ZombiU

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Im Test: ZombiU

Wenn auf den anderen Systemen kein Platz mehr ist, kommen die Toten zu Nintendo. Mit „ZombiU“ erscheint ein Titel zum Launch der Wii U, der gleichsam auf spannende Weise die Möglichkeiten der neuen Hardware präsentieren und die grafik- und gewaltverwöhnten Spieler der Konkurrenzplattformen anlocken könnte. So der Plan der Mario-Väter und sicher auch Ubisofts Hoffnung. Ob der Überlebenstrip jedoch tatsächlich die düstere Exklusiv-Alternative zum familiengerechten Nintendo-Programm ist, versuchen wir in unserem Test zu klären.

Ich liebe "Dark Souls"!
"ZombiU"-Test Ende. …
Spaß beiseite. Aber warum habe ich das gerade geschrieben? Zum einen, weil man eigentlich nicht oft genug betonen kann, wie abartig geil From Software's Action-Rollenspiel doch ist. Damit sollte nochmals klargestellt sein, dass ich einer unkonventionellen, gnadenlosen Spielerfahrung nicht abgeneigt bin, die "ZombiU" zweifellos bietet. Vor allem aber fällt der Name, weil sich Ubisoft's Untoten-Apokalypse doch deutliche Inspirationen bei der unbarmherzigen Fantasy-Schlachtplatte holt. Damit dient "Dark Souls" als denkbar naheliegendes Vergleichsbeispiel, an welchem man gut beschreiben kann, warum die Eselsmöhre für Hardcore-Spieler leider nicht die hochgesteckten Erwartungen erfüllt.
Da ich nicht weiß, wie genau Ihr die Vorberichterstattung verfolgt habt und weil die Screenshots womöglich einen falschen Eindruck vermitteln, wollen wir gleich ein Missverständnis aus dem Weg räumen: "ZombiU" ist kein Ego-Shooter mit wandelnden Leichen, es ist kein "Left 4 Dead", es ist kein "Dead Rising", es ist aber auch kein "The Walking Dead". Mann, das sind mal 'n paar langweilige Titel. "ZombiU" spricht sich zwar auch beknackt, bekommt von mir aber wenigstens den (vermutlich sogar unbeabsichtigten) Wortspielbonus. Tatsächlich setzt es weder auf heftige Action und schon gar nicht auf eine gut geschriebene Geschichte.
Nachdem die Hälfte jetzt vermutlich gegangen ist, sollten wenigstens die unter Euch aufhorchen, die den verlorenen Tagen des Survival-Horrors nachtrauern, als es galt vorsichtig um Ecken zu linsen, weil die Kugeln im Magazin kaum für mehr als drei Gegner reichten, überlegt sein Inventar zu verwalten und im Zweifelsfall auch einfach mal die Beine in die Hand zu nehmen. "ZombiU" bringt diese Genre-Tugenden endlich zurück und das so kompromisslos wie nie zuvor, ohne sie jedoch mit den nötigen Anreizen zu verbinden.
Im Test: ZombiUIhr übernehmt die Rolle eines ganz gewöhnlichen Bürgers im Zombie-verseuchten London der Gegenwart. Ein unbekannter Helfer, welcher der "Prepper" genannt wird, leitet Euch über Lautsprecheranlagen in einen sicheren Unterschlupf in den U-Bahn-Tunneln der englischen Metropole, der fortan Euer neues Zuhause ist, bis Ihr einen Weg aus der Stadt gefunden habt oder, nun ja, sterbt. Und das werdet Ihr. Die Frage ist nur "Wann?". Damit ist die Prämisse des Spiels auch schon zusammengefasst: Punkt A: Safe House. Punkt C: Raus aus London. Punkt B: Wie lange werdet Ihr überleben? Dazwischen gibt es auch noch so etwas wie eine Handlung, mit reichlich Verschwörungsblabla, die aber so bruchstückhaft und hanebüchen bleibt, wie Euer Alter Ego profillos. "ZombiU" setzt voll auf sein Gameplay. Der "Prepper" ist Euer Führer im Ohr. Er versorgt Euch mit Tipps und schickt Euch auf Missionen. Ihr erkundet London allerdings nicht frei, wie beispielsweise in einem "GTA". Vielmehr leiht der Überlebenskampf seine Levelstruktur bei der "Metroid"-Serie. Es entspinnt sich im Laufe der Spiels ein labyrinthartiges Geflecht. Bestimmte Bereiche könnt Ihr erst mit der entsprechenden Ausrüstung erschließen und durch Kanaldeckel bildet Ihr Abkürzungen zum Rückzugsort - das motiviert und verringert den Frust, wenngleich weder die Items, noch die Gebiete so interessant sind wie beim Sci-Fi-Action-Adventure.
