James Cameron's Avatar - Das Spiel

Seit 1995 plant James Cameron bereits sein Avatar-Projekt (nicht zu verwechseln mit der bekannten Zeichentrickserie gleichen Namens) umzusetzen und dass der angeblich teuerste Film aller Zeiten Mitte Dezember endlich im Kino zu sehen sein wird, ist weltweit neben "Das Fest der Liebe" als zweites Motto der diesjährigen Weihnachtszeit anzusehen. Kaum ein namhaftes Produkt wird in den kommenden Wochen ohne blaues Aliengesicht oder Sam Worthington auf der Verpackung auskommen und ja, auch ein offizielles Lizenzspiel soll zur hypnotischen Omnipräsenz des technisch ambitionierten Streifens beitragen. Man darf angesichts dieser Tatsache allerdings ziemlich überrascht darüber sein, dass Avatar - Das Spiel tatsächlich etwas mehr als das übliche "PR sells it anyway"-Game geworden ist.


Join the Na’vi... oder macht Schlumpfsuppe aus ihnen!

In Avatar entführt James Cameron uns auf den fantasievoll-bunten Dschungelmond Pandora, der Menschen trotz all seiner Schönheit weniger begünstigend gegenübersteht. Weder können wir seine Luft atmen, noch stehen uns seine wilden Tierbewohner friedfertig gegenüber. Dass die noch am ehesten humanoid wirkenden Na'vi uns als Dorn im Auge sehen, ist allerdings ganz unsere Schuld. Wir planen nicht nur, einen seltenen Rohstoff von ihrem Planeten zu plündern und greifen dabei gerne mal ihre Dörfer mit unseren Militärgerätschaften an, wir leisten uns auch noch dreiste Aktionen wie die Umleitung ihres Trinkwassers mit eigenmächtig errichteten Staudämmen (siehe Vorschau der Wii-Version). Eine mächtige Bergbauorganisation eröffnet mit einem abenteuerlichen Verfahren zumindest die Möglichkeit, sich den Na'vi ohne Furcht nähern und mehr über sie herausfinden, sie vielleicht sogar unterwandern und bekehren zu können. Es sind speziell gezüchtete Na'vi-Körper, in die sich der Geist eines Menschen übertragen lässt, womit er die Kontrolle über die synthetische Alienhülle übernehmen und so als das blaue, zehn Fuß große Wesen herumwandern kann. Im Spiel steht euch diese Möglichkeit praktisch direkt nach der Eingewöhnungs-Tutorialphase ebenfalls offen und kurz darauf müsst ihr euch sogar im wahrsten Sinne des Wortes per Maschinengewehrabzug entscheiden, ob ihr entweder dem Geld der Rohstoffjäger folgt und mit "High-Tech"-Waffen wie Mech-Anzügen ins Gefecht zieht oder euch eurem neuen, blauen Körper hingebt und versucht, den Na'vi bei ihrem Kampf zu helfen. Beide Kampagnen spielen sich bis auf eine jeweils schwerpunktmäßig anders verlagerte Kampfmechanik nicht grundlegend unterschiedlich, die simplen Missionsverläufe wie "Sprich mit dem einen da", "Sammle X davon" und "Töte X hiervon" verlaufen auf beiden Seiten relativ gleich. Die Möglichkeit, sich beim zweiten Spieldurchgang eine andere Perspektive auf die Handlung näherführen zu lassen und mal alle Waffen/Fahrzeuge/Tiere der vormaligen Gegenpartei ausprobieren zu dürfen, wertet Avatar trotzdem etwas auf. Besonders da einem das Game beim Entscheidungszeitpunkt der Parteienwahl ein dauerhaftes Savegame anlegt (ansonsten wird immer per automatischem Kontrollpunktsystem auf ein und denselben Slot gespeichert) und man sich so ohne wiederholtes Langweilen mit den (sowieso ziemlich schwachen) ersten 30-Minuten in die andere Hälfte des Abenteuers stürzen darf. Die so zwei mal aus anderem Blickwinkel erlebbare Handlung des Lizenzspiels ist zwar nicht gerade wendungsreich und es fehlt ihr leider auch an der cinematischen Inszenierung eines wahren Kino-Blockbusters, trotzdem gibt sie viele wissenswerte Informationen über die Welt Pandora und ihre Bewohner preis. Da sie außerdem etwa zwei Jahre vor den Geschehnissen aus der kommenden Filmvorlage spielt, fühlt man sich nie wirklich gespoilert, sondern viel mehr auf James Camerons neuen Streifen und dessen Universum vorbereitet. Außer Flora und Fauna von Pandora lernt man dabei auch mehrere wichtige Nebencharaktere aus Avatar kennen, die jedoch in erster Linie mit extrem stereotypem Auftreten glänzen und so vielleicht nicht bei jedem Spieler die Vorfreude auf den Kinogang anheizen dürften. Die Prequelnatur des Games sollte desweiteren, auch ohne hiermit einen großen Spoiler auszusprechen, vorab verraten, das man am Schluss von James Cameron's Avatar - Das Spiel nicht so Recht das Gefühl in der Magengrube hat, ein richtiges Finale erlebt zu haben. Andererseits mag das gar nicht so verkehrt sein, denn auf diese Weise hat der Film dann ja wahrscheinlich noch mal eine deutliche Steigerung zu bieten und so erfüllt Ubisofts Produkt wohl auch genau die ergänzende Funktion, welche man sich als (kommender Fan) des Streifens und seiner möglichen Nachfolger am ehesten wünschen sollte. Inklusive Pandorapedia, einem per Analysefernglas in der Spielwelt mit Einträgen füllbaren Lexikon über Camerons "Sci-Fi"-Schöpfung.
James Cameron\'s Avatar - Das Spiel

