Shin Megami Tensei: Persona

Rollenspielremakes auf der PSP sind IN. Final Fantasy wurde schon mehrmals neu aufgelegt, auch der Strategieableger namens Tactics durfte eine Ehrenrunde im Laufwerk drehen. Star Ocean wurde ebenfalls doppelt auf die Sternenreise geschickt, und nun entsendet euch Atlus in Persona erneut auf Dämonenkur. Was die so bewirkt lest ihr in unserem Importreview zu Shin Megami Tensei: Persona.


Von der Vier zurück auf Start

Die dritte und vierte Episode der Persona Reihe scheint sich auf der Playstation 2 blendend verkauft zu haben. Warum sonst sollte Entwickler Atlus auf die Idee gekommen sein den Erstling für die PSP neu aufzulegen? Mit einem neuen Soundtrack, verbessertem Interface, neuen Zwischensequenzen und weiteren kleinen Veränderungen will man all jene ansprechen, die erst auf der PS2 auf den Shin Megami Tensei Zug aufgesprungen sind. Das Original erschien 1996 auf der guten, alten PSOne sowohl in Japan als auch unter anderem Namen in Amerika. Europäer blieben mal wieder außen vor, erstaunlicherweise ist auch das Remake bisher nicht für eine Veröffentlichung in Deutschland gelistet da Atlus seine Spiele hierzulande nicht vertreibt. Vielleicht erbarmt sich ja doch noch ein Publisher, ansonsten können wir euch bei Interesse nur den Import aus den Staaten ans Herz legen, dort erschien Persona als schmucke Special-Edition samt zweier Musik-CDs. Aber zurück zum eigentlichen Spiel. Serientypisch übernehmt ihr die Rolle eines Schülers, der zusammen mit seinen Freunden die Geheimnisse rund um auftauchende Monster in seiner Stadt erkunden muss. Im weiteren Spielverlauf wird es wieder arg philosophisch, auch das Thema Freundschaft spielt eine große Rolle. Schon am Erstling lässt sich die große Stärke der Persona Reihe erkennen. Die Story ist verwoben, zieht euch schnell in seinen Bann und überrascht euch immer wieder mit seinem wendungsreichen und spannenden Verlauf. Die Charaktere besitzen alle eine gewisse Tiefe, mit allen fühlt ihr euch schnell verbunden. Hier hat es keinen Ritter in scheinender Rüstung, jeder Charakter besitzt auch negative Wesenszüge, die zur unheimlich dichten Atmosphäre beitragen.
Shin Megami Tensei: Persona

Ein Wort zum Kampfsystem

Spielerisch ist der Titel leider nicht ganz so gut gealtert. Auf der Oberwelt bewegt ihr euch in isometrischen Räumen, die Steuerung zickt dabei immer wieder rum, weil ihr euch nicht frei bewegen könnt, sondern nur in vier Richtungen wandeln dürft. So lauft ihr zu oft in die falsche Richtung oder hakt irgendwo gegen. Das wirkt nicht mehr zeitgemäß, hier hätte Atlus beim Remake ebenso ansetzen müssen, wie bei der einfach nur nervig hohen Rate an Zufallskämpfen. Diese ist selbst für ein Oldschool-Rollenspiel zu hoch, gelegentlich könnt ihr keine drei Schritte wandeln, ohne in den nächsten Kampf verwickelt zu werden. Diese laufen gewohnt rundenbasiert ab. Ihr entscheidet euch für Nahkampfattacken oder gebt den Monstern mit Zaubern und Waffen aus der Ferne Saures. Zivildienstleistende und Warmduscher versuchen es lieber mit Worten und überreden die Dämonen dazu, ihnen Zauber oder Items zu überlassen. Jeder Charakter eurer Truppe hat mehrere Antwortmöglichkeiten um bestimmte Emotionen der Dämonen zu stimulieren. Nur wenn ihr die richtigen Worte wählt, zeigen sich die dunklen Wesen von ihrer netten und gesprächigen Seite. Ihr habt also vielseitige Möglichkeiten der Kampfführung, die allerdings etwas Zeit in Anspruch nimmt. Es besteht die Möglichkeit Angriffe zu automatisieren, das empfiehlt sich allerdings nur selten, zu sehr unterscheiden sich die Monster in ihren Stärken und Schwächen. Der eine Gegner ist besonders empfindlich gegen Feuerangriffe, der nächste fällt tot um, wenn ihr in nur mit einem einzigen Schwertstreich touchiert. Kämpfe müssen also analysiert werden, jeder Feind besitzt andere Schwachpunkte. Und genau hier setzt die zu hohe Rate an Kämpfen an. Da jeder Kampf sich etwas in die Länge zieht, nervt es einfach alle paar Sekunden kämpfen zu müssen. Atlus hat es einfach verpasst die richtige Mischung zu finden, um den Spieler zu motivieren und bei der Stange zu halten.
Shin Megami Tensei: Persona

