Warhammer 40.000: Dawn of War II

Plattform: (PC)
Release: 20. Februar 2009

User-Wertung:

Warhammer 40.000: Dawn of War II

Seien die StarCraft-Fans doch mal ehrlich, Blizzard hat sich bezüglich des Designs und des Szenarios einiges vom Warhammer-Universum abgeschaut. Ich bitte euch, „Spacemarines“, das ist einfach zu offensichtlich. Und obwohl man sagen kann, dass hier geklaut wurde, muss man genauso konstatieren, dass in Punkto Gameplay das Rad im Jahr 1997 neu erfunden wurde. Seitdem haben viele Spiele versucht, die Echtzeitstrategiekrone zu erobern. Dawn of War sah damals zwar hübsch aus, konnte jedoch nicht gänzlich überzeugen. Jetzt ist mit Dawn of War II der Nachfolger erschienen – auch er sieht hübsch aus, doch kann er das Maß aller Dinge werden?


Lieber gut kopiert, als schlecht neuerfunden

Gleich zu Anfang lässt sich feststellen, dass die Jungs von Relic Entertainment sich wohl gedacht haben: "Was Blizzard kann, das können wir auch!" und sich augenscheinlich einiger Ideen, die unter Umständen den Geldwert von Dawn of War II erhöhen könnten, bedienthaben. StarCraft II erscheint ja bekanntlich in drei Teilen, in denen jeweils eine Kampagne der drei Völker gespielt wird. In Dawn of War II gibt es sogar vier Völker, doch nur mit den Spacemarines bzw. den Menschen kann man eine Solo-Kampagne absolvieren. Der Rest ist dem Mehrspielermodus vorbehalten, auf den wir später zu sprechen kommen. Wir starten also in das Warhammer-Universum und müssen nach einem spektakulären Intro, in dem euer Held vorgestellt wird, Planeten verteidigen bzw. erobern, um die Vormachtstellungen der Menschen in gewissen Sektoren zu gewährleisten. Sparringpartner in diesen All-umfassenden Gefechten sind die klassischen Orks (die wie Nordlichter klingen) und die außerirdischen Eldar. Später gesellen sich noch die Zerg-ähnlichen Tyraniden zum Kreis und versuchen, in der mauen Single-Playerkampagne so etwas ähnliches wie einen Storytwist zu bewirken.
Warhammer 40.000: Dawn of War II

Schön übersichtlich

So taktisch das auch klingen mag, Masterpläne, die mit einem Überraschungsangriff enden, werdet ihr in Dawn of War II nicht aushecken müssen bzw. können, denn eure Truppenanzahl ist auf vier beschränkt. Also euer Held und maximal drei Begleiter, die ja immer in Squadform daherkommen (vier Hansel, die sich mit einer Orkarmee anlegen, wäre auch wirklich zu viel des Guten gewesen). Diese Einheiten besitzen im Gegensatz zu StarCraft oder dem Bruder im Geiste, Company of Heroes, Namen und eine eigene Geschichte, so dass es schnell zu einer Identifizierung mit den Protagonisten kommt. Da hätten wir den oben genannten Tarkus, den coolen Infiltrator Cyrus und den Draufgänger Thaddaeus. Avitus und seinen Devastor-Trupp (geiler Name) werdet ihr lieben lernen, denn er ist mit seinen Schnellfeuergewehren meist der entscheidende Faktor auf dem Schlachtfeld. Keiner kann so viele Einheiten so schnell unterdrücken wie dieser lakonische Typ. Doch das Aufstellen seines monströsen Schießprügels benötigt ein wenig Zeit, und sollte er mal in den Nahkampf geraten, segnet er schnell das Zeitliche. Zum Glück hat das Ableben eines Trupps nicht seinen ständigen Verlust zur Folge. Jeder Anführer, selbst euer Held, kann von anderen Kollegen wiederbelebt werden und das ohne Strafe. Verlorene Squadmitglieder werden an bestimmten Nachschubpunkten, die es meist vorher zu erobern gilt, einfach wieder aufgefüllt. Das nimmt dem Spiel ein wenig die Schwierigkeit, wird aber durch den Umstand, dass man in den Einsätzen nicht speichern kann, ein wenig ausgeglichen. Ständig muss man konzentriert spielen und möglichst nichts verpassen.
Warhammer 40.000: Dawn of War II