James Cameron's Far Cry

Kampfmechs, Angriffs-Hover-Flugdinger, Riesenpanther, Reitvögel,... - Die Natur Pandoras erfordert solch massives Werkzeug bzw. solch mächtige Tierbegleiter, denn hier schleudern euch schon handelsübliche Pflanzen ganze Wespenschwärme entgegen, während an der nächsten Ecke Viper-Wölfe und ähnliche Bestien auf Menschenfutter warten. Den Na'vi stehen die organischen Wesen des Mondes zwar einen Hauch friedlicher gegenüber, nach einem falschen Schritt hat aber auch der blaue Mitbewohner schnell den Kopf eines wuchtigen Rammbockmonsters im Popo hängen. Die visuelle Umsetzung dieser sehr lebendig wirkenden Welt ist Ubisoft mit dem Spiel wirklich fantastisch gelungen. Ob nun magisch schwebende Felsbrockenformationen, dichter Dschungel, hölzerne Baumhausdörfer, hohe Klippen mit riesiger Weitsicht, im Sonnenlicht glänzende Wasserfälle oder gerodete Waldabschnitte, die Umgebungsgrafik von James Cameron's Avatar - Das Spiel bewegt sich fast durchgängig auf Topniveau und hat mich zusammen mit den wirklich atmosphärischen Soundeffekten tatsächlich in die Szenerie hineinziehen können. Und das obwohl die verschiedenen Mini-Sandboxgebiete des Storymodes im Grunde nur in sich geschlossene Schlauchwegkonstruktionen mit minimal freiem Bewegungsradius abseits der Hauptwege darstellen. In Verbindung mit der durchgängigen 3rd-Person-Perspektive, die allgemein zu nahe am Geschehen ist und einem dadurch in manchen Situationen die Übersicht enorm erschwert, kommt zwar leider nie solch ein Grafik-WOW-Erlebnis wie beim Enginevater Far Cry 2 auf und konstant sichtbare Detail-"Pop-Ups" ähnlich Assassin's Creed II lassen den letzten Funken Feinabstimmung vermissen, nichtsdestoweniger erlebt man regelmäßig wahrhaftige Postkartenmotivmomente und kriegt endlich mal wieder ein Filmlizenzspiel auf den Bildschirm gebracht, das die meiste Zeit über wie ein echter AAA-Titel aussieht. Leider kann man das so euphorisch aber nur über die Kulissen sagen, während die Charaktermodelle im Spiel viel zu häufig unfertig wirkende Animationen aufzeigen. Seien es die lächerlichen Kletterbewegungen, undynamischen Reaktionen auf Stürze bzw. Treffer oder auch die sehr begrenzte Variation der immerhin noch in Ordnung aussehenden Standard-Aktionen, viel Mühe scheint in diesen Teil der technischen Seite nicht gesteckt worden zu sein. Daneben bemerkt man ab und zu auch kleine Schnitzer wie in der Levelgeometrie feststeckende NPCs sowie regungs- und wehrlos am Himmel herumstehende Fluggefährte der Menschen. Diese Fehlerchen häufen sich nicht oft genug, um die ansonsten tolle Atmosphäre des Spiels nachhaltig zu beeinträchtigen, doch geschehen sie aber und zeugen somit von mangelnder Feinpolitur des pünktlich knapp zwei Wochen vor Kinorelease (16./17.12.) in die Läden gekommenen Spiels. Seine über die komplette Spieldauer betrachtet weniger abwechslungsreichen Locations verzeihe ich Avatar dagegen schon großzügiger, denn auch im grundsätzlich meist gleich wirkenden Waldsetting habe ich niemals richtig das Gefühl, durch per Copy&Paste geschaffene Langeweile zu rennen/fahren/stampfen/fliegen. Verschiedenste Pflanzenarten, Seegebiete und eine sehr natürlich-vielfältig wirkende Komposition der unzähligen Grundelemente sorgen auch nach vielen Stunden noch für dichtes Ambiente. Zwischenzeitliche Nachtabschnitte belohnen ausdauernde Besucher Pandoras im Laufe der Kampagnen immer wieder mit regelrecht magischen Momenten, denn so gut wie jede Pflanze und jedes sonstige Wesen auf dem Mond scheint über die Fähigkeit des Fluoreszierens zu verfügen.
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Keine Terminator-Qualitäten

