Tiger Woods PGA Tour 13

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 29. März 2012

User-Wertung:

Test: Tiger Woods PGA Tour 13

Auf Electronic Arts ist Verlass. Die jährlichen Updates der Sportspiele gehören zum EA Line-Up wie das Amen in der Kirche. Nun kehrt der Meister des Golf-Sports zurück und hat sich für Tiger Woods PGA Tour 13 tatsächlich sogar ein paar Neuerungen und spezielle Spielmodi einfallen lassen. Wir haben uns schick angezogen, aufs Green getraut und den Caddy um Rat gefragt. Was dabei herauskam, erfahrt ihr in unserem Test.

Ein neues Jahr, eine neue Nummer im Spieletitel, neue Mannschaften. Hoppla, ist ja ein Golf Spiel, da gibt es keine Mannschaften. Electronic Arts hat sich trotzdem nicht lumpen lassen und für den neuesten Teil der Tiger Woods Reihe einige Veränderungen vorgenommen. Wer jetzt denkt, dass Neuerungen mit der Lupe gesucht werden müssen, der irrt sich. Grundsätzlich wurde das ohnehin schon sehr gute Spiel noch näher an die Perfektion getrieben. Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt und auch auf dem Gebiet der Abzocke beschreitet EA völlig neue Wege.
EA hat die Steuerung komplett überarbeitet und so müsst ihr euch nun an die neue Schwung Mechanik gewöhnen. Um den Bewegungsablauf möglichst echt nachzuempfinden, hat sich EA etwas einfallen lassen. Für die Schlagbewegung müsst ihr den linken Analog-Stick erst nach unten drücken um Schwung zu holen. Am höchsten Punkt des Schwungs gilt es zu stoppen und den Analog-Stick nach oben zu drücken um den Schwung auszuführen. Was in der Theorie leicht klingt, stellt in der Praxis eine echte Herausforderung dar. Alte, ausgenudelte Controller könnten dafür nicht optimal geeignet sein, da die Steuerung extrem genau erkannt wird. Der Hauch einer falschen Bewegung führt zu einem Over- oder Underswing und ein Hauch zu viel nach rechts oder links führt dazu, dass der Golfer den Schlag versaut und der Ball im Unterholz landet. Tolle Wurst! Nach einer Weile hat man den Dreh zwar raus, allerdings gehört wirklich viel Feingefühl dazu, die Bälle ordentlich zu treffen.
Im totalen Gegensatz dazu steht die neue Einbindung von Kinect. Auf der PlayStation 3 ließ sich der Vorgänger bereits via Move steuern, die Kinect Steuerung auf der Xbox 360 hingegen ist neu an Bord. Während man mit dem Controller sehr feinfühlig und genau steuern kann und muss, verkommt Tiger Woods via Kinect zum anspruchslosen Casual-Spiel für die ganze Familie. Mit Kinect ähnelt das Spiel einem Autopiloten, bei dem man nur im Raum steht, um so zu tun, als ob man einen Schläger in den Händen hält um Schwung zu holen. Ein paar unterschiedliche Gesten dienen den verschiedenen Funktionen, aber wirkliche Kontrolle hat man zu keiner Zeit. Die Kinect Steuerung ist ideal dafür geeignet, Golf-Muffel von einem grandiosen Spiel zu überzeugen, die sich im Anschluss lieber mit dem Controller vertraut machen sollten. Oder man meint es ernst und spielt direkt von Anfang an mit dem Joypad und lässt Kinect direkt ungenutzt, da es mit dem 'richtigen' Spiel und der exakten Steuerung nicht viel gemeinsam hat.
Test: Tiger Woods PGA Tour 13Ebenfalls neu ist der Modus 'Tigers Vermächtnis'. In zahlreichen Kapiteln lässt sich das Leben von Tiger Woods nachspielen, Affären außen vor. Angefangen im Jahr 1978, im zarten Alter von zwei Jahren, lernte Tiger den Sport im elterlichen Garten kennen. Als kleiner Wunderjunge werden die Bälle in den Pool oder Sandkasten geschlagen. EA hat scheinbar viel Wert auf diesen Modus gelegt, da er wirklich umfangreich und mit zahlreichen Erfolgen/Trophäen versehen ist. Die Idee ist wirklich toll und Tigers Leben interessant in Szene gesetzt, allerdings ist der Schwierigkeitsgrad relativ knackig. Manche Übungen laufen nach dem Trial und Error Prinzip ab. Das Ganze geht dann so weiter bis in die nahe Zukunft, immerhin weiß das Spiel schon wie Tiger Woods Leben im Jahr 2019 aussieht. Dann geht die Welt Ende des Jahres also doch nicht unter? Fein.
