Dynasty Warriors: Gundam 2

Die Dynasty Warriors Reihe ist in Japan ein echter Verkaufserfolg. Während sich die Faszination in Europa aufgrund des doch eher repitiven Spielprinzips, das nur aus dem Niedermetzeln von Gegnermassen besteht, in Grenzen hält, verkauft sich das Spiel in Nippon wie geschnitten Brot. Wenn man das Franchise nun mit einer bei den Asiaten äußerst langlebigen Animeserie kreuzt, kommt dabei Dynasty Warriors: Gundam 2 heraus. Kann doch eigentlich nur gut werden, oder?


Klingt nach Schwermetall

Frag einen Japaner, ob er schon einmal eine Folge von Forsthaus Falkenau gesehen hat. Zähle nun alle positiven Stimmen zusammen und heraus kommt sicherlich ein Ergebnis, das vergleichbar ist mit der Anzahl von Deutschen, die in ihrem Leben schon einmal eine Folge von Gundam gesehen haben. Dahinter steckt ein Science Fiction Universum, erdacht von findigen Kaufleuten des Spielzeuggiganten Bandai. Im Mittelpunkt der Serie stehen mächtige Kampfroboter, so genannte Mechas, die in unterschiedlichen Versionen daherkommen. Die besten und fortschrittlichsten Giganten bilden dabei die Mobile Suit Gundams. So sagt es zumindest Wikipedia, denn der Redakteur dieses Artikels hat in seinem Leben tatsächlich mehr Folgen Forsthaus Falkenau gesehen, als jemals bewegte Bilder der japanischen Zeichentrickserie. Wem es ähnlich geht, sich aber doch in die Welt der Kampfroboter einspielen möchte, wird mit dem Abenteuermodus von Dynasty Warriors: Gundam 2 ein wenig überfordert sein, denn das Spiel setzt voraus, das man sich im Bandai-Universum auskennt. Geschichten überlappen sich schnell, neue Charaktere beamen sich mit Lichtgeschwindigkeit in die Handlung, Hintergründe zur nächsten Schlacht bekommt man nur sporadisch. Mit dicken Fragezeichen über dem Kopf, folgt man einer Mission in der Hoffnung, doch noch ein paar Happen zu erhaschen. Erleuchtung findet man allerdings auch nach mehreren Spielstunden nur schwer. Kenner der Serie erhalten die volle Breitseite Gundam. Zahlreiche Charaktere bekamen ihre eigenen Missionen (samt individueller Geschichte) spendiert; ihr erspielt neue Missionen, Roboter und geheime Charaktere. Zahlreiche Handlungsstränge überlappen sich zudem, so folgt ihr bestimmten Ereignissen aus immer neuen Blickwinkeln.
Dynasty Warriors: Gundam 2

Die Stupidität des Kreises

Ehrlich gesagt habe ich von Hirntransplantationen mehr Ahnung als von Gundam, die Dynasty Warriors Reihe dagegen ist bekannt. Und die grundsätzlichen Eigenschaften der Spielreihe wurden natürlich auch hier verwurstet. Ihr kloppt euch durch eine stattliche Anzahl von Gegner, erobert Zonen auf dem Spielfeld um euch dann zur nächsten Zone durchzumetzeln. Klingt unspektakulär, und so wie es tönt, spielt es sich leider auch. Spätestens in der dritten Mission, in der ihr euch wieder und wieder durch die immer gleichen Gegnermassen schnetzelt, kommt dezent Langeweile auf, da nützen auch gelegentlich eingestreute Zwischen- und Endbosse wenig. Wer mag, kann durch die unterschiedlichen Missionsstränge wechseln und sich an das Steuer eines anderen Mechs setzen. Hier gibt es dann auch andere Angriffsmuster zu bestaunen, das eigentliche Gameplay ändert sich aber nie. Auch die Missionsziele variieren nur wenig, die Schlachten spielen sich alle gleich. Dabei klingen die Fakten gar nicht so verkehrt. Neben Nahkampfangriffen dürft ihr euer Gegenüber auch mit Lasersalven traktieren und mit ein paar Combo- sowie Spezialangriffen einheizen. Ein echtes, abwechslungsreiches Spielgefühl will aber nie entstehen, weil einfach kein Spielrhythmus aufkommt. Ein Vergleich mit God of War hinkt natürlich extrem, die Grundvoraussetzungen sind aber bei beiden Spielen gleich. Im Grunde geht es darum, sich durch Gegnermassen zu metzeln. Das macht beim Kriegsgott eine Menge Spaß. Hier bekommt ihr einen Rhythmus für die Angriffe und setzt eine Comboattacke an die nächste, streut ein paar nette Spezialattacken ein und klärt den Bildschirm mit einem Grinsen im Gesicht. Bei Dynasty Warriors Gundam 2 verziehen sich die Mundwinkel schlagartig nach unten. Hier klappt es eben nicht dynamisch Angriff an Angriff zu setzen, Spezialattacken wirken aufgesetzt, wollen sich nicht so recht ins allgemeine Spieldesign einfügen.
Dynasty Warriors: Gundam 2

