The Last Remnant

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

The Last Remnant

Knapp drei Monate nach der Xbox 360 Version ist "The Last Remnant" nun auch auf dem PC erschienen. Obwohl die Tatsache alleine, ein japanisches Rollenspiel auf dem PC spielen zu können, schon für Begeisterung unter Windows-Spielern sorgen sollte, hat Square/Enix die PC-Fassung technisch stark verbessert.


Unreale Engine

Was habe ich mich damals gefreut, als Square Enix auf der E3 zwei Rollenspiele für die Xbox 360 ankündigte. Die Jungs haben, vom Final Fantasy 12-Aussetzer mal abgesehen, eigentlich immer gute Arbeit abgeliefert. Dann kam Infinite Undiscovery, das bekanntlich nicht im entferntesten mit der großen Rollenspielperle mithalten konnte. Hoffentlich nur ein Ausrutscher, habe ich mir gedacht und mich weiterhin auf The Last Remnant gefreut - jedoch mit einer gewissen Skepsis. Als ich es in weiser Voraussicht auf die Festplatte meiner Xbox 360 installiert habe, wurde ich auch gleich von einer, die Story erklärende Introsequenz begrüßt. Die kleine Irina wird von zwielichtigen Gestalten entführt, klar, dass ihr Bruder Rush sie retten will. Und genau diesen Rush dürft ihr spielen. Am Ende der Zwischensequenz taumelt der besorgte Bruder in eine gewaltige Schlacht, die gleichzeitig Tutorial für ein Kampfsystem ist, was man so noch nie gesehen hat. Doch bevor ich mich dem widme, muss ich darauf hinweisen, dass es bereits in dieser Sequenz zu enormen Rucklern auf dem Bildschirm kam. Ständig hörte ich meine Konsole ackern und nachladen, was das Zeug hält. Gut, das Spiel wird von der Unreal Engine 3 angefeuert, die ist immer noch anspruchsvoll, aber ein Gears of War 2 zeigt, dass es auch flüssig geht. Neben den ständigen Rucklern kommt es dann auch noch zu plötzlich hereinpoppenden Grafikelementen und den Todesstoß verpasst dem technischen Niveau des Spiels die nachladenden Texturen. Es passiert öfter, dass ein Kampf beginnt und man knapp zwei Sekunden warten muss, bis aus dem braunen Matsch mein Charakter Rush wird und die Felsen auch nach Felsen aussehen und nicht wie graue Watte. Ich erwähne das jetzt schon, weil man die Restliche der 30 Stunden Spielzeit mit diesem Problem verbringen darf. Eure besten Freunde in The Last Remnant werden neben diesen technischen Mängeln außerdem noch der Ladebildschirm sein, denn zwischen jedem Kampf, jeder Zwischensequenz und dem Aufrufen der Karte, darf man ein paar Sekündchen Wartezeit einplanen. Die ist leider zu kurz, um den eingeblendeten Text lesen zu können "Mit RB können sich Gegner in einen Kamp ... WEG" und zu lang, um darüber hinweg zu sehen.The Last Remnant