Der Rest des Spiels ist altbekannt und entsprechend souverän. Die Karriere lässt sich mit einem selbst erstellten Golfer bestreiten, dessen Werte nach und nach aufgebessert werden. Für jeden guten Schlag gibt es Erfahrungspunkte und durch spezielle Sponsoren-Aufgaben werden zusätzliche Klamotten und Ausrüstungsteile freigeschaltet. Seid ihr im Besitz einer Kamera, könnt ihr sogar zwei Fotos von euch machen lassen und euer Gesicht im Spiel bewundern. Obwohl ich unfassbar Fotogen bin, wusste mein Ergebnis nicht zu begeistern. Zwar war der Wiedererkennungswert vorhanden und Augen, Nase sowie Mund saßen an den richtigen Stellen, allerdings muss bei der Erkennung der Hautfarbe etwas schief gegangen sein. Ich bin vielleicht nicht der braunste Hauttyp, aber weiß wie Kreide bin ich auch nicht. Mein virtuelles Ebenbild sah allerdings wie der Joker aus, komplett weiß, wie geschminkt. Haben nur noch die roten Lippen gefehlt. Nein danke. Dann doch lieber einen Golfer selbst erstellen, denn da sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.
So viel Spaß Tiger Woods PGA Tour 13 auch macht, täuscht es nicht darüber hinweg, dass EA neue Wege in Sachen Miko-Transaktionen beschreitet. Fairerweise sollte erwähnt werden, dass ich echt nichts gegen DLCs habe und teilweise auch gar nicht mehr missen möchte, aber was EA mit Tiger Woods 13 abzieht, ist wirklich nicht mehr feierlich. Vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, dass das Spiel zum Vollpreis in den Handel kommt, aber höchstens als Free2Play Titel durchgeht. Von Hause aus sind 15 Kurse freigeschaltet, 20 weitere werden einem zwar angezeigt, aber nur gegen Bares freigeschaltet. Man bekommt auch die Möglichkeit, gewisse Coins im Spiel zu sammeln, um Kurse freizuschalten. Allerdings setzt das sehr viel Geduld voraus und ermöglicht auch nur limitiertes Spielen auf den Kursen, wie bei einer Demo. Habt ihr zum Beispiel zehn Stunden lang die nötigen Coins gesammelt (oh ja, es dauert wirklich ewig!), dürft ihr eine Runde auf solch einem Kurs spielen. Für ganz hartgesottene gibt es einen Bonus-Kurs, der sich nur dann freischalten lässt, wenn man alle anderen Kurse aktiviert hat. Ähnlich verhält es sich mit den Boost-Pins. Vor einem Match könnt ihr euch für drei Pins entscheiden, die spezielle Werte des Golfers für die kommende Runde verbessern. Diese lassen sich nur wenige Male benutzen, weitere Pins gibt es nur gegen Geld. So bekommt man nie das Gefühl, ein vollwertiges Produkt vor sich zu haben. EA, schämt euch! Tiger Woods 13 macht soweit alles perfekt und bereitet viel Spaß, aber wenn man in jedem dritten Menü daran erinnert wird, was man noch alles kaufen könnte, fühlt man sich gelinde gesagt leicht verarscht.
Als ich Tiger Woods PGA Tour 13 mit nach Hause nahm, wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde. Meine Erfahrungen mit dem Golf-Sport hielten sich in Grenzen und beschränkten sich auf kleinere Download-Titel wie Mini-Golf oder Tee It Up. Diese Spiele bereiteten mir bereits viel Freude, sind allerdings alles andere als realistisch. Tiger Woods hingegen ist Simulation pur! Helfende Anzeigen, die die potenzielle Flugbahn des Ball verraten? Fehlanzeige! Und trotzdem hat mich schnell die Sucht gepackt und schon bald wird mein selbst kreierter Golfer Tiger Woods vom Golf-Thron stoßen. Der Multiplayer-Modus ist unglaublich spannend, da ein einziger missglückter Putt über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Permanent werden zusätzliche Items wie neue Kleidung oder Schläger freigeschaltet, was die Motivation aufrecht hält. Auch die Möglichkeit, das Leben und die Karriere von Tiger Woods nachzuspielen, weiß zu überzeugen. Unterm Strich wäre das Spiel ein Kandidat für Höchstwertungen, wäre da nicht EAs Mikrotransaktionen-Wahn! Permanent daran erinnert zu werden, wofür man alles Geld ausgeben könnte, nervt einfach nur noch. Das Spiel zeigt einem mehr zusätzliche Kurse an, als von Hause aus mitgeliefert wurden. Auch die käuflich erwerbbaren Poost-Pins, welche die Werte der Golfer verbessern, gibt es nach Benutzung nur noch gegen Bargeld. Wäre das Spiel als Free2Play veröffentlicht worden, oder hätte es nur zehn Euro gekostet, OK. Aber solche Methoden bei einem Vollpreis-Spiel derart intensiv anzuwenden, gehört sich einfach nicht. Dies hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack, da Tiger Woods PGA Tour 13, davon abgesehen, alles richtig macht.