Endgegner = Klickorgien

Am Ende der meisten Missionen wartet dann noch ein besonders übler Brocken, der sich dadurch auszeichnet, dass er schier unendlichen Schaden einstecken kann. Diese Fieslinge sollte man gut studieren, da sie bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legen, die man kennen sollte. So wirft ein Orkboss mit Granaten um sich und zaubert Erdbeben aus deren Umkreis man seine Einheiten schleunigst wegziehen sollte. Hier mutet Dawn of War 2 fast schon wie ein Diablo an, wenn sich Held und Bösewicht gegenüberstehen und aufeinander eindreschen. Erst die erlösende Salve von Avitus und seinem Devastor-Trupp erinnern euch daran, dass ihr gerade ein Echtzeitstrategiespiel zockt. Hier muss ich aber Kritik an Relic ausüben, denn die meisten Bossfights arten in einer wahren Klickorgie aus, die einfach unnötig ist. Obwohl ihr nur vier Truppen besitzt, ist es dennoch schwierig, jede einzelne zu bemuttern und aus der Gefahrenzone von Granaten oder anderen Fiesheiten zu bringen, zumal die Reaktionszeit eurer Untergebenen ab und an zu wünschen übrig lässt. Kommen dann noch die ganzen Explosionen und sonstigen Effekte hinzu, verliert man komplett die Übersicht und schmeißt sämtliche Taktiken über Bord. ("Einfach alle 'druff' !") Solche unüberlegten Aktionen können durch den großzügigen Einsatz von Stimpacks, die alle Einheiten sofort heilen und wiederbeleben, und die noch großzügiger auf dem Schlachtfeld verteilt sind, ausgeglichen werden. Wie zu Anfang schon erwähnt, gehört Dawn of War II - zumindest im Singleplayer-Modus, zu den weniger anspruchsvollen Titeln.
Warhammer 40.000: Dawn of War II

Wie Alarmstufe Rot 3 - nur besser

Im Singleplayer geht es also von einem Planeten zum nächsten. Sektoren werden erobert, die schwache Story wird weiter vorangetrieben und mein Held entwickelt sich zu einer unaufhaltsamen Nahkampfmaschine. Trotzdem geht mir Avitus langsam aber sicher auf den Sack. Immer nur in Stellung zu gehen und den Gegner zu unterdrücken, macht langsam keinen Spaß mehr. Dawn of War II wegschmeißen? Seid ihr verrückt, jetzt geht es erst richtig los. Im Hauptmenü gibt es nämlich noch den hübschen Punkt "Multiplayer" und der hat es in sich. Man muss an dieser Stelle aber zwischen zwei Arten des Mit- bzw. Gegeneinanders unterscheiden. Man kann nämlich die gesamte Singleplayer-Kampagne im Koop-Modus absolvieren und das macht jede Menge Spaß. Zum einen, weil man sich in der Hitze des Gefechts auf ein paar wenige Dinge konzentrieren muss und zum anderen, weil die Klickarbeit auf die angenehme Hälfte reduziert wird.
Warhammer 40.000: Dawn of War II

Bäm!

Technisch ist Dawn of War II ein absolutes Highlight - klar, stecken ja auch die Entwickler von Company of Heroes dahinter. Die Grafik stimmt, der Sound stimmt - bis auf die deutschen Synchronsprecher, aber das kennen wir ja schon. (Meine Lieblingstelle: "Da Oben! Außerirdische! Weg.") Besitzt ihr die nötige Hardware, entfacht Dawn of War II ein wahres Feuerwerk auf eurem Bildschirm. Die Geschosse werden übertrieben als Lichtblitze dargestellt, Gebäude zerbersten nach einer Sprengladung physikalisch korrekt und Fragmentgranaten degradieren gegnerische Ansammlungen zu Flummi-ähnlichen Geschossen. Unterlegt wird das ganze von orchestraler Musik und das Geschütz von Avitus und seinem Devastor-Trupp klingt so, als ob aus dem bösen Ende der Tod höchstpersönlich 8 cm große Löcher in die Gegner stanzt - überzeugend also. Dawn of War II ist ein Grafikungeheuer und hat dementsprechenden Hardwarehunger. Wer Empire: Total War flüssig spielen kann, der kann auch Dawn of War II flüssig und in höchster Qualität genießen. Der Rest muss Kompromisse eingehen. Noch ein Wort: Ihr benötigt zum Spielen von Dawn of War II ein "Games for Windows"-Account bzw. ein Xbox LIVE Gamertag - dann regnet es aber auch Achievements.
Warhammer 40.000: Dawn of War II

