The Cave

Plattform: (PC, PSN, Wii U)
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Im Test: The Cave

Seit über 20 Jahren geisterte im Kopf von Ron Gilbert die Idee herum, ein Spiel zu erschaffen, in dem eine Gruppe von mutigen und verschrobenen Figuren eine geheimnisvolle Höhle erforscht. Teile dieser Idee konnte er bereits in Maniac Mansion verwenden, doch in voller Blüte ist sein Gehirngespinst erst 2013 ausgereift. Doch lohnt sich der Abstieg in die Höhle auch für Spieler ohne Nostalgie-Brille?

Die grundlegende Design-Idee von The Cave ähnelt der bekannten Werbung der Duftkneipe "Douglas": "Come in and find out"! Sieben schrullige Spielfiguren machen sich auf, um in einer geheimnisvollen Höhle erst den Eingang, dann den Ausgang und während der Reise etwas über sich selbst heraus zu finden. Selbstfindung mit Rätseln also. Oder wie Ron Gilbert es selbst beschreibt: Ein Abstieg in die dunklen Ecken der eigenen Vergangenheit. Und eben einer sprechenden Höhle. Denn die titelgebende "Cave" dient nicht nur als Schauplatz des Knobelabenteuers, sondern kommentiert auch das Spielgeschehen mit mehr oder weniger launigen Kommentaren.
Zu Beginn des Spiels steht man vor der Qual der Wahl: Aus den sieben Spielfiguren müssen drei ausgewählt werden, mit denen man sich in die Höhle begibt. Die Auswahl dürfte nicht leichtfallen, da sich die Figuren stark unterscheiden: Sind Ritter und Abenteurerin noch halbwegs spieltypische Charaktere sind Hillbilly, Zeitreisender oder Wissenschaftlerin schon etwas exotischer. Von den beiden kleinen Zwillingen gar nicht zu sprechen. Nach einem kurzen Tutorial, dass den Spieler mit der Steuerung vertraut macht und den Eintritt in die eigentliche Höhle gewährt, knobelt man sich durch drei Abschnitte, die spezifisch auf die jeweiligen Helden zugeschnitten sind und dabei eine kleine Geschichte erzählen. Der Ritter muss standesgemäß eine Prinzessin von einem Drachen befreien. Alle Geschichten haben etwas gemein: Sie enden meist völlig anders, als man es erwartet. Hier kommt der feine und manchmal arg zynische Witz von Ron Gilbert noch am besten zur Geltung.
Im Test: The Cave Das Spielprinzip lässt sich dabei als "Adventure light" beschreiben. Die einzelnen Räume der Höhle bestehen meist nur aus knapp einem Dutzend kleinerer Höhlen oder Zimmer, in den fast immer Geräte darauf warten, von euch aktiviert zu werden. Dazu muss man meist Batterien aufladen und durch die Gegend schleppen oder die einzelnen Spezialfähigkeiten der Spielfiguren nutzen. Denn die Höhlenforscher können nicht nur jeweils genau einen Gegenstand tragen, sondern haben auch jeweils eine spezifische Fähigkeit: Der Ritter kann ein Schutzschild um sich erzeugen, die Zeitreisende kann sich teleportieren und die Abenteuerin kann sich an einem Haken durch die Gegend schwingen. Neben den typischen "benutze Gegenstand A an Gerät B" Rätseln gibt es auch in in jedem Abschnitt meist ein bis zwei Rätsel, die auf echtes Teamwork setzen und bei denen auch das Timing eine Rolle spielt. So muss eine Figur z.B. den Drachen ablenken, während eine andere Figur sich von hinten dessen Schatz schnappt. Diese Aufgaben, auch wenn sie selten sind, schreien natürlich gerade nach einem kooperativen Mehrspieler-Modus. Und siehe da, hier bietet The Cave sogar lokalen Mehrspieler. Doch Achtung: Wenn ein weiterer Spieler dazu kommt, dann bleibt der Bildausschnitt weiterhin auf den ausgewählten "Hauptspieler" gerichtet. Dynamische Splitscreens wie bei den Lego Spielen gibt es hier nicht. Es kann also