"Dark Souls" zeigt seinen unverkennbaren Einfluss insbesondere beim Ableben des Helden. Solltet Ihr von einer Zombie-Gang niedergeknüppelt oder auch nur ein einziges Mal gebissen werden, ist es aus mit dem vermeintlichen Überlebenskünstler. Ihr erwacht nun als völlig andere Person im Unterschlupf, die jedoch, bis auf individuelle Klamotten und leicht abgewandelte Statuswerte, die gleiche leere Projektionshülle ist wie Euer vorhergehender Schützling. Dieser hat sich inzwischen in den Club der Halbverfaulten eingeschrieben, trägt aber immer noch einen Rucksack mit der zuvor gesammelten, unschätzbar wertvollen Ausrüstung mit sich. Ähnlich den Seelenpfützen in "Dark Souls" liegt Euer ganzer Fokus also erstmal darauf, die Beute wiederzuerlangen, indem Ihr Euch - welch perfide Ironie - nochmal selbst umbringt und genau wie dort sind die Sachen auf ewig dahin, solltet Ihr das Zeitliche segnen, bevor Ihr Euer Zeug zurückhabt. Bis dahin mühsam erarbeitete Fähigkeiten, wie der geschicktere Umgang mit Waffen sind allerdings so oder so futsch und müssen sich erneut angeeignet werden. Waffen-Upgrades dürft Ihr aber behalten. Ebenso wie das Wissen Eurer Vorgänger über den Verlauf der Handlung. Scheinbar transzendiert dieses nach deren Ableben auf göttliche Weise in den Körper des neuen Auserwählten. Wie, klingt bescheuert? Eine weniger unlogische Erklärung hat Ubisoft aber auch nicht parat. Genau genommen, gar keine. Diese himmelschreiende Inkonsequenz nagt an der Glaubwürdigkeit der Welt. Aber wie gesagt, kümmert Euch besser einfach nicht um die Story.
Im Test: ZombiUIn dieser Hinsicht wäre das unterschätzte "Aliens: Infestation" für den Nintendo DS ein gutes Vorbild gewesen. Darin war man stets mit bis zu vier Charakteren gleichzeitig unterwegs, wobei man aber nur einen kontrollierte und auf Wunsch wechseln konnte. Wurde einer von Ihnen getötet, war er für immer fort. Neue Begleiter mussten erst in der Spielwelt gefunden werden. Die Anzahl war also über das ganze Spiel begrenzt. Dafür waren es echte Persönlichkeiten, mit denen man wirklich mitfieberte. … Verdammt, das war mal ein originelles System. Ich muss dem Teil mal wieder einen Besuch abstatten. Und Ihr solltet das auch tun. Amazon-Preis 12,16 €. Gehet hin und kaufet es! Hm, bei näherer Betrachtung gibt es sogar noch mehr Parallelen zwischen den Titeln: Endgültiger Charakter-Tod, "Metroid"-mäßiges Leveldesign, Türen-Verbarrikadieren, Munitionsmangel, Verschwörungsstory, gleiche AreaGames-Wertung … Bei dieser Gelegenheit sei vielleicht auch noch die erschütternde Kunde verbreitet, dass es sich bei "ZombiU" keineswegs um eine neue Marke handelt. Das klar an "Dawn of the Dead" angelehnte "Zombi" für den Amstrad wurde ebenfalls aus der Ego-Perspektive präsentiert und war 1986 das erste Spiel welches Ubisoft als Publisher überhaupt jemals veröffentlichte. Zufälligerweise übernahm man dort die Kontrolle über eine Gruppe von vier Überlebenden. Es kommt alles irgendwie zusammen …
