehaltenem Maschinengewehr durch eine üppige Dschungellandschaft pirscht und in den Baumwipfeln einen längst auf der Lauer liegenden Predator zwar hört, ihn aber nicht sieht. Ich will euch allerdings nicht zu viel vorwegnehmen...

Einen wesentlichen Beitrag zur teilweise phänomenal dichten Atmosphäre trägt vor allem der hervorragend gemischte 5.1-Sound, der bei entsprechender Anlage klar und deutlich macht, aus welcher Richtung Gefahr droht. Leider hinken Sprachausgabe, egal ob in Deutsch oder Englisch, als auch die musikalische Untermalung deutlich hinterher. Dafür überzeugen Waffengeräusche sowie diverse Soundeffekte, z.B. die letzten, quälenden Schreie eines Aliens. Als zweischneidig ist auch die grafische Präsentation zu bezeichnen. Unterstützen die gelungenen Licht- und Schatteneffekte noch den Gänsehautmarsch durch die industriell wirkenden Gänge, so machen sich zahlreiche unscharfe Texturen vor allem in den eher helleren Abschnitten bemerkbar. Das ist vorrangig ein Problem der beiden Konsolenversionen - auf einem gut bestückten PC, der am besten auch "DirectX 11"-Fähigkeit mitbringt, wirkt alles wesentlich schärfer und somit schicker.
Aliens vs. Predator

... das Alien, ...

Nach etwa dreieinhalb Stunden ist der Ausflug mit dem Marine dann auch schon beendet, und damit ebenfalls der herkömmliche Shooter-Part von Aliens vs. Predator. Als nächstes schlüpfen wir in die glitschige Haut eines Aliens. Leider dürfen wir die brutale "Geburt" aus einem Menschenleib dieses Mal nicht selbst miterleben, dafür aber die Flucht aus einem Forschungslabor. Bereits ab der ersten Sekunde werden die wesentlichen Unterschiede deutlich: als Alien bewegt man sich wesentlich schneller, krabbelt an Wänden bzw. Decken entlang und erledigt seine Beute in guter alter Hand- oder Schwanzarbeit. Letzteres hört sich zugegebenermaßen recht seltsam an. Der Vorgang ist allerdings einfach: auf Knopfdruck durchstößt unser außerirdischer Freund seine Widersacher mit dem spitzen Ende seines Hinterteils. Das klappt vor allem dann gut, wenn wir uns unbemerkt an Marines und dergleichen anschleichen. Auf Stealth-Gameplay ist dieser Part des Spiels dabei so oder so ausgelegt, meist agiert man aus dem Schatten heraus, nützt schmale Schächte um voranzukommen und schmeißt sich von der Decke auf unwissende Gewehrträger hinunter. Meist endet eine Auseinandersetzung dann mit einem der äußerst brutalen Finishing-Moves, welche verdeutlichen, warum Publisher SEGA erst gar nicht versucht hat, Aliens vs. Predator in Deutschland zu veröffentlichen. Hier beobachten wir quasi aus dem Rachen des Aliens heraus, wie sich seine scharfen Zähne in das Gesicht eines Menschen hineinbohren, oder wie ihm von hinten das Genick gebrochen wird. An solchen Animationen mangelt es dem Spiel keinesfalls, der Großteil setzt dabei auf regen Bluteinsatz. Jetzt könnte man sich natürlich wieder einmal fragen, ob das alles denn notwendig ist. Machen wir aber nicht, sondern lassen euren persönlichen Geschmack entscheiden.

Keine Geschmacksache, stattdessen höchst unpräzise und schwammig, ist die Kontrolle eines Aliens. Gerade die Krabbelei an Decken und Wänden klappt nicht immer so flüssig, wie man es gerne hätte und führt, gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden (die aus der Marine-Kampagne übrigens ein deutlich spannenderes Erlebnis machen), zu dem einen oder anderen ärgerlichen Ableben. Erzfeinde von Freizeitparks im Allgemeinen und Achterbahnen im Speziellen fühlen sich an dieser Stelle übrigens gewarnt, denn als flinkes Alien an Wänden entlang zu klettern erinnert teilweise frappierend an die Wagonfahrten auf Schienen. Die dunklere, gefühlsmäßig eher verschwommene Sicht des Aliens macht die Sache nicht gerade besser.
Aliens vs. Predator

... der Predator ...