Netter Angriff auf StarCraft

Kommentare

Stocki
  

Also ich find die Funktion des Unterdr?ckens eigentlich ganz gut. Vor allem in Online-Matches bringt sie mehr taktische Tiefe rein. Man kann dadurch einen Siegpunkt ganz gut Verteidigen und muss ich selber auch drauf einstellen, wenn der Gegner unterdr?ckende Einheiten hat(haben andere Rassen ja auch). Somit muss man auf seine Scouts oder Sturmtruppen verlassen, die sich die schwer bewaffneten Truppen Vornehmen und erst danach kann man mit den normalen Einheiten nachr?cken. Ein Trupp Scouts reicht ja meistens schon um die anderen aus ihrer Deckung zu holen.
In der Kampagne k?nnte man das mit dem automatisch in Deckung gehn bei einem Granatenangriff noch machen, aber dadurch w?rde es ja noch leichter. Im Multiplayer w?ren Granaten einfach sinnlos, falls es solch eine Funktion g?be. Vor allem im Single-Player ist Micromanagment das was das Spiel ausmacht. Du hast ja selber gesagt, dass man nur wenige Einheiten hat. Wenn man diese jetzt einfach per Angriffsbefehl zum Boss der jeweiligen Mission schicken k?nnte, dann w?rs ja auch bl?d. Ich finde sogar, dass zum Beispiel Warcraft 3 viel mehr Micro erfordert. Dort muss man jede Einheit einzeln steuern und sie vom Angriff des Feindes zur?ck ziehen und zus?tzlich noch einen Held steuern. Aber die Sache mit dem Micro ist wohl Geschmackssache.
Und du solltest vielleicht noch erw?hnen, dass man neben Windows Live auch noch einen Steam Account ben?tigt. Manche Leute wollen das ja nicht.

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Alexander Kaphahn
  

@Stocki Ich reite auf dem Unterdr?cken herum, weil es mir ein wenig zu pr?sent ist. Wir ein Trupp unterdr?ckt, ist er fasst schon besiegt. Die ganzen anderen K?mpfe auf offenem Feld arten schnell im Handgemenge aus, dem die meisten Truppen unterlegen sind, wenn sich nicht gerade der Held in der N?he befindet. Da die Spacemarines nun mal Distanzk?mpfer sind, ist die Unterdr?ckung das einzig wahre Mittel, um den zahlenm??ig ?berlegenden Gegnern Herr zu werden. Au?erdem kann auch Cyrus unterdr?cken (Spezialf?higkeit) und die Tarantel-Gesch?tze.

Und zum Thema Micro kann ich mich nur wiederholen. Man muss einfach zuviel selber machen. Meine Leute gehen z.B. nicht selbstst?ndig in Deckung, wenn eine Granate in deren Mitte springt. Oder die Versorgungspakete auf die man immer wieder manuell klicken muss. Mir w?re eine Art Smart Cast-System lieber gewesen, um schneller auf die F?higkeiten zuzugreifen.

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chiefrebelangel
  

also wenn nen spiel flach ist ohne jede taktische tiefe dann wohl HW...DoW2 birgt dagegen nen riesiges potential ^^

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Stocki
  

noch ein Nachtrag:
Zerg sind Tyraniden?hnlich und nicht umgekehrt.
Das Starcraft-Setting ist ja komplett von Warhammer 40k geklaut.

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Stocki
  

"Doch das Besetzen der Geb?ude sollte wohl ?berlegt sein, da man nur eines pro Mission erobern kann. Wollt ihr also mehr ?ber euren Gegner erfahren oder steht ihr mehr auf Artillerie. F?r mich als ?Ich will alles im Spiel sehen?-Spieler ist das nat?rlich die H?lle." Hast du die Story durchgespielt? Am Ende kann man n?mlich alle Zusatzpunkte besetzt haben, wenn man sie immer brav verteidigt, sobald sie angegriffen werden.(gibt sogar achievement)
Du brauchst die zus?tzlichen Missionen auch nicht unbedingt, da man am Ende unendlich viele Zusatz- und Verteidigungsmissionen spielen kann, um so seine Leute auf max. Level zu bringen.
Zuviel Micromagment ein Kritikpunkt?! Halo Wars ist zu flach und das jetzt wieder zuviel. Was soll aus dem Genre noch werden....Hotkeys sind standardm??ig auch verteilt: 1-4 f?r deine Trupps und dann noch Buchstaben f?r die jeweiligen Spezialfertigkeiten.
Ach und warum reitest du so auf dem Unterdr?cken rum? Das k?nnen doch nur solche Einheiten wie Devastoren, also nicht gerade viele.

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Saibot
  

Jetzt br?uchte man mal einen Guten Spiele-PC^^
Das w?re seit langem mal wieder ein PC-Spiel, das mich interessiert.
Total War w?re mir eh zu gro? und kompliziert (bin nicht so der Stratege =D) und Halo Wars hat mich nicht beeindruckt. Da gibts im Moment andere, bessere, die ich noch nachholen k?nnte.
Naja wird wohl nichts^^

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