WWE ’13

Plattform: (Wii, Wii U, XBox 360)
Release: 30. Oktober 2012

User-Wertung:

Im Test: WWE`13

Nach den alljährlichen Sportspiel-Updates kann man inzwischen die Uhr stellen. THQ zeigt sich ebenfalls zuverlässig und beschert den gierenden Fans pünktlich die neueste Version seiner hochwertigen Wrestling-Action. Doch ist „WWE13“ mehr als nur eine Datenaktualisierung oder wurde hier ein Unterhaltungsspektakel für die Ewigkeit geschaffen?

Für die einen ein prolliges Affentheater, für die anderen der Inbegriff US-amerikanischer Unterhaltungskultur und in Wahrheit … vermutlich beides. Wrestling ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Eingefleischten Fans muss man die Faszination der pompösen Artistik-Show jedoch nicht mehr erklären. Und für selbige ist "WWE'13" auch gedacht. Dank der genialen Präsentation kommt auch in diesem Jahr viel authentisches Flair auf. Dass mögliche Neuinteressenten dabei kaum angelockt werden, ist allerdings sträflich verschenktes Potential.
Seid Ihr zum ersten Mal beim virtuellen "World Wrestling Entertainment", bekommt Ihr mit ziemlicher Sicherheit unmittelbar die Augenringe glattgebügelt. Beim komplexen Kampfsystem von "WWE" geht ohne Einarbeitung gar nichts. Das Tutorial erweist sich dabei als bessere Bedienungsanleitung in Textform. Die verschiedenen Fachbegriffe, Regeln und Siegbedingungen werden zudem überhaupt nicht erklärt und sind teils nur durch Ausprobieren herauszufinden oder Ihr schnappt sie über die englischsprachigen Kommentatoren auf. Die völlige Abwesenheit einer Trainings-Option schmerzt zusätzlich. Auch inhaltlich verpennt THQ ein wenig die Chance neue Fans für die Show zu begeistern und verzichtet weitgehend auf Hintergrundinformationen zur Geschichte des Events oder den Wrestlern.
Im Test: WWE`13Darüber hinaus kann man "WWE'13" aber wenig ankreiden. Allein Solo-Spieler bekommen Stoff für Wochen. Mit unzähligen Match-Varianten wie Käfig, Inferno, Hell in a Cell, Ladder oder Table in Zweier-, Dreier- oder Tag-Team-Ausführung ist ohnehin schon für mehr Abwechslung gesorgt als bei der vergleichbaren Beat'em up-Konkurrenz. Dazu kommt ein gigantisches Roster original-lizenzierter WWE-Stars aus der aktuellen Riege und vergangenen Tagen. Außerdem dürft Ihr an speziellen Events teilnehmen und Eure eigene Saison kreieren. Wer gerne Boni erspielt darf seine sozialen Verpflichtungen ebenfalls beiseite schieben. Dabei könnt Ihr die jeweiligen Aufgaben zum freischalten von neuen Kostümen, Charakteren und dergleichen praktischerweise vorher ansehen.
Kern des Single-Player-Erlebnisses ist diesmal der "Attitude Era"-Modus, eine tolle Idee für alle alteingesessenen Wrestling-Fans und Nostalgiker. Darin spielt Ihr historische Matches aus der namensgebenden Ära nach, die Ende der 90er begann und bestimmt war vom Einschaltquotenkampf der WWE mit der konkurrierenden WCW. Die Siegbedingungen orientieren sich hier am geschichtlichen Ablauf und liegen somit paradoxerweise auch schon mal in einer Niederlage. Für zusätzliche Vielfalt und Motivation sorgen optionale Bonusziele, welche den Ablauf noch authentischer gestalten. Videomaterial aus der Zeit und die originalgetreue Inszenierung sorgen für ein dickes Atmosphäre-Plus. Dennoch wäre hier mehr drin gewesen. Für Uneingeweihte hängen die Matches nur lose zusammen, Filmsequenzen sind rar gesät und auch zum Hintergrund des großen "Monday Night Combat" der beiden Entertainment-Riesen hätte man gerne mehr erfahren.
Insgesamt gestaltet sich der Solo-Bereich so zwar umfangreich, jedoch auch etwas unfokussiert. Die neue "Attitude Era"-Kampagne ist cool, lässt aber das letzte Quäntchen Vollendung vermissen und vermag es nicht Euch so tief ins Spiel zu ziehen, wie es ein echter Karriere-Modus getan hätte. Für gesellige Spieler bleiben hingegen kaum Wünsche offen. Sie wählen aus dem gleichen Mega-Angebot an Modi und Spielvariationen und kümmern sich nicht um Einzelspielerwehwehchen.
Im Test: WWE`13Dass auch bei zusammenhangslosen Multiplayer-Partien bombastische Wrestling-Atmosphäre aufkommt, dafür sorgt die fantastische Inszenierung. Scheinwerfer schwenken durchs Stadion, das Publikum grölt und im Hintergrund flimmern die Original-Einzugsfilme, während die Superstars und Diven mit ihren Angeber-Posen in die Arena einlaufen. Ein lautstarkes Spektakel. Dabei sind die Animationen der Wrestler noch immer eine Augenweide. Dank geschickter Beleuchtungs- und Blureffekte, dynamischen Kameraperspektiven und glaubwürdiger Sounds, wirkt "WWE'13" in seinen besten Momenten - und davon gibt es viele - wie eine echte Fernsehübertragung. Die Charaktermodelle sind jedoch noch ausbaufähig, trotz authentischer Gesten und Schweißeffekt, der am Anfang dieser Konsolengeneration noch bahnbrechend war. Gerade die Gesichter und Haare wirken inzwischen künstlich und puppenhaft. Auch die schmucklosen Menüs trüben ein wenig den ansonsten umwerfenden Gesamteindruck.
Der ganze schöne Schein wäre wie immer nichts ohne ein gutes Kampfsystem. Doch auch hier punktet die Wrestling-Sause mit ihrer anspruchsvollen Spielmechanik. Grundlegend versucht Ihr durch Schläge, Würfe und Griffe Euren Kontrahenten zu schwächen, um schließlich durch einen Pin oder Submission das Match zu gewinnen. Andere Varianten verlangen es den Gegner durch die brennende Ringbegrenzung zu treten oder durch einen Tisch zu schmeißen, aus dem Käfig zu fliehen oder per Leiter einen Koffer über dem Ring zu erreichen. Dabei lassen sich die Seile, Eckpfeiler oder Gegenstände wie Stühle und Mülltonnen nutzen, um möglichst viel Schaden anzurichten. Körperteile können einzeln malträtiert werden, um den Aktionsraum des Gegners einzuschränken oder ihn empfänglich für bestimmte Angriffe Eurerseits zu machen. Habt Ihr so genug Schwung aufgeladen, seid Ihr in der Lage einen Signature-Move auszuführen. Bei erfolgreicher Umsetzung werdet Ihr mit einem Finisher-Symbol belohnt, welches für spezielle Manöver eingesetzt werden kann. Dank der fantastischen Animationen könnt Ihr den Erschöpfungsgrad und die Verletzungen direkt an den Wrestlern ablesen. Im Laufe eines Matches wird auch Euer Muskelberg immer müder und schwerfälliger, was den Auseinandersetzungen eine ganz eigene Spannung verleiht.
Makellos ist das Kampfsystem allerdings nicht. Konteraktionen sind von essentieller Wichtigkeit, scheinen aber nicht immer ganz präzise abgefragt zu werden. Dieser Eindruck könnte auch daher rühren, dass deren Ausführung standardmäßig auf dem rechten Analog-Trigger liegt. Leider ist die Steuerung nicht frei konfigurierbar. Ihr wählt lediglich zwischen mehreren vordefinierten Typen. Dabei werden die Veränderungen jedoch im Menü nicht angezeigt und auch die kontextsensitiven Einblendungen im Spiel bleiben unverändert. Bei der komplexen Steuerung sind obendrein einige Knöpfe doppelt belegt, was regelmäßige Fehleingaben begünstigt. Trotz unterschiedlicher Werte und Fähigkeiten spielen sich die Superstars und Diven der WWE zudem alle recht ähnlich. Und wenn man es genau nimmt, führen auch ständig wiederholte einfache Aktionen zum Erfolg. Viele Moves scheinen zwar einen taktischen Nutzen zu haben, aber vor allem dem Showeffekt zu dienen.
Im Test: WWE`13So gesehen ist "WWE'13" aber gerade deshalb schon wieder ein perfektes Äquivalent zur realen Vorlage, das man gleichzeitig spielt und selbst inszeniert und das schon beim Zusehen Spaß macht. Punktabzug gibt es lediglich für die schlechte Zugänglichkeit, fehlende Karriere und kleinere grafische Defizite. Kenner des Vorgängers überdenken den Kauf diesmal lieber. Ansonsten ist "WWE'13" natürlich auch in diesem Jahr wieder die erste Anlaufstelle für Wrestling-Fans.

