UFC Undisputed 3

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 14. Februar 2012

User-Wertung:

Test: UFC Undisputed 3

Haben wir uns zuletzt noch durch die neuesten Versionen von Arcade-Prüglern wie Street Fighter oder Soul Calibur geschlagen, so widmen wir uns nun mit UFC Undisputed 3 einem eher authentischen Kampfsportspiel. Das letzte Jahr war eine Durststrecke für Mixed Martial Arts-Fans, statt einem waschechten Nachfolger zu UFC Undisputed 2010 gab es nur einen spielbaren Fitness-Trainer. Ob sich die Warterei auf den dritten Teil der UFC Undisputed-Reihe gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Der Wettkampf ist wahrscheinlich eine der ältesten Formen der Unterhaltung. Über die Jahrhunderte hinweg behielt aber der Zweikampf, das direkte Duell zweier Kontrahenten, eine gewisse Vormachtstellung bei Wettkämpfen. Wir finden es instinktiv spannend wenn zwei Leute direkt miteinander ihre Kräfte messen, ob nun in beim Schach, beim Boxen oder anderen Sportarten. Auch bei Mannschaftssportarten reduzieren wir die angetretenen Teams gern auf nur zwei Personen. Da heißt es Trainer A gegen Trainer B oder Messi gegen Ronaldo. Auch dem gemeinen Gamer ist das absolut nicht fremd. Wer sich in den Multiplayer-Gefilden von Halo, CoD, Battlefield und Co rumtreibt, hat sicherlich schon einmal nach einer Runde TDM eine Nachricht bekommen à la "In nem 1on1 mach ich dich fertig du [beliebige Beleidigung einfügen], alter!!!". Der Wettkampf ist also immer noch sehr präsent und beliebt.
Auch wenn viele Kampfsportarten schon seit Jahrzehnten (Judo z.B. seit 1964) anerkannte olympische Disziplinen sind, hat es eine Mixed-Martial-Arts-Liga, wie die UFC, die nun viele verschiedene Kampfsportarten (Ringen, Judo, Boxen, Brasilianisches Jiu-Jitsu, Karate etc.) zusammenbringt, schwer hierzulande. Denn auf den ersten Blick wirken die Kämpfe im Octagon brutal, unkontrolliert und gnadenlos. Das liegt vielleicht daran, dass in UFC-Fights nun mal Athleten aufeinander treffen, die nicht dieselbe Technik anwenden. Angriff A aus Technik X wird halt nicht mit Konter A aus Technik X sondern mit Griff B aus Technik Y abgewehrt. Doch gerade dieser vermeintliche Technik-Wirrwarr verleiht den Kämpfen eine ungeheure taktische Komponente und eine immense Dynamik.
Bevor man sich aber nun den Kämpfen der Kampfsportsimulation UFC Undisputed 3 hingeben kann, muss man sich erst einmal für eine der Steuerungsmöglichkeiten entscheiden. Man kann zwischen einer Amateur- und Pro-Steuerung wählen. Die Amateur-Variante reduziert die Halbkreisdrehungen mit dem rechten Analogstick für Griffe und Positionswechsel, auf eine simple Auf- und Abwärtsbewegung. Zusätzlich werden kurze Steuerungserklärungen eingeblendet, wenn man erstmalig in bestimmte Situationen (Clinch, Submission etc.) kommt. Veteranen die zur Pro-Steuerung gegriffen haben, müssen aber keineswegs fürchten von talentfreien UFC-Neulingen besiegt zu werden. Nur mit der Pro-Steuerung kann man das volle Potenzial bei der Ausführung von Griffen und Positionswechseln ausschöpfen. Die Entwickler haben sehr darauf geachtet die Komplexität der Kämpfe nicht über den Haufen zu werfen.