passieren, dass der zweite Spieler in einigen Spielphasen nur zuschauen kann, weil der Hauptspieler in Bereichen unterwegs ist, die der andere Spieler nicht erreichen kann. Das ist auf Dauer wenig motivierend für Spieler 2, der sich hier eher überflüssig fühlt und auf seinen nächsten Einsatz wartet. Zugute kommt dem Spiel aber die aus alten Lucarts-Tagen bekannte "Man kann nicht sterben" Philosophie. Egal was dem Spieler wiederfährt, er wird sofort wieder an eine sichere Stelle in Spiel gespawnt. Ein Glück, dass The Cave nicht vor 20 Jahren für Sierra entwickelt wurde. Wobei Sierra vielleicht ein paar technische Macken ausgebügelt hätte. Das ein Spiel wie "The Cave" auf der Xbox 360 und der PS3 zum Ruckeln neigt, wenn man die Kamera bewegt, ist 2013 nicht mehr ganz nachvollziehbar. Ist ja nicht gerade die Cry Engine 3, die hier am Werk ist.
Im Test: The CaveLeider blieb mir nach dem ersten Durchgang nur wenig Lust, es mit drei anderen Figuren noch einmal zu versuchen. Irgendwie hat es sich Ron Gilbert mit The Cave dann doch etwas zu einfach gemacht: Der Humor wirkt streckenweise altmodisch, einige Rätsel nerven durch lange Laufwege und die fummelige Steuerung macht gerade manche Sprungpassage zum Ärgernis. Der lokale Koop-Modus wirkt eher wie Pflichterfüllung und sorgt für wenig Spaß. Spiele wie Limbo und Trine zeigen bereits seit Jahren, wie es in vielen Disziplinen wie Steuerung, Einfallsreichtum und Grafik einfach besser geht. Der Titel sitzt einfach zwischen den Stühlen: Adventure-Fans dürften die abgedrehten Geschichten der sieben Spielfiguren gefallen, aber die meisten Rätsel schlicht zu leicht sein. Und wer anhand der Grafik eher einen witzigen Plattformer erwartet hat, wird das ewige Hin- und Hergerenne und Austauschen von Items eher nervig finden. Das macht aus The Cave noch lange kein schlechtes Spiel, aber eben auch kein besonders gutes. Am meisten Spaß dürften daher vor allem geduldige Spieleveteranen haben, die noch über Easter-Eggs wie Grog-Automaten schmunzeln können und die wie bereits bei Deathspank gnädig über das angestaubte Gameplay hinweg sehen können.
The Cave erscheint am 23.01.2013 für PC, Xbox 360 und PS3 als Download-Titel zum Preis von 12,99 Euro bzw. 1.200 Microsoft Punkten. Eine WiiU Umsetzung ist fest geplant, eine iOS-Version war angedacht, scheint aber vor technischen Problemen zu stehen.

Kommentare

MAC DALTON
  

Ich habe jetzt den ersten Spieldurchgang geschafft! Ich finde The Cave gut . Leider etwas zu einfach. Es gibt stellen im Spiel, da musste ich richtig lachen. Ich sage nur Ritter und Drache :) !

Die Grafik sieht genauso aus, wie ich es vom Manic Mansion Erfinder erwarte. Die Stimme von The Cave rockt ?nrigens richtig (zuminfest die Englische Version) .

Daf?r das die Spielidee von The Cave ?ber 30 Jahre alt ist, h?tte man aber etwas mehr daraus machen k?nnen!

Der Kauf hatte sich f?r mich schon gelohnt, als Ich einen Grogautomaten im Spiel gesehen habe :)

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z101
  

Die Wii U Version war sogar als erste erh?ltlich.

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Pairikas
  

Ein schöner Test, so recht weiss ich aber immernoch nicht ob ich das Spiel will oder nicht. Läuft wohl darauf hinaus das ich dann irgendwann mal bei einem guten Steam-Angbot zuschlage. Bei einem Kauf zu einem Tiefstpreis mach ich wohl dann doch nix falsch bei dem Game.

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22.01.13 19:00 Uhr

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