Die meiste Kritik muss James Cameron's Avatar: Das Spiel zweifelsohne für seine Kampfsteuerung einstecken. Und das gilt sowohl für die Menschenseite als auch den Na'vi-Teil der Kampagne. Von der seltsamen Linkslastigkeit der Hauptfiguren auf dem Bildschirm sowie der bereits erwähnten Kamera-Nähe zum Geschehen ganz abgesehen, verpasst es Ubisoft einfach, eine Vielzahl aktueller Genrestandards in Avatar zum Einsatz zu bringen, welche teils sogar schon eigene Titel wie Assassin's Creed II deutlich besser gemacht haben. Ohne "Lock-On"-Funktion oder jegliche Form intuitiver Combos sind die Nahkampfwaffen der Na'vi z.B. ein eher heikler Spaß, der nach längerer Eingewöhnung allerhöchstens als rudimentäres Arcade-Gameplay zu akzeptieren ist und auf keinen Fall der athletischen Ästhetik gerecht wird, welche die bisherigen Preview-Ausschnitte der Filmvorlage versprechen. Ein exakteres, freies Zielen mit vernünftiger Zoomfunktion hätte man sich zudem für Bogen, Armbrust und Co. gewünscht, bei deren Einsatz man sich auf eine nicht ganz so zuverlässige Zielautomatik verlassen muss. Bei den Menschen kommt in negativer Hinsicht noch viel mehr zum Tragen, was beim Naturvolk genau so zu bemängeln ist: Alle Fights in Avatar verlaufen total hektisch. Die Schnelligkeit einiger Tiere stellt das Game nicht etwa entsprechend flüssig animiert dar, sondern mit geradezu sprunghaften Angriffsbewegungen der Monster. Bei Treffern wird man oft zu Boden geworfen, was eine zähe Aufstehphase zur Folge hat und ohnehin gibt es keinerlei Blockfähigkeit, mit der man sich vor Dauerbeschuss aus der Ferne schützen könnte. Über eine richtige Coverfunktion verfügt man genau so wenig. Eine solche hätte dem Urwaldtreiben zweifellos sehr gut getan, speziell als Na'Vi hat man ohne so ein Feature nämlich oft keine andere Wahl als beim Kämpfen dauerhaft Blei zu fressen. Vielerorts im Spiel gehen einem auch die dauerhaft respawnenden Feinde auf die Gameten, welche mir ziemlich oft sogar aus dem Nichts vor die Nase gesetzt wurden, obwohl ich den Neuerscheinungs-Ort klar und deutlich im Blickfeld hatte. Das Dauerspawnen hat Avatar also nicht nur von Engine-Mäzen Far Cry 2 geerbt, sondern gleich noch zum Schlechten hin fortentwickelt. Allerdings möchte ich die Dramakurve an dieser Stelle wieder deutlich nach unten schrauben, auch wenn all die aufgezählten Nervpunkte selbstverständlich hauptverantwortlich dafür sind, dass Avatar es trotz toller Grafik, gelungener Atmosphäre und allgemein schön eingesetzter Lizenz nicht in 8/10-Wertungsregionen schafft. Zum einen wird der Spielspaß durch einen ganzen Haufen Fairnessfaktoren gerettet, die dem Spieler gleich Reihenweise Fehlschläge verzeihen und es meist sogar zu verhindern wissen, dass er überhaupt ins Gras beißen muss. Durch einfaches Aufsammeln sich stetig auffrischender Items darf man eine Spezialleiste auffüllen, die bis zu fünf mal hintereinander eine sofortige Wiederbelebung ermöglicht. Dazu ist man bei beiden Parteien von Anfang an im Besitz einer sich auch im Kampf automatisch wieder auffrischenden Heilfähigkeit und kaum einer der hohl agierenden Standardgegner steckt mehr als zwei bis drei Streifschüsse oder ungezielte Schläge des Hauptprotagonisten ein. Weiß man all seine Minizauber (temporäre Unsichtbarkeit, Naturbeeinflussung, Luftschläge, Schutzschilde...) klug einzusetzen und hat man erst mal ein Gefühl für die unterschiedlichen Waffengattungen des Games entwickelt, fällt es selbst dem Otto-Normalspieler auf keinen Fall schwer, nach "Schema F" Areal für Areal zu säubern und dabei nie richtig in Bedrängnis zu kommen. Ich möchte es so ausdrücken: James Cameron's Avatar - The Game ist während seiner Kampfszenen alles andere als unfair oder schwer spielbar, es tut allerdings ziemlich viel dafür, dass man die Actionszenen nicht unbedingt so sehr genießt wie man es mit einem rundum besseren Design hätte tun können. Dies ist auch der einzige Bereich des Spiels, welcher irgendwie "billig" gemacht wirkt und der am ehesten an unrühmliche Lizenzspiel-Klischees erinnert. Ebenso mäßig gelungen ist die fummelige Bedienung sämtlicher Flugvehikel bzw. Vogelreittiere, deren Zwangs-Einsatz sich zu meiner Freude aber bloß auf ein paar wenige Sonderszenen beschränkt.
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Trotz Avatar kein Ultima

