Ghostbusters

Sommerloch? Spieleflaute? Von wegen! Wer braucht denn noch Urlaub, wenn die Geisterjäger ein neues Teammitglied suchen? Wir haben uns die Xbox 360 und PS3 Versionen von Ghostbusters unter die Nägel gerissen und erzählen euch in unserem Testbericht von Geistern, Protonenfallen und dem sinnlosesten Exklusivdeal des Jahres. Folgt dem Ecto-1…

Im Jahr 2007 sorgte ein Video des slowenischen Entwicklers ZootFly für offene Münder: Denn die Jungs zeigten in einer Technikdemo, wie ein Nextgen "Ghostbusters" Spiel aussehen könnte. Da Fans seit knapp 20 Jahren auf einen dritten Teil der Filmreihe hoffen, fand natürlich auch dieses Video schnell großen Anklang, vor allem beim Filmstudio Sony Pictures, das die Verbreitung des Internetfilmchens schnell untersagte. ZootFly putzte daraufhin alle Spuren zum Spiel von seiner Website und es wurde wieder ruhiger um die Geisterjäger. Es dauerte allerdings nicht lange, bis Vivendi ein "echtes" Ghostbusters-Spiel ankündigte, das von Terminal Reality entwickelt werden sollte. Das von dem Ex-Microsoft Mitarbeiter Mark Randel gegründete Studio machte in der Vergangenheit vor allem durch seine Flight Unlimited Reihe und zwei Blood Rayne Spielen auf sich aufmerksam. Um die Qualität des Spiels sicher zu stellen, holte man sich die Multitalente Dan Aykroyd und Harald Ramis an Bord, die sich um die Story des Spiels kümmerten, und die wohl auch nach langen Diskussionen Bill Murray überzeugten, dem Spiel seine Stimme zu leihen. Die Ausgangsbedingungen für eine filmreife Inszenierung waren damit ausgesprochen günstig.
Startet einfach das nachfolgende Video, um euch selbst in die richtige Stimmung zu versetzen.

Das fünfte Rad am Wagen

Wir schreiben das Jahr 1991 und es sind zwei Jahre vergangen, seit dem die Geisterjäger Lord Vigo wieder zurück in sein Ölgemälde verbannten. Der Spieler stößt als stummer Neuling zum vierköpfigen Geisterjägerteam und bekommt damit schnell die Gelegenheit, die Einsatzzentrale, eine ausgemusterte Feuerwache, die Kollegen und die ungewöhnliche Ausrüstung kennenzulernen. In der bekannten 3rd Person Perspektive schultert man schnell das Protonenpack und die Geisterfalle und kann sich anschließend seine ersten Sporen beim Wiedereinfangen von Schleimbeutel Slimer verdienen. Natürlich bekommt ihr gerade zu Beginn viele Hilfestellungen von Peter Venkman, Raymond "Ray" Stantz, Egon Spengler und Winston Zeddemore (der allerdings erst etwas später dazu stößt), die allesamt von den dazu gehörenden Filmschauspielern vertont wurden. Besonders erfreulich: Wer lieber die deutsche Sprachausgabe hören möchte, bekommt ebenfalls die gewohnten deutschen Synchronsprecher der vier Hauptdarsteller zu Ohren, ein Umstand, der bei Spielen nicht immer selbstverständlich ist und damit positiv hervor zu heben ist.
Wie anstrengend der Job als Geisterjäger sein kann, bekommt der Spieler sehr schnell zu spüren: Als das Gozer-Museum (wir erinnern uns: Gozer war der Gott aus Teil 1) eröffnet wird und in diesem Zusammenhang die paranormalen Aktivitäten in New York stark ansteigen, gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem Marshmallow-Mans, sondern auch zahlreichen anderen Geistern und Dämonen, die schnell wieder in die Falle gesperrt werden sollten.
Ghostbusters

„Jeder von uns trägt einen nicht lizensierten Nuklearbeschleuniger auf seinem Rücken!“

