Star Ocean 4: The Last Hope

Obwohl ein bahnbrechender Erfolg der Xbox 360 in Japan weiterhin ausbleibt, bietet sie im Vergleich zur Vorgängerkonsole eine ganze Armee asiatisch angehauchter Rollenspiele: Infinite Undiscovery, The Last Remnant, Eternal Sonata, Final Fantasy XIII – um nur einige zu nennen. Entwickler triACE bereichert die Genre-Bibliothek mit „Star Ocean 4: The Last Hope“ um einen weiteren Titel, und das sogar exklusiv. Wir haben uns auf eine Reise in die Galaxie gewagt und berichten euch von unseren Eindrücken!


Der Held, die Braut, der Weltuntergang

Welch kleines Problem eine Weltwirtschaftskrise eigentlich ist, sieht man an der Welt von "Star Ocean 4". Dort ist im Jahr 2064, also noch vor dem eigentlich ersten Teil der Spielreihe, kurzerhand der Dritte Weltkrieg ausgebrochen und hat das Leben auf der Erde nahezu unmöglich gemacht. Als Konsequenz begeben sich die ehemaligen, noch übrig gebliebenen Bewohner des Planeten auf die Suche nach einer neuen Heimat, natürlich mithilfe von Raumschiffen inklusive Warpfähigkeit. Ihr schlüpft in die Rolle von Edge Maverick, Mitglied der Space Reconnaissance Force (kurz: SRF) und macht euch für die Rettung der Menschheit stark. Zusammen mit Reimi Saionji, einer langjährigen Freundin, werdet ihr Crew-Mitglied eines Raumschiffes, um bislang unerforschte Lebensräume zu erkunden. Zwar erreicht die Mannschaft einen neuen Planeten, natürlich läuft aber alles anders ab, als ursprünglich geplant: Das Schiff erleidet Schaden, stürzt ab und zu allem Überfluss tummeln sich an der ansonsten wunderschönen Oberfläche auch noch unzählige fiese Monster. Zum ersten Kampf kommt es aber erst, nachdem wir uns fast eine Stunde lang Zwischensequenzen angesehen haben, die allerhöchstens durch äußerst kurze Laufwege unterbrochen werden. Immerhin führen euch die Cutscenes perfekt in die Geschichte ein und warten mit einer ordentlichen, englischen Sprachausgabe auf. Natürlich finden sich unter den japanisch angehauchten, verniedlichten Figuren auch einige Piepsstimmen-Vertreter mit scheinbarer Hyperaktivität. Sowas gehört wohl dazu, merkt euch einfach mal den Namen "Lymle"… Für ein besseres Verständnis sind natürlich auch optional einschaltbare, deutsche Untertitel am unteren Bildschirmrand vorhanden.
Star Ocean 4: The Last Hope

Ein Weltenretter zeigt sein Können

Irgendwann übernehmen wir dann auch endlich die Kontrolle über Edge und erkunden zum ersten Mal die Gegend rund um die Absturzstelle des Raumschiffes. Bis auf ein paar energiespendende Blaubeeren in einigen Ecken gibt es hier allerdings noch nicht viel zu sehen, daher quatschen wir einfach ein paar Crew-Mitglieder an. Hier verzichtet der Titel dann schließlich auf vertonte Dialoge und serviert uns eine Textbox nach der anderen. Nach einigen investigativen Gesprächen findet unser Hauptcharakter endlich die Person, mit deren Ansprechen wir eine weitere Zwischensequenz auslösen. Na toll. Doch dann passiert alles ganz schnell: Übergroße Spinnenmonster greifen das Bergungsteam an, die trainierten und bewaffneten Soldaten haben natürlich nicht den Hauch einer Chance. Praktischerweise landet vor unseren Füßen ein glänzendes Schwert im SciFi-Stil, mit dem wir direkt in den Kampf ziehen. Gegner sind übrigens jederzeit auf der Oberwelt sichtbar und können durch den geschickten Einsatz kleiner Sprints auch umgangen werden. Am besten ist es, den Widersachern in den Rücken zu fallen, denn dann startet ihr mit einem kleinen Überraschungsmoment in den Kampf. "Star Ocean 4" verwendet ein Real Time Battle System - auf traditionelle, rundenbasierte Kämpfe wird damit verzichtet. Stattdessen bewegt ihr euch stets in Echtzeit auf einem eingegrenzten Kampffeld und verpasst euren Widersachern per Tastendruck ein paar Schwerthiebe. Nachdem die zwei Monster erledigt sind, eilen wir in das Raumschiff zurück, um uns nach dem allgemeinen Befinden zu erkunden. Das war zu erwarten: Der Captain lobt unsere Tapferkeit (schließlich ist Edge der einzige Kämpfer, der es mit den Viechern aufnehmen konnte!) und schickt uns prompt auf die Suche nach einem zweiten Raumschiff, welches ebenfalls in der Nähe abgestürzt sein soll.
Star Ocean 4: The Last Hope