Ganz am Anfang von James Cameron's Avatar - Das Spiel darf man sich aus einer großen Sammlung einen Helden bzw. eine Heldin nach Wahl aussuchen, wobei alle möglichen Haut- und Haarfarben vertreten sind, man jedoch keinerlei sonstige Details festlegen kann. Ähnlich stellt sich die komplette RPG-Komponente des Spiels dar, die insgesamt eher aufgesetzt wirkt und deswegen absolut zu vernachlässigen ist. Für jeden Kill in der Kampagne sammelt man Erfahrungspunkte und mit der Zeit schaltet man so neue Waffen, Rüstungen oder auch Sonderkräfte frei. Da man die Goodies allerdings nach vorgegebenem Muster freispielt und meistens sowieso bei der aktuell stärksten Version seiner persönlichen Lieblings-Ausrüstung bleibt, kümmert man sich schon schnell nicht mehr um das mehr quanti- statt qualitativ stark aufgestellte Sammelsurium im umständlichen Spielmenü. Motivation zum Aufleveln abseits des Story-Hauptpfades bietet Avatar auch nicht unbedingt, denn einzelne Feinde liefern nur triviale EXP-Mengen, weswegen es meistens eh nur nach Abschluss einer Handlungsmission zum Erreichen des nächsten Charakterlevels kommt. Das Fehlen von richtigen Sidequests oder auch nur irgendeiner Form des Lootens trägt weiter dazu bei, dass man gar nicht erst in Verlegenheit kommt, Avatar als Actionspiel mit jedweden anderen Genres zu verwechseln. Dass ich die unterschiedlichen Sammelaufgaben jedes einzelnen Gebiets trotzdem gerne abgearbeitet habe, liegt nicht nur an meinem natürlichen Drang, jeden einfachen Gamerscore bzw. alle leicht zu erwerbenden Trophies abzugrasen. Dank der engen Pfade und linear miteinander verknüpften Story-Aufgaben von Avatar kann man die Sub-Ziele der Marke "Lichte den kompletten Fog of War", "Töte 60 Gegner" oder "Entdecke alle Teleporter" sehr entspannt praktisch beiläufig erledigen. Mit dieser Design-Art tut sich Ubisoft bei seinem Lizenzprojekt auch insgeamt einen großen Gefallen, denn trotz merkbarer Spielzeitstreckung (ich habe die Stunden nicht gezählt, aber beide Kampagnen zusammen haben mich gut 'ne Woche täglich lange spielend beschäftigt) hat man oft genug viele kleine Erfolgserlebnisse hintereinander und fühlt sich durch dieses stete Vorankommen dazu motiviert, dem großen Ganzen bis zum Ende zu folgen. Es ist wohl die Form von Entdeckungsgameplay, die gerade Feierabend-Daddlern sehr entgegenkommen dürfte und welche nicht den zweischneidigen Sandbox-Schatten hinter sich her zieht, mit einer kaum zu bewältigenden Menge an Randaktivitäten in einer kleinlich abzusuchenden Riesenwelt zu bedrücken. Als freiwillig zu bestreitendes Metagame darf man Pandora auch als "Risiko"-Version für die Partei seiner Wahl erobern, indem man mit Aktionspunkte hergestellte Armeen rundenweise von Land zu Land verschiebt. Das absolut simple Strategiespielchen hat außer kaum merkbar wahrnehmbaren Boni keinerlei dynamischen Bezug zum eigentlichen Hauptspiel, trotzdem hat es mir als lockere Abwechslung für Zwischendurch schon ein wenig Freude bereitet. Klar ist aber auch: Die strunzdoofe K.I. ist bei enigermaßen bedachtem Taktieren gegen jedes aggressive Vorrücken machtlos, was die Sache für ernsthafte Strategen selbstverständlich zu einem Witz macht. Aber als charmante Dreingabe mit Bonuspunktefunktion, warum nicht? Absolut gar nicht reizt mich dagegen der Mehrspielermodus des Avatar-Lizenzgames. Hier konzentriert sich das komplette Geschehen naturgemäß auf Dauerkämpfe und wie ich oben bereits geschrieben habe, ist genau dieser Teil der Gameplaymechanik am wenigsten gelungen. Da die gesamte Balance der verschiedenen Spielfiguren, Waffen und Fahrzeuge dazu noch voller Schwächen steckt, habe ich meine Schnuppernase aus diesem Bereich von Avatar schnell wieder rausgenommen. Für mich persönlich ist das aber auch gar nicht so schlimm, denn die dadurch gewonnene Zeit habe ich sowieso viel lieber in die lückenlose Erkundung der stimmungsvollen Solo-Areale gesteckt.
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Avatar: Starring Pandora