Wo wollte ich eigentlich hin? Ach ja, der "Prepper" versorgt Euch nicht nur mit Informationen und bekämpft eventuell aufkommende Langeweile mit Beschäftigungstherapie (Zombies sind schließlich schlechte Gesprächspartner.), sondern schenkt Euch auch das nützliche "Prepper-Pad". Dieses kleine Gerät sieht dem Wii U-Gamepad zum verwechseln ähnlich und dient Euch vorrangig als Karte und Scanner. So könnt Ihr aus einiger Entfernung Leichen oder Schränke auf Beute abgrasen, ohne Euch voreilig in die Gefahrenzone begeben zu müssen. Blinkende rote Punkte auf der Karte weisen auf bewegte Objekte hin. Das können Ratten sein oder, ich weiß nicht, Zombies? Ich schmeiß' auch einfach mal völlig zusammenhangslos das Wort "Aliens" in den Raum. Kennt jemand den Film? Der Wechsel zwischen großem und kleinem Bildschirm und den Bedienungsformen ist anfangs gewöhnungsbedürftig, fügt sich aber flüssig in des Design und Tempo des Spiels und sorgt zweifellos für ein frisches Spielgefühl, wenn man sich drauf einlässt. Auch wenn ich nicht behaupten kann, dass diese Methode der Interaktion die Atmosphäre entscheidend mitformt.
Im Test: ZombiU
Unabhängig von diesen Szenario-immanenten Funktionen, kommt das Gamepad aber auch sonst vielfältig zum Einsatz. So zielt Ihr mit einem Scharfschützengewehr indem Ihr den Controller vor den Fernseher haltet und per Gyro-Sensor bröckelige Zombie-Köpfe auf's Korn nehmt. Oder Ihr gebt einen Tür-Code direkt über den Touchscreen ein. Und vor allem verwaltet Ihr den Inhalt Eures Rucksacks darüber. Plündern, Nachladen oder Ausrüstung verwenden führt Ihr mit den entsprechenden Bewegungen auf dem kleinen Bildschirm aus. Dabei läuft das Spiel mit bester "Dark Souls"-Attitüde unbeeindruckt weiter und liefert Euch häufig einen Blick auf den Raum hinter Euch, wo im schlimmsten Fall gerade eine Bande untoter Hooligans heranschlurft, während Ihr noch panisch versucht Eure Geschäfte zu erledigen.
Ansonsten steuert Ihr Euren Recken wie in einem Ego-Shooter aus der Ich-Perspektive mit den beiden Analog-Sticks und den Schultertasten. Munition für Pistole, Armbrust oder Gewehr ist rar gesät, sodass Ihr zumeist auf den Cricket-Schläger zurückgreifen werdet, um Zombie-Köpfe zu sezieren und die Feuerwaffen lieber für die haarigen Situationen aufspart. Überhaupt ist es sinnvoll Konfrontationen zu vermeiden und das schimmelnde Gesocks nach Möglichkeit zu umgehen. Oft sind Auseinandersetzungen jedoch zwingend, zumal die Brut hartnäckig an Euren Fersen klebt. Wohl dem, der immer brav die Türen hinter sich schließt, besser noch vernagelt, um ein wenig Zeit zu gewinnen und der Medizin und Giftspritzen im Gepäck hat. Letztere sind oft Eure letzte Rettung, solltet Ihr in der innigen Umarmung eines Wiedergängers landen. Vorbereitung ist alles in "ZombiU" und hierin liegt der Reiz für geduldige und bedächtige Spieler. So sollte Survival-Horror funktionieren.
Trotz der willkommenen Ausrichtung auf sorgfältige Vorgehensweise und dem einfallsreichen Einsatz der neuen Hardware, wirkt "ZombiU" insgesamt aber doch etwas altbacken und beschränkt. So ist die Einflussname auf die Umwelt doch relativ begrenzt. Das Überspringen von Hindernissen, Kriechen in Lüftungsschächte oder Klettern auf Leitern läuft kontextsensitiv ab, fühlt sich dadurch sperrig an und wird Euch zudem mitunter dort verwehrt, wo die Spiellogik es eigentlich erlauben müsste. Bald wird Euch auch Euer überschaubares Repertoire an Handlungen bewusst, welches vom Design nicht ausgeglichen wird. Viele Spiele erschaffen trotz eines kleinen Aktionsspielraums ein enorm abwechslungsreiches Gameplay, allein aufgrund der Levelgestaltung oder Feindanordnung. In "ZombiU" macht Ihr eigentlich dauernd das Selbe: Umgebung untersuchen, Beute sammeln, Zombies klatschen. Hier und da lockt Ihr Feinde zum Feuer und bämt sie mit einer Granate oder sprengt verschüttete Zugänge, doch die Auswahl an unterschiedlichen Beispielen bleibt bescheiden. Seltsamerweise schafft es "ZombiU" trotzdem nicht langweilig zu werden. Der Anreiz so lange es geht durchzuhalten und dieser klaustrophobischen Hölle zu entkommen fesselt durchgehend.
Im Test: ZombiU