Test: UFC Undisputed 3Wie schon bei den vorherigen Serienteilen ist Dreh- und Angelpunkt im Einzelspielermodus die Karriere. Entweder man erstellt sich seinen eigenen Muskelberg mit dem extrem umfangreichen Editor oder wählt einen der lizenzierten Kämpfer aus dem, auf über 150 Athleten angewachsenen, Rooster. Egal ob man nun selbst UFC-Geschichte schreiben will, sie mit seinem Lieblings-Kämpfer nacherleben oder verändern will, beides hat seinen Reiz. Für meinen ersten Durchlauf entschied ich mich für einen selbst erstellten Kämpfer und wählte die Variante mit Tutorial. Das Tutorial wird dabei von UFC-Kommentator Mike Goldberg persönlich eingesprochen und erklärt Stück für Stück alle Elemente des Karrieremodus. In dem mächtigen Editor kann man dann so ziemlich alles am Erscheinungsbild seines Recken verändern: Körperbau, Frisur, Dichte der Bartstoppeln, Aussehen der Bauchmuskeln und natürlich auch so grundlegende Dinge wie Name, Alter, Herkunft, Trainingsort etc. Aber das entscheidendste ist natürlich die Wahl der Kampftechnik. Danach werden einem einige Prüfungen abverlangt, um die Ausgangswerte für den Athleten festzulegen. Je nachdem wie man abschneidet erhält man einen gewissen Bonus auf die vier Grundattribute Kraft, Geschwindigkeit, Kardio und Beinarbeit. Danach folgt noch ein Testkampf anhand dessen das Spiel einen Schwierigkeitsgrad für die Karriere vorschlägt. Im Nachhinein passte der Schwierigkeitsvorschlag (Erfahren) bei mir, auch wenn ich das anfangs nicht so sah. Zu Beginn der Karriere kämpft man natürlich noch nicht in der Ultimate Fighting Championship Liga, sondern noch darunter in der World Fighting Alliance (WFA) und diese Kämpfe waren ein Kinderspiel. Als ich mir dann genügend Reputation erkämpft hatte und gegen einen UFC-Kämpfer antrat, war es erst einmal vorbei mit den Siegen durch KO in der ersten Runde.
Test: UFC Undisputed 3Im Gegensatz zum Vorgänger wurde der Management-Anteil der Karriere zurückgefahren, der Fokus bei UFC Undisputed 3 liegt deutlich stärker auf den Kämpfen. Als Erstes muss man einen Kampf ansetzen und wählt aus einer kleinen Gruppe von Gegner einen aus. Jeder Gegner verfügt über eine gewisse Menge "Ansehen", was die Wahl des Kontrahenten beeinflussen sollte, denn "Ansehen" ist die Währung des Spiels. In einem Ingame-Shop kann man gegen "Ansehen" verschiedene Items freischalten, desweiteren zahlt man damit die eigentlichen Trainingseinheiten und Aufenthalte in den verschiedenen Trainingscamps. Später gesellen sich auch noch Sponsoren hinzu, die ihr Logo und ihre Kleidung an euch sehen wollen. Repräsentiert ihr eure Geldgeber angemessen im Ring, verdient ihr am Ende eines Kampfes noch mehr "Ansehens"-Punkte. Vor jedem Kampf stehen ein oder zwei (abhängig davon, wie kurzfristig ein Kampf angesetzt ist) "Aktionen" zur Verfügung. Aktionen sind dabei nichts anderes als Zeiteinheiten. Pro freien Aktionspunkt kann man zwischen einem Trainingsminispiel, einem Camp-Aufenthalt und dem Erlernen einer Strategie für den nächsten Kampf wählen. Die Minispiele beim Training dienen dem Steigern eurer Attribute und fallen angenehm abwechslungsreich aus. Durch den Besuch eines Camps können neue Angriffe erlernt oder bereits bekannte Techniken aufgelevelt werden. Dabei hat man immer die Wahl, ob das automatisch geschehen soll oder ob man das Minispiel lieber selbst absolviert. Letzteres ist zu empfehlen, weil die man so die Chance hat, den maximalen Effekt/Bonus zu bekommen. Will man eine bestimmte Strategie für den nächsten Kampf anwenden, muss man in einem Sparringskampf mehrere Aufgaben meistern. Dabei verändern sich auch verschiedene Offensiv- und Defensivwerte eures Kämpfers. Erfüllt man die Strategieaufgaben dann auch im richtigen Kampf winkt ein ordentlicher "Ansehens"-Bonus danach. Was den sehr guten Eindruck der Karriere trübt, ist die Tatsache, dass man im Verlauf teilweise zu oft gegen dieselben Kämpfer antritt.