Stereoskopisches 3D: Die Zukunft?

Genau wie die Kinovorlage und so manch ein anderer Spieletitel setzt auch das Avatar-Lizenzspiel auf PC, Xbox 360 sowie PlayStation 3 optional auf stereoskopische 3D-Effekte. Bei Ubisoft konnten wir die Adaption auf der gamescom mit handelsüblichen Polfilterbrillen (wie sie mittlerweile in jedem Kino zum Einsatz kommen) mit dunkler Glastönung ausprobieren. Die Wirkung des Ganzen hinkte der modernen Kinotechnik aus James Camerons Film allerdings ein wenig hinterher, auch wenn der Effekt als Gag ganz nett rüberkam. HUD-Anzeigen wurden stärker in den Vordergrund gehoben und der Blick in die Ferne machte dank plastischer Darstellung den Eindruck, als sitze man nicht mehr bloß vor einer Mattscheibe oder sonstigen Fläche. Als riesengroßer Wurf für die Zukunft kam uns die 3D-Darstellung jedoch keinesfalls vor. Ständig nervten Baumwipfel, Lianen und sonstige Kulissenteile, die sich beim Drehen der Kamera übers Bild legten und dann so aussahen, als wäre einem 'ne Fliege ins Auge geflogen. Außerdem verlor das Gesamtbild wesentlich an Kontrast und Schärfe, ohne Brille hat man mit der Standard-Darstellung des Spiels auf jedem HD-Fernseher eine "bessere" optische Qualität. Auch wenn der 3D-Effekt mit elektronischer Shutterbrille, aktuellem Monitor sowie NVIDIA-Grafikkarte wohl eine viel größere Tiefenwirkung aufbieten kann, gehen wir nach aktuellem Stand nicht davon aus, dass sich 3D-Vorrichtungen/Funktionen in ein paar Jahren wirklich als Standard etablieren können. Relativ ausgereift ist das Gimmick nichtsdestoweniger und wer ein Fan des Features ist, wird mit der Option garantiert glücklich sein. Nähere Details über die von James Cameron's Avatar - Das Spiel unterstützten 3D-Formate und deren Voraussetzungen (spezielle Bildschirme, etc...) lest ihr direkt hier bei Ubisoft!
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James Cameron's Avatar - Der Film

Etwa 20 Minuten lang konnten wir, dank einer Sonderveranstaltung von Ubisoft und 20th Century Fox, einige Szenen von James Cameron's Avatar (dem Film) im Kino auf uns wirken lassen. Das Material entsprach dabei den bereits auf der San Diego Comic-Con gezeigten Ausschnitten und ähnlich wie manch ein U.S.-Kollege es bereits damals geschrieben hat, sind auch wir nicht unbedingt superbegeistert aus dem "Sneak-Preview"-Screening gegangen. Um unseren Ersteindruck ohne große Spoiler schildern zu können, listen wir im hier verlinkten Artikel den Ablauf der präsentierten Szenen und geben erst im Anschluss unseren nüchternen Senf dazu ab. Wie uns der komplette Film dann letztendlich gefallen wird, erfahrt ihr Mitte Dezember mindestens in unserem beliebten Podcast!