Im gemeinsamen Kampf gegen Kameraprobleme

Bevor wir die erste risikoreiche Reise antreten, gewährt man dem neuen Helden eine kleine Verschnaufpause an Deck des noch immer beschädigten Weltraumkreuzers. Hier offenbaren sich die ersten technischen Macken von "Star Ocean: The Last Hope": In den engen Räumen schafft es die Kamera oftmals nicht, einen geeigneten Winkel einzufangen und springt zum Teil wild hin und her. Auch grafisch könnte so einiges aus der vergangenen Konsolengeneration stammen: Matschige Texturen auf Schaltpulten, Flimmern an allen Ecken und eine eher triste Gestaltung der gesamten Umgebung trüben den Eindruck deutlich. Dafür sieht die Oberfläche des Planeten dank seiner glitzernden Wasserfälle und artenreichen Flora und Fauna umso beeindruckender aus. Die kantigen Felsen, zahlreiche unsichtbare Wände und das platte Gras sollte man in solchen Momentan jedoch gedanklich ausblenden… Als unser Weg nun endlich weitergehen soll (vorher wird über einen der festen und leider sehr spärlich verteilten Speicherpunkte gesichert), folgt die nächste, längere Zwischensequenz. Natürlich will Reimi ihren Freund nicht einfach so der drohenden Gefahr aussetzen und macht ziemlich schnell klar, dass auch sie Teil der Rettungsaktion sein wird. Kein Problem, schließlich sind noch genügend Plätze in unserer Party (maximal vier Plätze) frei und auch ihre blitzblank geputzte Armbrust ist sicherlich nicht von Nachteil.
Was in den nächsten 30 Minuten folgt, ist ein Kampf nach dem anderen. Nur, dass Edge nicht mehr auf sich alleine gestellt ist. Reimi agiert dabei völlig selbstständig, weicht Angriffen aus und behagelt die Feinde ständig mit Pfeilen. Über das Pausenmenü können wir ihr einige rudimentäre Befehle geben, von der Passivität bis zum Auslassen von energieverbrauchenden Spezialangriffen ist hier alles vorhanden. Über weitere rollenspieltypische Aspekte wie das Aufleveln, die Nutzung von verschiedenen Tränken sowie MP-intensiven Spezialattacken brauche ich hier wohl keine Worte zu verlieren. Hier ist "The Last Hope" völlig traditionell ausgerichtet und geizt, zumindest in den ersten Spielstunden, mit jeglichen Innovationen. Dafür offenbart das Kampfsystem mit zunehmender Spielzeit und ansteigender Charakteranzahl (sieben Stück werden es insgesamt) immer neue Kniffe, um sich gegen Aliens, Roboterwesen oder Echsengegner zu wehren. Mit dem so genannten Blindside-System wird die Zeit verlangsamt, die BEAT-Stile ermöglichen individuelle Offensiv- und Defensivfähigkeiten, speziell an eure Spielweise angepasst. Darüber hinaus gibt es serientypisch wieder ein Meter, das durch Spezialattacken und andere Manöver gefüllt wird und euch nach einem Fight EP-Boni, zusätzliche Energie oder sonstige Nützlichkeiten gewährt. Neben dem ausufernden Einsatz dieser intuitiven Mechaniken während der Mainquest gibt es natürlich auch abseits der Story viel zu tun: neue Charaktere bringen neue Fähigkeiten mit, etwa dem Abbau von Erzen oder Pflanzen, mit denen man am Board seines Raumschiffes neue Dinge fertigen kann. Investiert man ausreichend virtuelles Geld in die Zutaten, erhält man so immer mächtigere Waffen, Rüstungen und andere Gegenstände. Kohle fließt unter anderem nach dem Erledigen von Nebenmissionen auf euer Konto, diese gestalten sich allerdings etwas eintönig und konfrontieren euch mit immergleichen Aufgaben.
Star Ocean 4: The Last Hope