Test: UFC Undisputed 3An der Präsentation der Karriere hat sich auch etwas getan, wobei das nicht unbedingt für die sterilen Menüs gilt. Die Interviews aus den Vorgängern sind gestrichen worden, was absolut nicht schlimm ist, haben sie sich doch eh irgendwann nur wiederholt. Stattdessen hat Entwickler Yukes an Schlüsselmomenten Filme mit den echten UFC-Stars eingesetzt, in denen sie einem erzählen, was sie bei ihrer ersten Niederlage oder ihrem ersten UFC-Profikamp empfunden haben. Ebenfalls neu sind die überarbeiteten Einmarschsequenzen für die Athleten, die man im Charaktereditor nach eigenen Wünschen gestalten kann. Generell gleicht die Aufmachung des Spiels sehr denen der echten UFC-TV- und PayPerView-Shows. Was dem Flair ungemein zu Gute kommt, sind natürlich die englischsprachigen Originalkommentatoren (UFC: Joe Rogan & Mike Goldberg; PRIDE: Bas Rutten & Stephen Quadros) und auch Bruce Buffer, wenn er den Kampf einleitet.
Eine der größten Neuerungen ist aber die Einführung der japanischen PRIDE-Liga in UFC Undisputed 3. Im Gegensatz zum charakteristischen Achteck der UFC wird im PRIDE-Mode in einem normalen viereckigen Ring gekämpft. PRIDE-Kämpfe sind weitaus weniger stark reglementiert als die in der UFC. Sie sind fast schon ungezügelt. Da die PRIDE-Regeln sogar Soccer-Kicks, Kniestöße gegen den Kopf und Stampftritte erlauben, ist die weiße Ringmatte alsbald mit roten Blutflecken übersät. Auch dauert die erste Runde eines PRIDE -Fights gleich einmal die doppelte Zeit einer UFC-Runde, also zehn Minuten statt nur fünf. Das PRIDE -Rooster besteht aus rund 30 Kämpfern, aber auch mit UFC-Kämpfern kann man nach PRIDE -Regeln kämpfen.
Test: UFC Undisputed 3Aber auch am eigentlichen Gameplay im Octagon haben die Entwickler geschraubt. Das Submission-System wurde komplett umgebaut und ist nun deutlich transparenter. Orientiert hat man sich da an dem Konzept von EAs MMA. Die wilden Analogstick-Eskapaden, bei denen nie wirklich ersichtlich wurde, warum man verloren bzw. gewonnen hatte, haben ein Ende. Submissions werden durch eine Art Mini-Katz-und-Maus-Spiel entschieden. Als Angreifer gilt es in einem eingeblendeten Oktagon den Balken des Gegners einzufangen, damit die Submission erfolgreich ist. Wird man selbst durch den Kontrahenten in diese Aufgabehaltung gezwungen, gilt es entlang des Achtecks vor dem Balken des Angreifers zu fliehen. Damit dieses Minispiel aber nicht zu simpel ist, bestimmen verschiedene Faktoren, wie Ausgangsposition zu Beginn der Submission, vorhandene Ausdauer und technische Fähigkeiten des Kämpfers, die Geschwindigkeit und der Länge der Balken. Hinzugefügt wurden auch neue Submissions wie Standing Guillotine und Flying Scissor Heel Hook und auch sonst ist das Bewegungs- und Positionsrepertoire angewachsen. Entfernt wurde hingegen die Autoblock-Funktion. Durch wiederholte Angriffe auf die Beine des Gegners kann nun ein Technisches KO herbeigeführt werden. Das Bein des Kämpfers kann bei wiederholten Leg-Kicks sogar brechen. Attacken können in Undisputed 3 auch nur angetäuscht werden, um eine Gegenwehr zu provozieren und dann einen Konter zu landen. Die generelle Reichweite von Attacken wurde nun etwas realistischer eingebunden. Zwischen einer Runde wird man vom Arzt versorgt und erholt sich bei etwas. Zumindest soweit es die Blessuren zu lassen, denn Cuts (Platzwunden) wirken sich jetzt auf Ausdauer und Energie aus. Vom Trainer erhält man eine kurze Bewertung, was an der Runde Positiv bzw. Negativ war. Nett gemeint, aber die Tipps sind nur sehr oberflächlich.