Den letzten Teil des Singleplayer-Erlebnisses von Aliens vs. Predator bestreiten wir natürlich mit einem Predator. Dieser ist am ehesten als Hybrid aus den beiden vorangegangenen Kapiteln zu bezeichnen, müssen wir uns doch wieder auf viele Stealth-Elemente einlassen, während Steuerung und Perspektive eher den Menschen angeglichen sind. Nur, dass wir keinerlei Kanone, sondern zwei Wolverine-artige Klauen mit uns herumschleppen. Selbige dienen natürlich nicht der Dekoration, sondern dem gepflegten Durchstechen von Mägen und Auseinanderreißen der platten Alienköpfe. Ja, auch hier geht es unter Gore-Gesichtspunkten wieder ordentlich zur Sache... Vorrangig allerdings in uralten Tempeln und dem tiefsten Urwald, wo man sich auf Bäumen verstecken und dank Unsichtbarkeit seinen potentiellen Opfern auflauern kann. Macht man sich kurz bemerkbar, verschwindet danach jedoch wieder, kann man unter anderem hören, wie Marines von Angst gepeinigt um sich schießen und ängstlich um Hilfe schreien. In der Haut des Predators fühlt es sich also genauso befriedigen an wie in der des Aliens - sofern man endlich die Steuerung beherrscht. Selbige stellt bei diesem Zeitgenossen allerdings kein derart großes Hindernis dar. Was übrigens alle drei Rassen gemeinsam haben, ist ein schwacher Spannungsbogen sowie die Abwesenheit einer tollen Rahmenhandlung. Irgendwie latscht man in den meist schlauchförmigen Level einfach nur dem Ende entgegen, aus welchem Grund oder mit welcher Motivation das eigentlich geschieht, ist eher Nebensache. Aber gut, vielleicht haben sich Rebellion ja einfach nur an den schwachen Filmvorlagen der letzten Jahre orientiert.
Aliens vs. PredatorOder aber man hatte schlichtweg keine Zeit für eine fesselnde Geschichte, denn die Entwickler scheinen gerade dem Mehrspielermodus eine besondere Zuwendung geschenkt zu haben. Angefangen mit den herkömmlichen Spielvarianten Deathmatch und Teamdeathmatch, in denen alle drei Rassen gegeneinander antreten und ihre jeweiligen Spezialfähigkeiten auch hier einsetzen können. Angst vor Balancing-Problemen muss man dabei zum Glück nicht haben: jede Rasse kann jede andere besiegen, es kommt voll auf die Fähigkeit des Spielers an. Wesentlich spaßiger und origineller ist da schon "Infestation". Hier startet ein Teilnehmer als Alien und versucht, nach und nach immer mehr Marines in seinesgleichen zu verwandeln. Wer als letztes noch mit einem Gewehr fest auf dem Boden steht, gewinnt. In "Predator Hunt" schlüpft immer ein Spieler in die Rolle des unsichtbaren Jägers und sorgt unter den restlichen Menschen für Angstschweiß. Geradezu konventionell ist dagegen die Checkpoint-Hatz "Domination", und natürlich geht auch Aliens vs. Predator mit der Shooter-Zeit und bietet mit "Survivor" einen eigenen Horde-Modus, in dem zwei Karten ausgewählt werden können, die an den spannenden ersten Teil der Marine-Kampagne erinnern.
Aliens vs. Predator

... und ich? Find's spitze!

Kein Release in Deutschland

Sega kündigte als Publisher von Aliens vs. Predator schon mehrere Monate vor Verkaufsstart die Entscheidung an, erst gar keinen Deutschlandrelease durchzuführen. Als Begründung wurde weniger überraschend angegeben, dass man von Kürzungen hierzulande absehen wolle und den neusten Teil der traditionell brutalen Actiongame-Serie so niemals hätte durch die USK bringen können. Beim (Import-)Händler eures Vertrauens sollte der Titel jedoch zumindest unterhalb der Ladentheke liegen!

Kommentare

Thenomine
  

Das Game rockt!

Die Grafik ist auch ziehmlich sch?n and scharf!
Zumindest auf einem PC, mit DX11. :)

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bikvik
  

bin momentan noch in der predator kampanie unterwegs und bin bis jetzt sehr positiv ?berrascht von dem game k?nnte aber auch daran liegen das ich aliens und predatoren richtig geil finde who knew.
jedem zu empfehlen der auch nur ann?hernd was mit aliesn oder predatoren anfangen kann

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Drahcir1710
  

Meine Videothek (Die auch Bioshock 2 schon seit nem Monat hat) hatte auch A v. P auch schon sehr lange. Aber es ist wirklich nur ein Leihspiel!

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Jack Scallion
  

@Thenomine:
Aua, bei dir siehts aber auch nicht viel besser aus.
Ausgerechnet deutsch dann falsch zu schreiben. :)

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Thenomine
  

Bevor ludgrau ?berhaupt was gro?es von sich gibt sollte er sich die deuschte Rechtschreibung nochmal angucken.

Im allgemeinem gesagt ist das ein Dummschw?tzer.

