Thunder Wolves

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 15. Mai 2013

User-Wertung:

Im Test: Thunder Wolves

Das, was man hier zum Testen, ich meine zum Spielen bekommt, gleicht manchmal einer Achterbahnfahrt. In einem Moment starrst du für mehrere Stunden gebannt auf den Bildschirm, genießt jede Minute in einem apokalyptischen Amerika, entwickelst nebenbei ein Misstrauen gegenüber Pizza Funghi, doch eh du dich versiehst, findest du dich einem Helikopter wieder, aus dem du bereits nach nicht mal einer dreiviertel Stunde aussteigen willst. Du willst Aussteigen, denn eigentlich alles ist zu laut, flimmert zu stark und die xte Wiederholung dämlicher Actionkino-Oneliner nervt, jene Sorte Sprüche, die nicht so ironisch rüberkommen, wie gehofft. Willkommen zur Therapiesitzung, neudeutsch für einen AreaGames-Test, zu Thunder Wolves.

Viel zu starke Lichtblitze, über all Geschosse auf dem Bildschirm und ein Soundeffekt-Stakkato aus explodierenden Raketen und ratternden Bordgeschützen sowie jede Menge Flüche von 80er/90er-Jahre-Actioncharakteren, die nicht als Vorlage für Far Cry 3: Blood Dragon taugten. Alles aus der Third-Person-Perspektive eines Kampfhubschraubers mit unendlicher Munition. Ja, so ungefähr solltet ihr euch die 13 Missionen von Thunder Wolves vorstellen.


BUMM.

BUMM.

Bei Thunder Wolves stimmt die Spielbalance absolut nicht. Wenn man keine Herausforderung sucht und einem die Highscore-Jagd und Ranglisten-Positionen nichts bedeuten, mag das vielleicht angenehm sein. In diesem Fall ist dann jedoch nichts übrig, das auch nur ansatzweise motivieren könnte. Auch wenn man Renegade Ops und Thunder Wolves nicht wirklich vergleich kann. Renegade Ops lieferte verschiedene auflevelbare Charaktere/Fahrzeuge, die mit zusätzlichen Perks ausgerüstet werden konnten und so das Spielerlebnis deutlich unterhaltsamer gestalteten. Das einzige was man bei diesem Spiel auswählt ist einen von insgesamt neun Hubschraubern, die sich eigentlich nur optisch und nicht wirklich spielerisch unterschieden, sowie eine Lackierung. Das Raketen-Loadout jedes Helis ist fest vorgegeben.

Zugute halten kann man diesem Schießbuden-Highscore-Shooter, dass die dreizehn Missionen durch aus abwechslungsreich designt sind. Wir spielen den "Tod von Oben" über Städten im Nahen Osten, Ölfeldern, Küstenstädten, in unterirdischen Bunkern, im tropischen Dschungel, mitten auf dem Ozean und über Ölbohrplattformen. Auch Fahrzeugwechsel und Railshooter-Einlagen sind drin. Wir ballern mal aus einer FlaK am Boden, steuern eine Drohne oder TV-Lenkraketen und in einer Mission tauschen wir den Heli sogar gegen einen BMP.


Und hier sehen sie eine typische Michael-Bay-Filmszene!

Und hier sehen sie eine typische Michael-Bay-Filmszene!

Schon die PC-Version, die bereits im Mai erschien, konnte in Sachen Technik keine Bäume ausreißen. Die Konsolenfassung von Thunder Wolves rupft mit aller Mühe und Not vielleicht noch Grasbüschel aus. Die vielen Raketenexplosionen und Funkenschläge MG-Treffer sind ja noch ganz hübsch (und waren tierisch anstrengend für meine Augen), auch unser Heli-Modell ist ganz okay. Aber was das Auge so an Boden- und Gegnertexturen aushalten muss, stammt nicht mehr aus diesem Jahrtausend. Aber anscheinend musste man die PC-Version so stark runterrechnen, um es überhaupt zum Laufen zu bekommen. Jedoch klappt auch das nicht so wirklich. Starke Ruckler und überraschende Slowdowns waren an der Tagesordnung. Der ziemlich oft verwendete Unschärfe-Filter kann dabei über die starke Treppchenbildung auch nicht vollends hinwegtäuschen. Sollte man tatsächlich einmal abgeschossen werden, hängt man auch noch unverständlich lang im Ladebildschirm fest. Dringend runterregeln sollt ihr den Sound, alles ist irgendwie gleich laut und gleich unverständlich. Viel abwechslungsreiche Musik scheint auch nicht vorhanden, zumindest blieb mir kein Stück im Gedächtnis, alles klang gleich rockig. Es könnte gut sein, dass es also nur ein Musikstück ist.

Nervtötend sind dabei die sich ständig wiederholenden Funksprüche und Kommentare bei Thunder Wolves. Zudem sind die Sprecher auch noch zu sehr bemüht, ihre Klischeesprüche zu betonen. Ich kann Sprüche wie "I see dead people., "It's not Rocket Science - it's just Rockets.", "Like a fish in bowl.", "These guys are dead serious. Let's make em just dead." oder "Stay frosty." einfach nicht mehr hören. Die hanebüchene Story einer Söldnertruppe, die gegen die gewaltige Armee eines Drogenkartell/einer Terroristengruppe nur mit einem Helikopter vorgeht, kann man links liegen lassen. Nach dem ersten oder zweiten Zeitsprung in der Erzählung habe ich neben dem Faden auch noch das letzte bisschen Interesse an der Handlung verloren - und ich habe es bis dahin tatsächlich versucht.

Kommentare

nirv
  

Die Comanche-Reihe war auch gut...

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Claudandus
  

schade das die letzten guten Hubschrauber Games "Desert Strike", "Jungle Strike" und "Urban Strike" waren :(

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