Test: UFC Undisputed 3Neben der Karriere gibt es aber noch zahlreiche andere Modi, die einen für lange Zeit vor dem Bildschirm fesseln. Im Ultimate-Fights-Modus gilt es vergangene legendäre Matches nachzuspielen. Vor solch einem geschichtsträchtigen UFC-Fight bekommt man wieder einen kleinen Film, der das besondere an diesem Match hervorhebt. Ein tolles Schmankerl für langjährige UFC-Fans. Im Octagon angekommen müssen dann bestimmte Aufgaben bei diesem "Nachspiel" erfüllt werden. Spezielle Griffe, Schlagkombinationen oder auch defensive Aufgaben, wie "Kopftreffer vermeiden" oder "4 Clinches abblocken". Im Gegensatz zum Training werden die gewünschten Aufgaben aber nicht mit Buttoneinblendungen dargestellt, daher sollte man die MMA-Begriffe kennen, denn das Zeitfenster für diese Aufgaben während eines Kampfes ist recht eng. Die Zeitbegrenzung kann aber bei Bedarf ausgeschaltet werden. Diesen Modus gab es zwar auch schon im Vorgänger, aber nun kann man in die Rolle von beiden Kämpfern eines solchen Fights schlüpfen. Als Belohnung für eine 100%-Wertung winken weitere Filme. Die Modi Titelkampf und Titelverteidigung sind natürlich auch vorhanden. Eigene Turniere und Events können ebenfalls nach euren Wünschen erstellt und gespielt werden.
Ein Sorgenkind der UFC Undisputed-Reihe war bisher immer der Online-Multiplayer, instabile Server führten ab und an zu Verbindungsabbrüchen und auch über Lags während der Kämpfe wurde viel geklagt. Für den dritten Teil wurde ein verbesserter Netzcode versprochen. Und das ist auch zum Teil eingehalten worden. Gravierende Lags hatte ich in meinen bisherigen Matches kaum, spürbar waren leichte Lags nur ab und an beim Submission-Minispiel. Aber es brauchte schon einige Versuche bis ich mit einem anderen Spieler in einer Lobby war und die Kämpferauswahl beginnen konnte. Da man neben den Regeln für den Kampf auch Voreinstellungen für die Verbindungsqualität einstellen kann, ist das insgesamt keine große Sache. Ansonsten ist bei der Online-Komponente vieles beim alten geblieben: Schnelle Matches, Ranglistenkämpfe und die Möglichkeit eigene Fight Camps zu erstellen und beizutreten. Neu ist die Möglichkeit selbst erstellte Inhalte zu teilen.
UFC Undisputed 3 kam, sah und siegte. Es biete eine tolle Optik, klasse Musik, ist mit über 150 Kämpfern aus sieben verschiedenen Gewichtsklassen und vielen Spielmodi dabei auch noch enorm umfangreich. Doch das wäre alles nichts wert, wenn da nicht die gelungen Gameplay-Mechaniken wären. Den Kern von UFC Undisputed 3 bildet nämlich auch weiterhin die testosterongeschwängerte Action im Octagon, die so gestaltet ist, dass Veteranen und Neulinge auf ihre Kosten kommen. Die Dynamik, das Flair und die Intensität echter UFC-Events wurden im dritten Teil wirklich gut eingefangen. Der Aufbau des eigenen Kämpfers vom Anfänger zum Vollprofi im Karrieremodus ist ungemein motivierend. Bei den vielen Änderungen und Neuerungen stechen natürlich hauptsächlich die Einführung der PRIDE-Liga und das neue transparentere Submission-System positiv hervor. Die etwas tristen Menüs und das Klonpublikum sind zwar Punkte an den der Entwickler ansetzen könnte, aber solche Kleinigkeiten trüben den guten Eindruck keineswegs. Besser hat noch kein Videospiel die Mixed-Martial-Arts-Künste präsentiert.
Test: UFC Undisputed 3

Kommentare

Breckmann
  

Bis auf ein paar kleine und größere schnitzer, ist es echt ne super Kampf Simulation mit Arcade Einflüssen geworden. Die Server Spinnen leider noch etwas, aber es wird von Tag zu Tag besser, nicht so wie bei WWE 12 das war echt ne zumutung mit den Severn.

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truespin
  

hab das ganze we nichts anderes gezockt und muss sagen, sehr gute erneuerungen drin! ich finde es spiete und kann es nur weiter empfehlen!

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