The Darkness 2

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Test: The Darkness 2

"Jackie, Jackie, Jackie", flüsterte Mike Patton 2007 zahlreichen Videospielern in den Gehörgang. Er war die Stimme von The Darkness. So großartig der erste Teil auch war, das Ende ließ viele unbefriedigt zurück. Nach all den Jahren der Stille, kehrt Jackie Estacado endlich zurück auf die Bildschirme. Ob es dem Titel gelingt, auch nur annähernd an den großartigen Vorgänger heranzureichen, erfahrt ihr in unserem Test.

Der Vorgänger gehört für viele Gamer zu einem der emotionalsten und ergreifendsten Spiele der letzten Jahre. Unvergessen ist der Moment, wie man von der Dunkelheit festgehalten und gezwungen wird, die Hinrichtung seiner Freundin Jenny mitanzusehen. Zumal man bis zu diesem Zeitpunkt sehr viel Zeit mit ihr verbracht hat. Wer hat sich nicht die Zeit genommen, um mit ihr das Abendprogramm im Fernsehen zu genießen? Das Spiel punktete in den ruhigen Momenten und stellte so eine emotionale Bindung zu den Charakteren her. The Darkness stand demnach für sehr viel mehr als nur für das brutale Gemetzel. Selten wurde eine erwachsene Geschichte derart gut, glaubhaft und intelligent erzählt. Die Charaktere sind einem regelrecht ans Herz gewachsen und entsprechend groß war der Wunsch nach einer Fortsetzung, welche die großartige Geschichte endlich fortführen würde.
Während im wahren Leben fast fünf Jahre vergangen sind, sind im Spiel nur zwei Jahre vergangen. Mittlerweile ist Jackie Estacado zum obersten Mafia Boss aufgestiegen und genießt sein Leben in vollen Zügen. Die Darkness hat er soweit im Griff und führt nach außen hin ein normales Leben, sofern man dies von einem Mafia Boss behaupten kann. Eines gewöhnlichen Abends geht er in sein Lieblingsrestaurant um mit zwei adretten Damen zu dinieren, als plötzlich ein Schuss fällt und eine der Begleiterinnen tot zusammensackt. Ehe man sich versieht, bricht die Hölle los und Panik macht sich breit. Die (aus der Demo bekannte) Szene ist der Einstieg in das zweite Abenteuer und fungiert zusätzlich als Tutorial. Immerhin hat man sich von der trägen und komplizierten Steuerung des Vorgängers verabschiedet und diese komplett überarbeitet. Die neue Steuerung geht schon nach kurzer Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über und so lernt man schnell die Vorzüge der Darkness kennen. Immerhin steuert man nicht nur die zwei üblen Darkness-Tentakel, sondern kann auch in jede Hand ein Schießeisen nehmen. Dank der eingängigen Steuerung kommt schnell das gewisse Bad-Ass-Gefühl auf und kann es kaum abwarten, den bislang unbekannten Gegnern den sprichwörtlichen Arsch aufzureißen.
Test: The Darkness 2Gleich zu Beginn fällt auf, dass sich die Optik von The Darkness 2 stark vom Vorgänger unterscheidet. Während der erste Teil auf eine realistische Optik setzte, sieht die Fortsetzung doch komplett anders aus. Der realistische Look ist dem Cel-Shading Stil gewichen. Man habe sich dafür entschieden, um so noch näher an der Comic-Vorlage zu sein. Dieser große Unterschied zum Vorgänger schreckte im Vorfeld sicher einige Fans ab. Auch ich fühlte mich zunächst vor den Kopf gestoßen, da mir die Optik im ersten Teil gut gefiel. Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit dem neuen Stil klarkommt. Ich habe mich ziemlich schnell daran gewöhnt und muss zugeben, dass die ursprüngliche Skepsis wie weggeblasen ist. Der Comic-Stil schafft eine eigene Atmosphäre, die jedes Level wirklich stimmungsvoll in Szene setzt. Auch der enorme Gewaltgrad wirkt dadurch eher grotesk als abstoßend. Den handgemalten Texturen merkt man die Liebe zum Detail an. Alles wirkt wie aus einem Guss und fühlt sich tatsächlich wie eine spielbare Graphic Novel an.
Wie beim Vorgänger sind dunkle Passagen unsere besten Freunde. Knipst die Lichter aus und bewegt euch im Schatten, schon spürt ihr die Mächte der Dunkelheit erwachen. Die Tentakel lassen sich unabhängig voneinander kontrollieren. So kann man sich zum Beispiel einen Gegner mit dem linken Auswuchs greifen, während man ihm mit dem rechten Tentakel in zwei Hälften teilt. Erledigte Gegner hinterlassen Herzen, die wir aus der Brust reißen und verspeisen solange sie noch warm sind. So füttern wir die Dunkelheit und werden stärker und mächtiger. Auch mit der Umgebung kann man interagieren. Mittels herausgerissener Straßenlaternen spießen wir Kontrahenten auf und tackern diese an die Wand. Grundsätzlich erhält man für jeden getöteten Feind Erfahrungspunkte, die sich wie in einem Rollenspiel auf einem Talentbaum in neue Fähigkeiten investieren lassen. So werdet ihr nach und nach immer mächtiger und seid irgendwann sogar in der Lage, die übermächtigen schwarzen Löcher zu beschwören. Diese saugen alles und jeden in der näheren Umgebung in sich auf. Je nach Tötungs-Art erhält man unterschiedlich viele Punkte. "Normale" Kills mit Schusswaffen bringen demnach nicht so viele Punkte wie eine spektakuläre Hinrichtung. Generell ist der Gewaltgrad enorm, zumindest in der ungeschnittenen Version. Hierzulande ist nur eine stark gekürzte Fassung erhältlich, in der mehrere Arten des Tötens entfernt wurden. Auch das zerteilen und enthaupten der Gegner ist in der deutschen Fassung nicht möglich.