Dennoch unterbietet der Titel immer wieder selbst ältere Konkurrenten. Augenscheinlichstes Vorzeigemodell ist das ermüdende Kampfsystem. Wie bereits erwähnt, werdet Ihr nicht so oft in die Verlegenheit kommen eine Schusswaffe ziehen zu wollen, was Euch die meiste Zeit auf den Cricket-Schläger, die einzige Nahkampfwaffe im Spiel zurückwirft. (Auch wenn wir die "Shaun of the Dead"-Anspielung sehr sympathisch finden; ernsthaft?) Dieser verlangt ein genaues Timing beim Schwungholen und Zuschlagen. Selbst die schwächsten Hirnfresser vertragen mindestens zwei Hiebe auf's madige Denkzentrum, bevor sie sich zur ewigen Ruhe betten. Stärkere Vertreter fordern Euren ganzen Tennisarm. Die Kampfmechanik bleibt dabei vollkommen gleichförmig. Es gibt keine Schlagvarianten und ihr zielt stets auf den Kopf, weil das am effektivsten ist bzw. überhaupt Wirkung zeigt. Spätestens nach 20 zermatschten Visagen hat die neu erfundene Sportart auch ihren visuellen (ungeschnittenen) Reiz verloren. Dynamik sieht anders aus und mit Realismus hat das ebenfalls wenig zu tun. Der Vergleich mag hier etwas hinken, doch "Dark Souls" hat gezeigt wie vielschichtig ein Nahkampfsystem sein und sich gleichzeitig authentisch anfühlen kann. Soweit muss ich aber gar nicht gucken. Selbst das in dieser Hinsicht schon nicht taufrische "Dead Island" (Diese Titel. Also wirklich …) wirkte dagegen wie eine spielerische Revolution. In Anbetracht der Tatsache, dass Ihr einen Großteil der nicht wenigen Kämpfe mit dem Cricket-Schläger bestreitet, ist dies einer der größten Kritikpunkte von "ZombiU".
Überhaupt, dieser vermaledeite Schläger … Mir ist klar, dass in einem europäischen Land nicht in jedem Haushalt ein ganzes Waffenarsenal vorrätig ist, doch selbst in meiner kleinen Bude finde ich vielfältigeres Werkzeug, um Zombies zu desintegrieren. Was ist mit schnellen Messern, mit denen ich den Zombies die Hände abschlage, damit sie mich nicht mehr greifen können oder in die Augen steche und sie blind umher torkeln lasse? Oder ein schwerer Vorschlaghammer, der Köpfe beim ersten Kontakt platzen lässt? Klingt fies, aber die sind schon tot. Also, macht Euch keine Gedanken! Wieso kann ich den aufdringlichen Verehrern nicht ein paar Steine an den Kopp werfen, wenn die Munition gerade knapp ist. "Hotline Miami" war da offener. Und das hat acht Euro gekostet.
Im Test: ZombiU
Mir ist die Welt und die Spielmechanik schlichtweg nicht flexibel genug, um den Anspruch eines realistischen und vor allem modernen, Genre-Grenzen erweiternden Survival-Horror-Spiels zu erfüllen, den "ZombiU" ja im Ansatz verfolgt. Das schlägt sich auch auf technischer Ebene nieder. Zombie-London ist in den ganzen Regenbogen aus Grautönen und dauernde Dunkelheit getaucht, was natürlich seine Wirkung, gerade im Bezug auf die angepeilte Orientierungs- und Hilflosigkeit, nicht verfehlt, mit der Zeit jedoch unglaubwürdig und billig wirkt. Es mangelt auch an ansprechenden Effekten oder wenigstens Details, welche der Umgebung eine Geschichte geben. Und nicht zuletzt mangelt es an anderen Menschen. Sporadisch rennt Ihr in ein paar Story-relevante Figuren, ohne jedoch wirklich mit ihnen zu interagieren. Wo sind denn die ganzen Überlebenden, die stets aufs Neue meinen Platz einnehmen? Ihr wandelt im wahrsten Sinne des Wortes durch eine leblose Welt. Niemand möchte sich eine leidlich interaktive Abfolge von Zwischensequenzen antun, doch "ZombiU" ignoriert ziemlich verbissen sämtliche inszenatorischen Fortschritte der letzten Jahre. Die überzeugende Vision einer zombifizierten Großstadt verfehlt das Spiel somit. Zumal nicht wenige Grafik-Bugs die Illusion häufig aufbrechen. Andererseits muss ich zugestehen, dass der Stil konsequent und stimmig ist. Gleiches gilt für die minimalistische akustische Untermalung, welche hauptsächlich auf intensive Geräusche setzt, etwa das bedrohliche Grunzen der Untotenschaft oder das je nach Panikgrad immer heftigere Atmen Eures Helden.