Kein Mensch geht mit einem Messer zu einem Pistolenduell, und auch die Geisterjäger ziehen natürlich nicht mit dem Maschinengewehr gegen paranormale Wesen in den Kampf. Star euer Ausrüstung ist immer noch die Protonen-Kanone (Bitte nicht die Strahlen kreuzen!). Wer hat sich nicht als kleiner Junge vorgestellt, diese 50 Kilo-Rucksäcke mit dem markanten "Piiiiiejjjj"-Geräusch zu schultern, um auf Geisterjagd zu gehen? Jetzt ist es möglich und man muss sagen, die Dinger sind dem Original hervorragend nachgebildet. Da Terminal Reality auf ein Atmosphäre zerstörendes HUD weitgehend verzichten möchte, befinden sich einige Anzeigen auf der Rückseite des Protonen-Packs, z.B. wenn sie aufgrund übermäßiger Nutzung überhitzen. Spätestens dann sollte schnell die Abkühlung eingeleitet werden. Die Protonen-Kanone wird vorwiegend dazu genutzt, um Gegner einzufangen und bietet insgesamt vier verschiedene Schussmodi. Allerdings braucht man die meiste Spielzeit nur die zwei Klassiker: Den Fangstrahl und die Schleimkanone. Das Fangen der Geister geht meistens nach demselben Schema von Hand: Erst wird der Geist durch fleißigen Beschuss geschwächt, dann wie an einer Angel zu aktivierten Geisterfalle geführt. Für jeden gefangenen Geist erhält der Spieler Geld, das er in Verbesserungen seiner Geisterfanggeräte investieren kann und sollte. Ebenfalls lohnenswert: Die Umgebung stets mit dem Scanner im Auge behalten um versteckte Geister ausfindig zu machen oder die Schwachstellen von Geistern schneller zu finden. Metroid Prime lässt grüßen.
Wenig verwunderlich: Das Einfangen der Geister ist während der knapp sieben bis acht Spielstunden eure Hauptbeschäftigung. Falls ihr euch in den Filmen auch immer gefragt habt, wie man bei dem chaotischen Rumgefuchtel mit den Protonenkanonen eigentlich vermeiden soll, dass sich die Strahlen kreuzen, nun, das Spiel nimmt es da auch nicht so genau. Allerdings solltet ihr immer ein Auge auf eure vier Teamkameraden haben. Denn wer von einem Geist oder umherfliegenden Gegenstand getroffen wird, geht zu Boden und muss von einem Kollegen wiederbelebt werden. Sind alle 5 Geisterjäger am Boden, ist das Spiel zu Ende und ihr befindet euch wieder beim letzten Safepunkt. Hier zeigt sich leider der größte Schwachpunkt des Spiels. Denn oft laufen die Kämpfe mit mehreren Geistern sehr chaotisch ab, und ihr werdet aus verschiedenen Richtungen (gerne auch von hinten) angegriffen. Dies kann dazu führen, dass ihr immer wieder zu Boden geht, darauf wartet, dass ihr wiederbelebt werdet und dann erst einmal anderen Geisterjägern wieder auf die Beine helfen müsst. Es gibt Missionen, da seid ihr mehr mit dem Überleben des Teams beschäftigt, als mit dem Einfangen der Geister.
Ghostbusters

„Lasst uns aufteilen!“ „Ja, auf die Art können wir mehr Schaden anrichten!“


Schon knapp nach 20 Minuten Spielzeit findet sich der Spieler in einem Hotel wieder, dass man bereits aus dem ersten Kinofilm kennen sollte, und dem die Ghostbusters das erste Mal auf ihren Lieblingsgeist Slimer getroffen sind: Hier offenbart sich schnell die größte Stärke des Spiels: die Physik. Wer sich an die Ballsaal-Szene des Films zurück erinnert, weiß, dass erst so ziemlich jeder Gegenstand in dem Raum zu Bruch ging, bevor Slimer seinen Weg in die Falle mit der schwarz-gelben Klappe fand. Terminal Reality hat dafür die Infernal-Engine geschaffen, die genau diese Zerstörungswut simulieren kann. Nicht nur, dass die eigenen Strahlenwaffen unschöne Schmauchspuren in die Tapete brennen, nein auch die meisten Inventargegenstände sind zerstörbar. Grafisch weiß das Spiel daher zu beeindrucken, auch wenn die PS3 Version mit deutlich unschärferen Texturen zu kämpfen hat (Einen ausführlichen Videovergleich findet ihr hier). Besser als die Optik ist allerdings der Sound: Sowohl der Soundtrack als auch die Soundeffekte haben Kino-Niveau. Auch die Sprecher machen ihren Job sehr gut, auch wenn Bill Murray manchmal doch zu sehr zwischen gespielter und echter Langeweile zu pendeln scheint.
Sowohl auf der Xbox 360 als auch auf der PS3 kommen Geisterjäger noch in den Genuss einiger sehr witziger Multiplayer-Modi. PC-Besitzer können gleich zum nächsten Kapitel scrollen, dort steht auch, warum für sie hier nicht zu holen ist (Wäre ja auch noch schöner, ihr zahlt ja auch knapp 20€ weniger für das Spiel). Der Mehrspieler bietet insgesamt sechs Varianten, die immer mit bis zu vier Coop-Partnern online gespielt werden können. So hetzt euch "Survival" immer stärkere Wellen von Geistern auf den Hals, in "Containment" werden Geister unter Zeitlimit gejagt und im "Destruction"-Modus, nun, das Ziel dürfte selbsterklärend sein. Gerade mit vier menschlichen Mitspielern kommt im Multiplayer sehr viel Freude auf, was der allgemeinen Spieldauer des Titels zu Gute kommt.
Ghostbusters

