X-Men: Destiny

Plattform: (NDS, PC, Wii, Wii U, XBox 360)
Release: 15. Dezember 2011

User-Wertung:

X-Men Destiny

Der Entwickler Silicon Knights ist Nintendo-Freunden seit dem GameCube-exklusiven Titel "Eternal Darkness – Sanity’s Requiem" ein Begriff. Gespannt war man auf das nachfolgende Spiel, Too Human, welches ursprünglich ebenfalls auf dem GameCube erscheinen sollte - dann aber 2008 auf der Xbox 360 landete. Jetzt meldet sich der Entwickler mit dem Third-Person Action-Adventure X-Men: Destiny zurück und AreaGames hat sich unter die Mutanten gemischt.


Seit jeher kämpfen die X-Men für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft, angeführt von Professor X, der sich den Ausgestoßenen annahm. Allerdings ist der glatzköpfige Samariter in X-Men: Destiny verstorben und Cyclops das neue Sprachrohr des mutierten Clans. Als es zu einer symbolischen Demonstration in Gedenken an Professor X kommt, die das friedvolle Miteinander zwischen Menschen und Mutanten unterstreichen soll, stürzen unbekannte Kräfte die Stadt ins Chaos. An dieser Stelle übernimmt man einen von drei Charakteren, deren Mutantenkräfte zu diesem Zeitpunkt erwachen. Dabei ist es unwichtig, ob man sich für das japanische Gothic-Schulmädchen, den Mutanten-Hasser oder den Footballspieler entscheidet, die in keiner Weise erinnerungswürdig sind und sich spielerisch nicht unterscheiden. Ist die Wahl getroffen, stattet man sich noch mit einer Standard-Kraft aus (Energieprojektion/Schattenmaterie) und schon geht es mitten rein ins virtuelle San Francisco, um die Verantwortlichen für das Chaos ausfindig zu machen.
Im Minuten-Takt setzt man sich mit Gruppen von gleich aussehenden Gegnern auseinander, von denen es auch gelegentlich Variationen gibt. Die Kämpfe finden in abgegrenzten Arealen statt, an dessen Rand sich unsichtbare Wände befinden; einen Meter vor der tatsächlichen Mauer. Besiegte Feinde lassen Power-Kugeln fallen, die euch entweder heilen, Erfahrungspunkte bringen oder die Mutantenkraft aufladen. Bei der Präsentation des Gegner-Aufgebots fühlt man sich ein wenig ins Arcade-Zeitalter zurückversetzt, wenn die Feinde mit einem Fahrstuhl hochgefahren kommen und säuberlich im Viereck aufgestellt auf ihren "großen Auftritt" warten. Durchquert man die verwüstete Stadt, fällt das uninspirierte Design auf, das jeden Erkundungsdrang im Keim erstickt. Und obwohl sich San Francisco im Ausnahmezustand befindet, sind kaum fliehende Menschen auf den Straßen zu sehen. Das lahme Design zieht sich konsequent durch das Spiel, da helfen auch die Ortswechsel in Fabriken, nach Chinatown oder in die Kanalisation nichts.
X-Men DestinyIn den schnurgeraden Levels begegnet man immer wieder bekannten Gesichtern der X-Men oder der Bruderschaft (Magnetos Anhänger). Die werden mit cool aussehenden und comicgerechten Schiftzug-Einblendungen vorgestellt. Glücklicherweise trifft man sehr schnell auf die verschiedenen Mutanten und muss sich nicht immer von denselben sich hölzern artikulierenden Figuren berieseln lassen. Die Charaktere wurden mit passenden englischen Synchronstimmen ausgestattet - die Dialoge können durch deutsche Untertitel mitverfolgt werden. Sollte man den Drang verspüren mehr über die Hintergründe erfahren zu wollen, kann man verschiedene Themen in den Dialogen ansprechen. Doch Vorsicht: Verdrückt man sich bei der Themenwahl oder bemerkt, dass das Gespräch einfach nicht interessanter wird, kann man die Unterhaltung weder verkürzen noch vorzeitig beenden. Das gilt auch für die Zwischen-Sequenzen. Natürlich gehört man als Rookie weder zur guten noch zur bösen Seite - erst durch die Wahl der Aufträge für die jeweilige Fraktion verschafft man sich das nötige Image. Euch stehen also meistens zwei verschiedene Missionen zur Verfügung, die am Ende doch immer dasselbe bedeuten: Gesichtslose Typen verdreschen. Auf einer Fraktionsanzeige könnt ihr jederzeit eure Gesinnung ablesen. Sollte das aber irgendeinen Effekt auf das Spiel haben, wurde er sehr gut versteckt.
X-Men Destiny
Auch wenn es einige Möglichkeiten gibt die Fähigkeiten auszubauen, kann dies nicht über das repetitive Gameplay des "X-Button"-Mashers hinwegtäuschen. Da können noch so viele X-Gene in den Levels verteilt sein, die euch als Instant-Upgrades die verschiendenen Fähigkeiten der anderen Mutanten zugänglich machen. Oder der Skill-Tree, durch den ihr eure eigenen Standard-Kräfte verstärken und erweitern könnt. Schnell ist man gelangweilt vom Kampfsystem, was zum einen an den Kombo-Angriffen liegt, die irgendwie immer gleich aussehen und den vorhersehbaren Gegnern, deren Aktions-Muster sich sehr simpel gestalten. Gelockert wird das Gameplay durch gelegentliche Kletter-Passagen à la "Prince of Persia" und wer es ganz genau wissen will, der kann sich in den versteckten Herausforderungen beweisen, die sich aber nicht vom Standard-Gekloppe unterscheiden. Daneben gibt es massig Sammelobjekte zu finden, die Hintergrundinfos zu den Mutanten liefern.
Man erkennt die guten Absichten und Ideen, die tatsächlich im Spiel stecken - allerdings limitiert die Technik die Ambitionen und X-Men Destiny wirkt mit seiner Präsentation und Optik weder ansprechend noch fertig. Der Titel bietet die bekannte Lizenz-Kost, die maximal Hardcore-Fans anspricht. Durch das uninspirierte Layout der Level bereist man nur ungern das virtuelle San Francisco, welches weder Details noch Leben in sich trägt. X-Men reiht sich damit, neben Thor und Transformers, in die Reihe der typischen Lizenz-Spiele ein und es fällt schwer zu glauben, dass es sich hier um einen Vollpreis-Titel handelt. Die Story kann nicht mitreißen und die hölzernen Charaktere machen einen uninteressanten sowie unglaubwürdigen Eindruck. Schnell ist man durch den sich stetig wiederholenden Ablauf und die immer wieder gleich aussehenden Kampf-Choreographien gelangweilt, die es einem schwer machen bei X-Men: Destiny am Ball zu bleiben.