Nicht genug Grafikpersona(l)

Technisch wirkt Persona heutzutage sehr altbacken, gerade die Dungeonbesuche aus der Egoperspektive wirken mit ihren verwaschenen Texturen und wenigen Details sehr öde. Hier lässt sich der PSOne Ursprung nicht leugnen, eine grafische Frischzellenkur hätte gut getan. Auch sonst wirkt der Titel halt wie ein verdammt altes Spiel. Die Animationen sind hölzern, die Charakterzeichnung sehr detailarm, die Avatare eurer Partiemitglieder sind schlicht langweilig. Die Zauber werden effektarm in Szene gesetzt, selbst die Auftritte der Persona wirken armselig. Immerhin wurde das Bild dem 16:9 Schirm der PSP angepasst, die Dialoge und Zwischensequenzen wurden ordentlich vertont, und der Soundtrack gefällt mit seiner abwechslungsreichen Thematik und dem schönen Arrangement. Ansonsten habt ihr neben dem Aufleveln der Charaktere und dem Folgen des Hauptplots erstaunlich wenig zu tun. In der Mall versorgt ihr euch mit neuen Items, Waffen und Rüstungen, im Casino finden sich ein paar kleine Minispiele, um den Geldbeutel zu füllen und der Velvet Room dient wie immer dazu neue Persona zu rekrutieren. Jedem Charakter können mehrere Persona zugewiesen werden, je nach Neigung stehen sie bestimmten Klassen aber positiver oder negativer gegenüber. Ist die Kompatibilität schlecht können die Persona im Kampf nicht mal aufgerufen werden, identifiziert sich der Charakter stark mit seiner Persona wächst diese schneller. Kenner des PSOne Originals freuen sich im übrigen über die damals in der US Version fehlende Snow Queen Quest.
Shin Megami Tensei: Persona

Sperriger Schulalltag

Kommentare

Alexander Voigt
  

Tut dem Mario kein Unrecht, Super Mario ist schon l?nger im Team als Kappi und Daniel zusammen (naja fast). Der gute macht sich nur etwas rar :-)

Zitieren  • Melden
0
Jacuzzi
  

Hallo Mario :)
Sch?ner Test...
aber das Spiel ist wohl eher nichts f?r mich.
Bist du jetzt der neue Knecht als ersatz f?r Kapi???

Zitieren  • Melden
0
Mario Schonhoff
  

@ Cuberde

Weder Persona 1 oder 3 haben bisher einen Europatermin. Der Test beruht auf dem US-Import

Zitieren  • Melden
0
MyNameIsDotty
  

Schade, f?r Fans -die das Original verpasst haben- allerdings dennoch einen Blick wert denke ich.

Zitieren  • Melden
0
jemus
  

Persona 3 und besonders Teil 4 sind immer noch meine Favoriten. Dieser is mir aber noch zu 0ldsk00l ;D

Zitieren  • Melden
0
Cuberde
  

Was f?r ein Unterschied zur 10/10 f?r Persona 4.
Aber was soll man erwarteten von einem etwas erweiterten Port eines 10 Jahre alten PSX-Titels.

Wusste gar nicht das der Titel bereits in PALien raus ist. Ist Persona 3 Portable auch schon f?r einen Release hierzulande angek?ndigt?

Zitieren  • Melden
0

Kommentar schreiben

B I U Link Zitat Bild Video
  

weitere Berichte

31.07.17 18:07 Uhr

PlayStation Now - Streaming-Service könnte zukünftig Teil von PS Plus werden

Einen Hinweis darauf könnten die gestiegenen Preise von PS Plus sein. 

31.07.17 18:07 Uhr

Limited Run Games - Publisher legt Switch-Support auf Eis, fühlt sich von Nintendo vernachlässigt

Nintendo hat "keine Zeit" für kleinere Studios, heißt es. 

31.07.17 17:07 Uhr

Dunkirk - Kriegsfilm ohne Krieg (Video-Special)

Kritiken und User-Bewertungen überschlagen sich beim neuen Nolan-Film, aber er ist mehr als »nur« ein weiterer Kriegsfilm. »Dunkirk« ist eine völlig neue Form...