Karge 3D Landschaften

Nachdem ich euch also schon mal vorgewarnt habe, können wir uns dem Inhalt von The Last Remnant widmen. Die Grundzüge des Gameplays lassen ein typisches Rollenspiel erkennen. Ich steuere den Protagonisten über eine zugegeben karge 3D-Landschaft und bewege mich per Schnellreisefunktion zwischen mehreren Städten. Befinde ich mich im 3D-Modus, laufen die Gegner sichtbar herum, Zufallskämpfe gibt es also keine, da ich Konfrontationen aus dem Weg gehen kann. Suche ich dann doch notgedrungen Stress, immerhin muss mein Charakter stärker werden und das klappt eben nur, wenn ich ordentlich Gegner vermöbel, muss ich mich dem Feind nähern und im richtigen Augenblick den rechten Trigger drücken. Daraufhin stößt Rush einen Energiekreis aus, in dessen Radius befindliche Gegner angegriffen werden. Bemerken die Kontrahenten meinen Versuch sie zu verprügeln, stürmen sie meist auf mich los und versuchen mich vor dem Betätigen des Triggers zu berühren, da sich dadurch einen Vorteil im darauf folgenden Kampf erlangen. Dieses System ist ein bisschen nervig, da man immer auf der Hut sein muss, um ich richtigen Augenblick RT zu drücken, da ändert auch die Zeitlupe nichts, die man später bekommt. Das hat ein Blue Dragon definitiv besser gelöst. Habe ich es dann endlich geschafft mein Opfer in einen Kampf zu verwickeln, wechselt das Spiel (nach einem kleinen Ladebildschirm) in den Battlemodus. Hier werden mein Held und seine ihn begleitenden Einheiten (dazu gleich mehr), je nachdem wie ich sie vorher formiert habe, auf dem Schlachtfeld platziert. Jetzt erst wird auch das gesamte Ausmaß der gegnerischen Einheiten gezeigt, da die Armee auf der 3D-Ansicht nur durch ein Monster repräsentiert wird. Es empfiehlt sich übrigens mehrere Gegner in einen Kampf zu verwickeln, da man dadurch bessere Belohnungen erhält - natürlich werden die Auseinandersetzungen dadurch schwerer.The Last Remnant

Moment, lade nach!

Nachdem The Last Remnant die Texturen geladen hat, geht es in feinster Rundenstrategiemanier los. Hier fällt einem sofort das Einzigartige am Kampfsystem auf. Denn jede Armeegruppierung wird hier als eine Einheit betrachtet. Befindet sich Rush sowie weitere Soldaten in einer Gruppe werden alle Lebens-, Aktions-, (benötigt man für Spezialangriffe)- und Angriffspunkte addiert. Gibt man diese Einheit also den Befehl mit Kampfkünsten anzugreifen, dann wird jeder in diese Einheit genau das tun. Besonders differenziert wird dabei nicht, zwar lernt Rush und seine Begleiter neue Fähigkeiten, doch die lassen sich nicht einzeln anwählen, sondern "passieren einfach". Jetzt wisst ihr, was ich mit "intransparent" meine. Man hat nie das Gefühl, dass man die komplette Kontrolle über das Geschehen hat, sondern nur grobe Richtlinien angibt. Wirkliche taktische Tiefe kommt dadurch nicht so richtig auf, zwar kann ich bestimmte Formationen einstellen, die mir bestimmte Boni verleihen, aber wirklich auswirken tun die sich wirklich kaum. Die einzige Relevanz besitzen vielleicht noch die Positionen zueinander. So kann man Gegner flankieren oder von hinten angreifen, was zusätzlichen Schaden verursacht, aber auch das ist kaum berechenbar. Es passiert einfach zu viel auf dem Schlachtfeld, was man nicht nachvollziehen kann. Plötzlich kann man in einem Quicktimeevent (ja auch die gibt es wieder) Schläge blocken, oder stärker machen, dann kommt dort auf einmal eine Einheit und flankiert, wieder eine andere "interveniert" (Platz 1 für die bescheuertsten Begriffe in einem Rollenspiel, Platz 2 geht an "Blockade", wenn man in den Nahkampf geht). Meist hofft man nur, dass die eigene Einheit länger überlebt als der Gegner überlebt. Zum Glück werden sämtliche Einheiten nach einem Kampf komplett geheilt, was auf der anderen Seite zeigt, dass jede Konfrontation potenziell als Niederlage ausgehen kann. Vor allem die Bossfights oder Schlachten gegen wirklich große Truppenkontingente fallen durch die Unübersichtlichkeit in harte Arbeit heraus. Negativ: Dadurch, dass die Kämpfe gut und gerne mal 20 Minuten gehen können, ist es besonders ärgerlich, wenn man am Ende doch noch verliert. Hier wäre eine Speicherfunktion, die sonst eigentlich vorbildlich ist, sinnvoll gewesen.The Last Remnant