Test: The Darkness 2The Darkness 2 gehört grundsätzlich nicht in Kinderhände, egal in welcher Version. Gewalt ist nämlich nur ein Stilmittel von vielen, auch die Sprache richtet sich ganz klar an Erwachsene. Zur Begrüßung fallen gerne Wörter wie "Hallo Zuckertitte" und es wird geflucht, dass sich die Balken biegen. "Ohne Kopf bläst es sich schlecht", klingt unterhaltsamer als es gemeint ist. In einer anderen Szene schmuggelt eine Prostituierte eine Waffe in ein Bordell. Während man ihr folgt, streift der Blick immer wieder Kabinen und Zimmer, in denen sich Freier mit den Damen vergnügen. Die verschiedensten Praktiken und Stellungen werden schamlos vollzogen. Provokante Szenen wie diese sind keine Seltenheit. Allerdings steht The Darkness bekanntlich auch für ruhige Momente, für zwischenmenschliche und emotionale Abschnitte. Und in genau diesen Kapiteln spielt der Titel sein Ass im Ärmel aus.
Das Spiel hat einen gewissen Rhythmus: Wilde Action-Szenen wechseln sich mit ruhigen und nachdenklichen Passagen ab. Letztere haben es in sich, und zwar gewaltig. Jackie gelangt nämlich immer wieder an Orte, die ihn an seine verlorene Liebe Jenny erinnern. In diesen Erinnerungsfetzen ist die Welt noch in Ordnung. In diesen Flashbacks ist die Beziehung zwischen Jackie und Jenny noch intakt und man wird Zeuge romantischer Momente. Kaum ist Jackie mental wieder in der "Realität", vermisst er Jenny noch mehr als ohnehin schon. So gelingt es dem Titel eine Verbindung zwischen dem Spieler und den Charakteren aufzubauen. Auch das Spiel mit unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen trägt dazu bei, über das Geschehen nachzudenken. Abschnitte in einer Irrenanstalt zeichnen ein komplett anderes Bild von Jackie. Alle Patienten sowie auch Mitarbeiter sind Charaktere aus Jackies Leben. In seinem Zimmer liegen Darkness Comics auf dem Nachttisch und verrückte Zeichnungen zieren die Wände. Was ist real und was ist Fiktion? Alles scheint sich miteinander zu vermischen. Ist Jackie tatsächlich dem Wahnsinn verfallen? So erlebt man als Spieler eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle und möchte erst aufhören, wenn man die Antworten auf all die mysteriösen Ereignisse hat.
Test: The Darkness 2Sobald man nach sieben bis acht Stunden perfekter Unterhaltung den Abspann zu Gesicht bekommen hat, sollte man einen Blick auf den Blutrache Modus werfen. In dieser Koop-Kampagne warten vier Charaktere darauf, es mit der Bruderschaft aufzunehmen. Jeder Charakter hat seine eigene Spezialwaffe und Fähigkeit. Die Handlung verläuft parallel zur Hauptstory und wirft einen Blick auf Ereignisse, die sich abseits der Geschichte von Jackie ereignen. Die Blutrache Kampagne unterhält für ungefähr vier weitere Stunden und lässt sich wahlweise alleine oder im Multiplayer spielen. In diesem Modus zeigt sich das Spiel von einer anderen Seite, und zwar von einer noch brutaleren! Die Finisher-Moves sind extrem gewalttätig und wirken ohne die Darkness an der Seite noch härter. Shoshanna zum Beispiel schießt ihrem Gegenüber ins Knie, damit dieser zu Boden sackt. In einer fließenden Bewegung rammt sie ihre Special-Waffe, eine spezielle Schrotflinte, in den Mund des Gegners und drückt ab. Unnötig? Nein. Dank dieser übertrieben brutalen Moves regeneriert man seine Lebensenergie. Ebenso winken zusätzliche Erfahrungspunkte für den Talentbaum. Die Kapitel in diesem Modus enden meist in einem Horde ähnlichen Massaker. Welle um Welle besiegt man die Feinde möglichst brachial, um stets einen vollen Lebensbalken zu haben. So watet man in einem Meer aus menschlichen Überresten auf der Suche nach Munition und dem Levelausgang. Dank der vier unterschiedlichen Charaktere und der Möglichkeit diese aufzuleveln, dem Abschussliste-Modus mit frei anwählbaren Kapiteln und Extra-Level für den Online-Multiplayer, bekommt man so noch mehrere Stunden Spielspaß serviert.
Als 2007 The Darkness erschien, sprachen alle nur über die derbe Gewalt. Ja, es hat gesplattert was das Zeug hält! Aber es war viel mehr als nur das. Es wusste auch mit einer bewegenden Story zu begeistern. Und genau diese emotionalen Momente sind es, die in The Darkness 2 mehrfach für Gänsehaut sorgen. In den ruhigen Szenen mit Jenny, Jackies großer Liebe, fühlt sich jeder daran erinnert, wie es ist, Schmetterlinge im Bauch zu haben. Ganz große Leistung! Ich muss zugeben, dass ich gegen Ende hin sogar fast feuchte Augen bekommen hätte, so sehr nimmt einen das Ende mit. Dank New-Game-Plus-Modus wollte ich direkt neu anfangen, zumal es zwei unterschiedliche Enden zu sehen gibt. Wenn man bedenkt, dass ich fast nie ein Spiel ein zweites mal durchzocken wollte, ist das von mir ein ganz großes Lob an ein erzählerisches Meisterwerk. Dabei ist die Geschichte an sich gar nicht sonderlich genial, aber die Art und Weise wie sie erzählt wird, mit unterschiedlichen Bewusstseins-Ebenen, schindet Eindruck und hinterlässt Spuren. The Darkness 2 packte mich gefühlsmäßig derart, dass ich gegen Ende hin wirklich mitfieberte und anschließend über das Geschehen nachdachte. Am liebsten hätte ich es allen erzählt. Digital Extremes ist es gelungen, der Welt von The Darkness 2 genauso viel Leben einzuhauchen, wie den Starbreeze Studios dem grandiosen ersten Teil. Für Fans des Vorgängers ist die Fortsetzung ein absoluter Pflichtkauf.
Test: The Darkness 2