Zum Game: Reviews sehen vielversprechend aus. Die Steuerung des Aliens auf der Xbox 360 finde ich pers?hnlich garnicht so "hackelig" wie jeder sagt, es geht nurmal schnell links und rechts zu. :)

Aber wie ich auch geh?rt habe soll die PC Version deutliche Grafikunterschiede bringen, die mit DX11 auch den klaren Vorteil mitsich bringt!

Das Game ist auf jeden Fall schon bestellt f?r den Power Rechner =)

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mikekool
  

Fairer Test, ich h?tte das Spiel selbst bei einer 5er Wertung geholt weil ich einfach so ein krasser Alien-Fan bin. Die Viehcher sind der Hammer.

Ludgrau (in meiner Freundesliste im PSN) hat sich das Game ?brigens schon anfang der Woche gekauft, er st?nkert nur rum weil er (wie bei MW2 und MAG) immer so tierisch auf die Fresse bekommt. Ist ganz normal bei ihm, da spricht der Frust.

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tinker20
  

Ja richtig, ist der Surviver Modus. Den kann man auch ganz allein im Single Player spielen.
Ist ne ziemliche Herrausforderung! Da geht n?mlich echt heftig zu Sache.
Leider ist der auf zwei Karten beschr?nkt, die nur daf?r entworfen wurden. Die sind dementsprechend eng und dunkel.

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Aylon5
  

Bei AvP 1 gab es einen Sp/MP Modus in dem man einfach in eine Karte geworfen wird und man versuchen muss so lange wie m?glich zu ?berleben, dabei steigt die anzahl der Aliens immer mehr. Damit hatte ich damals den meisten Spa? und habe es oft gespielt.

Ich nehme an das ist hier der Survivor Modus ist? Stimmt das? und wenn ja kann man diesen auch im SP spielen?
W?re sch?n wenn mir das jemand beantworten k?nnte. W?re ein ausschlag gebender Punkt ob ich da zu greife oder nicht.

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tinker20
  

Die Sichtweise vom Alien ist immer noch ein wenig verzerrt, aber nicht ganz so schlimm wie im ersten Teil f?r den PC. Finde die Sichtweise sehr angenehm zum spielen. Auch die Farben sind leicht ver?ndert.
Zudem passt sich die Helligkeit automatisch an, selbst wenn Du neben ner Lichtquelle stehst und die dann kaputtschl?gst so da? es stockdunkel ist.
Der Alien-Vision Modus versucht immer die beste Ausleuchtung zu finden. Ist ja auch irgendwo klar.
Die Viecher sehen halt auch im Dunkeln, und eben auch dann noch alles, wenn an dieser Stelle ein Marine ohne Lampe garnichts mehr sehen w?rde.

Ich pers?nlich spiele am liebsten als Alien. Die Steuerung finde ich nach mehreren Stunden Spielzeit perfekt, besser gehts nicht. Sie ist sehr dynamisch, und man kommt erst dann wirklich an die Decke wenn man den Knopf dazu dr?ckt. Leichte unebenheiten ?bergeht das Alien automatisch. W?r ja auch bl?d, wenn man daf?r immer den Knopf dr?cken m?sste.
Mit ein wenig ?bung und vor allem Map-Kenntnis kann man sich in den Leveln ?u?erst effektiv und fast ungesehen rumbewegen.

Mein einziger Kritikpunkt ist immer noch, da? man die Steuerung nicht komplett frei belegen kann. Man hat nur 3 verschiedene vorgegebene Settings zur Verf?gung. Eins davon ist f?r nen Linksh?nder.

Ich h?tte halt gerne die Sprungfunktion auf dem Stick zum klicken. Mit dem Focus Modus kann man ja auch weiter Springen, ist immer bl?d wenn ich dann vom Analogstick runter mu?, um auf den X Button zu dr?cken.

Ansonsten dauert das Matchmaking ?ber Quickmatch immer noch zu lange, und es gibt leider bis jetzt nur 6 wirkliche Multiplayerkarten. Die kennt man dann daf?r relativ schnell und zieht seine Vorteile daraus, aber ist halt doch wenig Abwechslung.

Alien/Predator Fans der ersten Stunde k?nnen das Spiel also blind kaufen, der Rest sollte erstmal testen. Ist wie gesagt kein normaler Shooter weil man mit jeder Rasse ganz anders spielen mu?, sonst sieht man kein Land.

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Robert Buch
  

Wie es im Vergleich zu den anderen beiden ist, kann ich jetzt nicht sagen. Auf jeden Fall ist es verzerrt, wenn auch nicht sooo schlimm. Vor allem kommt mir die Sicht aber allgemein dunkler vor, das hat mich etwas gest?rt. Aber nichts gravierendes...

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