Das bisschen Verwalten ist doch schnell getan

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, wie zum Henker ich plötzlich an die ganzen Soldaten komme. Guter Einwand, immerhin starte ich zu Beginn als popeliger Rush. Der bekommt aber Hilfe vom Marquis David Nassau, der ihm seine Armeeführer zur Seite stellt. Weiteres Personal kann man in einer Gilde durch Geld anwerben oder durch absolvierte Missionen. Nette Sache: Es gibt sogenannte Gildenaufträge, die man nicht aktiv annehmen muss, da sie nur eigentlich nur eine Art Achievementsystem sind. Das heißt, wenn man 10 Monster einer bestimmten Sorte erlegt, bekommt man automatisch beim nächsten Besuch eine Belohnung. Nun stellt man sich das Verwalten einer ganzen Armee ziemlich umständlich vor. Ist es in The Last Remnant aber nicht, da ihr euch ausschließlich um Rush und seine Ausrüstung kümmern könnt/müsst. Nach erfolgreichen Kämpfen kann man nämlich ordentlich "Loot" abgreifen, der von Heiltränken bis hin zu Bestandteilen der Kreaturen reicht. Mit Letzteren kann man seine Ausrüstung verbessern, es kann aber auch passieren, dass eine Einheit in eurer Armee dieses Teil für sich beansprucht bzw. wünscht. Es liegt dann an mir, seinem Bedürfnis nachzukommen. Um die Charakterwerte braucht sich der Spieler übrigens auch nicht zu kümmern, die steigen je nach Verhalten im Kampf automatisch. Greife ich also vornehmlich mit Nahkampfattacken an, verbessern sich die Stats auch in die dementsprechende Richtung. Da man am Ende bis zu Individuen befehligen kann, kann das Ende eines Kampfes auch schon mal in einer "Aufstiegorgie" enden. Ein weiterer Faktor, der zur Unübersichtlichkeit und damit Intransparenz des Spiels beiträgt.The Last RemnantEines hat Square Enix in The Last Remnant dann doch wieder komplett richtig gemacht: den Sound. Die epische Musik, die Waffengeräusche, die ewig ausufernden Zaubersprüche, all das wird tönt eindrucksvoll aus den Boxen, sodass man, wenn man die Augen schließt, ein fast perfektes Rollenspiel zu spielen scheint.Kann ich The Last Remnant empfehlen? Gegenfrage: Könnt ihr einem Spiel technische Mängel und Intransparenz verzeihen? Wenn ja, dann bekommt ihr mit dem neusten Streich von Square Enix ein solides Rollenspiel mit epischem Umfang (2 Discs) und klassischer Geschichte präsentiert. Guter Sound und die am Ende doch packenden Missionen und Kämpfe retten den Xbox 360 exklusiven Titel vor dem Absturz in das Wertungsnirvana. Glück gehabt, Square Enix!

Kommentare

toul81
  

das schlimmste rollenspiel ?berhaubt einmal gekauft sofort wider verkauft

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Nesaija
  

hat vorallem was innen xbox 360 thread zu suchen?^^

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Sir Archibal
  

es wird einfach mal Zeit das ein gro?er Rollenspieltitel f?r die Ps3 rauskommt! FF wo bleibst du nur?!

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VirtualBlue
  

Kann dem letzten Comment nur zustimmen, nach den ganzen negativen Kritiken war ich dann doch sehr positiv ?berrascht.

F?r mich sind bei nem JRPG drei Dinge wichtig: 1.) Kampfsystem, 2.) Story/Charaktere und 3.) Bewegungsfreiheit/Sidequests (was kann man alles auf eigene Faust erforschen und entdecken). Last Remant hat also alles, was ich f?r durchzockte N?chte brauche, besonders beim letzten Punkt ist es heftig. Man kann SEHR viele Orte und Dungeons schon besuchen, bevor man dort laut Story hinkommt. Zudem sind die Sidequests nicht nur ?de 'geh dahin, hau das Monster tot', sondern in kleine Geschichten verpackt, die teilweise aufeinander aufbauen und bei denen man einige NPCs mehrmals trifft.