Kommentare

poradinho
  

Für mich ist das Spiel die grösste Enteuschung der letzten Jahre !! ich frage mich wie man von soner 0/8/15 Handlung so emotial getroffen seinen kann wie der TESTER . Ich mein die Geschichte ist absolut vorhersehbar und es passiert nichts Überaschendes. Das gameplay ist auch totaler schrott und erinnert vielmerh an nem nachfolger zu Serious Sam ... Die Comic Optik passt null zu der Handlung und ich habe schon lange nicht mehr so eine billige Mohrhuhn ballerei mit NULL Tiefgang , mit null Taktik gesehen ... Statdessen artet das Spiel im späteren Verlauf zu nem Ego Hack and Slay mit Tentakeln plus Mohrhuhn ballerei mit schier unendlich Gegnern .Dadurch wird das Spiel immer langweiliger und man hat sich an allem satt gesehen , für mich kein vergleich zum super Vorgänger...

Zitieren  • Melden
0
2happy
  

so, bin jetzt durch und wirklich entt?uscht. was f?r ein abwechslungsarmes, z?hes und repetitves gameplay.... play and forget. rausgeschmissenes geld.

Zitieren  • Melden
0
2happy
  

ist es bei euch auch so, dass sich das game auf der 360 nicht installieren l?sst?
ich bin jetzt auf den weg zum bordell, und bisher nicht so begeistert. richtiges cell-shading ist das im ?brigen nicht, auf mich wirken texturen und leveldesign bisher sehr altbacken und klobig.
mich nervt auch, dass die tentakel so viel sicht rauben, ich kommer mir vor, als h?tte ich nen tunnelblick.
man kann sie ja nicht mal wegschalten, das nervt.
gibt es eigentlich wieder verschiedene tentakel und darkling sorten?
na gut, wahrscheinlich ist es noch zu fr?h zum meckern, hoffentlich wird das noch. emotional ber?hrt hat mich bislang nix.......