Öde in der Galaxie, Kämpfe retten den Gesamteindruck

Kommentare

Arabikum
  

Sieh da. Ein Forentroll. Wenn Du Einzeller liebst, mach mal ein Hirn-CT, Du Kasper.

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suchetrottel
  

... und habe auch schon einen gefunden. Arabikum, wie w?rs wenn du wieder zur?ck unter die Erde kriechst, und den Regenw?rmern dort deine Neurosen ins Ohr fl?sterst, denn hier interessiert sich niemand f?r deine d?mmlichen, rassistischen Erg?sse.

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Arabikum
  

Seit fr?hester Jugend spiele ich JRPGS. Aber entweder liegt es daran, dass ich immer ?lter werde oder die Spiele immer bl?der, aber ich kann diesen infantilen Anime-Mist einfach nicht mehr sehen. Zuletzt hatte ich versucht Blue Dragon, Last Odyssey und Eternal Sonata eine Chance zu geben, musste das Spielen aber schon nach kurzer Zeit aufgeben. Habe mich deshalb durchgerungen, auf JRPGS in Zukunft komplett zu verzichten ? damit auch auf Star Ocean. Ich ertrage die seltsamen Haustiere, magiebegabte Kleinkinder, amazonenhafte Schulm?dchen und einsame Helden mit wehenden Designerhaarschnitten einfach nicht mehr, genauso wenig wie endlose Zwischensequenzen, beknackt aussehende Gunblades, auf und ab h?pfende Partymitglieder nach gewonnen K?mpfen und diesen ganzen pathetischen immer wiederkehrenden GAIA-ich-vers?ndige-mich-an-der-Erde-und die-schl?gt-zur?ck-Mist. Die Japaner haben seit ?der Bombe? einfach ?ne Schraube locker.

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Aylon5
  

wenn man eine sequenz ?berspringt bekommt man in einem kurzen text den storyrelevanten inhalt der sequenz erkl?rt...find ich gut gel?st

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Turkishflavor
  

Ich find sie h?bsch, also grafisch sehr gut. man sieht zum beispiel, wie sich die umebung in den augen der charakter reflektiert. :D das Charakterdesign auch sehr gut und die haare einzeln animiert. :)

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NO Rizzo
  

Wenn die Zwischensequenzen h?bsch und spannend sind -> Plus
Sind sie h??lich und langweilig -> Minus

Stellt sich die Frage, wie sind die Zwischensequenzen bei Star Ocean?

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Daniel Pook
  

Die Pro/Contra-Liste muss nicht zwangsweise immer nur die Meinung des Autoren oder die zur Notenfindung relevanten Punkte auff?hren. Hier stehen ganz allgemein nur Eckdaten, was man an dem Game m?gen und was hassen k?nnte. Deswegen steht es auch auf beiden Seiten, das passiert ?fters.

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CallMeCayhan
  

Na weil wen sie ZU lang sind,dan langsam anfangen an zu nerven da man zocken will. Aber wen man dan die Sequenzen weck dr?ckt man das thema nicht mehr verfolgen kann...

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Robert Buch
  

Kannst du ein paar Kommentare weiter vorne lesen... Nr. 4 + 5 um genau zu sein.

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Turkishflavor
  

und wieso sind lange Zwischensequenzen Vor- und Nachteil?!

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