Das schöne Schwarz

Zudem sorgt die Optik für einen Brechreiz. Der Weltraum ist bekanntlich ein leerer Raum, und wenn man es positiv ausdrücken möchte, lässt sich sagen, dass die Grafiker realitätsnah gearbeitet haben. Ihr schwebt durch den dunklen Sternenhimmel, einem blanken Nichts. Steuert ihr auf eine Angriffszone zu, greifen euch unzählige Roboter an, die aber leider auch eher bescheiden ausschauen. Wer Glück hat, kämpft vor Weltraumschrott oder einem Raumfahrzeug und genießt schmucke Brauntöne. Wer weniger Glück hat, befindet sich gerade auf einer Bodenmission, die euch in verlassen Täler, verlassene Basen oder verlassene Höhlen führt. Von allen guten Geistern verlassen waren auch hier die Programmierer, die mit aller Ernsthaftigkeit eine grafische Peinlichkeit neben die andere setzen. Das Beste an den Bodenmissionen sind die riesigen Nebelwände, die den Großteil der verwaschenen Bodentexturen verdecken. Wer die schönen Ecken der Karte erkunden möchte, stellt sich neben einen Baum oder trampelt eine Laterne um. Die Speerspitze des schlechten Geschmacks bildet dann die fürchterliche englische Vertonung, die weder zu den Charakteren, noch zur Situation passen will. Da fällt die stets falsch stehende Kamera schon gar nicht mehr negativ auf.
Dynasty Warriors: Gundam 2

Oh nein, niemand Online

Gerne hätte ich hier etwas zum Mehrspielermodus geschrieben, doch leider ließ sich weder in den Weiten des Internets ein Mitspieler finden, noch wollte sich einer meiner Kumpels vor den Bildschirm zerren lassen. Wer will es ihnen verübeln? So bleibt mir nichts anderes übrig als eine schnelle Auflistung der Fakten: Online dürft ihr mit bis zu drei weiteren Spielern an Schlachten teilnehmen. Entweder tretet ihr in einem Wettstreit an, wer die meisten Gegner niedermetzelt, oder knallt euch im klassischen Deathmatch die Fäuste um die Ohren, bis jemand das Zeitliche segnet. Während ihr online mit vier Spielern in die Nebelsuppe zieht, dürft ihr offline nur einen weiteren Mitspieler zum Spielen animieren, den Rest übernimmt hier die CPU. Ob Koei wusste, das sich eh nie mehr als ein Opfer finden lässt? Für Einzelspieler gibt es dagegen viel zu tun. Neben den Storymission versucht ihr euch an zahlreichen Bonuskämpfen, die ihr nach und nach freispielt. Auf den Schlachtfeldern lassen sich zudem zahlreiche Upgrades für eure Kampfmaschinen finden, nach und nach verbessert ihr so eure Fertigkeiten.
Dynasty Warriors: Gundam 2

Lieber Koi als Koei

Kommentare

Zerfikka
  

Und wieder einmal hat ein Gundam Teil eine astronomische Wertung abger?umt !

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LeckoMayEcko
  

* - So sch?n wie ein Toaster
* - So spielbar wie ein K?hlschrank
* - So Abwechslungsreich wie ein Waffeleisen

Ich liebe euch einfach Areagames!!! xDDDD

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Dumah
  

Eigentlich ist das Spiel ziemlich mies. Aber irgendwie ist es sehr entspannend sich nach dem Feierabend noch ne Stunde durch Gegnerhorden zu pr?geln, es macht irgendwie einfach Laune.

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chiefrebelangel
  

also meine freundin findet das game genau wie teil1 unterhaltsam und freut sich immer, wenn ich ihr anbiete mal wieder ne runde gundam zu zocken.

da sieht man mal das areagames redakteure, einfach keinen kontakt zu weiblichen wesen, abseits ihrer Fantasien haben^^ :P

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Antilogic
  

hmm ich hab die jap. PS2 Fassung lange gezockt und da ich s?mtliche Gundam Serien kenne, hat mir diese extrem viel Spass gemacht...und obwohl ich nachvollziehen kann das das Game f?r Nicht-Gundam-Kenner stinklangweilig ist, ist die Wertung doch etwas zu hart...zumindest wenn KOEI die internationalen Versionen nicht versaut h?tte...ich hab mich extrem drauf gefreut und habs im Regal liegen lassen weil die orgiinal jap. Syncronstimmen nicht dabei sind...gerade ein Spiel wie dieses mit dem eint?nigen Dynasty Warriors Gameplay lebt ungemein von der Atmosph?re und die ist mit den miserablen engl. Sprechern nicht gegeben...dann eben wieder die alten PS2 Gundams auspacken :)

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