Zitieren  • Melden
0
DieAntwort
  

@kalumet72

Diese optimale Kombination aus "relativ" langer Spielzeit und wenig Leerlauf bzw. Spieltiefe kann es kaum geben.
Die Entwicklungskosten für moderne Videospiele sind durch die Decke gegangen im letzten Jahrzehnt.Zeitdruck,Personalmangel und wie gesagt die Kosten stehen dem im Wege.
Selbst Filme die nur 1,5 h dauern sind selten in der Lage dich für die komplette Zeit zu fesseln,zu begeistern,etc...

Zitieren  • Melden
0
Nils Lendeckel
  

@kalumnet:
Wer beides möchte, spielt halt Skyrim ;)

Zitieren  • Melden
0
kalumet72
  

@Nils Lendeckel
naja, dass mit dem "ich spiele lieber kurz und intensiv, als lang und langweilig" ist immer so das gleiche Totschlagargument.
Ich habe nie verstanden, warum es nicht möglich sein kann, BEIDES zu verbinden -also (relativ) lange Spielzeit UND Spieltiefe...
Ob jetzt 4, 8 oder 10h: Mir ist das einfach zu wenig für 60 EUR!

Zitieren  • Melden
0
Schokotier
  

Ich fand die Demo super, nun steht dem Kauf nichts mehr im Weg, super Test!

Zitieren  • Melden
0
drthirteen
  

Kann dem Test nur zustimmen. Selten hat mich eine Story so gepackt und zum Nachdenken gebracht.Mir gefällt diese ganze Atmosphäre einfach richtig gut.Im Vergleich zum ersten Teil gefällt mir The Darkness 2 etwas besser, da die Shootermechaniken viel besser umgesetzt wurden als noch im ersten Teil. Ich freu mich jetzt schon auf den dritten Teil, sofern es denn einen geben sollte. Aber dann mit längerer Spielzeit und ohne Cliffhanger bitte. ;-)

Zitieren  • Melden
0
salasar
  

@justin
Entäuscht ear ich nicht. Aber mit nem deratigen clifhänger hätte ich auch nicht gerechnet. Schürrt aber die vorfreude auf da kommendes. Comic Fans haben sich durch diesen "auftritt" sowieso einen Ast- ab gefreut ;-))
Der erste war wesentlich abwechslungsreicher. Und hatte mehr Spielelemente. Zusammen mit der HAmmer atmo und Story war das schon ausergewöhnlich. Teil 2 ist schon wesentlich mehr auf Aktion ausgelegt. Aber dafür fetzt das dann auch ordentlich. Wie gesagt. Trauere ein bisschen dem einser noch hinterher. Aber Teil 2 war HAMMER genug um nicht entäuscht zu sein.

Zitieren  • Melden
0
Justin Zane
  

@salasar: Ohhh ja, das hast sowas von Recht!!! Die Spiele wurden dermaßen verschandelt durch die Cuts, das sollte sich echt niemand antun. Sag mal, warst Du vom Ende auch so enttäuscht? Ich spoiler hier jetzt nichts, aber ich saß echt da und dachte mir so "Ihr wollt mich doch verarschen!!" Was mich bisschen enttäuscht hat, war, das man die Tentakel nicht mehr ganz so cool einsetzen kann wie in Teil 1, hab die Leute gerne aufgespießt und hab die sinnlos mit mir rumgetragen als abschreckendes Beispiel :) bzw. bin als Schlange rumgekrochen um Türen aufzumachen. Hat man zwar durch den Darkling ersetzt (hätte man aber öfter einbauen können, fands voll lustig als Darkling auch wenn sein Finisher von vorne echt mies ist), aber das hätte man ja auch kombinieren können. Schlange macht X, Darkling macht Y und schon ist Tür Z offen.

Zitieren  • Melden
0

Kommentar schreiben

B I U Link Zitat Bild Video
  

weitere Berichte zu The Darkness 2

10.08.11 19:00 Uhr

The Darkness 2

The Darkness 2

„Jackie, Jackie, Jackie“, flüsterte Mike Patton 2007 zahlreichen Videospielern in den Gehörgang. Er war die Stimme von The Darkness. Gemeint ist nicht etwa... 

09.03.11 15:00 Uhr

The Darkness 2

The Darkness 2

Starbreeze ("The Chronicles of Riddick"-Games) ließen uns in der finalen Abschlusssequenz des offiziellen Comic-Lizenzspiels zu The Darkness nur erahnen, welche...