Eine weitere reichlich unmotivierte "Dark Souls"-Anleihe findet sich in der Online-Einbindung von "ZombiU". Hier wie dort könnt Ihr Euch in der Solo-Kampagne mit dem Netz verbinden und anderen Spielern in der Umgebung hilfreiche Hinweise hinterlassen oder sie selbst empfangen. Hin und wieder trefft Ihr auch auf die vermoderten Ex-Helden von Freunden. Das war's aber auch schon mit der Verknüpfung. Die simplen Symbole erlauben kaum verständliche Nachrichten und Ihr könnt auch nicht kooperativ gegen die Horde ziehen. Asymmetrische Multiplayer-Freuden erlebt Ihr dafür zu zweit mit einer Wii U. Hier steuert ein Spieler einen diesmal Rambo-mäßig bewaffneten Überlebenskämpfer, während der andere über das Gamepad unterschiedliche Zombie-Typen auf ihn hetzt. Beide versuchen Flaggenpunkte zu erobern. Der Modus macht durchaus Laune, ist auf Dauer aber zu flach. Trotzdem dient er als nette Demonstration dafür, wie später andere stärker auf den Mehrspieler-Part ausgerichtete Titel, etwa "Battlefield" den Touchscreen komplexer einbringen könnten.
Im Test: ZombiU
Liest sich vermutlich wie ein Verriss, was wohl daran liegt, dass ich die größten Hoffnungen in "ZombiU" gesteckt habe und im Ergebnis ganze Seesäcke voll ungenutztem Potential sehe, die meine Enttäuschung nähren. Ich denke, Ihr könnt den meisten Spaß aus dem Survival-Reißer ziehen, wenn Ihr ihn als arcadige Herausforderung anseht und sein Gameplay annehmt wie es ist. Dafür spricht, dass die Geschichte ziemlich banane ist. Dann gewinnt der Hardcore-Modus deutlich an Reiz, in welchem Ihr lediglich mit einem einzigen Charakter loszieht und komplett von vorne beginnt, sollte dieser über die Klinge springen. Das Gameplay von "ZombiU" funktioniert und sorgt im Gesamtbild für ein unverbrauchtes Spielerlebnis.
Doch viele Elemente, wie das kastrierte Bewegungsrepertoire oder die krampfigen Nahkämpfe wirken veraltet. Darüber hinaus gibt es mir zu wenige Möglichkeiten der Interaktion mit der Umwelt. Ein "Dishonored", Rollenspiele wie "Gothic" oder selbst "Resident Evil 4" gingen da schon mehr in die Tiefe. Einige Aspekte bleiben zudem weitgehend unangetastet. Was ist mit Nahrungsaufnahme, der Behandlung von Verletzungen und vor allem dem Kontakt mit anderen Überlebenden? Da lieferten schon "Metal Gear Solid 3" oder zuletzt erzählerisch starke Titel wie "The Witcher 2" gute Blaupausen. Letztlich kostet das "ZombiU" einen großen Batzen Glaubwürdigkeit. Selbst in einer zerstörten Welt gibt es mehr als eine Taschenlampe und ein paar Holzleisten, die mir weiterhelfen. Draht, zum Beispiel, Kerzen, Brecheisen, Werkzeug, Benzin, Stoff, Steine und ganz gewiss gibt's es auch andere Sportarten als Cricket. Obwohl es natürlich wenig hilfreich sein dürfte, den Untoten einen Fußball in die Schnauze zu schießen. Aber was würde MacGyver tun? So bleibt "ZombiU" letztlich unterhaltsam, aber zu simpel gestrickt und verpasst die Chance ein spielerisch wegweisender Survival-Horror-Meilenstein zu sein. Da die Inszenierung zudem auf Sparflamme kocht und aktuelle Standards verfehlt, hält sich allerdings auch der Gruselfaktor arg in Grenzen.
Hm, klingt immer noch nicht überzeugender. Es ist wohl aber auch eine ganz individuelle Erfahrung dieses "ZombiU". Als ich mich erst einmal damit abgefunden habe, nicht das zu bekommen was ich mir erhofft hatte, brachte das ungewöhnlich Action-Adventure viel spannende Unterhaltung. Viele werden aber auch später noch nicht überzeugt sein oder stattdessen gar in Euphorie vergehen. Somit kann ich Euch eigentlich nur ans Herz legen, es einfach auszuprobieren und Euch selbst ein Bild zu machen.