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Eigens entwickelt: Die Wii-Version

Im Gesamtzusammenhang ist es etwas paradox, dass man ausgerechnet in der Wii-Fassung von Avatar tatsächlich nur einen echten Na'vi spielt. Immerhin kontrolliert man den blauen Außerirdischen mit Wiimote und Nunchuk fast wie ein Puppenspieler... was im Film ja dann auch auf Seiten der Menschen so ungefähr der Fall ist. Dort lassen sie ihren Geist bekanntlich in speziell für sie im Labor herangezüchtete Na'vi-Hüllen transferieren, um den Mond Pandora und dessen Volk in Verkleidung auskundschaften, ja gar unterlaufen zu können. Ob uns im späteren Verlauf des Games etwa noch ein Storytwist bevorsteht, weil sich die Entwickler von Ubisoft diese übers virtuelle Spiel hinausgehende Verbindung mit der Eingabemethode dann doch nicht entgehen lassen wollen? Noch wissen wir es nicht, da wir die parallel zur "Next Gen"-Fassung entwickelte Wii-Version von James Cameron's Avatar - Der Film bisher nicht getestet haben. Bis dahin kann euch aber immerhin unser Vorschau-Artikel von der gamescom mit den wesentlichen Rahmen-Infos beliefern.
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In die Tasche gesteckt: Avatar auf DS und PSP

Selbstverständlich werden auch Nintendo DS und PlayStation Portable mit eigenen Versionen des Lizenzspiels zu James Cameron's Avatar versorgt. Zu beiden können wir zwar leider keine genauen Infos aus eigener Hand liefern, immerhin liegen uns aber zwei passende Screenshotgalerien mit offiziellem Bildmaterial vor.

App nach Pandora: Avatar auf iPhone und iPod Touch

Genau wie Assassin's Creed findet auch James Cameron's Avatar seinen Weg auf iPhone und iPod Touch. Die Mobile-Adaption von Gameloft erscheint am 15. Dezember im App Store und sie spielt ca. 20 Jahre vor den Ereignissen des Films, so berichteten AreaMobile.de. Der Spieler schlüpft darin in die Rolle von Captain Ryan Lorenz, der im Laufe der Handlung zu einem Na'Vi-Widerstandskämpfer wird. Die Steuerung erfolgt wie gewohnt über ein virtuelles Steuerkreuz links unten im Display, die Kampfhandlungen werden mit Extra-Buttons auf rechten Seite ausgelöst. Mit der Zeit erhält der Spieler immer mächtigere Waffen, die ihm gegen immer stärkere Gegner helfen, seien es Menschen oder die gefährliche Tierwelt des Planeten.