Was die technischen M?ngel angeht, so st?ren sie mich pers?nlich kaum. Keine Ahnung, warum alle so kollektiv auf den nachladenden Texturen rumhacken, das war bei Mass Effect wesentlich krasser (ohne HDD-Installation) und das hat auch niemanden dazu gebracht, das Spiel deswegen abzuwerten.

Den Test an sich finde ich ?brigens auch nicht sooo pralle (unabh?ngig von der Wertung), ihr habt schon bessere geschrieben.

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NanoBox
  

Mir gef?llt das game besser als Enchanted Arms, Lost Odyssey und FF XII, weil es kurze Laufwege hat, weil ich schnell an die Infos komme die ich brauche und weil es ein geiles Kampfsystem hat. Bei Installation sind die technischen M?ngel nicht erw?hnenswert und haben keinen Einfluss auf das Spielgeschehen.
F?r mich ein ?berraschungshit :)

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Dysis
  

zwischen "unangenehm" und "ist" fehlt noch n beistrich ... is mir grad so aufgefallen ^^ sry :p

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Dysis
  

Ich kenn das Spiel net wirklich, hab mir den test hier nur durchgelesen, weil... kA warum eigentlich. Einfach so ^^

<ownopinion> Prinzipiell finde ich den Areagames-Stil (wenn man das so nennen darf) eigentlich ganz gut, jetzt sprachwahl und so. Ihr wisst schon, nicht komplett sch?nes deutsch - aber dennoch gut zu lesen und alles.

Tja, nur, bei diesem Test stellenweise nicht.
Ich wei? nicht, dieser spezielle Test hier ist manchmal einfach nur ungut zu lesen. zu verschachtelte s?tze, zu lange, zu viele gleichgeordnete nebens?tze ... (n paar rechtschreibfehler sicher auch, aber die sind ja wohl wirklich egal ^^)
ich bitte darum, Herr Kaphahn, Ihren Stil bei weiteren Tests und auch bei zuk?nftigen Berichten wieder, sofern Sie vorher nicht auch schon diese Schreibweise verwendeten, welches mir nicht auffiel, zu vereinfachen, da es, um es ehrlich zu sagen, man wird es mir wohl erlauben, etwas kompliziert, in vielen f?llen, zumindest manchmal, auch unangenehm ist, stark verschachtelte s?tze mitsamt allen nebens?tzen zu lesen, ohne zu vergessen, um was es am anfang, am anfang des satzes wohlgemerkt, eigentlich ging.
Bisher ist mir das eigentlich nicht bei Ihnen aufgefallen - schreiben Sie so wenig? :p - aber vllt. w?re es etwas angebrachter.
Danke
</ownopinion>

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Zerfikka
  

Ich kann die Wertung voll nachvollziehen, schon allein das ?de Kampfsystem tr?gt dazu bei.

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IM Carlos
  

btw. Hoch bewertete Spiel wie Bioshock haben Engine-bedingt auch mit nachladenden Texturen zu k?mpfen. Und DAS Spiel ist mit 9 Punkten viel zu gut weggekommen, wenn man bedenkt, dass sie all das verunstaltet haben was seine inoffiziellen Vorg?nger so genial gemacht hat.

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IM Carlos
  

Ich bin augestiegen als von einem FFXII-Aussetzer die Rede war. Okay es war anders und okay es war nicht rundenbasierend, aber es war nicht minder komplex als seine Vorg?nger. Wenn man sich damit befa?t hat es sogar weit mehr Tiefe. Von der Grafik und dem Sound ganz zu schweigen. Allein mit dem Kommentar hat sich Alex schon ins Abseits gestellt (h?ttst Du X-2 genannt h?tt ich noch folgen k?nnen).

Da ich immer noch keine Box hab und mir dies Jahr sicher keine mehr zulegen werde, kann ich ja auch noch auf die PS3-Fassung warten. Hoffen dass sie weniger Fehler macht (von denen ich ja noch nix wei?, da Test nicht gelesen) und mir zumindest ein eigenes Bild machen. Vielleicht halt ich es ja am Ende wie mein Vorredner. Mit meinen Erfahrungen mit dutzenden Square- und SquareEnix-Titeln geh ich sogar davon aus.

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