Kommentare

Valium
Valium
  

@Johannes
Danke für den Test, gefällt ! Bitte weiter so !
Sicherlich werde ich dieses Game früher oder später zocken, aber das dauert noch. Der Preis muss weeeeit runter gehn bevor mir ne Juuuuuuuuuuuuu ins Haus kommt.

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Saibot
  

Die Wertung hat mich am Ende des Test doch ?berrascht. Allerdings hatte ich mit einem totalen Reinfall gerechnet, von daher scheint er ja ganz ordentlich geworden zu sein. Ich denke ich werde es einfach selbst ausprobieren, sofern denn in gegen Weihnachten eine WiiU angeschafft wird. Ich freu mich, wenn du im Podcast endlich mal deinen Senf zur ganzen WiiU-Geschichte dazugibst.

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Himmbert
  

Ein sehr guter Test, vielen Dank dafür.
Ich hoffe doch sehr das du im Podcast noch was darüber sagen kannst.
Der Alex quatscht ja immer dazwischen, grade Nintendo mag er nicht. Also setz dich durch :) Schalte am besten sein Headset ab.
Johannes und Saskia hatten und haben halt immer noch am meisten Durchblick, wenn es um Videogames geht.
Schade das so ein Game grade von Ubisoft kommt, die hasse ich wirklich...hoffentlich sterben die bald.
Vieleicht können wir ja nächstes Jahr, ein paar runden Monster Hunter zusammen zocken.
gr.
Himmbert

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Johannes Krohn
  

@ zed01: Haha, da hab' ich ein Spiel in der Erinnerung auch wieder größer gemacht, als es ist. In meinem Test zu "Aliens: Infestation" damals habe ich die stereotype Zeichnung der Figuren auch noch bemängelt. Zurückblickend fand' ich dieses Feature jetzt aber wirklich super, wenn auch ausbaufähig und ich kann mich entsinnen, dass ich auf keinen Fall wollte das mir dieses schwarzhaarige Punk-Chick zum Ende wegstirbt. Hatte wohl was mit gutem Aussehen zu tun. :)
Und auch dir danke für das Lob. So langsam komme ich hier echt in Verlegenheit und Leistungsdruck. Ist es schon Zeit für Drogen?