Kommentare

alp biker
  

Auch wenn's vielleicht keiner mehr lie?t, aber so kann ich mich irren.
Mittlerweile steht ja fest, dass Avatar der neue, erfolgreichste Film ist und somit war meine Prognose wohl f?r den Popo. :)
Hab wohl nen Freundeskreis, der die Bev?lkerung nicht wiederspiegelt. ;)

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dalas
  

Ich freue mich schon sehr auf den Film! Ich denke in dem Zuge werde ich mir auch das Spiel einmal anschauen (wenn mich durch den Film das Avatar Fieber packt). Allerdings nicht zum Vollpreis.

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es wird auch bald ein Avatar Film erscheinen...und zwar zur Zeichentrickserie X)...Trailer gibts auf Youtube..

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jurista
  

Schade,dass bei 250 Mille f?r den Film nicht auch ein paar dollar mehr f?r nen geiles Game rauskamen. Hat denn keiner von Batman AA dieses Jahr gelernt wie vern?nftige Umsetzungen auszusehen haben?

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IM Carlos
  

Avatar (der Film) ist weder Fisch noch Fleisch. F?r Kinder zu erwachsen, f?r Erwachsene zu kindisch (wenn ich allein an die Hackfresse in bleu denke ...). Und Frauen, die den dereinst teuersten Film Titanic zu erfolgreichsten Film gemacht haben schauen sich lieber noch ne Fortsetzung von Keinhirnstory an.

Hoffentlich erlebt Cameron endlich sein Untergang, der eigentlich schon mit Titanic f?llig war.w

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alp biker
  

Und bitte schreibt im Test einfach Avatar! Ich stockte bei den ersten paar Mal immer beim Bindestrich von "James Camerons's Avatar - Das Spiel". Das brachte mich total aus dem Flu?, bis ich bemerkte, dass ihr damit den Titel meint. Einfach Avatar und basta! :)

Aber sch?ner Test. Leider haben es alle 7er Spiele momentan ziemlich schwer wahrgenommen zu werden bei den Titeln der vergangenen Wochen.

Zum Film: So wie es sich anh?rt (Daniel), soll er keine $ 500 Mio wert sein. Anschauen werd ich ihn mir aber doch mal. Gesehen muss man ihn mal haben. Au?erdem war ich schon l?nger nicht mehr im Kino.
Denke aber auch, dass er relativ gesehen floppen wird. Dazu ist die Story schon wieder zu abgedreht. Weltall, fremde Planeten, SciFi. Damit k?nnen mMn die wenigsten Leute was damit anfangen und sagen gleich vorweg: "Ach, da sind wieder so Aliens und is wieder so unrealistisch und bla, bla, bla." Bei Titanic konnte es noch jeder nachvollziehen und bezug zum Thema aufnehmen und die vorherigen Filme waren nicht sooo teuer, wie jetzt Avatar.
Ich glaube/bef?rcht, dass Cameron nach diesem Film ziemlich unbliebt bei den Filmstudios sein wird.

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Saibot
  

Oje, schon wieder so eine subjektiv - objektiv Diskussion :/
Wem nicht klar ist wie AreaGames bewertet, der liest wohl nur die Zahl am Ende der Tests :P
Ich pers?nlich finde die Seite gerade deswegen so gut!

Aber ?berhaupt diese ganzen Diskussionen ?ber Wertungen nerven.
7 ist gut und 6 ist auch noch gut. Also nehmts hin, habt Spa? mit Spielen, oder eben nicht !
Und wem das nicht passt, soll andere Magzine lesen, wo jedes Kackspiel 'ne 80 kriegt. (Gibt ja genug...)