X-Men Destiny

Kommentare

salasar
  

Warum war das den klar das das Spiel scheiße wird?!? Gut die vorab Videos haben alle samt schlimmes erahnen lassen aber die letzten X men spiele waren alle samt klasse! Hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet das Activision (wie früher) wieder so einen schnellschuß raushaut. Hätte echt geglaubt die jungs machen die fehler von früher nicht mehr.

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Pairikas
  

Irgendwie scheinen ehemalige Nintendo exklusiv-Entwickler ziemlich abzustürzen soblad sie von Nintendo weggehene. ein komisches Phänomen ^^

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Sascha Ruess
  

Hi Alex, das ist nat?rlich schade, ich h?tte es heute bereits bei meinem H?ndler mitnehmen k?nnen, bin mir aber nicht sicher, werde wohl noch etwas abwarten - also gebt Gas! ;-)

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Alexander Voigt
  

Hi Sascha, von RAGE haben wir noch kein Muster erhalten. morgen kaufen wir uns da so im Handel, dann brauchen wir noch ein paar Tage zum Testen. Dark Souls Test ist in Arbeit, weil wir da idealerweise schon seit ein paar Tagen ein Muster haben. Genauso Ace Combat. Wenn wir die Muster fr?h genug bekommen, dann schaffen wir auch einen Test zum Release. H?ngt aber vom Publisher ab.

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Sascha Ruess
  

Mann Areagames wieder so ein unn?tiger Test von einem Spiel, bei welchem jeder wusste, dass es Schrott ist! K?nnt Ihr nicht mal wieder einen wichtigen Titel, wie z.B. Rage, ausnahmsweise vor dem Releasedatum testen, damit man daraufhin evtl. eine Kaufentscheidung treffen kann?

Ja,ja ich weiss Ihr wollt ja unbedingt immer lieber die kleinen Titel testen, weil die grossen Titel ja eh von den ganzen anderen Seiten bereits getestet werden, bla bla bla!

Aber kommt doch endlich mal runter von Eurem hohen Ross und bietet mal ein bisschen Service f?r Eure Leser hier auf der Seite!

Wozu bekommt Ihr sonst Eure Testmuster von den Firmen umsonst ins Haus geliefert?!

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BGKfromEden
  

Schade, als X-Men Fan, habe ich auf ein nettes "Wochenendspiel" gehofft... naja, so hab ich Geld gespart, es kommt ja eh soviel in nächster Zeit raus.

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Saibot
  

Das einzig Gute an dem Teil ist, dass es der Einführung des neuen Formates dient.... :P
Btw. die Seite war gerade down, oder?

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Toni III04
  

eine andere wertung hätte ich auch nicht wirklich erwartet...

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