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Zed01
  

Es wäre doch wirklich zum Heulen gewesen, hätte sich AG vollkommen auf Test-Videos beschränkt und Johannes die Videospiel-Welt nicht mehr mit seinen Rezensionen bereichern könnte. Neben deinem Witz und deiner Gründlichlichkeit gefallen mir an deinem Schreibstil vor allem die Nutzung von Querverweisen und das Ausspinnen der ungenutzten Potenziale. Bei dir bekommt man ein tiefgründiges Bild, was die Spiele ausmacht und wie sie sich anfühlen, eine Einordnung in den Kosmos des Mediums und wird dabei auch noch glänzend unterhalten. Chapeau et merci bien!
Das Spiel ist anscheinend so geworden, wie ich es erwartet habe. Das Einzige, was mich wirklich stört, sind die Schwächen des Kampfsystems. Trotzdem: Die positiven Aspekte der Spielerfahrung werden mich ganz sicher zum Kauf verleiten, ich weiß nur noch nicht, ob es auch mein erstes Spiel wird.
PS: Ich habe Aliens: Infestation gerade durchgespielt und kann es für den Preis ebenfalls empfehlen. Man sollte aber vielleicht erwähnen, dass Umfang und Abwechslung nicht mit den sehr ähnlichen GBA-Metroids konkurrieren können. Außerdem sind die Chacktere keine "echte Persönlichkeiten, mit denen man wirklich mitfiebert". Vielmehr sind es 20 verschiedene Stereotypen, die zwar individuelle Biographien haben, sich in den Dialogen aber die gleiche Texte teilen und keinen Einfluss auf die Story haben. Im Grunde sind es nur Extra-Leben, die man teilweise an abgelegenen Orten findet und für die Bosse braucht. Attribute oder der Verlust der Ausrüstung, wie bei ZombiU, hätten das Spiel deutlich aufgewertet.

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Johannes Krohn
  

Wow, so viel Lob in den letzten Tagen. Vielen Dank.
Also, ich werde am Freitag mit ziemlicher Sicherheit beim Podcast mitmachen und dann auch über "ZombiU" und "Mario U" reden. Wenn's klappt. Und ein Test zur Wii U-Konsole kommt von Alex persönlich. Wenn's klappt. :) Und Tests für die anderen Systeme mach' ich dann wohl erst wieder im nächsten Jahr. Das Weihnachtsgeschäft ist ja jetzt soweit abgedeckt.

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mr. rogers
  

Also mich interessiert die Wii U überhaupt nicht, aber den Test habe ich mir dennoch durchgelesen. Johannes hat´s einfach drauf - da macht es Spaß, einfach nur zu lesen! Magst denn nicht auch immer mal was für die anderen beiden Konsolen testen...bitte :D
Top Test!

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Ayato
  

Ich glaube kein Spiel würde so unterschiedlich bewertet bis auf dieses Spiel bei manche Bewerter hatte ich den eindruck das sie mehr auf ein bessere Version von diesen Call of Duty Zombie Modus erwartet haben und dann enttäuscht würden das es zu wenig zum schießen gibst . Persönlich finde ich dieses Spiel intressanter als RE 6 weil es eben wieder um das Überleben geht und nicht ums schießen , Da gehts es eben mehr um Taktik soll ich schießen oder lauf ich lieber ? Wo sind die Zombie ? Hab ich ein guten Flucht möglichkeit falls zu viele Zombis kommen ? und und und ! Ich mein 7 - 10 sind ja schon mal nicht schlecht aber gott sei dank achte ich nie auf die Zahl sondern mehr auf die Wörte die im Test stehen . Darum auch ein lob sehr gut geschrieben

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forzaaaaaa
  

Naja ein TOPHIT bzw. ein SYSTEMSELLER ist für mich was anderes... zB. SUPER MARIO BROS U

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Pairikas
  

Wieder ein seher schöner Test Johannes. Ich bin mitterlweile überzeugt das ich mit dem Spiel eine menge Spass haben werde, auch wenn ich im Laufe der Zeit meiner Erwartungen runterschrauben musste. Aber ist denke ich gut wenn man weiss worauf man sich bei dem Spiel einlässt, und das hast du gut geschildert ; )

Wo du schon so fleissig WiiU zockst, gibts vielleicht auch noch einen Test, bzw. Eindruck zur WiiU selbst?

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