Kommentare

Bramahummel
  

WWE 13 ist um soooooooo viel besser wie WWE 12 und hätte sich locker ne 9/10 verdient! Der Attitude- Modus ist zwar nur stupides Nachspielen von Matches, aber für mich als fan dieser goldenen Zeit macht das ganze einfach nur super viel Spaß! Auch die matches an sich laufen um einiges flüssiger und schneller und die OMG-Moves machen sehr sehr viel Spass! Für mich ein Toptitel! Lediglich einige hässliche Charaktermodelle (HHH Attitude Version eine Frechheit) und vor allem die Online Erfolge (hallo?! Über eine Million XP für den MAX-Rang?!?!?) kann man fast als Frechheit von THQ bezeichnen. Wäre besser gegangen. Aber ansonsten, wie gesagt, top!

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Johannes Krohn
  

Also mit mir hat die Reihe einen neuen Fan gewonnen. Du darfst also dieses Jahr aussetzen. Die Balance bleibt gewahrt. ;) Nächstes Jahr wird der Kauf eh wichtiger, damit THQ nochmal Kohle reinkriegt, für eine formidable Next-Gen-Version.

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johnboy
  

von den Fans wirs ja mit gemischten Gefühlen aufgenommen, aber allein schon weils THQs bestes PFerd im Stall ist, sollt man sichs wirklich überlegen, sonst kommt Jahrgang 14 vielleicht sogar garnicht

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Claudandus
  

Grüße nach Halle
Schick das Johannes noch immer für AG arbeitet, auch wenn er nicht mehr in Berlin ist :)
Leider zock ich noch Dead or Alive 5 auf 360, Mortal Kombat auf der Vita und Virtua Fighter auf der PS3...da passt gerade nicht mehr zwischen an Beat´n ups :)

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