Kommentare

Ü30gaming
  

hmmm, auf der playse kann man mit 18000 coins den jeweiligen kurs auf unlimited freischalten. ebenso die zusatzkurs-packs laden ab 175000 coins (circa.) ... vielleicht hat sich da MS für die XBOX version noch ne eigene abzockstrategie einfallen lassen.

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Nils Lendeckel
  

@Ü30gaming:
Das mit dem Kurse freispielen stimmt so nicht. Ich habe in meinem Test erwähnt, dass man sie zwar freischalten kann, aber nur für eine begrenzte Zeit. Mehr als drei Runden gehen nicht. Unbegrenztes Spielen kostet zusätzlich Geld. In der Xbox 360 Version kostet ein Kurs 400 MS Points, es gibt aber auch verschiedene Pakete für mehrere Kurse. Der Inhalt der Collectors Edition lässt sich ebenfalls kaufen. Möchte man sämtliche Inhalte des Spiels besitzen, kann man fast erneut den Spielepreis auf den Tisch legen. Sowas schlägt sich in der Wertung nieder.
Ursprünglich wollte ich dem Titel auch eine 9/10 geben, weil es an sich alles richtig macht und verdammt viel Freude bereitet. Ich erwähne auch, dass Tiger Woods, davon abgesehen, einfach nur super ist :) . Aber EAs extreme "Kauf hier was, kauf da was" Attitüde wurde meines Erachtens übertrieben und führte zur Abwertung.

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Ü30gaming
  

Was in diesem Test mal wieder fehlt, ist ein ausführlicher PS3-Test. Das Kinect versagt ist aus technischer Sicht ja klar, aber Playstation Move ist dieses Mal der Killer. TW13 ist mit der neuen Schwungmechanik + PS-Move das realistischste virtuelle Golferlebnis das es je gab. Der ganze Steuerungsquatsch von TW12 wurde komplett überarbeitet und nun passt alles, selbst die Wii-version hat nun das Nachsehen. Drives, Annäherungsschläge und Putting, alles fühlt sich sehr realistisch an und je höher man in den Schwierigkeitseinstellungen geht, desto näher ist man an seiner Performance in der Realität . PS3 müsste hier also eine 9/10 bekommen. Hab die Collectors Edition für 56,- Tacken in UK bestellt, da bekommt man mehr Kurse dazu und übrigens, man kann alle Kurse freispielen OHNE bezahlen zu müssen (18000 Coins verdienen). Man muss halt die Herausforderung annehmen, ist ja ein Sportspiel (und das diesmal im wahrsten Sinne).

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alp biker
  

Ich hab mich in der Demo schon gefragt, ob EA das mit den Pins ernst meint. Was die mit diesem Golfspiel machen ist echt fast ne Frechheit. Ich werds mir nicht kaufen. Das 12er kommt vielleicht noch zum Budgetpreis ins Haus und ansonsten gefällt mir das 11er noch sehr gut mit schönen Kursen.
Leider wird sich aufgrund des populären Sports in den USA das Spiel wohl trotzdem gut verkaufen. :(

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Kaimarkuske
  

Hahaha klingt gut aber ich bleib beim echten Golfplatz da bin ich an der luft und frei von Werbung oder Onlinepass ;)Reallife Golf geb ich ne 9/10

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Jace
  

@CeeKay:
Würde auf jeden Fall frischen Wind ins angestaubte Genre bringen ;)

Davon abgesehen hätte ich schon Lust mal wieder sowas zu zocken aber sicher nicht zum Vollpreis... und nächste Woche kommt ja Trials....

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CeeKay
  

"Auch die Möglichkeit, das Leben und die Karriere von Tiger Woods nachzuspielen" Inkl. sexuelle Eskapaden??

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