Versionswirrwar: Scheinbare Exklusivität, Blu-ray Film und PC ohne Multiplayer

Es hätte so einfach sein können: Ursprünglich war Ghostbusters von Atari für so ziemliche alle Videospielsysteme angekündigt, die man an das örtliche Stromnetz anschließen konnte. Sowohl Xbox 360, PS3, als auch PC und Wii sollten zeitgleich mit ihrer Version des Spuktheaters versorgt werden. Doch knapp einen Monat vor Release überraschte Sony die Welt mit der Ankündigung, dass Ghostbusters in Europa bis September exklusiv auf PS3 und PSP erscheinen sollte. Xbox 360 Besitzer konnten sich also auf drei Monate zusätzliche Vorfreude einstellen. Doch zur Freude deutscher 360-Spieler war ein Exklusiv-Deal selten so löchrig, wie in diesem Fall. Schon ab diesem Mittwoch ist bei zahlreichen deutschen Händlern (z.B. DigiGames oder SpieleGrotte) die US-Version des Spiels aufgetaucht. Und bis auf eine englische Verpackung und Anleitung bietet die US Xbox 360 Variante alles, was das Spielerherz begehrt: Deutsche Sprachausgabe, die allerdings erst im Optionsmenu "Audio" durch das Abwählen der englischen Sprache aktiviert werden muss, deutsche Bildschirmtexte und das ganze natürlich lauffähig auf jeder deutschen Xbox 360. Bei dieser Versorgungslage muss also kein deutscher Spieler warten. PS3-Besitzer bekommen in der kommenden Woche zwar eine Ghostbusters-Version, die technisch etwas der Xbox 360 hinterher hinkt, freuen sich aber über einen besonderen Bonus: Sie bekommen den ersten Ghostbusters-Film als Blu-ray geschenkt. Erste Tests der Blu-ray versprechen einen sauberen Transfer mit gutem Bild und tonnenweise Extras. PC-Spieler zahlen für Ghostbusters am wenigsten, bekommen hardwarebedingt die beste Optik, müssen aber komplett auf den Multiplayer-Modus verzichten.

Back to the 80s!

Kommentare

seVn fiRe
  

Achja da kommen die alten Erinnerungen und Gef?hle wieder auf ;)
Ich h?tte mir das Musikvideo nicht anschauen sollen, denn jetzt habe ich 'nen Ohrwurm, aber das Spiel muss ich jetzt einfach spielen, auch wenns nur sehr kurz ist, das Feeling darf ich mir nicht entgehen lassen

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Zerfikka
  

Noch vor Monaten gar kein Bock drauf aber mittlerweile ist es zum Pflichtkauf geworden. Und Teil 1 gucke ich nat?rlich auch nochmal die Tage.

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ps3hero
  

Ich fand den Film schon als Kind bescheuert, also wird das Game wohl nix f?r mich sein.

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Werner Stelzenpop
  

"Nur wenige von uns werden in ihrer Jugend einen Protopack und eine Geisterfalle gehabt haben"
Also ich hatte sowas. Selbstgebaut! Auf Ebay verkauft und jetzt kann ich es mir leisten, immer wenn ich will,
so' n Bl?dsinn wie jetzt zu posten.
Und nach den Tests von Alex und Ceekay juckt mich das Game schon. Daf?r reicht die Kohle nat?rlich auch noch! :-)

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Riplex
  

Also ich h?tte nur ein 7/10 gegeben. F?r 60 ? eine Spielzeit von knapp 5 Std. ist ein Witz.

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gormi
  

@methi, wenn du open-world suchst ist wohl dieser Ghostbusters Teil ( http://www.c64-wiki.de/index.php/Ghostbusters )eher was f?r dich. Dort hast du eine freibefahrbare Stadt mit Geistern ;)

@Ceekay, Klasse Test!

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CeeKay
  

Hier endlich mein Review: //games/review/Ghostbusters-The-Video-Game/1220/255

Kritik ist mehr als erw?nscht, schlie?lich handelt es sich um mein erstes Gamereview und es sollen weitere folgen.

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astmonster
  

Ich h?tte ne 9/10 gegeben... Aber ist halt jede Meinung anders.

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LookMyBullet
  

Grad nomma Teill 1 gegeben....^^

Und hey...2010 kommt wohl Teill 3:D
Freude kommt auf:>

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CeeKay
  

Och menno... habt ihr den Test doch vor mir Fertiggestellt. Egal ich stell meinen nachher auch noch Online.

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