PS: Guter Test :D

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EmpirE
  

naja ich bin mir unschl?ssig ob ich das spiel mir holn soll oda net, ich denke es einma anzuspieln w?re die beste l?sung doch ich hab noch zu viel zum zoggn :)
vielleicht wenns nur noch so 20euro kostet k?nnte ich es mir vorstelln zu kaufn aba wie immer ein sehr guter test
@jace
wenn du findest das sacred 2 nich gut genug bewertet wurde is das deine meinung und wennn es dir spa? macht dann gibt?s kein prob. Und au?erdem musst du ja net auf die meinung eines redakteures h?rn sondern kannst dir doch ne eigene meinung bilden. Es ist nur gut sich andere meinungen vielleicht einzuholn um seine entscheidung zu ?berdenken.

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Daniel Pook
  

@Jace
Dann warst du die letzten paar Jahre wohl nicht auf AreaGames und hast vor allem nie unseren Podcast geh?rt. Wir betonen fast t?glich, dass unsere Tests zu 100% subjektiv sind und wir bewusst nicht versuchen, objektiv zu werten. ;) Wir sprechen eine Kaufempfehlung auf Basis UNSERER Meinung aus und versuchen nicht zu spekulieren, was andere Menschen oder gar die gesamte "Allgemeinheit" wohl ?ber ein Spiel denken mag. Wer Tests bei AreaGames liest, kriegt die ungefilterte, ehrliche, 100%ige Meinung eines Redakteurs zu h?ren. Nicht mehr und nicht weniger propagieren und erkl?ren wir bereits seit Jahren, wirklich. :)

Siehe auch unser FAQ im Backstage-Bereich: "Unser Testurteil findet ihr in einem subjektiven Text, der die Eindr?cke des testenden Redakteurs wiederspiegelt."
Wir machen daraus also auch kein Geheimnis.

Zu Sacred 2: Ich BIN ein Fan des Genres und gerade deswegen w?rde ich Sacred 2 nicht empfehlen. Ich finde die Welt extrem generisch und atmosph?relos (ja, auch andere ISO-RPGs k?nnen das viel besser) und die Questmechanik mit extremer Masse statt Klasse total unmotivierend. Ich habe mich auf die Konsolenversion gefreut. Aber lieber spiele ich gar kein Genregame dieser Art auf der Konsole, als mich notgedrungen mit Sacred zu langweilen. Avatar macht MIR mehr Spa?. Und wenn ich das nicht scheibe, bin ich nicht ehrlich. Aber das ist ja auch kein Problem, weil ich es auch total ok finde, wenn du dar?ber anderer Meinung bist. Wie gesagt, jeder soll spielen was ihm gef?llt und hier bei AreaGames kriegt man zu lesen, was UNS gef?llt. Daraus leite dann jeder sein pers?nliches Urteil ab, am besten anhand des Textes. Wie ich bereits k?rzlich in einer News zum Thema Wertungen etc. geschrieben habe, ist der Leser nicht dumm. (//artikel/detail/Auch-Mundpropaganda-wichtiger-als-Spi
eletests/105784) Er hat immer seine eigene Meinung und wei? die Testberichte der Presse f?r sich pers?nlich am besten zu interpretieren. Und dabei hilft man ihm in meinen Augen besser mit einem ehrlichen, subjektiven Test als mit einer f?r die Allgemeinheit verw?sserten Betrachtung, die dann auch schnell zu einem ausdruckslosen Einheitsbrei verkommt.

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Jace
  

@Daniel:

Sacred 2 austauschbar? Dann nenn mir mal ein paar Alternativen f?r Next- bzw. Currentgen-Konsolenspieler.

Au?erdem ist mir neu dass ihr mit den Tests eure subjektive Meinung darstellen wollt.
Mir ist klar das 100% Objekitvit?t eine Illusion ist, aber ihr sprecht hier Kaufempfehlungen aus (oder eben auch nicht) und da willst Du mir allen ernstes sagen das Fans der jeweiligen Genres einen besseren Kauf mit Avatar machen (wo es nun wirklich dutzende bessere Alternativen gibt) als Iso-Rollenspielfans mit Sacred 2?

?brigens habe ich Sacred 2 auch nicht lange gespielt (8-10 Stunden), aber ich bem?he mich eben um Objektivit?t und wir sprechen hier ja schlie?lich ?ber eine Wertung.

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